Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Hier können allgemeine Fragen zum Thema Ameisen, sowie zu europäischen Ameisenarten gestellt werden.

Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Merkur » Sonntag 2. November 2014, 10:36

Im eusozial-Forum fand ich gestern einen bemerkenswerten Beitrag von Frank Mattheis, der in mancher Hinsicht zum Nachdenken anregen mag, und worüber eine Diskussion vielleicht auch hier im AP nicht gänzlich abwegig sein sollte:
http://eusozial.de/viewtopic.php?f=4&t= ... 639#p30952

Zitat (letzter Abschnitt): „Was die Zukunft bringt? Wer weiss. Ich beobachte eigentlich ein allmähliches Abebben eines Hypes. Am deutlichsten für mich erkennbar in den immer mehr zurückgehenden Internetaktivitäten der erfahreneren Ameisenhalter.“

Der Rückgang der Aktivitäten in allen Foren (sogar im amerikanischen!) ist in der Tat auffällig, und er scheint diesmal nicht saisonbedingt zu sein: Schließlich gibt es mehr exotische Ameisen denn je zu kaufen, und die sollen ja keine Winterpause machen….

Zitat: „Einerseits war es mir immer absolut unerklärlich, warum manche Menschen mit so grosser Beharrlichkeit für Verbote warben und für Einschränkungen. Das in einer freien, demokratischen Gesellschaft. Ich konnte diese dogmatische Einstellung nie verstehen und habe so manchen Streit deswegen gehabt und mitgeführt. Verbote und Einschränkungen, Bevormundungen und Grenzsetzungen kannte ich zur Genüge aus meiner Zeit in der DDR, ich konnte eben nie verstehen, dass solche Instrumente ein Mittel der Wahl sein sollten in dieser Bundesrepublik.“

Es ist eine Frage des Verständnisses von Demokratie, ob man sie als die grenzenlose Freiheit betrachtet, alles zu tun, wozu man gerade Lust hat, oder ob man akzeptiert, dass es auch in einem demokratischen System notwendig ist, individuelle Aktivitäten einzuschränken, wo sie die Interessen anderer bzw. der Allgemeinheit tangieren können (Bsp.: Naturschutz, Artenschutz).
Aber darüber will ich nicht weiter diskutieren; die in D nicht vorhandenen Einschränkungen sollten mit dem Rückgang der Ameisenhaltung wohl nichts zu tun haben.

Bleiben wir bei den Gründen fürden Rückgang:

Aus meiner Sicht, und ich verfolge die Entwicklung praktisch seit Beginn der Zeit der Ameisenforen und des Handels mit einheimischen und ausländischen Ameisen, ist es ein Grundübel, dass viel zu viele Arten in den Markt gedrückt wurden, über deren Lebensweise und Haltungsansprüche wenig bis nichts bekannt war und ist. Die Folge ist häufiges Scheitern der Haltung (wovon in den Foren sicher längst nicht alles berichtet wurde). Selten wurde eine bestimmte Art über längere Zeit immer wieder angeboten, so dass Haltungserfahrungen mit der Art A eben wenig hilfreich waren, wenn man kurze Zeit später nur Art B oder C angeboten bekam, für die man wieder bei Null beginnen musste.

Ein weiteres Übel ist die ungebremste Reklame für die Haltung von sehr oft problematischen Arten, die auch sehr junge Jugendliche verleitet hat, sich möglichst bald den anspruchsvollen Exoten zuzuwenden: Damit ließ sich natürlich mehr verdienen als mit Königinnen von Lasius niger oder Camponotus ligniperdus. Ich schätze, dass sehr viele „Anfänger“ aufgrund von Misserfolgen sich rasch von der Ameisenhaltung abgewandt haben. Das dürfte auch für viele an Jahren ältere Halter zutreffen, von denen man nach einer enthusiastischen Anfangsphase plötzlich nichts mehr lesen konnte.

Das Angebot von „Zubehörartikeln“ wurde derart unübersichtlich, dass Fehlkäufe unvermeidlich waren und sind. Man greift auf „Startersets“ usw. zurück, in denen oft Unbrauchbares enthalten ist. Welche Formikarien, Futterangebote, Nistgelegenheiten, Dekomaterialien usw. für welche Arten geeignet sind, ist oft nur den verstreuten und schnell vergessenen Haltungsberichten zu entnehmen. Mancher Händler versucht sich professionell zu geben, was aber oft genug bei genauerer Betrachtung zum schönen Schein wird.

Die Aufzählung ließe sich leicht verlängern. Aber vielleicht finden andere User hier weitere Gründe für das eingangs erwähnte „Abebben des Hypes“, oder sie haben einen anderen Eindruck gewonnen?

