Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Hier können Fragen rund um das Thema Ameisenhaltung gestellt werden.

Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Scari » Mittwoch 3. Februar 2016, 20:25

Guten Tag

Ich bin seit vielen Jahren im Bereich der Terraristik unterwegs. Habe diverse Arten gehalten. Von kleinen Insekten bis zu großen Reptilien.
Nun würde ich gerne an das Thema Ameisen wagen. Ich weiß das man die vorherige "Erfahrung" nicht 1:1 auf andere Tiere übertragen kann, aber ich möchte damit nur sagen, dass ich mit den Grundlagen der Terrarienhaltung vertraut bin.

Ich habe mich im Vorfeld etwas eingelesen und Informiert. Wie das Formicarium aussehen soll, habe ich mir schon überlegt.
Ich wollte 2 x 54 Liter Aquarien mit einem Schlach verbinden. Das eine Becken als Nest verwenden und das andere als Arena.

Nun bin ich am überlegen welche Ameisen ich dafür verwenden könnte. Vielleicht ist ja jemand der mir einen guten Tipp geben könnte.

Hier einige Eckpunkte die mir wichtig wären:

-"Interessante" Art. Also durch ihr Aussehen oder Verhalten. z.B: durch aktives Jagen, spektakuläre Ameisenstraßen etc. Aktives Jagen nach lebender Beute wäre schon sehr schön.
-Sollte auch mal draußen zu sehen sein und aktiv.
-Größe der Kolonie so das ich sie auf dauer dort drin halten kann. Arena 54 Liter Becken und Nest, bei Ytong von 3 Seiten mit Ytong.
-Nicht zu hoher "Wuselfaktor" Wenn in der Arena alles "voll" mit Ameisen ist dann finde ich ist es sehr unruhig. Man kann halt nicht so wirklich interessantes Verhalten ausfindig machen. Das würde untergehen.
-Eher trockenere Haltung als Feucht.
-Nicht so kleine Art.

Ich hoffe meine Wünsche und Vorstellungen sind auch realisierbar.

Einen schönen Abend und Grüße
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Scari
 

Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Colophonius » Mittwoch 3. Februar 2016, 21:02

Hallo,

Willkommen im Ameisenportal! Schön, dass du dich mit dem spannenden Hobby der Ameisenhaltung auseinandersetzen willst. Deine Frage wird nicht ganz leicht zu beantworten sein. Deinen Anforderungen (große Individuen, kleine Kolonien, interessantes Verhalten) werden viele Urameisen (Ponerinen) gerecht, aber diese brauchen es meistens eher feucht.

Welche Maße hat denn ein 54l Aquarium und was für einen Deckel hat es? Hast du schonmal mit YTONG gearbeitet? Bei Ameisen muss man leider recht genau sein, denn die finden wirklich jede Ritze und Spalte und nutzen diese gerne, um den Halter möglicht effektiv zu ärgern.

Viele Grüße,
Colophonius
  • 2

Colophonius
 

Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Merkur » Mittwoch 3. Februar 2016, 21:03

Herzlich willkommen im Ameisenportal!

Bei Anfragen in vier Foren kommt sicher dreimal die Gegenfrage, ob es eine Art mit oder ohne Winterruhe sein darf.
http://eusozial.de/portal.php fehlt noch; da wird diese Frage auch oft gestellt und beantwortet.
Empfehlen kann man Dir, die Angebote der Ameisenhändler, der Shops, durchzusehen.
Denn was Dir gefallen wird, können andere schlecht vorhersehen. ;)

MfG,
Merkur
  • 4

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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 3. Februar 2016, 21:48

Trocken, aktiv, nicht zu klein und Volk eher von geringer Größe. Da würde ich jetzt eher Cataglyphis sagen oder vielleicht eine südländische Camponotus.
Die Australier lass ich jetzt mal lieber weg, die meist eh vergriffen.


LG Franz
  • 3

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Re: Welche Art passt zu meinen

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 3. Februar 2016, 23:26

Trailandstreet hat geschrieben:die meist eh vergriffen.


