Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Hier können Fragen rund um das Thema Ameisenhaltung gestellt werden.

Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 15. März 2017, 13:31

Nun ist es ja wieder soweit, dass auch die Nichtafrikaner wieder auf Körnersuche gehen und ausserdem hat mich graddieser Beitrag von Merkur auf eine Idee gebracht.

Wie sieht es eigentlich mit der Akzeptanz öl- und fetthaltiger Sämereien oder genauer gesagt von Nüssen bei Messor aus?

Die Wal-, Cashew- und Haslenüsse, wurden bei meinen noch nicht so wirklich akzeptiert. Ölhaltige Samen, wie Raps, da sind sie ziemlich wild drauf. Über Samen hatten wir ja bereits diskutiert, daher würden mich eher Erfahrungen hier im speziellen mit Nüssen interessieren.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Anolis » Mittwoch 15. März 2017, 17:45

Hallo,

Also ich habe meinen Messor barbarus schon Erdnüsse (ohne Schale) angeboten. Diese wurden immer eingetragen, aber nach einigen Tagen lagen sie immer wieder mehr oder weniger unbeschädigt in der Arena.

Kleine Walnussstückchen wurden meist eingetragen und in den Vorratskammern gelagert. Ich nehme an, dass sie später auch gefressen wurden.

Viele Grüße
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 15. März 2017, 21:33

Bei den Walnüssen in meinem Formi waren mehr oder weniger die Mehlwürmer schuld, die diese gefressen haben. Da waren die Ameisen nur sekundär Verwerter.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Reber » Sonntag 10. September 2017, 14:54

Was ist den das? Ein Werk jugendlicher Sprayer? Kunst im bzw. am Bau?

Messor verschmieren Scheibe.JPG


Jedenfalls werde ich den Verdacht nicht los, dass meine Messor die Scheiben mit voller Absicht verschmieren. Bisher ist glücklicherweise nur die Abfallkammer betroffen, aber mit dem Wachstum der Kolonie muss ich mich wohl daran gewöhnen, die Kolonie zählt jetzt etwa 50 Tiere...

Messor barbarus.JPG
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 10. September 2017, 19:59

Das machen meine zwar nicht im Nest, aber im unteren Bereich der Scheiben, also in der Arena.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Boro » Montag 11. September 2017, 14:01

Nur ein kleine Anmerkung zu der Frage nach den Walnüssen:
Es ist bekannt, dass einige heimische Knotenameisen auch Samen eintragen und dann fressen. Durch Zufall konnte ich beobachten, dass Manica rubida nach frischen Walnussstückchen ganz verrückt ist: Anlässlich des Auslösens frischer Nüsse, wobei immer Kleinigkeiten zu Boden fallen, konnte ich beobachten, dass Manica-Arbeiterinnen diese gerne aufnehmen und schließlich eine "Ameisenstraße" zu den Abfällen gebildet haben. Ich konnte sehen, dass sie daran lecken und etwas knabbern und ich gehe davon aus, dass sie die eingetragenen Reste auch gefressen haben.
L.G.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 12. September 2017, 03:03

Ich hab es erst kürzlich bei Myrmica rubra versucht und sie zeigten sich schon sehr interessiert an der Nuss.
Natürlich ist die dann schon verschimmelt, aber bis dahin haben Sie schon dran geknabbert.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Reber » Sonntag 3. Dezember 2017, 22:48

Fast zwei Jahre haben meine Messor barbarus die Reagenzglastränke rege benutzt ohne Probleme zu machen. Jetzt sind sie erstmals auf die Idee gekommen, die Watte durchzunagen.
Tränke durchgenagt.JPG


Werde wohl ein anderes Modell brauchen müssen. Aber was man so liest, nagen Messor barbarus alles durch (Docht), decken zu oder stürtzen sich ins offen Wasser... Irgendwelche Tipps für mich?
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 3. Dezember 2017, 23:31

Bei mir hat auch, bis vor circa einem Jahr, die Vogeltränke mit der Watte noch gut funktioniert.
Irgendwann hatten die es aber drauf abgesehen und gingen verstärkt darauf los.
Inzwischen hab ich eine große Dochttränke.
Als Docht dient übrigens ein Spültuch, möglichst fest gewickelt durch die Bohrung geschoben.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Merkur » Montag 4. Dezember 2017, 12:01