Schönen Sonntag wünscht
Merkur
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Colophonius » Sonntag 2. November 2014, 18:47

NIPIAN hat geschrieben:
demnach: Australien ist ein Musterbeispiele für eine undemokratische Gesellschaft. Und Ontario/Kanada.



Gibt leider keinen gähnenden Smiley.

Kleiner Edit:
Aber schön, dass unser aktuelles Thema des Monats sogar in anderen Foren Anklang findet, sowas motiviert weiterzumachen ;)
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Reber » Sonntag 2. November 2014, 19:50

Ich habe nur wenig Zeit und werde mich später gerne noch ausführlich zu den interessanten Überlegungen äussern, die zum Thema gemacht wurden.

Für den Moment nur soviel: Es braucht schon einen gehörigen Demokratie-Idealismus, wenn man die Herrschaft bei der Volksherrschaft wegdenkt. Das in einem "Verein" wie dem Volk, in dem es vor lauter gegensätzlichen Interessen nur so wimmelt, eine höhere Gewalt Schranken für alle setzen und durchsetzen muss, kommt aus der Sache selbst und gehört einfach zur Demokratie.

Persönlich bin ich auch kein Freund von Verboten, sondern von Argumenten. Ich halte zwar bisher selber nur einheimische Ameisen. Allerdings bin ich seit fast 30. Jahren Exotenhalter (meine erste Maurische Landschiuldkröte, habe ich seit dem Kindergarten). Ich halte exotische Fische, Reptilien, Amphibien praktisch mein ganzes Leben lang und ich möchte das nicht missen.

Wenn ich allerdings sehe, wie einheimische Arten gefährdet werden, (z.B. hier) weil verantwortungslose Halter Tiere aussetzen und Utensilien in die Umwelt kippen, verliere ich manchmal den Glauben an den Menschenverstand und bin etwas ratlos. Warum tun "Tierliebhaber" der Natur sowas an, wo ein verantwortungsvoller Umgang doch leicht möglich wäre? Warum werden die Ratschläge und Hinweise dauernd ignoriert? Helfen am Schluss wirklich nur radikale Massnahmen?
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Diffeomorphismus » Sonntag 2. November 2014, 20:01

Moin,

viel interessanter ist ja, was der gute NIPIAN sich von der obig angesprochenen "Auswertung" erhofft? Möchte er wieder so einen statistischen Unfug wie hier verzapfen und daraus eine Aussage (einheimische Camponotus-Arten wären einfacher zu halten als exotische Arten) folgern. Ich würde ihm dann aber erst einmal die Lektüre eines Buchen zur Einführung in die Statistik empfehlen. Ansonsten würde mich auch interessieren, welche (mathematische) Modellierung er bei einer so wagen Stichprobe verwendet hat. Die dortig geäußerten Kritikpunkte haben nämlich sehr wohl Hand und Fuß.

Ansonsten zum Thema: Ich glaube weniger, dass die Zahl der Ameisenhalter zurückgeht, sondern vielmehr die Zahl der Ameisenhalter, welche in einem Forum aktiv sind. Wie in dem Faden im Eusozial auch schon angemerkt wurde, findet eine Verlagerung in andere soziale Netzwerke statt. Dazu kommt, dass viele Halter nicht mehr oder eben noch nie (der sicherlich mit Abstand überwiegende Teil) in einem Forum aktiv waren. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielschichtig, aber die ewigen Streitereien und Reibereien haben ohne Frage ihren Teil dazu beigetragen.

Auch halte ich es für hanebüchen zu Behaupten, dass Exoten bzw. der Misserfolg bei ihrer Haltung einen großen Ausschlag bei dieser Entwicklung gäben. Dann müsste man auch anführen, dass über einen langen Zeitraum viele Einsteiger nicht objektiv beraten wurden: Exoten waren tabu, weil man deren Haltung ablehnte. Da wurden dann lieber Camponotus ligniperda oder C. herculeanus mit einer schleichenden Entwicklung und unzähligen Schwierigkeiten in der Haltung empfohlen, obwohl es sehr wohl adäquate exotische Alternativen gibt. Aber was soll man sagen, diese Thematik ist eh durch.

Die Ameisenhaltung wird es weiterhin geben, ebenso wie die Foren, die sich mit ihr beschäftigen. Vielleicht erleben letztere, nachdem die größten Unruhestifter aus den größten Foren verschwunden sind, ja wieder eine Renaissance. Wer weiß schon, was die Zukunft bringen wird.

