Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Hier können Fragen rund um das Thema Ameisenhaltung gestellt werden.

Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Colophonius » Mittwoch 23. April 2014, 15:10

Hallo Ameisenportaler,

in unregelmäßigen Abständen besuchen Anfänger in der Ameisenhaltung die Foren und fragen nach Rat. Meistens haben sie Lasius niger im Blick, doch in den Foren taucht eigentlich immer eine Art als perfekte Einstiegsameise auf:
Camponotus ligniperdus.

Auf den ersten Blick erscheint das logisch. Als einheimische Art ist C. ligniperdus relativ genügsam, was das Klima angeht, so soll eine normale Raumtemperatur ausreichen. Dazu ist die Art ziemlich groß und schön gefärbt. Die perfekte Ameise für den Einstieg?
Die Antwort sollte „nein“ heißen.
Zunächst ist es unbestritten so, dass Camponotus ligniperdus ein sehr langsames Koloniewachstum am Anfang hat. Das hat einen großen Nachteil: Arbeiterinnenverluste durch Haltungsfehler (und die kommen mit angrenzender Sicherheit bei Anfängern vor) werden sehr, sehr viel schwieriger ausgeglichen.
Desweiteren kommt bei C. ligniperdus ein scheinbar unerklärliches Phänomen hinzu: Sie laufen sich tot.
Dieses mysteriöse Phänomen tritt immer wieder auf, in Ameisenforen gibt es zahlreiche Hilferuf-Threads in denen die Halter -u.a. auch ich- berichten, dass die Arbeiterinnen plötzlich anfangen, wie wild durch das Formicarium zu rennen und schließlich zu sterben.
Während man bei den meisten stebrenden Kolonien relativ sicher eine Ursache ausmachen kann (zu warm, zu kalt, kein Wasser, zu viel Wasser), ist mir nicht bekannt, dass jemand einen Lösungsansatz für das Totlaufen gefunden hat. Durch dieses Sterben werden Halter schnell demotiviert - zum einen ist die geliebte Ameisenkolonie tot und zum anderen kommt schnell das Gefühl des Versagens hinzu: Ich habe es noch nicht einmal geschafft, eine Anfängerameisenart zu halten.

Daher sollte Camponotus ligniperdus nicht mehr uneingeschränkt als Einsteigerart empfohlen werden, andere Arten sind da sehr viel unempfindlicher.
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Re: C. ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon NIPIAN » Mittwoch 23. April 2014, 15:26

Hoi,


ich habe mehrfach Camponotus ligniperdus gehalten (selbst gefangen, sowie auch zugekaufte). Die Haltung selbst ist einfach, wenngleich die ersten 2 Jahre tatsächlich sehr langsam von der Wachstumsrate her sind.
Das Totlaufen als solches gibt es nicht. Dass es zu einem starren/steifen Geradeauslaufen kommt, ohne dass sich die Antennen bewegen, ist korrekt und das habe ich vereinzelt gesehen. Fakt ist allerdings, dass man das Totlaufen lediglich als ein unbestimmtes Symptom bezeichnen kann. Aufgetreten ist es bei mir bei 2 Völkern. Eines ist aufgrund von Trockenheit (4-wöchige Abwesenheit und das Wasserreservoir ist verstopft gewesen -_-) reduziert worden, das andere aufgrund Wärmestau im Hochsommer (Schaufensterscheiben haben Sonnenlicht reflektiert).

Die Schwierigkeit hierbei ist die eigentliche Ursache zu finden und zu beseitigen. Wenn also "Totlaufen" auftritt, dann sollte man sämtliche Haltungsparameter überprüfen.

So gesehen ist das "Totlaufen" von :aa: äquivalent mit einem Auftreten von mehr toten :aa: auf einmal, als in den Wochen zuvor.
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Re: C. ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Colophonius » Mittwoch 23. April 2014, 15:51

Hey

Das "Totlaufen" als solches gibt es nicht, aber es tritt als Symptom auf. Ich habe bei keiner Art bisher von einer solchen Häufung von Todesfällen bei ideal [i]erscheinenden[/u] Haltungsparametern gelesen.
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon ImperatorAdeptus » Donnerstag 24. April 2014, 01:16

Servus,

Ich will dir in einigen Punkten jetzt nicht direkt widersprechen.
Ja Camponotus ligniperdus haben eine etwas längere Entwicklungszeit am Anfang.Ja es wird am Anfang nicht viel Action bei ihnen geben,die ein blutiger Anfänger höchstwahrscheinlich vermissen wird.