Vergriffen? :D

Mein Rat wäre, sich das Zubehör vom Baumarkt zu holen und nicht aus einem Ameisen-Shop, sonst wird´s teuer. Das aber erst, wenn die Wahl der Art feststeht und genug Infos zu der Lebensweise der gewählten Art gesammelt wurde. Besser wäre es auch, erst im Frühling anzufangen mit Einheimischen und sich erst bei mehr Erfahrung in der Ameisenhaltung mit Exoten zu beschäftigen. Was die Exoten betrifft, gäbe es da auch einige Pro und Contra sowie Sicherheitshinweise, die zu beachten wären. Es wäre vorteilhaft, sich ZUERST mit dem www.Ameisenwiki.de zu befassen und erst dann in die Ameisenhaltung einzusteigen. Ich selbst tat das anfangs nicht und bereute es.
  • 2

LG Lynn
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Steffen Kraus » Mittwoch 3. Februar 2016, 23:33

Hallo,
wie Merkur schon geschrieben hat, aber nicht vergessen, auch für uns exotische Ameisen, da nicht bei uns in Europa heimisch, können je nach dem Herkunftsgebiet,
eine Überwinterung benötigen. Als Beispiel, die nordamerikanischen Wüsten, Japan, usw. .
Auch Ameisen, die von der südlichen Halbkugel stammen, wie aus den chilenischen Wüsten oder ähnlichem, benötigen auch eine Überwinterung.
Welche letztendlich die Richtige ist, wirst Du mit der Zeit schon herausbekommen. Wichtig ist, welche Ameise Dir gefällt und welcher Ameise Du ein geeignetes künstliches Habitat bieten kannst. Aus der Schnittmenge heraus, wirst Du etwas finden.
Wünsch Dir viel Spaß, in dieser Sparte der Terraristik,
Gruß Steffen
  • 5

,,es ist nicht wichtig, was andere denken wenn man kommt, es ist wichtig was sie denken, wenn man geht!
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Reber » Mittwoch 3. Februar 2016, 23:41

Hallo Scari, willkommen im Ameisenportal auch von meiner Seite!

Merkur hat es schon gesagt: Wähle dir besser eine Art, die dir gefällt, als eine, die genau in deine Becken passt. :D

Das eine Becken als Nest verwenden und das andere als Arena.
(...)Arena 54 Liter Becken und Nest, bei Ytong von 3 Seiten mit Ytong.


Anfänger neigen sowieso dazu, ihre Ameisen zu Beginn in viel zu grossen Anlagen zu halten (halten zu wollen). Gerade wenn man nur mit einer Königin beginnt, oder mit einem kleinen Völklein, braucht es recht lange, bis die Ameisen viel Platz brauchen.
Wie Colo schon fragte: Welches Mass haben deine Becken? Vom Volumen her, schliesse ich drauf, dass du viel Platz hast!

Es wird schwer eine Art zu finden, die
spektakuläre Ameisenstraßen etc
bildet, aber nur kleine Völker ausbildet
Nicht zu hoher "Wuselfaktor"
und dazu noch ein eher trockenes Habitat bewohnt. Du wirst kaum darum herum kommen, das eine oder andere Kriterium einem widersprüchlichen zu opfern!

Zum "aktiven Jagen" will ich noch erwähnen, dass man sich beim häufigen Lebendfüttern schnell Milben ins Terrarium holen kann. Da würde ich dem Anfänger erstmal von abraten, falls du selber Futtertiere züchtest und sie gut kontrollierst, ist die Gefahr etwas geringer.

Ich wage mal einige Arten anhand deiner Wünsche vorzuschlagen. Oben hast du ja auch schon Hinweise bekommen. Vielleicht ist ja eine für dich darunter oder du kannst dich zumindest entscheiden, in welche Richtung es gehen soll:

-Interessante" Art. Also durch ihr Aussehen oder Verhalten. z.B: durch aktives Jagen (...)
-Sollte auch mal draußen zu sehen sein und aktiv.
-Größe der Kolonie so das ich sie auf dauer dort drin halten kann. Arena 54 Liter Becken und Nest, bei Ytong von 3 Seiten mit Ytong.
-Nicht zu hoher "Wuselfaktor" (...)
-Eher trockenere Haltung als Feucht.