Beste Grüße,
Diffeomorphismus
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Zuletzt geändert von Diffeomorphismus am Sonntag 2. November 2014, 20:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Merkur » Sonntag 2. November 2014, 20:01

Colophonius hat geschrieben:
NIPIAN hat geschrieben:
demnach: Australien ist ein Musterbeispiele für eine undemokratische Gesellschaft. Und Ontario/Kanada.


Gibt leider keinen gähnenden Smiley.

Kleiner Edit:
Aber schön, dass unser aktuelles Thema des Monats sogar in anderen Foren Anklang findet, sowas motiviert weiterzumachen ;)


@ Colophonius: Wieso "unser"? Du bist doch auch Mitglied hier im AP, oder?
Merkur
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Colophonius » Sonntag 2. November 2014, 20:20

Merkur hat geschrieben:@ Colophonius: Wieso "unser"? Du bist doch auch Mitglied hier im AP, oder?
Merkur


Das Wort "unser" habe ich gewählt, da Diffeo und Ich die Themenwahl treffen.

Es hat also überhaupt nichts mit irgendwelchen Forumszugehörigkeiten zu tun.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Merkur » Sonntag 2. November 2014, 21:11

Vielleicht sollten wir doch mal versuchen, die Unruhestifter hier im AP etwas in die Schranken zu weisen, und hier schiele ich zu Diffeomorphismus: Seit zwei Monaten User, nun der erste Beitrag, und gleich ein heftiger Angriff auf NIPIAN, wobei das Thema des threads doch eigentlich recht verfehlt wird, oder? :roll:

Zitat Diffeo: „Dann müsste man auch anführen, dass über einen langen Zeitraum viele Einsteiger nicht objektiv beraten wurden: Exoten waren tabu, weil man deren Haltung ablehnte“
Da wünscht man sich von dem Mathematiker doch etwas Selbstkritik: Z. B. eine Statistik, die seinen eigenen hohen Ansprüchen Genüge tut.

Zitat Diffeo: „Die Ameisenhaltung wird es weiterhin geben, ebenso wie die Foren, die sich mit ihr beschäftigen. Vielleicht erleben letztere, nachdem die größten Unruhestifter aus den größten Foren verschwunden sind, ja wieder eine Renaissance.“
Passendes Beispiel: Das Antstore-Forum! Bitte sich dort informieren.

Ansonsten möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass im eusozial in der Diskussion des Themas ein paar doch recht gewagte Behauptungen aufgestellt werden.

So geht aus einem Beitrag hervor, dass der Verfasser Fachleute für eine funktionierende Community als entbehrlich betrachtet (dem stimme ich zu, fast alle Foren kommen mittlerweile ohne „gelehrte Personen“ aus :D ), und dass jeder in der Community ersetzbar ist. Da sei mir allerdings die Frage nach der Qualität von Ersatzpersonen gestattet. Oder ist die unwichtig?

Nach desselben Verfassers Meinung sei die Forschung auch nicht essentiell wichtig für die Ameisenhaltung. Als Beispiel werden die Namensänderungen der letzten Zeit genannt. Auch Letzterem ist zuzustimmen, mit der Ergänzung, dass auch Wissenschaftler diese als störend empfinden und das auch in den Foren zum Ausdruck gebracht haben. Sie sind leider dennoch nicht einfach abzuändern und man kann sie auch nicht ignorieren ohne als ignorant dazustehen.

Falsch dargestellt ist hier allerdings, vielleicht wurde es auch nur vergessen zu erwähnen, dass sehr viele für die Ameisenhaltung heute selbstverständliche Fakten und Empfehlungen ganz zweifelsfrei weder von Usern noch von den Händlern, sondern „von der Wissenschaft“ eingebracht wurden:
Jahreszyklen, Überwinterung, Koloniegründungs-Modi, Bedeutung und Nachweis der Begattung, Temperaturzyklen, Beleuchtungsfragen, Nistgewohnheiten, und sehr viele mehr. Manches davon ist bei den Händlern bis heute nicht „angekommen“: Wie sonst könnte man Gründerköniginnen mitteleuropäischer Arten praktisch ganzjährig anbieten? Wie sonst noch immer ausländische Ameisen ohne exakte Herkunftsangaben verkaufen? :roll:

Glücklicherweise sind die Ursprünge dieser Kenntnisse z. B. über das Ameisenwiki zurück zu verfolgen, in der Regel bis hin zu den originalen Forschungsarbeiten (die oft weit vor Beginn von Ameisenhandel und Foren ordnungsgemäß publiziert wurden).