Messor-Arten und die Winterruhe

Unter den im Handel angebotenen Arten der Gattung ist Messor aciculatus, mit einem Verbreitungsgebiet in Nordostasien, China, Korea, Japan, Mongolei, Russland. Ein deutscher Anbieter gibt zurzeit an „Winterruhe: Ja“, ein anderer “Nein“.
Hier wurde dieselbe Art von dem ersten Anbieter noch mit dem Vermerk “braucht keine Winterruhe“ verkauft. Auf anderen Seiten heißt es abwechselnd ja bzw. nein. Was also?

Besonders bei mediterranen Messor-Arten, wird oft eingeschränkt: „verkürzte“, „schwache“, „abgeschwächte“ usw. Winterruhe.
Doch zumindest die in Deutschland (Mittelrheingebiet) und in Ost-Österreich vorkommende Messor structor (evtl. sind es zwei nahe verwandte Arten! Siehe Seifert 2007) hat im Freiland zweifellos eine ganz normale Winterruhe wie alle anderen in dem Gebiet von Natur aus vorkommenden Ameisenarten.
Es ist ziemlich verwirrend, und ich würde mir keine Art kaufen, zu der eine möglichst genaue Herkunftsangabe verweigert wird, so dass man sich nicht selbst über die regionalen Klimabedingungen informieren kann. Dabei ist auch die jeweilige Höhenlage wichtig: Selbst in Afrika (Marokko) gibt es Skigebiete!
Ganz klar, dass eine Ameisenart wie M. aciculatus aus dem angegebenen ostasiatischen Verbreitungsgebiet eine Winterruhe benötigt wie die mitteleuropäische M. structor.

Dann stellt sich aber doch die Frage, weshalb man eine exotische Art halten möchte, wo es ebenso gut eine mitteleuropäische Art mit der hier üblichen Winterruhe sein könnte? :roll:

MfG,
Merkur
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Trailandstreet » Montag 4. Dezember 2017, 14:58

Um mal bei der wahrscheinlich bekanntesten Art zu bleiben. Es gibt bei Messor barbarus noch neun bekannte Unterarten.
Ich gehe mal sehr davon aus, dass diese wohl aus eher leicht unterschiedlichen Herkunftsgebieten kommen.
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Re: Die Granivorenecke [Messor, Pogonomyrmex etc..]

Beitragvon Reber » Donnerstag 26. Juli 2018, 18:51

Meine Messor barbarus haben immer von neuem das Zeug mich zu überraschen. Die Entwicklung meiner Kolonie verläuft sehr langsam, wenn ich mit anderen Haltungsberichten der Art vergleiche. Nach 2,5 Jahren haben sie es erst auf rund 120 Tiere gebracht. Bei ausreichend Futter. Höchstens mit der Heizung bin ich etwas zurückhaltend. Sie läuf mit Unterbrüchen nur wenige Stunden pro Tag. Aber meine Messor mögen es nicht, wenn es über 27 Grad warm wird, dann zieht sich nämlich der grösste Teil mit der Brut in die ungeheitzte Nestkammern zurück.
Trotz der geringen Arbeiterinnenzahl und der kleinen Koloniegrösse hat das Volk jetzt aber zwei Königinnen produziert. :?:

Messor alate Gyne.JPG
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Reber » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:47

Ich würde den Versuch jetzt einmal in aller Ruhe durchführen. Meine Messor barbarus haben im Frühjahr 2016 gegründet, im Herbst 2017 hatte es die Kolonie erst auf 50 Tiere gebracht, im Sommer dann auf etwa 120 und jetzt in der Winterruhe habe ich geschätzte 200 Ameisen. Wobei ich den Eindruck habe, dass die kleinen und mittleren Arbeiterinnen nicht sonderlich alt werden...

