Auslauf für exotische Ameisen in der freien Natur

Hier ist Platz für Fragen über außereuropäische Ameisenarten.

Auslauf für exotische Ameisen in der freien Natur

Beitragvon Reber » Donnerstag 14. Juli 2016, 09:40

(Abgetrennt aus Ameisen Aussetzen nach Hinweis, dass sie nicht ausgesetzt werden. Reber)

WAZ berichtet über Blattschneider-Ameisen, die seit 2012 regelmässig ausbrechen. Das Ordnungsamt hat keine Handhabe...

„Ich hab meinen Augen nicht getraut. Da saß ich auf der Terrasse, und die Ameisen zogen mit Blättern und anderem Grünzeug an mir vorbei“, schildert Gabriele Becker, Anwohnerin der Georgstraße. Das war 2012. Seither habe es jeden Sommer einen Ameisenbefall gegeben. „Diesen Sommer haben wir die Tierchen am Kellerfensterloch an der Vorderseite des Hauses.“


Dies wird wohl auch so bleiben. Denn Martin Notthoff, Dezernent bei der Stadt, weiß: „Das Ordnungsamt hat sich bereits mit der Sache befasst.“ Doch leider gebe es keine Handhabe gegen das Hobby des Ameisenhalters. „Es handelt sich ja nicht um die Störung der öffentlichen Ordnung, für die wir zuständig wären, beispielsweise wenn Heerscharen von Ameisen über die Straße liefen.“ Solange niemand gefährdet sei, könne das Amt nicht einschreiten. Auch richteten die Ameisen keinen Schaden an. Einzige Möglichkeit sei wohl der zivilrechtliche Klageweg über einen Anwalt.


Exotische Ameisen sorgen für Nachbarschaftsstreit in Kamp-Lintfort:
http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... x584991091
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Colophonius » Donnerstag 14. Juli 2016, 09:58

„Die exotischen Ameisen können unsere Winter gar nicht überleben.“


Die Nachbarin Gabriele Becker und ihr Lebensgefährte Uwe Kluge bezweifeln das angesichts der regen Aktivitäten,


„Mal sind es schwarze Tiere, mal rote Blattschneider.“


Finde den Fehler....


Ist natürlich insgesamt eine blöde Geschichte und für die beteiligten Nachbarn sicher auch alles andere als lustig. Mein Tipp wäre dabei, dass der Mann es wohl mit dem Ausbruchsschutz es nicht ganz genau nimmt.
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Colophonius
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 14. Juli 2016, 10:43

Wahrscheinlich ist er nur zu faul, sie zu füttern. Immerhin versorgen sie sich so ja locker selbst.
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 14. Juli 2016, 11:11

Hoi,

um klare Worte zu finden: es sind Idioten wie dieser Halter, die Regularien nötig machen - sofern sich die Geschichte bestätigen lässt. Aus diesem Grund habe auch ich mich von Anfang an gegen die Abgabe von leicht zu haltenden nicht-(inzwischen enger gefasst:)mitteleuropäischen Exemplaren an Anfänger ausgesprochen.
Auf nationaler und internationaler Ebene wird inzwischen mit der Einschränkung der Handlungsrahmen begonnen: http://ec.europa.eu/environment/nature/ ... _annex.pdf . Irgendwann finden sich auch die 5 Ameisenarten darauf, vor denen ich bereits vor mehreren Jahren um eine freiwillige Selbsteinschränkung seitens der Händler gebeten habe. Was ist daraus geworden? Mindestens 2 Arten sollten damals im AF verkauft werden und auf Facebook habe ich bereits mehrere ähnlicher Angebote aufzeichnen können. Von meiner Seite aus: prinzipiell sind auch diese Facebookgruppen nichts anderes als der längere Arm der Händler. In mindestens einer davon wird aktuell ein Werbevideo von Sebesta von einem Gruppenadministrator als "geiles Video" hervorgehoben.
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Emse » Donnerstag 14. Juli 2016, 12:43

NIPIAN hat geschrieben:um klare Worte zu finden: es sind Idioten wie dieser Halter, die Regularien nötig machen - sofern sich die Geschichte bestätigen lässt.