Mal drüber nachdenken! ;)

Merkur
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Krabbeltierfan » Montag 3. November 2014, 00:28

Hey,

soziale Netzwerke sind schon eine deutliche Konkurrenz: Viele sind täglich Online, bekommen durch Gruppen die Aktivitäten anderer Halter mit und haben dort auch jederzeit Ansprechpartner. Kein separates Anmelden, immer alles im Blick und per Handy und was sonst noch alles immer Verbunden. Rezensionen über Händler und sogar selbst Handel betreiben ist dort möglich. FB hebelt hier sogar teilweise Händler aus. Etwas unübersichtlich ist das ganze, allerdings aktiver als alle Foren die ich kenne. Das Niveau ist geringer, die Leute schreiben viele Einzeiler und Intelligent ist auch nicht alles, was geschrieben wird. Im Forum scheint mehr nachgedacht zu werden, hier mal ein Lob an alle Halter die in Foren aktiv sind.

Die oben beschriebene Unübersichtlichkeit ist genau der Punkt. Ich schätze es sind mehr Halter als hier viele denken, vielleicht mehr als jemals zuvor. Die nach eigenen Angaben größte Gruppe hat momentan 439 Mitglieder und die meisten hier werden sie dann wohl auch kennen. Die Aktivität der Menschen dort, auch wenn natürlich niemals alle schreiben, schätze ich höher ein als die in Foren. Wenn man bei FB keinen Bock mehr auf bestimmte Inhalte hat genügt ein Klick und die Gruppe ist weg, während Accounts auf separaten Plattformen selbst nach einmaliger Nutzung ewig in der Statistik auftauchen. Ich schätze die meisten sind dort, auch wenn 439 nicht alle sind. Allein schon die Menge an verkaufter Kolonien die notwendig ist, um die altbekannten Shops am leben zu halten, teilweise zu expandieren, lässt ahnen dass es doch eine ganze Menge geben muss. (In dem glauben, dass die breite Masse an Haltern nicht jeden Monat ne neue Kolonie brauchen).

Dann zu den Menschen, die mal wieder persönlich werden:
Ihr werdet euch nicht gegenseitig überzeugen können. Mit jeder Antwort macht ihr es nur schlimmer. Akzeptiert das und lasst es bitte einfach bleiben. Das ist auch schon lange keine sachliche Diskussion mehr, von keinem.

Und wenn man von persönlicher Freiheit spricht, dass lasst sie auch bitte anderen. Wenn es um ihre Meinung geht, auch wenn das manchmal Kopfschmerzen auslösen kann, und auch wenn es darum geht Statistiken zu kreieren. Lasst ihn doch, ihr müsst die ja nicht lesen!

Grüße
Krabbel
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon NIPIAN » Montag 3. November 2014, 00:38

Hoi,

in den von Diffeomorphismus aufgeführten Beiträgen ist noch kein Quentchen statistischer Auswertung drin - aber schön, dass er den Inhalt dafür hält^^. Ich veröffentliche erst dann etwas, wenn ich fertig bin. Und dann ist da die Statistik mit dabei.

Wie geschrieben, Diffeomorphismus, ich lese immer gerne Verbesserungsvorschläge der Vorgehensweise. Bin bislang von Äußerungen deinerseits diesbezüglich konsequent enttäuscht worden. Veröffentliche doch einfach in dem von dir verlinkten Thema einen Post, in dem Du darauf eingehst, wie man das besser erfasst und welche ANOVA-Variante man sinnigerweise nutzen sollte.

Also, back to topic.

Ich halte es für ausgesprochen unwahrscheinlich, dass alleine aus dem Ameisenforum mehr als 250 User in den letzten 6 Monaten auf andere soziale Netzwerke ausgewichen sind. Ich denke vielmehr, dass die Lust an der Ameisenhaltung auf Eis gelegt, oder gänzlich beiseite geschoben worden ist. So wie ettliche Ameisenhaltungsblogs. Antsbrain, Daniel (auch sein neuer Blog ist lange down), Momo, Xodus... diesen Formen der Mitteilung geht es wohl nicht anders. Mit der Zeit schläft das Interesse ein und die Internetpräsenz wandelt sich in einen Appendix, der irgendwie über die Zeit gerettet wird.

@ Colophonius: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-818_de.htm
Im Mittelpunkt des Vorschlags steht eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von EU-weiter Bedeutung. Die Liste wird zusammen mit den Mitgliedstaaten unter Heranziehung von Risikoabschätzungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt. Bestimmte Arten werden in der EU verboten werden, so dass deren Einfuhr, Erwerb, Verwendung, Freisetzung und Verkauf hier nicht mehr möglich sein werden. Während des Übergangszeitraums werden besondere Maßnahmen ergriffen, um Fragen im Zusammenhang mit Händlern, Züchtern oder Tierhaltern zu berücksichtigen.