Camponotus vagus: Ist mir als erstes eingefallen. Die Art passt m. E. perfekt zu deinen Wünschen, sie ist gross und jagt geschickt. "Nachteil": Sie kann mit der Zeit grossere Völker ausbilden.

Messor spp.
eignen sich mitunter auch für Anfänger. Zum Beispiel Messor barbarus. Viele Messor-Arten erfüllen deine Voraussetzungen. Ausser dass auch sie mit der Zeit grössere Völker ausbilden und nicht aktiv jagen. Dafür haben sie als "körnerfressende" Arten eine andere interessante Verhaltensweise zu bieten.

Formica fusca
bildet z.B. eher kleinere Völker aus. Beim Jagen hat sie aber ein Defizit - ausser du fütterst kleine Beutetiere oder die Kolonie ist schon gross.
  • 3

"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 3. Februar 2016, 23:52

@Scari

Ich würde überlegen, welchen "Wesenszug" Du bei den Ameisen vorziehst. Die Camponotus foreli, die ich hielt, wirkten nach meiner Beobachtung eher "sensibel" und schreckhaft und nicht besonders angriffslustig. Genau das, was ich wollte. Ich wählte sie aus ähnlichen Gründen wie Du, d. h. ich wollte keine große Kolonie, sondern eine kleine Kolonie mit größeren Tieren, wo jedes einzelne Tier gut zu beobachten ist.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Colophonius » Donnerstag 4. Februar 2016, 00:13

Hallo,


danke erstmal auch von mir für die vielen guten Tipps. An Rebers Vorschlag mit den Messor dachte Ich auch schon. Meine jetzige Kolonie (zwei Jahre alt) würde wohl in so ein Becken passen, allerdings wäre da auf Dauer wohl der Platz ein bisschen zu wenig. Aber bis es so weit ist, hat sich der Virus schon so gut ausgebreitet, dass weitere Becken angeschafft werden. Ansonsten erfüllen viele Messor sehr viele der gewünschten Eigenschaften:


-"Interessante" Art. Also durch ihr Aussehen oder Verhalten. z.B: durch aktives Jagen, spektakuläre Ameisenstraßen etc. Aktives Jagen nach lebender Beute wäre schon sehr schön. Check! Körnerfresser, recht schick (finde ich) und durch ihr tapsiges Verhalten (für Ameisen) echt super niedlich. Jagen allerdings nicht gerne.


-Sollte auch mal draußen zu sehen sein und aktiv. Check! Meine sind zwar vornehmlich nachts richtig aktiv, aber spätestens nach einem halben Jahr bei ausreichend Wärme sollte man immer was zu sehen haben.

-Nicht zu hoher "Wuselfaktor" Wenn in der Arena alles "voll" mit Ameisen ist dann finde ich ist es sehr unruhig. Man kann halt nicht so wirklich interessantes Verhalten ausfindig machen. Das würde untergehen. Check! Die Ameisen sind zwar teils doch recht wuselig, bewegen sich aber meistens recht langsam. "Haufenbildung" kommt dabei eher nicht vor.

-Eher trockenere Haltung als Feucht. Check! Meine halten es auch knochentrocken (mit Tränke) aus, aber wenn ich es mal regnen lasse, sind immer alle dabei, Wasser zu sammeln.

-Nicht so kleine Art. Check!


Einzig die Koloniegröße könnte langfristig ein Problem darstellen. Darüber hinaus kann man nordafrikanische Messor wohl auch ohne Winterruhe halten, zumindest meine beschweren sich noch nicht. Der Preis ist auch völlig in Ordnung.
  • 1

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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon LynnLectis » Donnerstag 4. Februar 2016, 01:00

@Scari

Noch ein Tipp: Ich würde mir eine Art auswählen, wo es genug Haltungsberichte gibt und Du mehrere aktive Halter in den Ameisenforen findest, die ihre Kolonien schon länger haben, damit Du die Entwicklung und Haltung Deiner Art besser beurteilen kannst. Bei meinen Camponotus foreli fand ich nur einen einzigen noch aktiven Halter in den deutschsprachigen Foren (und nur wenige in anderssprachigen). Es gab nur wenige Haltungsberichte dazu. Das war ein großer Nachteil.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Scari » Donnerstag 4. Februar 2016, 13:27

Hallo

Danke erst einmal für all die guten Antworten.