Lässt sich bestätigen! :D

Im folgenden Video plaudert der "Übeltäter" Siggi W. aus Kamp-Lintfort (u.a.) über seine diversen Ameisenkolonien im eigenen "Tropenkeller". Gleich am Anfang stellt er seine Blattschneiderameisen vor:

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Zuletzt geändert von Emse am Donnerstag 14. Juli 2016, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.
Emse
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Colophonius » Donnerstag 14. Juli 2016, 13:02

Schön, dass ohne jedes Hintergrundswissen, was über einen Onlineartikel hinausgeht, ein Ameisenenthusiast hier als "Idiot" tituliert wird. Umgangsformen: 1+ mit Sternchen!
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Colophonius
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 14. Juli 2016, 14:41

Hoi,

ich bin nicht der Einzige, der das seit Jahren anmerkt, dass da Probleme vorprogrammiert sind. Ich kann ihn allerdings auch anders titulieren: Er ist ein Vorreiter. Ein Enthusiast. Ebenfalls klare Worte, nur die andere Seite der Gruppierung.

Macht die Sache besser. Hast Recht, Colophonius. Aber nein, in meinen Augen bleibt er ein Idiot. Auch nach dem Video. Auf die unterschiedlichen Mikroklima mit Überwinterungsmöglichkeiten, da der Frost dort nicht hingelangt, ist mehrmals hingewiesen worden.
Na ja. Mal sehen, welche Regularieren sich daraus noch entwickeln dürfen, wenn sich noch mehr für die erweiterte, oder auch laxe Haltung entscheiden -_- .

Bin für eine Mischung aus Fipronil und Methopren in Ameisenköderdosen, siehe hier: viewtopic.php?f=18&t=1388
Alternativ Kirschlorbeerblätter in größerer Zahl einfrieren und dann den Ameisen zur Verfügung stellen, siehe hier: viewtopic.php?f=31&t=1166&hilit=Kirschlorbeerbl%C3%A4tter
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Merkur » Donnerstag 14. Juli 2016, 15:24

Aus Wikipedia:
Idiot: Das Wort leitet sich vom griechischen ἰδιώτης (idiotes) her, das wertfrei bis heute in etwa „Privatperson“ bedeutet. Es bezeichnete in der Polis Personen, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn ihnen das möglich war.
Ins Lateinische als idiota entlehnt, verschob sich die Bedeutung des Wortes hin zu „Laie“, auch „Pfuscher“, „Stümper“, „unwissender Mensch“. Später wurde der Begriff allgemein auf Laien oder Personen mit einem geringen Bildungsgrad angewandt.
Wenn man mal gründlich darüber nachdenkt, wie die Spezies, die sich selbst als "weise" bezeichnet (bzw. irrtümlich von Linné so benannt wurde, der aber wohl seinesgleichen, Gebildete, im Auge hatte) mit ihrer Natur, mit ihren Lebensgrundlagen und Ressourcen, und mit ihren Artgenossen umgeht, muss man doch feststellen, dass die große Mehrheit der Menschen der o. g. im Lateinischen gebräuchlichen Definition entspricht, vom kleinen, ahnungslosen Exoten-Freisetzer bis zum großen TRUMPeltier! :(

So traurig es ist, aber ich habe jede Hoffnung auf Besserung begraben! :roll:

MfG,
Merkur
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Zuletzt geändert von Merkur am Freitag 15. Juli 2016, 09:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Merkur » Donnerstag 14. Juli 2016, 16:18

Rückblick auf den "Ausbruch" von Acromyrmex in Köln 2006

Der jetzige Bericht aus Kamp-Lintfort ruft den Vorfall in Köln in Erinnerung, wo 2006 ein Ameisenhalter seine Acromyrmex-Kolonie in Nachbars Garten „ernten“ ließ: https://www.antstore.net/forum/viewtopic.php?t=4177
Dieser umfangreiche Thread in der jetzt zugänglichen Version wurde vom Antstore überarbeitet und editiert:
https://www.antstore.net/forum/i-n-f-o- ... t4196.html