Es erfolgt eine Bearbeitung des Themas seit 2013. Bin gespannt, wie das schlussendlich umgesetzt wird - und welche Arten auf der Liste stehen werden.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Krabbeltierfan » Montag 3. November 2014, 00:49

dass alleine aus dem Ameisenforum mehr als 250 User in den letzten 6 Monaten auf andere soziale Netzwerke ausgewichen sind.


Ne, glaub ich auch nicht. Aber viele Neue suchen mit dem Hobby auch Anschluss an andere und finden dies eventuell schneller bei Facebook, bevor sie Foren aufstöbern. Wenn eine solche Struktur erstmal auf FB besteht, ist es auch leichter dort "gefangen" zu werden. Je nach Intensivierung des Hobbys ist der Weg in ein Forum vielleicht sogar üblich, alle sind das aber definitiv nicht. Somit würde ich sagen, nicht alle Halter sind in Foren und auch nicht alle bei FB organisiert. Nur weil man nicht von allen hört, heißt das jedoch nicht, dass es sie nicht in großer Zahl gibt.

Wie mit den Ratten: Auf eine die man sieht kommen hundert die man nicht sieht.

Grüße
Krabbel
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Trailandstreet » Montag 3. November 2014, 09:36

Sicher tummeln sich inzwischen auch viele in sozialen Netzwerken. Da muss man keinen extra Account anlegen, sondern kann einfach einer Gruppe beitreten. Für die, die ohnehin schon bei Facebook und Konsorten sind, also das einfachste. Der Vorteil ist, dass man schnell mal Antworten auf kurze Fragen bekommt.
Wenn allerdings mal langwierige, schleichende Haltungsfehler vorliegen, dauert es dann schon länger, bis auch ein "Experte" drauf kommt. Da macht natürlich ein Forum mit Haltungsberichten Sinn.
Um sich auch in gewisser Weise gezielt einem Thema zu widmen, kommt man um eine Forum schlicht und einfach nicht herum. Auch kann man gezielt nach bestimmten Themen oder Fragen suchen und findet dort schon eine Antwort. man kann sich sozusagen in einem Forum auch gut "weiterbilden" und auch einfach viel mehr darüber lernen.
Ich glaube nicht, dass die Ameisenhaltung rückläufig ist. ich schätze eher, dass die "jüngere" Generation einfach mehr auf social networking und eher auf publikumswirksamere Arten steht, zB Atta und Acromyrex ;)
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Diffeomorphismus » Montag 3. November 2014, 11:27

Moin,

nein diese 250 Benutzer (woher stammt diese Zahl eigentlich?) sind bestimmt nicht alle auf andere soziale Netzwerke ausgewichen. Einige bestimmt, einige sind in andere Foren gewechselt oder haben sich, aufgrund der ganzen Querelen, ganz aus den Foren verabschiedet. Auch solle klar sein, dass nur ein Bruchteil aller Ameisenhalter überhaupt in einem Forum aktiv war/ist; viele sind wahrscheinlich nicht einmal in einem angemeldet. Daher wäre es äußerst fahrlässig von dem Bild der Foren auf die gesamten Ameisenhalter zu schließen. Wie Krabbeltierfan schon richtig gesagt hat: Ein Shop wie z. B. der Antstore muss schon einiges umsetzen, um sich gewinnbringend zu halten. Da reichen die paar Halter aus den Foren sicherlich nicht aus. Vielleicht haben sich die Leute aus den Foren aber auch einfach über einen Langen Zeitraum viel zu wichtig genommen? :D

Zwar empfinde ich persönlich ein Forum auch als weitaus angenehmer als z. B. Facebook; aber der Zeitgeist ist eben ein anderer, das muss man akzeptieren.

Beste Grüße,
Diffeomorphismus

@NIPIAN: Wenn einem die Argumente ausgehen ... weiß man sich nur noch mit einer schlechten Bewertungs zu wehren. Wenn deine "Ausarbeitung" noch nicht fertig war, fehlende Statistik, frage ich mich, wie du zu solch allgemeinen Aussagen bezüglich der Haltung von Camponotus-Arten kommst? Allerdings ist deine Aussage schon mit Gegenbeispielen zu entkräften, z. B. C. nicobarensis. Allerdings freue ich mich schon auf deine statistische Ausarbeitung, und kann es kaum erwarten sie zu lesen. Übrigens hast du uns auch immer noch nicht mitgeteilt, was du überhaupt damit bezweckst!?