Mit einem 54 Liter Aquarium meinte ich diese "Standart" 60x30x30 Becken.

Ich hätte auch kein Problem damit nach ein paar Jahre z.b. ein weiteres Becken mit anzuschließen. Allerdings wäre es halt schön erstmal etwas ruhe zu haben diesbezüglich.

Bezüglich des Ytong Nestes und der Größe habe ich mich informiert. Ich werde es in einzelne Teile unterteilen und diese nach für nach Freigeben.
Das Arbeiten damit ist kein Problem. Das habe ich schon des öfteren gemacht.

Thema Winterruhe. Natürlich wäre es schon interessanter die Tiere das ganze Jahr hindurch zu beobachten. Aber ich würde auch keine schöne Art mit Winterruhe ausschließen.
ich habe extra ein Becken alleine für das Nest gewählt damit ich dieses für den Fall einer Winterruhe "abklemmen" kann und zum Überwintern geben kann.
Einzige Beschränkung, so ein Aquarium stellt man schlecht in den Kühlschrank. Daher wäre eine Überwinterung bei Kellertemperatur wünschenswert.
Als Kompromiss wäre vielleicht auch eine nicht so extreme Überwinterung interessant. Wo die Temperaturen nur ein bisschen heruntergefahren werden für eine kürzere Zeit. Glaube das wäre bei den Arten aus Südeuropa z.B der Fall.


Meine Wünsche müssen aber nicht alle 100% erfüllt werden. Das sollen nur Eckdaten sein.
Wenn 1 oder 2 nicht erfüllt werden ist das nicht schlimm. Wenn eine schöne interessante Art z.B. nicht jagt, dann ist das nicht weiter schlimm.

Da habe ich eine Frage zu dem Lebendfutter und Milben. Wieso kommen dabei mehr Milben in das Becken? Weil ich die Tiere vorher nicht abbrühen kann?

Was wirklich eher wichtig wäre, wäre dieser Wuselfaktor. Im Nest ist mir das Egal. Aber in der Arena möchte ich schon etwas interessantes sehen und nicht nur einfach einen "Haufen Ameisen".

Messor bin ich irgendwie immer skeptisch gegenüber. Ich weiß selber nicht mal warum. Das mit dem Ameisenbrot klingt echt interessant. Allerdings wäre das ja im Nest und das ist eh die meiste Zeit verdunkelt und man sieht nichts von.
Sind die Messor denn in der Arena interessant zu beobachten? Habe in irgendeinen Post mal gelesen das sie sehr langweilig sein sollen.

Und es sollte keine Ameise sein die Holz frisst. Falls mal eine abhaut.
Das bringt mich zum Ausbruchschutz. Natürlich werden die Becken mit Deckel mit Gaze versehen.

Grüße
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Scari
 

Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Colophonius » Donnerstag 4. Februar 2016, 13:32

Hallo,


warum Messor langweilig sein sollen, kann ich nicht verstehen. Einzig der fehlende Jagdtrieb würde mir dazu einfallen, aber auch jagende Ameisen sind nicht permanent auf der Jagd - in der Arena laufen die meisten Ameisen meistens schlichtweg umher. Was verstehst du denn unter interessantem Verhalten in der Arena?
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Colophonius
 

Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Reber » Donnerstag 4. Februar 2016, 13:55

Mit einem 54 Liter Aquarium meinte ich diese "Standart" 60x30x30 Becken.

Na bitte! Zwei solche Becken reichen in der Ameisenhaltung lange aus - sogar für grosse Kolonien!

Thema Winterruhe.

Keller wäre eher kein Problem, jedenfalls nicht für Camponotus vagus. Für Messor sp. kommt es drauf an, wie kalt es im Keller wird!? Manche Messor-Arten könnte man auch bei Zimmertemperatur überwintern.

Da habe ich eine Frage zu dem Lebendfutter und Milben. Wieso kommen dabei mehr Milben in das Becken? Weil ich die Tiere vorher nicht abbrühen kann?

Ganz genau!

