Die Bhatkar-Whitcomb-Diät

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Die Bhatkar-Whitcomb-Diät

Beitragvon Merkur » Dienstag 26. April 2016, 17:04

Wegen der grundlegenden Bedeutung für die Ameisenhaltung stelle ich diesen Beitrag in das „Wissensforum“ ein.
Auf die Diät wurde in verschiedenen Beiträgen u. a. in „Wissenschaft und Medien“ bereits hingewiesen; sie sind mit der Suchfunktion zu finden.

Diese 1970 veröffentlichte Diät für die Ernährung von Ameisen wird immer wieder in Publikationen erwähnt. Auch in Ameisenforen wird gelegentlich danach gefragt.
Als alleinige Nahrung ist diese Diät für wohl die meisten Ameisenarten ungeeignet!
Im Ameisenwiki ist dies seit Mai 2006 nachzulesen. Hier wurde auch eine vergleichende Untersuchung dazu referiert:
http://ameisenwiki.de/index.php/Nahrungsgel

Hölldobler & Wilson (1990) „The Ants“, S. 632, geben die Zusammensetzung und Zubereitung der Diät an, die sie selbst verwenden, jedoch nicht als alleinige Nahrung!
Laut dem direkt anschließenden Abschnitt werden zusätzlich Teile frisch getöteter Insekten angeboten.
In Hölldobler & Wilson (2013): „Auf den Spuren der Ameisen“, S.408, ist dieser Abschnitt auf Deutsch nachzulesen:
„Die meisten insektenfressenden Ameisenarten gedeihen prächtig mit dieser Diät,wenn man sie dreimal wöchentlich damit füttert und ihnen zusätzlichkleine Stücke frisch getöteter Insekten wie Mehlwürmer (Tenebrio), Schaben (Nauphoeta) und Grillen in geringen Mengen anbietet. Wenn es sich bei den Ameisen um jagende Arten handelt, gedeihen sie besonders gut, wenn sie Zugang zu Fläschchen mit Taufliegen, insbesondere flugunfähigen Mutanten, haben. Alternativ kann man Taufliegen einfrieren und dann in der Futterarena für die Ameisen verstreuen.“

Ich kann nur immer wieder empfehlen, die auch hier im AP reichlich vorhandenen Informationsquellen zu nutzen! :roll:

PS: In dieser mit Google leicht auffindbaren Arbeit ist die Zusammensetzung der Von B&W benutzten Vitaminkapseln aufgelistet. Ferner werden Angaben dazu gemacht, welche Ameisenarten getestet wurden und wie erfolgreich die Haltung war. http://www.formicarium.it/docs/bhatkar.pdf Es wird nicht berichtet, ab welchen Larvalstadien die Produktion von Geschlechtstieren erfolgreich war! Auch sind der Arbeit keine näheren Umstände der Haltung zu entnehmen.
MfG,
Merkur
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Re: Die Bhatkar-Whitcomb-Diät

Beitragvon Xeras » Freitag 28. April 2017, 17:14

Hi, wie komme ich zu den Zutaten um es zu mischen?
Und wie misst man so kleine Einheiten? Mit einem Teelöffel wohl kaum kaum.Und die Küchenwaage hat leider nicht so feine Abstimmung. :( Ich würde gerne meinen Ameisen etwas Vitamin-und-etc. reichere Nahrung anbieten.
Bei mir gibt es nur Honig und Heimchen und gelegentlich Obst.Weintrauben mochten sie heute nicht.

EDIT: Vielleicht reicht es aber auch die Heimchen mit Sachen zu Füttern die den Angaben aus der Diät-Liste nahe kommen.So kommen die Ameisen auch an die Vitamine und Mineralien , oder ?
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Re: Die Bhatkar-Whitcomb-Diät

Beitragvon Merkur » Freitag 28. April 2017, 18:07

Hallo Xeras,

Da würde nur eine professionelle, auf 1 Milligramm genaue Analysenwaage helfen, und die ist nicht billig.
Bhatkar & Whitcomb haben aber die Zutaten zu ihrem Mineralien- und Vitamin-Präparat auch nicht selber gemixt, sondern eine in jeder Drogerie erhältliche Vitaminpille (für Menschen) zugesetzt. Es gibt zahlreiche Vitaminpräparate, die sich im Gehalt an den einzelnen Verbindungen oft sehr erheblich unterscheiden. Was, und wie viel davon, für welche Ameisenarten tatsächlich notwendig oder wenigstens sinnvoll ist, wurde nicht untersucht!
Forscher, die angeblich ihre Ameisen mit der „Standard-Diät“ nach B&W ernährt haben, nahmen eine x-beliebige Vitaminpille, weil das Original bald nicht mehr erhältlich war.
Viele Forscher haben „sicherheitshalber“ dann noch Insekten zugefüttert! Nicht alle haben das erwähnt. :(

Nun enthält z. B. eine Mehlkäferpuppe ja alle Inhaltsstoffe, Mineralien, Vitamine etc., die für die Entwicklung eines kompletten Mehlkäfers ausreichen. Da muss man nichts zusetzen!

Man kann, ebenfalls sicherheitshalber, und weil für die Entwicklung von Ameisen vielleicht etwas andere Mischungen nützlich sein könnten, die Proteinquellen etwas variieren.
Wenn man abwechselnd Heimchen, Schaben, Mehlkäfer-Puppen (die Mehlwürmer selbst mag ich nicht; zerschnitten verdauen sie sich rasch selbst zu einer stinkigen, braunen Schmiere) verfüttert, lassen sich wohl die meisten Ameisen damit ernähren (natürlich plus Zuckerquelle). – Ich habe so über Jahrzehnte sehr viele Ameisenarten gehalten und einige über Generationen gezüchtet. Habe nie Mineralien oder Vitamine zugegeben: Manche Vitamine sind in Überdosis für Menschen gefährlich. Ob auch für Ameisen???
Gut ist die Empfehlung, gekaufte und - laut Forenbeiträgen - oft unterernährte Heimchen ein paar Tage gut zu füttern, bevor man sie den Ameisen gibt.

MfG,
Merkur
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Re: Die Bhatkar-Whitcomb-Diät

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 30. April 2017, 00:03

Ich denke auch, dass es völlig ausreicht, einfach etwas abwechslungsreich zu füttern.
Man sagt ja auch, man soll sich einfach ausgewogen ernähren, dann benötigt man keine zusätzlichen Präparate.
Was also auf den Menschen zutrifft, sollte wohl bei Ameisen auch gelten.


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