@Merkur: :behappy:
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Trailandstreet » Montag 3. November 2014, 13:01

Was die sogenannte Abwanderung angeht, da wäre ich vorsichtig mit Prognosen, warum und weshalb oder ob überhaupt. Schließlich verabschieden sich immer wieder welche aus dem öffentlichen Forengeschehen, sei es weil sie damit aufgehört haben, oder auch nur eben aktiv aufgehört haben. Das ist nicht zwingend so, dass jetzt alle die nicht mehr aktiv sind, bzw gar nicht mehr Mitglied sind auch tatsächlich mit der Ameisenhaltung aufgehört haben. Sie halten vielleicht einfach nur die Arten, die sie schon länger problemfrei halten können. Ob Facebook dran schuld ist oder nicht, werden wir nicht feststellen können, da wir keinen Vergleich dazu haben, wie es ohne wäre.
Ein paar alte Hasen werden wohl auch immer irgendwo erhalten bleiben, egal wie.
Ich bin ja auch noch immer in einem Radsportforum, obwohl ich schon ein paar Jahre aufgehört habe selbst Rennen zu fahren. Die Aktivität verlagert sich dann halt weg von Trainingsplänen, Leistungsdiagnostik zu mehr off Topic, wie Fotografie oder anderem. Andererseits hat sich schon die Aktivität vieler meiner engeren Freunde mehr vom Board auf Facebook verlagert. Es kommen ja aber auch immer wieder neue nach, also bleibt es doch irgenwie immer am laufen.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon NIPIAN » Montag 3. November 2014, 18:41

Hoi,

aktive Benutzer des AF von ~560 03/2014 auf aktuell ~290. Differenz: 270.

@Diffeomorphismus: bislang habe ich lediglich Camponotus spp. statistisch wiederholt ausgewertet, da ich hierfür "aktuelle" Zahlen (01/2014) über die 4 deutschen Foren habe. Die übrigen Arten beschränken sich derzeit auf das AF - deshalb mein Aufruf zur Mithilfe. Grundsätzlich erfolgt meine statistische Auswertung mittels SAS 9.3 . Da Du scheinbar gezählt hast, veröffentliche doch bitte deine Rohdaten, damit ich sehen kann, ob diese mit den meinen übereinstimmen. Ansonsten ist deine Ansage, mein Argument sei falsch, aufgrund mangelnder Übereinstimmung der gemeinsamen Basis nicht haltbar. Wenn Du deine Rohdaten veröffentlichst und diese nachprüfbar korrekt sind (Herkunft nachweisbar, Zählverfahren übereinstimmend), dann nehme ich meine Bewertung zurück. Solange sagt sie genau das Richtige aus. Ansonsten: das Ergebnis soll sein, welche Arten wie lange gehalten worden sind. Selbstverständlich kann man dann einzelne Arten, oder europäisch - nicht-europäisch gegenüberstellen. Oder spricht etwas dagegen?

@ Moderatoren: verschiebt doch bitte den Statistikteil von Diffeomorphismus und mir in dieses Thema.

Erledigt
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Sheety » Montag 3. November 2014, 21:20

Ich mag mal eine Behauptung in den Raum stellen...

Es könnten sich auch einige Halter durch die Winterpause auch aus den Foren zurück ziehen , denn durch die Winterruhe gibts auch kaum / garnichts zu berichten außer bei diversen Exoten.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Merkur » Dienstag 4. November 2014, 09:55

Hallo Sheety,

Daran habe ich schon gedacht, siehe Startpost:

viewtopic.php?p=4953#p4953
„Der Rückgang der Aktivitäten in allen Foren (sogar im amerikanischen!) ist in der Tat auffällig, und er scheint diesmal nicht saisonbedingt zu sein: Schließlich gibt es mehr exotische Ameisen denn je zu kaufen, und die sollen ja keine Winterpause machen….“

Ohne Zweifel gibt es und gab es jedes Jahr einen Rückgang im Winter, gefolgt von einem starken Anstieg der Userzahl und der Posts im Frühjahr. Derzeit scheinen mir allerdings andere Faktoren erheblich mit beteiligt zu sein. - Einige davon sind ja hier in den vorangehenden Beiträgen auch angesprochen worden.
MfG,
Merkur
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon hormigas » Dienstag 4. November 2014, 12:41

Die Ameisen werden sich in Zukunft vom Nest in die Arena beamen :)

Diese Behauptung ist natürlich sehr ambitioniert. Doch sicher hat das Internet die Ameisenhaltung einem breiten Publikum (auch mir) zugänglich gemacht.
Ohne Forum wäre der Einstieg für mich nicht so „einfach“ gewesen.

Ich kann mich heute entscheiden morgen Ameisen zu halten, dafür muss ich nicht einmal meine Wohnung verlassen. Natürlich bringt dies eine gewisse Schnelllebigkeit mit sich.
Aber „die Langsamen“ sterben nicht aus.
Auch wenn es so scheint, wird das Rad nicht jeden Tag neu erfunden - oder doch?