Was wirklich eher wichtig wäre, wäre dieser Wuselfaktor. Im Nest ist mir das Egal. Aber in der Arena möchte ich schon etwas interessantes sehen und nicht nur einfach einen "Haufen Ameisen".

Das ist halt bei vielen Arten ein „Problem“, wenn sie eine gewisse Volksstärke erreichen, besetzen sie komplett die Arena. Bei Arten die kleinere Völker ausbilden, kann es sein, dass der grösste Teil im Nest hockt und nur wenige Arbeiterinnen furagieren - aber mir fallen da nur Ameisen ein, die entweder klein (Körpergrösse) sind oder ein feuchtes Klima brauchen…

Messor bin ich irgendwie immer skeptisch gegenüber.

Dann wird das m. E. auch nix. Es soll gleich funken! ;)

Und es sollte keine Ameise sein die Holz frisst.

Dann wären die C. vagus auch raus. ;)
Gar nicht einfach, dich zu beraten. Also falls das Klima nicht zwingend trocken bleiben muss, würde ich in Richtung Urameisen (Ponerinae) weiterschauen. Einige Arten würde ich auch dem Anfänger mit Terraristikerfahrung zumuten. Viele Arten zeigen ein interessantes Jagdverhalten und sind sehr aktiv. Weil sie aber eher weniger Volksstark sind, überfluten sie auch nicht die Arena.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Scari » Donnerstag 4. Februar 2016, 14:10

Ok, das mit dem Jagen ist ein Argument.
Die Ameisen sind ja nicht immer am jagen.

Was meine ich mit interessant... Halt etwas was es zu beobachten gibt. Z.B eine Ameisenstraße. Oder das sie hier und da graben, etwas "abbauen" oder im Tandemlauf durchs Becken ziehen.

Was natürlich auch geht wenn es einfach nur schöne Tiere sind. Oder richtig schön groß.

Nun, wenn es einfach wäre die passende Art zu finden dann müsste ich nicht fragen :-)
Aber im ernst. Ich bin ja dankbar für jeden Tipp.

Nun Messor würde ich nicht direkt ausschließen. Ich finde das Konzept mit dem Ameisenbrot schon sehr interessant. Ich bin da glaube ich voreingenommen weil ich oft hörte das die langweilig sein sollten.

Feuchtigkeit wäre auch kein Problem. Trockener wäre halt nur etwas "einfacher". Auch im Bezug auf Schimmel.
Aber ich habe nichts gegen etwas feuchtere Haltung. Die Ytong Steine bekommen oben drauf eh einen kleinen Tank das ich diese befeuchten kann wenn ich muss. Und ab und an in der Arena mit der Sprühflasche sprühen ist auch kein Problem.

Winteruhe bei Zimmertemperatur klingt doch gut. Dann könnte ich das Becken z.b. einfach auch stehen lassen.

Was vielleicht ein Punkt noch wäre, wäre der Anschaffungspreis. Auch wenn ich zumindest in der allgemeinen Terraristik bewandert bin, so bin ich bei den Ameisen doch Anfänger. Daher würde ich nicht umgedingt mit einer Art Anfangen die 2-300 Euro kostet. Wäre halt schade um die Tiere und das Geld wenn Fehler passieren.
Vielleicht so zwischen 50 und 100 Euro etwas.

Grüße
  • 0

Scari
 

Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 4. Februar 2016, 15:17

Um mal etwas von den Messor zu sprechen. Die bilden schon schöne Straßen, wenn es dort was zu holen gibt. Sie bearbeiten auch unter Umständen Pflanzenstiele und beißen die auch ab um an die Samen zu kommen, oder auch zB das Schirmchen beim Löwenzahn.
Das Zerkauen des Ameisenbrotes sieht man nur im Nest, das stimmt.
Ab einer gewissen Volksstärke sammeln sie auch Proteinfutter ein. Meist wirken sie extrem tapsig, wenn sie mal eine Fliege abtransportieren.
Beim Nest muss man aber aufpassen, dass es dort nicht zu feucht wird, wo die Körner lagern. Zum einen können sie schimmeln und zum andern austreiben. Normalerweise beissen sie den Keimling ja an, dass das nicht passiert, aber man kann ja auch mal was übersehen.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon LynnLectis » Donnerstag 4. Februar 2016, 19:30