Aber fakt ist doch das eine Arbeiterin von C.ligniperdus um einiges robuster ist als eine Lasius niger Arbeiterin und auch weitaus länger leben wird. Ich kann mir jetzt auch keine extremen Haltungsfehler bei dieser Art vorstellen,außer man vergisst sie zu füttern oder ertränkt sie im Wasser... zu Trocken kann es C.ligniperdus eigentlich garnicht haben,da es eine sehr wärmeliebende Art ist.

Auch dieses Phänomen des ''Totlaufens'' scheint wirklich nur bei einigen wenigen Kolonien zu passieren und diese sind dann meistens auch noch recht klein.
Mir ist keine größere Kolonie bekannt wo die Arbeiterinnen sich je totgelaufen hätten.

Jedenfalls sollte Camponotus ligniperdus weiterhin als Einsteigerart empfohlen werden. Ich wäre sogar dafür das C.ligniperdus die Lasius niger als top Einsteigerart ersetzt da man mit ihnen so ziemlich das wichtigste in der Ameisenhaltung lernt... Geduld :)
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon eastgate » Donnerstag 24. April 2014, 08:39

Hi ImperatorAdeptus und willkommen im Forum :-)

nur kurz zu diesem Absatz:
ImperatorAdeptus hat geschrieben:Aber fakt ist doch das eine Arbeiterin von C.ligniperdus um einiges robuster ist als eine Lasius niger Arbeiterin und auch weitaus länger leben wird. Ich kann mir jetzt auch keine extremen Haltungsfehler bei dieser Art vorstellen,außer man vergisst sie zu füttern oder ertränkt sie im Wasser... zu Trocken kann es C.ligniperdus eigentlich garnicht haben,da es eine sehr wärmeliebende Art ist.

Gerade das fett unterstrichene sollte man so nicht so stehen lassen, finde ich.
Vor allem bei zu großer und zu langer Trockenheit im Nest neigen jegliche Kolonien zu Brut- und Arbeiterinnensterben - zumindest wenn dann auch dazu kein Wasser (Tränke) zu Verfügung steht. Da ist es meiner Meinung nach weniger schlimm wenn mal einige Tage bis mehrere Wochen keine Nahrung gereicht wird (zumindest bei kleineren Kolonien).

Sogar meine Cataglyphis cf. viaticus neigen bei trockenheit zu Arbeiterinnensterben, obwohl diese Ameisen durch ihre Herkunft an extreme Trockenheit gewöhnt sind.

Gruß

eastgate
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon fehlfarbe » Donnerstag 24. April 2014, 10:49

Ich hab Camponotus ligniperdus damals als Einsteigerart gewählt, weil ich gern große Ameisen haben wollte, die man gut beobachten kann. Gegenüber Lasius niger als klassische Einsteigerart bieten sie neben den bereits genannten Nachteilen (langsames Wachstum, Totlaufen, lange Winterruhe) aber auch einige Vorteile:

- Der Ausbruchsschutz kann aufgrund der Arbeiterinnengröße auch ein paar kleine Lücken haben. Gerade bei L. niger hatte ich schon das Problem, dass sie durch kleine Ritzen unterm Deckel ausgebrochen sind. Meine Camponotus haben da Probleme, obwohl sogar noch ein dünnes Kabel unterm Deckel lang geht.
- Durch ihre Größe lassen sich Arbeiterinnen sowie Brut(-entwicklung) leichter beobachten.
- Sie ertrinken nicht so schnell in Honig oder Wasser

Also ich denke schon, dass sie sich als Einsteigerart eignen. Das Totlaufen tritt doch auch meist erst im zweiten oder dritten Jahr auf, oder? Bei mir war es jedenfalls erst im zweiten Jahr wodurch die Koloniegröße stagnierte.
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Bakterie » Donnerstag 24. April 2014, 23:15

Hallo,

ich habe auch mit Camponotus ligniperdus angefangen. Ich habe sie mir konkret wegen dem langsamen Wachstum, ihrer Größe und der Winterruhe ausgesucht. Dass sie dann noch als Anfängerart eingestuft waren, hat mich zusätzlich bestärkt.