Bei mir wären die Tiere also problemlos 3 Jahre in der Anlage zurecht gekommen.
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Serafine » Mittwoch 19. Dezember 2018, 16:56

Also 200 Arbeiterinnen nach 2 Jahren für Messor barbarus klingt aber nicht wirklich gesund, das sind eher Zahlen die man bei Camponotus ligniperda erwarten würde. Hältst du die auf Zimmertemperatur oder ist das Nest evtl. sehr trocken? Eigentlich sollten das mittlerweile mindestens 2000 Ameisen sein, nicht 200 (meine Camponotus barbaricus, die eigentlich langsamer wachsen sollten als Messor barbarus, haben es innerhalb eines Jahres von 4 auf über 1000 gebracht).
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Reber » Mittwoch 19. Dezember 2018, 21:48

Tja, das hab ich auch oft gelesen. Nur, meine Messor barbarus entwickeln sich halt anders. Und ich wüsste nicht, was ich falsch machen würde. Es gibt zwei Nestblöcke aus Ytong, einer eher trocken gehalten, einer eher feucht. Die Nestteile werden - ausserhalb der Winterruhe - mit einer Heizmatte beheizt, ab Frühjahr betreibe ich die Matte tagsüber mit Unterbrüchen, die gegen Mittag kürzer werden, ab 14 Uhr wieder länger, denn wird es auf der Glasscheibe im Nest (wo ich direkt drauf messe) 26 C° oder wärmer, ziehen sich die Tiere in die unbeheizte Nestteile zurück. Ich füttere viel, hauptsächlich verschiedenste Körner, selten tote Insekt. Wasser wird ständig im RG angeboten. Hier die Anlage:

Messor Nestblöcke.JPG
Messor Kornkammer.JPG
Messor Arena.JPG


Gründende Camponotus ligniperda (ohne pushen) innerhalb von zwei Jahren auf zweihundert zu bringen, halte ich auch für recht "sportlich". Allerdings heize ich hier nicht, weil die Art sonst schon im Juni auf Winterruhe macht. Aber vielleicht sind die Gynen ja einfach verschieden - oder ich hab einfach ein schlechtes Händchen für Ameisen... ;)

Falls das alles hier zu OT wird, Emse, mache ich gerne einen Diskussionthread auf.

Was ich sagen will, lassen wir das Experiment doch einfach zu. Ich bin gespannt auf das Resultat...
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 20. Dezember 2018, 09:16

Für gewisse Arten, die nicht gerade hohe Ansprüche ans Raumklima stellen, also eher Trockenheit liebende Arten, dürfte es sicher praktikabel sein.
Der weitere Ausbau nach und nach, ist für manchen sicher interessant.

Meine Messor hab ich die letzten paar Jahre gar nicht mehr beheizt, weil es zum einen schon recht früh warm wurde und sie auch im Winter nicht wirklich Ruhe gaben.
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Serafine » Freitag 21. Dezember 2018, 16:57

Reber hat geschrieben:Tja, das hab ich auch oft gelesen. Nur, meine Messor barbarus entwickeln sich halt anders. Und ich wüsste nicht, was ich falsch machen würde. Es gibt zwei Nestblöcke aus Ytong, einer eher trocken gehalten, einer eher feucht. Die Nestteile werden - ausserhalb der Winterruhe - mit einer Heizmatte beheizt, ab Frühjahr betreibe ich die Matte tagsüber mit Unterbrüchen, die gegen Mittag kürzer werden, ab 14 Uhr wieder länger, denn wird es auf der Glasscheibe im Nest (wo ich direkt drauf messe) 26 C° oder wärmer, ziehen sich die Tiere in die unbeheizte Nestteile zurück. Ich füttere viel, hauptsächlich verschiedenste Körner, selten tote Insekt. Wasser wird ständig im RG angeboten.[...]

Die Temperatur an der Scheibe wird wahrscheinlich nicht wirklich der Temperatur im Nest entsprechen. Je nach Material (Acryl, Glas) dürfte es im Nest deutlich wärmer als 26°C werden.

Was mir auf den Bildern als erstes auffällt:
- Es gibt EXTREM wenig Brut (das mag auch der Winterruhe geschuldet sein, aber normalerweise haben Ameisen eher mehr Brut als Arbeiterinnen, nicht umgekehrt).
- Diese riesige Blob Ameisen am Eingang des Verbindungsschlauchs (evtl. wegen Licht?)

