Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

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Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon Merkur » Mittwoch 27. Januar 2016, 16:09

Angeregt durch einen Thread im eusozial, wo über den (verbotenen) Anbau von Nutzhanf diskutiert wird, möchte ich hier mal die Efeutute als mögliche Futterpflanze für den Blattschneiderpilz ins Gespräch bringen: https://de.wikipedia.org/wiki/Efeutute

1-Efeutute_5892.jpg
Efeutute an Rankgitter
2-Efeutute_5894.jpg
Efeutute an Natursteinwand
Weitere Bilder: https://commons.wikimedia.org/wiki/Epip ... uselang=de

Das Kraut wuchert bei mir im Wohnzimmer, ganz hinten an der den Fenstern gegenüber liegenden Wand. Es kommt mit wirklich wenig Licht aus, der Topfballen wird feucht gehalten, gedüngt wird nie, auch über viele Jahre nicht umgepflanzt, und regelmäßig muss ich größere Teile abschneiden. (Damit wird der Komposthaufen gefüttert ;) ). Die Pflanze kann auch hängend kultiviert werden.
Über Giftstoffe ist mir nichts bekannt; es ist eine beliebte Zimmerpflanze, und auch in Tropen-Formikarien wurde sie bereits eingesetzt.

Ob die Efeutute sich als „Futter“ für Blattschneiderpilze eignet, weiß ich nicht. Vielleicht wäre es einen Versuch wert!

Je mehr Licht, desto schneller wächst die Pflanze (ist ja nicht ungewöhnlich :) ). Abgeschnittene Ranken lassen sich auch in einer Vase längere Zeit frisch halten (meist entwickeln sie dann Wurzeln und können als Stecklinge weiter gezogen werden).
Vielleicht hat’s ja auch schon mal jemand probiert?

MfG,
Merkur
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon fehlfarbe » Mittwoch 27. Januar 2016, 19:28

Merkur hat geschrieben:Je mehr Licht, desto schneller wächst die Pflanze (ist ja nicht ungewöhnlich :) ). Abgeschnittene Ranken lassen sich auch in einer Vase längere Zeit frisch halten (meist entwickeln sie dann Wurzeln und können als Stecklinge weiter gezogen werden).
Vielleicht hat’s ja auch schon mal jemand probiert?


Efeututen sind wirklich schöne, einfach zu ziehende Pflanzen. Bei uns im Treppenhaus steht auch eine, von der ich mir drei, vier Blätter abgeschnitten und in ein Glas Wasser gelegt habe. Nach bestimmt zwei Wochen kamen da schon die ersten Wurzeln und mittlerweile fristen die Pflanzen ihr Dasein im Terrarium, sowie auf dem Fensterbrett. Komischerweise wächst die Pflanze am dunklen Nordfenster sogar schneller als die im Terrarium. Könnte eventuell an der nährstoffarmen Kokoserde im Terrarium liegen oder die Asseln knabbern zu sehr an den Wurzeln. Wenn ich mich recht erinnere, haben meine Stabschrecken bei einer älteren Efeutute auch immer mal ein paar Bissen genommen. Todesfälle habe ich deswegen aber nie beobachten können.
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Zuletzt geändert von fehlfarbe am Mittwoch 27. Januar 2016, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 27. Januar 2016, 21:27

Wir hatten bis vor dem Umzug eine an einem Art Rankgitter von der Küche bis über den Essbereich. Die wurde zwar inzwischen zurückgestutzt und steht oder besser hängt nun im Wohnzimmer. Von den daraus entstandenen Stecklingen wurden inzwischen auch wieder mehrere Pflanzen gezogen. Ins Terra hab ich sie noch nicht gepflanzt, hatte aber sich schon die Idee.
Wachsen oder besser wuchern tut die schon sehr.


LG Franz
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon Hopfensack » Donnerstag 28. Januar 2016, 19:42

Meine Atta sexdens die ich im Sommer aufnahm mochte sie nicht .
Ich glaube nicht das man mit solchen Pflanzen wirklich "Futter " anbauen kann .
Man bräuchte schon 30-40 Pflanzen damit es sich lohnt .


Wenn ich Futter für Blattschneider anbauen wollte würde ich wohl eher mit verschiedenen Gräsern experimentieren ....oder Pflanzen aus dem Aquarium ....die Wasserpest zb .
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 28. Januar 2016, 20:24

Hoi,

als Alleinfutter eher nicht geeignet. Hauptgift sind die Oxalate. Oxalate komplexieren zwar nur mehrwertige Kationen (vor allem mit Calcium im Verbund unlöslich: Calciumoxalate sind gerne als nierenschädigende Substanz im Menschen zu finden), die müssen den Ameisen eben in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Es gibt aber auch Spuren von Aroin, Nikotin, Aminen und cyanogenen Verbindungen darin. Streichung mit Hinweis auf Folgebeitrag.
Kann man schon einmal geben. So krass toxisch wie z.B. Kirschlorbeer wirkt das nicht.

Quelle: http://www.vetpharm.unizh.ch/giftdb/pflanzen/0010_tox.htm
Linkkorrektur: http://www.vetpharm.unizh.ch/giftdb/pfl ... 11_tox.htm <- hier geht es um Epipremnum aureum, die Efeutute, siehe Themenstart
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon Hopfensack » Donnerstag 28. Januar 2016, 20:41

In deinem Link geht es um den Aronstab . Das ist eine recht bekannte Giftpflanze .

Epipremnum aureum (Efeutute) gehört zur selben Familie (Araceae) ist aber nicht als "Giftpflanze " bekannt .

Edit....Sie ist doch schwach giftig (Vergiftungssymptome nach Aufnahme großer Pflanzenmengen.)

Quelle : http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm ... halt_c.htm
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 28. Januar 2016, 20:51

Hoi,

Tatsache^^. Damit gilt nur noch die Sache mit den Oxalaten.

http://www.vetpharm.unizh.ch/giftdb/pfl ... 11_tox.htm

@ Steffen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser :D
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Re: Efeutute als Futter für Blattschneider geeignet?

Beitragvon Merkur » Donnerstag 28. Januar 2016, 20:52

Hallo NIPIAN,

Bei der verlinkten Seite geht es ja um Arum-Arten, die Gattung Aronstab, die bekannt giftig sind!

Die Familie der Aronstabgewächse umfasst aber zahlreiche andere Gattungen und Arten, darunter auch die Efeutute (Epipremnum aureum, Syn.: Epipremnum pinnatum (L.). https://de.wikipedia.org/wiki/Aronstabgew%C3%A4chse
Sogar eine wichtige Nahrungspflanze ist dabei, der Taro (Colocasia esculenta), dessen stärkehaltige Knollen genutzt werden.

Zur näheren Verwandtschaft der Efeutute gehört die Monstera (Fensterblatt) https://de.wikipedia.org/wiki/Fensterbl%C3%A4tter
Ihre Ausbeutung durch Atta sp. im Freiland habe ich hier dokumentiert: viewtopic.php?f=50&t=79&start=480#p9911

Es kommt halt, wie so oft, auf die Art an! ;)

Edit zum letzten Beitrag von Hopfensack: Die Ameisen selbst nehmen ja keine großen Mengen Blätter auf. Ob Oxalatkristalle dem Pilz schaden, weiß ich nicht.
MfG,
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