Ich bin in allen 3 Foren ein fleißiger Leser, und manchmal auch Schreiber.
Also Täglich eine halbe Stunde Ameisen total! Das ist auf längere Sicht gesehen doch Allerhand ;)

Meinungsverschiedenheiten werden wohl auch immer in Foren existieren.
Mir ist das etwas zu altmodisch :P und lese andere Dinge.

Und na ja - der Winter hindert mich persönlich nicht daran an Ameisen zu denken.

LG
hormigas
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 4. November 2014, 13:03

Dafür ist das Forum auch wieder ein guter Platz. Die meisten Nichtexotenhalter (gibts dafür auch ine Wort? =Einheimeischenhalter???) beschäftigen sich ja in der ameisenlosen Winterruhe wieder mit Bastelarbeiten, verbessern ihre Arenen, Formicarien, Nester oder bauen gleich neue.
Da kann man sich schon mal wieder Ideen holen, oder Problembereiche ansprechen, sei es Anschlüsse, Abdeckungen oder anderes. Gut, das ginge in Facebook auch, aber irgendwie einen durchgehenden Faden hat man da nicht.
Ich lese ja auch in allen Foren mit, schreib auch mal was dazu, wenn es etwas ist, wo ich mich auch auskenne :P meine Haltungsberichte stehen alle hier, der Einfachheit halber (auch wegen der fehlenden Signaturmöglichkeit im AF) ansonsten würde ich auch noch im amerikanischen Forum mitlesen und schreiben, aber dazu fehlt mir inzwischen die Zeit.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Reber » Dienstag 4. November 2014, 15:14

Damals
Ich interessiere mich schon seit Kindertagen für Ameisen, Eusoziale und anderes Getier. Anfänglich bekam das den Ameisen leider nicht sonderlich gut. Ich habe Nester unvorsichtig geöffnet, sie ausgegraben und in „Aussenarenen“ versetzt. Damit habe ich natürlich Konflikte zwischen „meinen“ Ameisen und bestehenden Ameisenkolonie ausgelöst. „Selbstverständlich“ habe ich dann auch noch zu Gunsten „meiner“ Ameisen eingegriffen… Heute kann ich über mein kindisches Verhalten nur noch den Kopf schütteln.

Allerdings haben solche „Experimente“ und Beobachtungen zu meiner Faszination für die kleinen Insekten beigetragen. Irgendwann um 1990 muss ich ernsthaft mit der Haltung einer Myrmica sp. im Gipsnest begonnen haben. Jedenfalls zeugen Geschenke wie das Büchlein „Ameisen – der duftgelenkte Staat“ (von Wofgang Schwenke) und mein Spitzname aus dieser Zeit davon, dass mein ungewöhnliches Hobby durchaus von meiner Umwelt wahrgenommen wurde. Mir war zu diesem Zeitpunkt kein einziger anderer Ameisenhalter bekannt. Umgekehrt liessen Anleitungen zum Gipsnestbau in „Tierkunde“-Büchern schon darauf schliessen, dass ich nicht der einzige Hobby-Halter sein konnte.

An Ameisen-Foren war damals genauso wenig zu denken wie an Internetanschluss. Aus Büchern und TV-Sendungen (wir hatten ganze 4 Sender) habe ich das theoretische Wissen (zumindest, was damals geläufig und zugänglich war) über Ameisen aufgesaugt. Den Rest habe ich praktisch ausprobiert und die Ameisen „Pi mal Daumen“ gehalten. Was erstaunlich gut funktioniert hat.

Heute
Per Zufall bin vor rund zwei Jahren auf den Schweizer Shop und das alte Ameisenforum gestossen. Ich wollte mich nämlich genauer über Manica rubida informieren. Dabei habe ich zufällig eine neue – tolle - Welt entdeckt: Ich hätte nie gedacht, dass es noch so viel über Ameisen zu entdecken und zu lernen gibt und gestaunt ab spannenden Arten, frei zugänglichem Wissen, Fachkompetenz, Haltungsberichten, Makro-Fotos, Community… und über das riesige Angebot der Shops.

Es ging nicht lange, bis mir auch die andere Seite der Medaille auffiel: In den Läden wurden und werden auch regional sehr seltene/gefährdete Arten angeboten – und solche, die ein hohes Potenzial aufweisen, in unseren Breitengraden invasiv zu werden.

Gepaart mit der Haltung und Unbekümmertheit, die einige Forenuser an den Tag legten, hat mich das ganze doch etwas erschreckt.