Die Anlage sieht eigentlich super aus, daran sollte es nicht liegen. Hast du mal versucht die Körner zu zerreiben, gekochtes Rührei, Mandeln, Nüsse, Schinken, Schrimps oder ähnliches zu verfüttern? Oder mal Salzwasser angeboten? Salzmangel könnte mir beispielsweise als mögliches Problem vorstellen.

Reber hat geschrieben:Was ich sagen will, lassen wir das Experiment doch einfach zu. Ich bin gespannt auf das Resultat...

Ich ebenfalls. Halte das Nest wie gesagt für kleine Kolonien durchaus für brauchbar, würde aber noch eine externes Becken anschließen.
Auch wenn man Schläuche nicht mag, viele Ameisen müssen nun mal laufen - bei Messor mag das vielleicht noch funktionieren, aber gerade viele Camponotusarten haben eine extreme Tendenz sich totzulaufen, wenn keine ausreichenden Laufwege vorhanden sind.
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Reber » Sonntag 23. Dezember 2018, 21:13

Serafine hat geschrieben:Die Temperatur an der Scheibe wird wahrscheinlich nicht wirklich der Temperatur im Nest entsprechen. Je nach Material (Acryl, Glas) dürfte es im Nest deutlich wärmer als 26°C werden.


Bestimmt. Nur habe ich eben oft gelesen, dass Messor barbarus Temperaturen bei zu 30°mögen. So heiss wird es direkt auf der Matte. Zischen dieser und dem Nestboden liegen aber noch 3 cm Porenbeton, die Temperatur im Nestteil mit unterlegter Heizmatte liegt also irgendwo dazwischen.

Serafine hat geschrieben:Was mir auf den Bildern als erstes auffällt:
- Es gibt EXTREM wenig Brut (das mag auch der Winterruhe geschuldet sein, aber normalerweise haben Ameisen eher mehr Brut als Arbeiterinnen, nicht umgekehrt).
- Diese riesige Blob Ameisen am Eingang des Verbindungsschlauchs (evtl. wegen Licht?)


Das ist auch richtig, das Volk zieht bei mir während der Winterruhe keine neue Brut auf. Es gibt nur noch Larven. Ein Teil der Brut ist ausserdem nicht sichtbar, da ihn die Ameisen in das Stück Verbindungsschlauch zwischen den Nestblöcken getragen haben. Das tun sie immer bei Lichteinfall. Da diesmal für das Foto beide Nestblöcke gleichzeitig betroffen waren, stürmten sie von beiden Seiten in den Schlauch und es gab kaum noch Platz darin.

Serafine hat geschrieben:Die Anlage sieht eigentlich super aus, daran sollte es nicht liegen. Hast du mal versucht die Körner zu zerreiben, gekochtes Rührei, Mandeln, Nüsse, Schinken, Schrimps oder ähnliches zu verfüttern? Oder mal Salzwasser angeboten? Salzmangel könnte mir beispielsweise als mögliches Problem vorstellen.


Ich hab von Erne inzwischen noch per PN den freundlichen Hinweis bekommen, dass er den einen Nestteil für zu trocken hält, weil Messor bei ihm die Körner nicht so nahe bei der Brut lagern, wenn es dort feucht genug ist. Ich habe inzwischen den Tank vergrössert und bewässere jetzt häufiger. Am Futter sollte es nicht liegen, Nüsse habe ich bisher schon zerdrückt gereicht, dennoch, ich füttere künftig etwas mehr Insekten und zerdrücke ein Teil der Körner. Mal sehen, ob es was bringt.

Emse hat geschrieben:Die Verbinder der Module kommen jedoch nur auf einen Innen-Durchmesser von gerade mal 7mm. Das könnte knapp werden, gerade wenn zwei Majore samt Korn in den Mandibeln aneinander vorbei wollen


Denke nicht, dass das ein Problem wird. Ich benutze bei meinen einen 10 mm Schlauch, Innendurchmesser: 8 mm. Die Tiere kommen gut aneinander vorbei.
Drücke auf jeden Fall die Daumen, dass die Gründung klappt!
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Serafine » Dienstag 25. Dezember 2018, 11:15

Reber hat geschrieben:Bestimmt. Nur habe ich eben oft gelesen, dass Messor barbarus Temperaturen bei zu 30°mögen. So heiss wird es direkt auf der Matte. Zischen dieser und dem Nestboden liegen aber noch 3 cm Porenbeton, die Temperatur im Nestteil mit unterlegter Heizmatte liegt also irgendwo dazwischen.