Ich war damals (als „earlant“) hinzugezogen worden, als man die Ameisen zunächst für Atta sp. gehalten hatte. Der Rummel war bereits in vollem Gange, als man mir Tiere zusandte, die ich als Acromyrmex identifizierte. – Ich hoffe, wir werden hier bei dem neuerlichen Fall nicht in eine ähnlich ausufernde Diskussion verwickelt. In jenem Thread wurden eigentlich alle Aspekte angesprochen. Bringen tut’s ohnehin nichts außer vielen gehässigen Bemerkungen. Wer daran Freude hat, mag die letzten Beiträge lesen.
Kostprobe: Und ich stell mir ne Karikatur vor, wo ein veralteter, grießgrämiger Myrmekologe mit Sand in den Taschen und Zettel am großem Zeh versuchtne fixe Idee durchzudrücken. (So wurde ich vor 10 Jahren in jenem Forum dargestellt :D )

Zum Vorgehen in dem aktuellen Fall:
Hätte ich einen solchen Nachbarn, würde ich meinen Garten großzügig mit einem Fungizid (zur Pilzbekämpfung) besprühen! – Ohne Pilz keine Blattschneider.
(Zwar ist bekannt, dass Blattschneider die Schäden durch Fungizide bemerken und dann ihre Sammlerkolonnen auf unbehandelte Pflanzen "umlenken" sollen, aber mir selbst hätte ich jedenfalls geholfen. Andere betroffene Nachbarn könnten sich dem Vorgehen anschließen :D )

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Maddio » Donnerstag 14. Juli 2016, 16:33

Danke für die Hinweise auf den Artikel und das Video, sehr interessant.

Das die freilaufenden Exoten Kritik einbringen, ist nachvollziehbar.

Aber ich finde man muss auch die positive Seite sehen. Der Mann hat 50 (!) Bienenvölker, dass ist doch sehr beeindruckend und ich sehe darin auch einen wertvollen Beitrag den er für die Gesellschaft leistet.

Dazu kommen noch die bereit gestellten Nistmöglichkeiten für die (geschützten) Wespen/Hornissen und Wildbienen.

Es ist wohl nicht sinnvoll, beides gegeneinander aufzuwiegen. Bei der Privathaltung von Atta frage ich mich immer, wie die Leute darauf kommen sich die ins Haus zu holen, wenn man sieht was für Nester die bauen können und landwirtschaftlich bedeutsame Schäden anrichten können.
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Maddio
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Colophonius » Donnerstag 14. Juli 2016, 17:29

Merkur hat geschrieben:
Zum Vorgehen in dem aktuellen Fall:
Hätte ich einen solchen Nachbarn, würde ich meinen Garten großzügig mit einem Fungizid (zur Pilzbekämpfung) besprühen! – Ohne Pilz keine Blattschneider.
(Zwar ist bekannt, dass Blattschneider die Schäden durch Fungizide bemerken und dann ihre Sammlerkolonnen auf unbehandelte Pflanzen "umlenken" sollen, aber mir selbst hätte ich jedenfalls geholfen. Andere betroffene Nachbarn könnten sich dem Vorgehen anschließen :D )




Hier drängt sich mir die Frage auf, ob man durch den großflächigen Einsatz von Fungiziden, insbesondere wenn man sich selbst der nächste ist und sie nur auf andere umlenkt (greifen die dann zu Insektiziden oder auch zu Fungiziden?) nicht deutlich mehr und nachhaltigere ökologische Schäden anrichtet als es ein paar (? keiner von uns weiß etwas über die Lage vor Ort!) Atta-Arbeiterinnen es jemals tun könnten.
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Colophonius
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Emse » Donnerstag 14. Juli 2016, 19:14

Der (vorerst naheliegendste) Lösungsweg wurde im Zeitungsartikel bereits genannt:
Einzige Möglichkeit sei wohl der zivilrechtliche Klageweg über einen Anwalt.