Ich kann nur sagen, dass sie tatsächlich unkompliziert sind. Sie mussten ein paar Fehlleistungen von mir ertragen, aber es gab im ersten Jahr trotzdem nur 3 Todesfälle. Eine davon ist ertrunken *schäm*. Eine war schon bei der Ankunft tot, und bei einer habe ich keine Ahnung, was schief gelaufen ist.

Über das berüchtigte Totlaufen habe ich alles was geschrieben wurde dreimal durchgelesen, aus Angst, dass es meine auch erwischen könnte. Mir ist dann irgend wann aufgefallen, dass in vielen Fällen in den Arenen Sand oder Zeugs, das feinen Staub erzeugt drin war.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass bei dieser Art durch ihre Größe feiner Sand/Staub, die Atmungsorgane verstopfen kann.
Man kann es nicht wissen, aber ich mache einen große Bogen um jeglichen Sand. Sogar das Seramis wasche ich in einem Sieb ordentlich durch, bevor ich es ihnen zum verbauen gebe.

Dass sie es trocken mögen ist auch relativ. Ich habe nach einem Umbau der Anlage wohl eine extreme Trockenheit verursacht. Meine C. ligniperdus sind in ihre Wasserschüssel (mit Watte ausgefüllt und ganz leicht mit Wasser bedeckt) regelrecht baden gegangen, um mich darauf aufmerksam zu machen :lol:

Ich persönlich würde einem Anfänger deshalb die Camponotus ligniperdus auf jeden Fall empfehlen, wenn er eine Art mit langsamen Wachstum, gemächlicher Wesensart und Winterruhe beherbergen will. Ich liebe sie.

LG Bakterie
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon ImperatorAdeptus » Donnerstag 24. April 2014, 23:43

eastgate hat geschrieben:Hi ImperatorAdeptus und willkommen im Forum :-)

nur kurz zu diesem Absatz:
ImperatorAdeptus hat geschrieben:Aber fakt ist doch das eine Arbeiterin von C.ligniperdus um einiges robuster ist als eine Lasius niger Arbeiterin und auch weitaus länger leben wird. Ich kann mir jetzt auch keine extremen Haltungsfehler bei dieser Art vorstellen,außer man vergisst sie zu füttern oder ertränkt sie im Wasser... zu Trocken kann es C.ligniperdus eigentlich garnicht haben,da es eine sehr wärmeliebende Art ist.

Gerade das fett unterstrichene sollte man so nicht so stehen lassen, finde ich.
Vor allem bei zu großer und zu langer Trockenheit im Nest neigen jegliche Kolonien zu Brut- und Arbeiterinnensterben - zumindest wenn dann auch dazu kein Wasser (Tränke) zu Verfügung steht. Da ist es meiner Meinung nach weniger schlimm wenn mal einige Tage bis mehrere Wochen keine Nahrung gereicht wird (zumindest bei kleineren Kolonien).

Sogar meine Cataglyphis cf. viaticus neigen bei trockenheit zu Arbeiterinnensterben, obwohl diese Ameisen durch ihre Herkunft an extreme Trockenheit gewöhnt sind.

Gruß

eastgate


Danke für das herzliche Willkommen eastgate :)

Haha ja Ich hab mir schon gedacht das ich genau auf diesen Abschnitt eine Antwort bekommen werde. Ich meinte das mit der Trockenheit bezogen auf andere Arten wie zb. Myrmica ruba. Nun das wäre eine Art die ich keinem Anfänger empfehlen würde,da sie schon bei geringster Trockenheit mit wirklich extremen Arbeiterinnen sterben reagieren.Klar sollte der Wassertank bei C.ligniperdus immer schön feucht sein aber sie brauchen es jetzt auch nicht so feucht wie andere Arten.

mfg Imp
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Ameise1 » Samstag 26. April 2014, 22:31

ImperatorAdeptus hat geschrieben:
Auch dieses Phänomen des ''Totlaufens'' scheint wirklich nur bei einigen wenigen Kolonien zu passieren und diese sind dann meistens auch noch recht klein.
Mir ist keine größere Kolonie bekannt wo die Arbeiterinnen sich je totgelaufen hätten.