Keine Ahnung wie deine Messor ticken, aber bei meinen C. barbaricus (die ja aus dem selben Gebiet kommen) konnte ich beobachten, dass sie den Temperatur-/Luftfeuchtigkeitsgradient im Nest sehr gut ausnutzen.
Generell werden Puppen am oberen Ende beim Wärmekabel gelagert (da dürfte es so um die 28-30°C) haben, die kleineren Larven eher in der Mitte und die großen Larven in den kammern dazwischen. Eier kommen dagegen meist ganz ans anderen Ende in die ans Nest angeschlossenen Wasser-RGs. Bei allen Stadien findet eine gewisse Rotation statt (ab und zu sieht man auch Eier an der Seite mit dem Wärmekabel) und es werden (wenn genug da) auch gern Puppen benutzt um den oberen Teil des Nests mit einer Wand aus Puppen noch mehr abzutrennen und die Wärme quasi zu stauen. Puppen kurz vor dem Schlupf werden häufig in die Wasser-RGs getragen.

Reber hat geschrieben:Ich hab von Erne inzwischen noch per PN den freundlichen Hinweis bekommen, dass er den einen Nestteil für zu trocken hält, weil Messor bei ihm die Körner nicht so nahe bei der Brut lagern, wenn es dort feucht genug ist. Ich habe inzwischen den Tank vergrössert und bewässere jetzt häufiger. Am Futter sollte es nicht liegen, Nüsse habe ich bisher schon zerdrückt gereicht, dennoch, ich füttere künftig etwas mehr Insekten und zerdrücke ein Teil der Körner. Mal sehen, ob es was bringt.

Viel Glück, ich hoffe das wirkt und die Kolonie wächst schön ordentlich =)

Reber hat geschrieben:Denke nicht, dass das ein Problem wird. Ich benutze bei meinen einen 10 mm Schlauch, Innendurchmesser: 8 mm. Die Tiere kommen gut aneinander vorbei.
Drücke auf jeden Fall die Daumen, dass die Gründung klappt!

Also ich verwende auch Strohhalme mit 8mm Durchmesser als Zugang für die RG-Satellitennester, das reicht selbst den 18mm-Majoren bequem um aneinander vorbeizukommen. Sollte passen.
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Re: Messor barbarus / Haltung in einem modularen Nestsystem

Beitragvon Reber » Mittwoch 2. Januar 2019, 12:14

Interessante Diskussion! Zum Wasserbedarf noch ein Hinweis aus meinen Haltungserfahrungen: Meinen Messor verfügen über dauerhafte Wasserquellen in der Arena (Reagenzglas oder in einer Art Mini-Vogeltränke) es sind immer Ameisen bei der Wasseraufnahme zu beobachten! Unabhängig davon, wie feucht es im Nest ist.
Ich bin davon überzeugt, dass es wirklich wichtig, dass es einen gut befeuchteten Nestteil gibt (mit einem Gipspilz, der im Wasser steht, ist das sicher gewährleistet) und habe das wohl selber schon unterschätzt und von Erne einen Hinweis bekommen. Ich denke daher eher nicht, dass Messor barbarus dazu in der Lage sind, ihr Nest selber ausreichend zu befeuchten - weiss es aber nicht.
Andere Ameisenarten zeigen fehlende Nestfeuchtigkeit ausserdem recht schnell an, zum Beispiel mit Umzug in die Reagenzglastränke (die bei mir auch immer als "Notnest" funktioniert) - oder mit Arbeiterinnensterben. Bei Messor barbarus scheint da mehr auszuhalten, jedenfalls solange Tränken zur Verfügung stehen.
Die Feuchtigkeit im Nest ist allenfalls nicht nur für die Brut wichtig, sondern auch zur Herstellung des "Ameisenbrotes". Dieses zerkauen die Ameisen bei mir ausschliesslich in den feuchten Kammern. Für die Lagerung des Korns werden aber trockene Kammern benötigt.
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