Außerdem wundere ich mich über die Aussagen des Ordnungsamtes:
„Das Ordnungsamt hat sich bereits mit der Sache befasst.“ Doch leider gebe es keine Handhabe gegen das Hobby des Ameisenhalters. „Es handelt sich ja nicht um die Störung der öffentlichen Ordnung, für die wir zuständig wären, beispielsweise wenn Heerscharen von Ameisen über die Straße liefen.“ Solange niemand gefährdet sei, könne das Amt nicht einschreiten. Auch richteten die Ameisen keinen Schaden an.
und der Naturschutzbehörde:
„Die Ameisen sind Exoten und gehören nicht zu den geschützten Arten.“ Daher gebe es auch für die Kreisbehörde keine Handhabe, einzuschreiten.


Vielleicht ist eine andere Behörde ja zuständiger und kompetenter.
Auf jeden Fall aber erst mal zum Anwalt damit, zwecks Beratung!
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Emse
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Merkur » Freitag 15. Juli 2016, 11:06

Vielleicht würde es auch bereits genügen, den Blattschneider-Halter auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass in den Nachbarsgärten Fungizide benutzt werden und dass er durch den „Freigang“ der Tiere das Überleben seiner sicher hoch geschätzten Kolonie(en) aufs Spiel setzt.

Fungizide setzt man üblicherweise gegen Mehltau und andere Pilzerkrankungen von Nutz- und Zierpflanzen ein.
Da auch im Handel angebotene Gemüse und Salate nicht zuverlässig frei von derartigen Pestiziden sind, wird den Blattschneider-Haltern immer wieder geraten, nur Blattmaterial aus dem Freien (Parks, Waldränder etc.) zu verfüttern.

Ob Blattschneider überhaupt Fraßköder auf der Basis von Honig, Zucker oder Proteinen annehmen und eintragen, weiß ich nicht!

Noch etwas fiel mir beim wiederholten Lesen des Zeitungsartikels auf: Es gibt keine Gattungsangabe! Auch das Bild hilft mir nicht zu entscheiden, ob es sich um Atta oder eine Acromyrmex-Species (wie seinerzeit in Köln) handelt.
Bei Atta würde ich zustimmen: Den Winter bei uns überstehen sie wahrscheinlich nicht.
Anders ist das mit Acromyrmex: Da gibt es Arten aus gemäßigteren Klimaten, die auch z. B. mit trockenem Laub zurechtkommen und weniger kälteempfindlich sind.
(Den Text zum Video verstehe ich leider nicht an meinem Rechner. Vielleicht kann da jemand heraushören, um welche Blattschneider-Art es sich handelt).

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Maddio » Freitag 15. Juli 2016, 11:34

Merkur hat geschrieben:Es gibt keine Gattungsangabe!


Stimmt, da haben sie wohl recht. Ich bin beim Betrachten des Videos davon asugegangen, dass es Atta ist, aber das ist mehr gefühlsmäßig, denn ich kenne mich mit Blattschneidern (und mit Exoten im allgemeinen) nicht sehr gut aus.

Ich schaue nochmal kurz ins Video, mal sehen ob er die Art vorstellt.

EDIT:

In dem ersten Video benutzt er nur den Begriff Blattschneider, sagt aber auch dass er mehrere Blattschneider-Kolonien hält. Wie gesagt für mich sehen die gezeigten Ameisen wie Blattschneider der Gattung Atta aus, so wie ich sie aus Büchern und aus diversen Zoo's oder Museen kenne.

In einem weiteren Video, steht in der Beschreibung Atta:
https://www.youtube.com/watch?v=_KjeFdr0oAY

(Beginn des Videos Atta, dann Acromyrmex ab 3:30?)

Zitat:
Atta und verschiedene Kolonien.