Kann ich so nicht bestätigen. Habe 2 große C. ligniperdus Kolonien (eine um die 300 Tiere und die andere um die 800) und bei beiden kommt das "Totlaufen" IMMERNOCH ab und an vor.

Zudem konnte ich das "Totlaufen" auch bei F. sanguinea und F. fusca beobachten und würde fast sagen, dass es bei jeder Kolonie vorkommt/vorkommen kann, da es einfach nur ein Schutz der Ameisen ist. Kranke Tiere entfernen sich vom Nest um andere nicht anzustecken (wäre zumindest für mich eine Logische Erklärung).

Martin
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Bernerber » Samstag 26. April 2014, 23:44

In der Tat,
Ameise1 hat geschrieben:
ImperatorAdeptus hat geschrieben: Kranke Tiere entfernen sich vom Nest um andere nicht anzustecken (wäre zumindest für mich eine Logische Erklärung).

Martin


Erkrankte Arbeiterinnen laufen aus dem Nest um andere Arbeiterinnen bzw. die Kolonie nicht zu gefährden! Dies kommt allerdings nicht bei allen Ameisenarten vor. Häufig war dieses Verhalten vor allem in tropischen Regionen zu beobachten bei der die Arbeiterinnen sich mit einem "Pilz" infizierten der hochgradig ansteckend ist. Diesen Bericht habe ich vor einigen Jahren in einer sehr interessanten Ameisendokumentation gesehen. Um welche Ameisenarten es sich genau handelte, habe ich nicht bei mir behalten.. Leider

Nun allerdings ist es in tropischen Regionen und europäischen / deutschen Ameisenarten ein großer Unterschied. Nun warum die Ameisen sich hier "tot laufen" ist ein Rätsel was wir in allen Foren zusammen nicht klären können, sondern ein Fall für Ameisenverhaltensforscher ist.

Nun zum eigentlichen Thema...
C. ligniperdus ist meiner Meinung nach "bedingt" für Anfänger geeignet, da die Entwicklungsdauer für Anfänger doch ein wenig zu langsam ist und somit die Interesse für die Ameisenhaltung gefährdet ist.


"Aus Erfahrung sage ich dir, du wirst noch oft genügend Gründungen von Königinnen/Kolonien mitbekommen, deshalb fange gleich mit einer Kolonie an um bei einem Misserfolg einer Gründung nicht die Interesse zu verlieren. Oft denkt man warum es bei den anderen immer klappt nur bei dir selber nicht, das liegt aber daran, das Tode oder missglückte Gründungen selten bis kaum veröffentlicht werden."
Dies schrieb ich unter anderem einem Anfänger der sich diese Art kaufen wollte per PN in einem anderen Forum.
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Bernerber
:ugeek:
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Ameise1 » Sonntag 27. April 2014, 09:52

Bernerber hat geschrieben:In der Tat,
Ameise1 hat geschrieben:
ImperatorAdeptus hat geschrieben: Kranke Tiere entfernen sich vom Nest um andere nicht anzustecken (wäre zumindest für mich eine Logische Erklärung).

Martin


Erkrankte Arbeiterinnen laufen aus dem Nest um andere Arbeiterinnen bzw. die Kolonie nicht zu gefährden!

N[/u]


Steckt ja eigentlich schon in meinem Satz?! Oder wie sollten sie die anderen Ameisen denn sonst gefährden? :fettgrins:
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Colophonius » Freitag 16. Mai 2014, 15:33

Und noch ein Fall, wo Camponotus ligniperdus reihenweise stirbt.


