Neugründung Messor barbarus

Hier können allgemeine Fragen zum Thema Ameisen, sowie zu europäischen Ameisenarten gestellt werden.

Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Ameise1 » Mittwoch 8. Juni 2016, 13:07

Hallo miteinander,

nach langer Abwesenheit melde ich mich auch mal wieder, und zwar mit einem kleinen Problem.

Habe mir vor 4 Jahren zum ersten mal eine nicht Einheimische Kolonie geholt. Dabei handelte es sich um einen Kolonie Messor barbarus bestehend aus 200-300 Tieren. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die Kolonie dann an einen bekannten abgegeben.

Jetzt habe ich ihn vor einer weile mal wieder getroffen und gefragt wie es denn der Kolonie geht. Er meinte, dass sich da seit etwa einem halben Jahr nichts mehr tut und er nur ganz selten mal eine Ameise sieht und jetzt seit einer ganzen Zeit lang gar keine mehr. Hab ihn dann gestern mal besucht und mit schrecken feststellen müssen, dass die Anlage eher einem Friedhof gleicht. Extrem viele tote Ameisen, Keimende Samen, Schimmel und sehr feuchter Boden. Daraufhin habe ich ihm gesagt, dass wir die restliche Kolonie ausgraben müssen (Nest im Lehm). Das einzige was wir dabei entdecken konnten war eine große verschimmelte Kornkammer und noch mehr tote Arbeiterinnen. Als ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, krabbelte uns die Gyne über den weg. Hab sie in ein Rg gepackt und mit zu mir genommen.

Jetzt meine Frage. Glaub ihr sie schafft es erneut zu Gründen ? Wenn ja, wie soll ich das ganze am besten anstellen?

Ich halte zwar nun mittlerweile seit 8 Jahren Ameisen, aber bis jetzt nur einheimische und diese eine Kolonie Messor. Aber diese habe ich ja nicht selber aufgezogen, sondern schon als größere Kolonie bekommen.

Wäre für Radschläge und Tipps sehr Dankbar.

Martin
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Reber » Mittwoch 8. Juni 2016, 14:24

Ich halte erst seit diesem Frühjahr Messor barbarus, meine Erfahrungen halten sich diesbezüglich also in engen Grenzen. Wie diversen Haltungsberichten zu entnehmen ist, ist die Art in der Gründung heikel. Das heisst erst mal nichts gutes für eine Gyne, die - ganz ohne Arbeiterinnen - eine zweite Gründung schaffen soll. Es ist nicht davon auszugehen, dass sie die nötigen Reserven dafür hat. Du müsstest die Königin also füttern - und dafür musst du sie leider regelmässig stören. Aber was bleibt sonst übrig - ausser vielleicht die Zugabe von Puppen der gleichen Art?

Ich würde ihr erst mal ein kleines Futterinsekt anbieten, etwa eine Fruchtfliege. Falls sie diese annimmt, würde ich den Vorgang jeden zweiten/dritten Tag wiederholen.

Aber vielleicht melden sich ja noch erfahrenere Halter?
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Ameise1 » Mittwoch 8. Juni 2016, 14:31

Eine Mücke liegt schon drin. Reserven wird sie meiner Meinung nach keine mehr haben. Denn so wie das Becken aussah gab es eine ganze Weile nichts mehr zu Fressen für die Gute.
Das erste was sie im Rg gemacht hat, ist sich an die Watte zu Klammern und ausgiebig zu trinken..und das obwohl das Becken komplett durchnässt war :?:
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 9. Juni 2016, 09:09

Das klingt nicht gut. Hat sie denn keine einzige Arbeiterin mehr? Da würde ich versuchen, Puppen zu bekommen und wenn es nur ein paar sind.
Stören musst Du eine Messor kaum. Besorg Dir ein paar Löwenzahnsamen, die gibt es auf jeder Grünfläche (oder auch Pflasterfläche) Solche Samen reichen ziemlich lang und ich geh davon aus, dass die die Gyne selbst auch verwerten kann.
Ein Eiweißschub, also eine Fruchtfliege kann nicht schaden. man kann sie ihr ja mal vorsichtig in RG kredenzen, vielleicht nimmt sie es ja an.
Ansonsten einfach in Ruhe lassen.
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Ameise1 » Donnerstag 9. Juni 2016, 12:24

Nein. Keine einzige Arbeiterin der einigen 100-1000 hat überlebt. Versteh bis jetzt noch nicht, wie man soetwas nich mitbekommen kann.

Von der Mücke waren heute nur noch die Flügel übrig. Wurde also gut angenommen.

Löwenzahn Samen gibt es ja derzeit im überfluss, werde ich ihr dann gleich paar ins Rg geben.

Danke für die Hilfe.

Martin
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 9. Juni 2016, 21:05

Scheint ja gut zu funktionieren. Ok, wenn sie Proteine auch annimmt, dann sollte man das Ganze vielleicht so aufbauen, dass man sie nur minimal stören muss, also die "Fliege" immer vors RG legen kann. Die Körner eines einzelnen Löwenzahns sollten ja locker über die Gründungsphase reichen. Die kann man ja vorn einfach so reinlegen, dass sie sich diese holen kann, wenn sie was braucht.
Evtl könnte man die Öffnung noch etwas verkleinern, dann hätte sie noch mehr Ruhe. Da muss man halt etwas vorsichtig sein, wenn man dort mit der Pinzette hantiert.

Ich drück Dir die Daumen!
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Ameise1 » Freitag 17. Juni 2016, 09:13

So, ich lag jetzt 8 Tage im Krankenhaus.

Als ich heute wiederkam und mal wieder ins Rg schaute entdeckte ich 6 Eier. :roll: .Die Hoffnung stirb bekanntlich zuletzt.:)

Martin
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Ameise1 » Freitag 22. Juli 2016, 22:41

Die Gyne hatte in der Zwischenzeit 3 Larven. Es verschwanden 2 über Nacht, die sie vermutlich gefressen hat. Die verbleibende Larve wuchs doch recht schnell, bis ich gestern wieder einmal ins Rg schaute und die letzte Larve nun auch verschwunden ist. :(
Somit hat sie derzeit keinerlei Brut.

Was noch erschwerend hinzu kommt ist ein immer größer werdender weißer Fleck zwischen Mesosoma und Gaster. Am anfang war es wirklich nur ein kleiner weißer Punkt. Mittlerweile ist es ein großer Pelziger Klumpen. Sieht stark nach Schimmel oder einem anderen Pilz aus..kann auch nicht wirklich beurteilen ob es die Gyne stört. Beeinträchtigung scheint sie dadurch nicht zu haben.

Werde morgen mal versuchen Bilder zu machen.

Martin
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Re: Neugründung Messor barbarus

Beitragvon Reber » Freitag 22. Juli 2016, 23:04

Oje, klingt insgesamt beunruhingen. Besonders der wachsende weissen Fleck wird nichts Gutes verheissen. :( Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du Bilder davon einstellen kannst!
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