Es würde mMn schon reichen, wenn der Herr Wischnewski einen funktionierenden Ausbruchschutz installieren würde, die Nachbarn geht es ja nichts an ob er mehr als 30m Schlauch in seinem Tropenraum im Keller verlegt hat.

P.S.: Ich muss schon sagen, trotz der berechtigten Kritik wegen der freilaufenden Exoten, dass ist das bisher beeindruckendste Ameisenhaltervideo was ich je gesehen habe!!
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Maddio
 

Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 15. Juli 2016, 13:06

Hallo Ihr alle und willkommen im Sommerloch!
Um welche Blattschneider es sich hier handelt, kann ich nicht schreiben, da ich den Film noch nicht gesehen habe. Werde ich mal machen wenn ich Zeit habe und versuchen etwas zu erkennen.
Meiner Meinung nach, könnte es sich um Atta handeln, da z.B. Atta texana,
in ihrem Verbreitungsgebiet, mit Temperaturen von 5-8 Grad auskommen müssen. Dies nicht mal nur dauerhaft im Winter, sondern selbst im Sommer in der Nacht!
Dies ist in vielen Wüstengebieten der Welt so und jeder Outdoorler, wird berichten können, wie er sich den Boppes abgefroren hat, nach einem heißen Tag in der Wüste.
Für Merkur,
ja Blattschneider, bei mir Atta, tragen Jellys ein und verbauen ihn im Pilz. Ist für mich manchmal hilfreich, wenn man junge Kolonien bekommt, die nicht funktionieren.
Zum Thema aussetzen würde ich sagen, die sind nicht ausgesetzt, sondern haben einen Auslauf und kehren zurück in ihre Nest/Pilzkammern in der Haltung.
Natürlich wirft das jetzt kein gutes Licht, auf die verantwortungsbewußten Ameisenhalter, aber was soll man machen?
Aber erinnern wir uns an Sammy (Brillenkaiman) im Sommerloch vor einigen Jahren, welcher ordentlicher Terrarianer bringt sein Kroko zum Badesee?
Als Idiot, würde ich den Halter nicht bezeichnen, aber ich finde es idiotisch, so etwas zuzulassen.
Nun was soll man machen, wenn man seinem Ego etwas geben will, man läßt die Exoten raus und zeigt wie toll man ist!
Sollte mein Ego auch mal so etwas brauchen,
färbe ich mir die Haare braun und gehe mit meinen frisch gezogenen Velociraptoren spazieren...................................................
Gruß und schönes Wochenende,
Steffen
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Merkur » Freitag 15. Juli 2016, 17:14

Noch eine Sachinformation:

In dem Zeitungsartikel heißt es:
Das Problem mit des Nachbarn Ameisen habe man nun schon im vierten Jahr. „Mal sind es schwarze Tiere, mal rote Blattschneider.“ Bei einem anderen Nachbarn hätten die Exoten sich großflächig an den Rosen vergangen.

Und Maddio viewtopic.php?f=13&t=522&start=20#p11856 :
In einem weiteren Video, steht in der Beschreibung Atta:
https://www.youtube.com/watch?v=_KjeFdr0oAY
(Beginn des Videos Atta, dann Acromyrmex ab 3:30?)
Das würde dazu passen, dass der Halter sowohl Atta sp. als auch eine Acromyrmex sp. hält und die Tiere gelegentlich „auf die Weide schickt“. Diverse Acromyrmex-Arten sind ziemlich dunkelbraun.