In dem Thread wird erwähnt, dass dies mit feinem Sand zu tun haben könnte. Wir haben ja ein paar Experten hier im Forum, was halten die von der Theorie, die dies dadurch begründet, dass der feine Sand die Atemorgane der Ameisen verstopft?
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Reber » Freitag 16. Mai 2014, 18:08

Ich bin mit Experte zwar sicher nicht gemeint - melde mich abert trotzdem :mrgreen: : Falls Sand und Lehm aus Shops in Arenen angeboten werden, die vorher nicht ordentlich befeuchtet wurden (also staubtrocken - wie man das leider oft sieht), kann ich mir nicht vorstellen, dass das den Ameisen gefällt! Ob es ihnen schadet, müssen mal die Experten sagen.
Camponotus ligniperdus leben in der Natur jedenfalls häufig in Wäldern mit leicht feuchtem Boden, darüber eine Laubschicht. Die Nester werden vorzugsweise im Holz angelegt. Im Wallis konnte ich selber Camponotus sp. beobachten, die über der Baumgrenze unter Steinen nisteten. Aber auch dort trifft man keine Sandwüsten, sondern eben Steinwüsten zwischen denen Alpengräser und Moose wachsen.
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Die_kleine_Ameise » Samstag 26. Juli 2014, 07:51

Schöne Ameisen diese ligniperdus. Gefallen tun sie mir sehr. Könnte sie aber nur unter dem Vorbehalt, dass sie nicht schnell wachsen Anfängern überhaupt empfehlen. Liest man in Foren treten immer wieder Probleme mit diesen Ameisen auf. Besonders bei Anfängern. Bin nicht der Meinung, dass sie da besser als niger sind. Überhaupt nicht. Die niger kriegste nicht kaputt. Die ligniperdus sind scheinbar anfällig für Haltungsfehler. Viele Kolonien sind nach vielen Jahren immer noch klein. Vielleicht ist dies einfach keine gute Art in der Haltung. Leute schreiben
NIPIAN hat geschrieben: Die Haltung selbst ist einfach, wenngleich die ersten 2 Jahre tatsächlich sehr langsam von der Wachstumsrate her sind.
Aber tun dann nicht mal ihre Berichte ( http://www.ameisenforum.de/Camponotus/3 ... ungen.html) beenden. War die Haltung doch nicht einfach? Es bleiben zu viele ? bei dieser Art. Also sage ich Einsteigern, dass sie die Finger davon lassen sollen. Holt euch lieber eine schnell wachsende Camponotus aus warmen Ländern. Habter bestimmt viel mehr Spaß dran. ligniperdus sollte dann von Haltern mit Erfahrung und Geduld gehalten werden.

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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon NIPIAN » Samstag 26. Juli 2014, 13:08

Hoi,


nach den Auszählungen der Haltungsberichte im Ameisenforum ist die Haltung einer einheimischen Camponotus sp. erfolgreicher, als eine nicht-europäische. Die meisten Ameisenvölker sterben innerhalb von 36 Monaten, von daher sollte man sich überlegen, wie viel Geld man investieren möchte. Siehe Statistik der Haltungsberichte aus dem Jahr 2010. Nach meiner letzten Zählung 2012 hat sich nichts geändert. Vielleicht machen sich andere Foren die selbe Mühe.

Im Ameisenforum ist es letztendlich Sache der Moderatoren, die Haltungsberichte auf Aktualität zu prüfen und zu pflegen. Da ich mich im Ameisenforum nicht mehr aktiv einbringe, ist der Bericht ebensowenig aktuell. Meine Ameisenvölker sind jedenfalls im Rahmen des Studiums und des Umzugs in eine Wohnung ohne tierfreundliche Vermieter abgegeben worden - es ist die Entscheidung des Folgebesitzers gewesen, den Bericht weiterzuführen, oder nicht.
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Die_kleine_Ameise » Samstag 26. Juli 2014, 14:02