Natürlich war ich als Kind auch unbekümmert, was die Ameisenhaltung angeht, aber viel Schaden konnte man – im Vergleich zu heute – nicht anrichten (wenn man das wohl von einzelnen Völkern mal bei Seite lässt). Man hat sich die Tiere einfach aus der Umgebung geholt. Mittlerweile ist die Situation eine andere, das Risiko einen erheblichen, nicht wieder gut zu machenden Schaden an der bestehenden Fauna anzurichten, ist deutlich grösser. Für mich unverständlich, warum diese Gefahr in den Foren von Ameisenliebhabern heruntergespielt wird!
Dabei wäre es doch kein Problem zu einem Verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Tieren zu mahnen, wie es in anderen „Exotenhalter-Kreisen“ längst der Fall ist.

Morgen
Ich denke, dass die Ameisenhaltung - genau wie andere Hobbys auch – einer gewissen Auf und Abbewegung unterliegt. Die Zahl der Forenuser ist für mich dabei nur mittel aussagekräftig. Ich kenne viele Tierhalter, die sich für ihr eigentliches Hobby nicht auch noch im Internet engagieren wollen…
Ein harter Kern von Ameisenhaltern wird sich wohl halten, genauso wie das bei anderen etwas „spezielleren“ Haustier-Communitys der Fall ist.
Denkbar ist für mich auch, dass ein weiterer Boom einsetzt, falls sich zum Beispiel eine Zoohändler-Kette dazu entschliesst einige „Einsteigerarten“ mit „Einsteigerset“ in ihr Standartsortiment aufzunehmen.
Auch für die Foren bin ich zuversichtlich - sie bieten einfach einen bessere Rahmen für Leute, die an mehr interessiert sind, als an oberflächlichem/schnellebigem Austausch.

Aber wie gesagt, wer weiss schon was die Zukunft bringt: Vielleicht Einsicht bei den Händlern, die nur noch ungefährdete Ameisen mit genauer Herkunftsangabe anbieten. Und nur solche, die ein geringes Potential aufweisen, sich in der Gegend in der sie verkauft werden invasiv zu betätigen. Dazu Halter, die auf Qualität und Quarantäne, bzw. Ausbruchsschutz achten.

Vielleicht setzt sich in den Foren ja auch eine gewisse Vernunft durch. Eine „leben und leben lassen“ Haltung, wo in freundlichem Ton fundierte Argumente ausgetauscht werden und man sich für den Hinweis auf einen Fehler/eine Gefahr bedankt und nicht verletzt fühlt.

Vielleicht… ;)
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Gegenwart und Zukunft der Hobby-Ameisenhaltung

Beitragvon Merkur » Mittwoch 26. November 2014, 12:28

Es ist ein wenig schade, dass dieser Thread bereits wieder am Ende zu sein scheint (letzter Eintrag 4. Nov.). Ich denke, man könnte sich auch weiter Gedanken zum Thema machen, und auch hin und wieder auf aktuelle Entwicklungen in der Forenwelt hinweisen. ;)

So muss man wohl mit Bedauern beobachten, dass der wunderbare Blog von Alex Wild nun fast brach liegt: http://www.myrmecos.net/
Der Grund sind für den Autor sehr erfreulichen Neuerungen: Er zieht von Illinois an die University of Texas/Austin um, wo er eine gute Stelle als Kurator für Entomologie antritt. Auch seine Frau bekommt dort eine Forschungsstelle als Postdoc, und nicht zuletzt fordert die kleine Tochter ihre Rechte ein! :)
So ist zu hoffen, dass er bald auch wieder aktiver in seinem Blog wird.
Die sonst in ihrer Qualität kaum erreichten Bilder von Arthropoden, für uns interessant vor allem von Ameisen, sind immer einen Blick wert: http://www.alexanderwild.com/ und http://www.alexanderwild.com/Ants !

Zurzeit das lebendigste Ameisenforum dürfte dieses sein: http://forum.formiculture.com/ (engl.)
Mir fiel darin ein langer Bericht über Koloniegründungsversuche mit Acromyrmex versicolor aus Kalifornien auf: http://forum.formiculture.com/index.php ... 1-25-2014/
Er enthält viele recht gute Bilder, zeigt aber auch große Probleme bei der Koloniegründung auf.
Gründe für die derzeitigen Aktivitäten in diesem Forum mögen sein, dass auch User aus dem Süden der USA sowie aus Australien dort posten, und dass wie im Myrmecos-Blog sich auch Wissenschaftler beteiligen.

Lasst uns also ein wenig über den Tellerrand spähen und hier auch Hinweise auf andere Entwicklungen in der Welt der Ameisenhaltung, Ameisenbeobachtung und der Forschung eintragen! :)

MfG,
Merkur
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