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 15. Juli 2016, 18:07

Hallo Ihr alle,
ich denke, hier werden Atta cephalotes/sexdens und eine dritte gezeigt. Welche, müßte ich raten, wurde aber in der Vergangenheit als bicolor verkauft.
Ab 3.30, wird eine Acromyrmex crassispinus gezeigt. Hier sieht man mal, wie dunkel, ja fast schwarz sie sind.
Danach sind wieder Atta zu sehen.
Gruß und noch mal,
schönes Wochenende!
Steffen
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Re: Ameisen aussetzen

Beitragvon Martin H. » Samstag 30. September 2017, 20:42

Maddio hat geschrieben:
In einem weiteren Video, steht in der Beschreibung Atta:
https://www.youtube.com/watch?v=_KjeFdr0oAY
Das YouTube Konto scheint es nicht mehr zu geben. - Gibt es die Videos noch irgendwo online?
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Re: Auslauf für exotische Ameisen in der freien Natur

Beitragvon Merkur » Montag 2. Oktober 2017, 16:35

Auch wenn ich keinen Link zu dem Video beitragen kann: Vielen Dank, Martin H., dass Sie diesen Thread „exhumiert“ haben! So vieles gerät in der Forenwelt rasch in Vergessenheit. Dabei wäre etwas Stöbern in den älteren Teilen der Foren doch für manchen User und Halter ebenso wie für die Forenteams wirklich hilfreich!
Mir selbst war der Fall in Kamp-Lintfort (Startpost von Reber) bereits nicht mehr in Erinnerung, wo seit 2012 über 5 Jahre (bis 2016) die Nachbarschaft eines Halters über Befall durch Blattschneider (anscheinend Atta- und Acromyrmex-Arten) klagte. (Und wo sich die Behörden merkwürdig desinteressiert zeigten).

Immerhin habe ich hier einen Rückblick auf den "Ausbruch" von Acromyrmex in Köln 2006 gepostet, mit funktionierendem Link zu der ausgiebigen Diskussion im Antstore-Forum seinerzeit.

Naturgemäß ist dieser „steinalte“ Thread von 2006 inzwischen fast völlig in Vergessenheit geraten. Doch wird der Vorgang neuerdings im amerikanischen fc-formiculture Forum wieder aufgewärmt, mit der Zielsetzung, die Freisetzung (oder Freilassung) nicht-heimischer Ameisen zu verharmlosen (und nebenbei auch die Myrmekologen zu diskreditieren):
http://www.formiculture.com/topic/7060- ... g/?p=73244
Im Auszug:
"For example one German myrmecologist said that a leaf cutter ant species from Mexico (which did escape and ate some roses in neighbor's garden) could survive the winter in Germany, have nuptial flights etc. He even gave interviews to German newspapers and told them this nonsense. Of course the colony died during the first winter. So currently my trust in myrmecologist regarding danger for nature is almost at 0. A lot of them try to push their own agenda even ignoring facts and science".

Passender Kommentar dazu von “Batspiderfish”, Moderator im fc-Forum.
http://www.formiculture.com/topic/7060- ... g/?p=73291

Zur Klärung:
Der Vorgang in Köln (im August 2006) ist noch vielerorts in den Foren nachzuvollziehen.
Hier ist nachzulesen, was ich dazu zu sagen hatte und habe. Es ist im 2. Teil des Beitrags zu lesen, unter: Jetzt noch ein paar erklärende Worte zu den Acromyrmex von Köln:
- Es war keine Atta, sondern Acromyrmex octospinosus. So hatte ich die mir von der Behörde zur Bestimmung zugesandten Ameisen identifiziert.
- Die Tiere lebten im Haus des Halters, waren aus dem Formikarium ausgebrochen und hatten sich unter dem Fußboden des Raumes eingenistet. Von dort hatten sie „Freigang“, wobei sie auch im Nachbarsgarten der Futtersuche nachgingen.
- Die Kolonie ist nichtim ersten Winter gestorben“: Sie wurde von dem Besitzer während des Medien- und Forenrummels umgehend vergiftet und ausgelöscht.
Der geschädigte Nachbar, ein alter Herr, verbat sich weiteren Medienrummel (es gab natürlich viele, die an Ort und Stelle Nachschau halten wollten :roll: ).

Leider ist ja für die Journalisten so ein Thema schnell uninteressant, so dass man üblicherweise nach kurzer Zeit nicht mehr über den Fortgang des Geschehens informiert wird.

MfG,
Merkur
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