Hallöle. Vielleicht ist die lütte Ameise zu blöd, aber sie findet da nichts zu exotischen Camponotus Arten!?! Woher nimmst du also deine Behauptung? Sind die HB im AF repräsentativ? Die HB die ohne Begründung enden (wie deiner) sind für die Statistik auch wertlos. Man weiß nicht was aus den Kolonien wurde. So hast du dir zwar viel Arbeit gemacht, die aber leider total nutzlos ist weil sie nichts aussagt. Allgemein werden soweiso nur ganz, ganz wenige Halter nen HB in einem Forum schreiben.Auch muss man nicht ne exotische nehmen. In Europa gibts ja genug andere Camponotus. Auch hättest du einfach schreiben können, in deinem HB, dass du Ameisen abgegeben hast. Dann wüsste jeder Leser, dass der nicht mehr weiter geht.

Die Diskussion zu den Statistiken wurde vom Thema getrennt und geht [ur=http://ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=11&t=734l]hier[/url] weiter. Reber
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Ticc » Dienstag 29. Juli 2014, 18:27

Hallo,

da ich mit dem Gedanken spiele in dieses Forum zu wechseln, werde ich mal kurz was zu zwei Punkten sagen.

Totlaufen ? ohje, ja was hat Sie nur ... ?
-> Sie ist am Ende ihrer Zeit, keine Interaktion mit dem Volk.
Ich vermute es ist eine Art genetischer Code, der die sterbenden Tiere dazu veranlasst, die restliche Energie in ein laufen zu stecken, welcher sie so weit wie möglich vom Nest weg bringt.
Ein fest verwurzelter Schutzmechanismus für das Volk.

C.ligniperdus eine Anfängerart ?
ja schaut doch danach aus oder ... ?

Ich sage da mal einfach NEIN, ist sie absolut nicht!
Diese Art schreibt die Rechnung, damit meine ich Fehler die die Halter begehen, sehr Zeit verzögert.
Es kann bis zu zwei Jahre dauern bis sich ein Fehler bemerkbar macht in dessen Haltung.
Und bei all den falschen Information, die in deutschen Foren/Onlinehandel in Massen als Fakt kursieren, wundert es mich nicht das die meisten Berichte nach spätestens 3 Jahren ihr Ende nehmen.
Hin und wieder schafft es mal Eine bis in das fünfte Jahr, aber dann ist auch wirklich Schluss.

Ich selbst halte diese Art ausschließlich diese Art seid ca. 15 Jahren in Holznestern.
Meine jetzige Kolonie ist ca. 10 Jahre alt.

Bis denne
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon fehlfarbe » Dienstag 29. Juli 2014, 19:11

Hey Ticc,

hast du ein paar Fotos oder gar einen Haltungsbericht zur Kolonie? Wie groß ist so eine Kolonie nach 10 Jahren? Ich bin mittlerweile im 5. Jahr und das Wachstum explodiert langsam aber sicher :D
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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Ticc » Dienstag 29. Juli 2014, 19:48

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Re: Camponotus ligniperdus für Anfänger geeignet?

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 5. November 2014, 09:37

Schon wenn man bedenkt, dass die einheimischen Camponotus ja recht gemütlich in ihrer Entwicklung sind und nur langsam eine gewisse Volksstärke aufbauen, da kann einem Anfänger schon schnell langweilig werden. Ok, es sind schon imposante Tierchen und wenn erst mal die großen Majore da sind, wirds auch interessanter.
Wenn man die Haltungsberichte liest, stellt man aber oft fest, dass sehr oft Probleme auftreten, bei denen auch erfahrenere Halter nicht weiter helfen können. Sind es einfache Fehler, wie zu häufiges Hantieren oder passen gewisse andere Rahmenbedingungen nicht? Ich weiß es nicht, ich hatte ja auch noch keine Camponotus. Das häufige Brut fressen zB deutet eigentlich schon auf ein erhöhtes Streßlevel hin.
Ich hab zB meine Messor die ersten Monate nur ein paar mal wirklich gestört. Schließlich muss man ja nachsehen, ob sie überhaupt noch da ist ;) Bei der merkt mans halt, weil sie recht nervös reagiert.
Sicher bleibt, dass Camponotus ligniperdus keine Anfängerart ist.

ps: wird Zeit, dass ich es mal versuche ....
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