@Scari

Die spannendsten Beobachtungen habe ich eigentlich in freier Natur bei den Gartenameisen gemacht. Das Gute bei den Einheimischen: Sie sind sehr aktiv, bilden interessante Ameisenstraßen, sind gern auf der Jagd, das lässt sich auch beobachten, und wenn Dir die Kolonie über den Kopf wächst und Du es Dir anders überlegst, kannst Du die einheimische Kolonie am Fundort wieder ausbürgern. Dazu bekämst Du hier im Forum auch ausreichend Ratschläge. Außerdem wären die Gartenameisen kostenlos.

Bei den Camponotus foreli war immer eine Ameise hochaktiv und auf der Jagd nach Futter. Die anderen blieben alle im Nest. Vielleicht wäre etwas in diese Richtung etwas für Dich, gerade weil sie nicht unbedingt eine richtige Winterruhe benötigen, es aber empfohlen wird. Path aus dem Ameisenforum.de brachte seine Kolonie gut durch. Wenn man das erstmal schafft, sollen Camponotus foreli auch nach anderen Haltern wirklich viel Freude bringen, einerseits eine nicht allzu große Kolonie einer größeren Art, viele Einzelbeobachtungen, da klare Arbeitsteilung. Ich selbst konnte bei den Camponotus foreli trotz ihrer "Sensibilität" durchaus auch angriffslustiges Verhalten beobachten. Es war mir keine Sekunde langweilig, Kaffee brauchte ich in dieser Zeit nicht mehr zu trinken. :P
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon FooFighter » Donnerstag 4. Februar 2016, 20:28

Hallo Scari,

falls eine einheimische Art mit Winterruhe in Frage kommt schlage ich noch Formica sanguinea vor. Sie sind nicht zu klein, haben eine schöne Farbe, sie jagen auch bei kleiner Koloniegröße lebende Insekten und bauen bei richtigen Baumaterial auch kleinere Hügel. Zudem können sie auf natürliche Weise gepusht werden und eine trockene Haltung ist kein Problem. Außerdem ist diese Art meist in Shops verfügbar und als einheimische Art günstig zu erstehen. Von daher passt sie zu allen von dir genannten Punkten.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass auch schon bei kleiner Koloniegröße (ca. 50-100 Arbeiterinnen) einiges los ist. Bis allerdings die zwei Becken voll genutzt werden vergehen wahrscheinlich schon zwei bis drei Jahren.

liebe Grüße

FooFighter
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Scari » Freitag 5. Februar 2016, 07:30

Messor klingt interessant.
So langsam wächst mein Interesse.

Die Formica sind auch sehr Interessant.

Was ich nur etwas schade finde ist die doch lange Winterruhe. Ende Oktober bis Ende März. Das sind 5 Monate. In dieser Zeit gibt es dann leider nichts zu beobachten und zu sehen. Was ich schon recht lange und schade fände.
Da wären Messor mit kürzerer Winterruhe schon wenn interessanter muss ich gestehen.
Auch wenn die Formica vom Verhalten sehr interessant zu sein scheinen. Auch das mit dem Hügel.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Trailandstreet » Freitag 5. Februar 2016, 08:17

Der Trend geht sowieso zum Zweitvolk :)
Schau Dir halt mal ein paar HBe an, von denen gibt es ja genug. Messor gibt es auch aus Afrika, die brauchen so gut wie keine WR. Die legen dort erher Pausen wegen Trockenheit ein.
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Re: Welche Art passt zu meinen "Wünschen"?

Beitragvon Scari » Freitag 5. Februar 2016, 08:23

Ich wälze mich gerade durch Seiten von Haltungsberichten :-)

Bei den Messor habe ich gelesen das diese in der Gründung doch sehr anfällig sein sollen. Und daher für unerfahrene nicht so empfehlenswert.
Wenn die Kolonie aber so 100 Tiere hat, dann soll es kein Problem mehr sein.
Ist das wirklich so "extrem"?

Zweitvolk :-) Schön gesagt. Aber ist doch trotzdem schade wenn man eine interessante Art hat und sie dann fast die Hälfte des Jahres nicht sieht.
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