Fliegende Brandstifter?

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Fliegende Brandstifter?

Beitragvon Merkur » Sonntag 14. Februar 2016, 13:18

http://www.spektrum.de/news/legen-voege ... er/1399195

Greifvögel sollen in Australien bei Buschbränden brennende Zweige benutzen, um Brandflächen zu vergrößern. Dabei werden
Kleinsäuger und Reptilien aufgescheucht, sodass sie Beute der Vögel werden können.

MfG,
Merkur

S.a. hier: https://www.antstore.net/forum/waldbran ... t4566.html
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Re: Fliegende Brandstifter?

Beitragvon Emse » Sonntag 14. Februar 2016, 15:46

Möglich! Über das beobachtete Verhalten des Schwarzmilans wird im Internet immer wieder mal (kurz & knapp) berichtet:

[..] ""Weitere ungewöhnliche Werkzeugeinsätze sind zum Beispiel vom Schwarzmilan bekannt, den die Aborigines in Australien auch Feuerfalke nennen, denn er soll ihren Beobachtungen zufolge glimmende Holzstöcke zur punktuellen "Brandrodung" abwerfen, um die flüchtenden Kleintiere zu erbeuten."" Quelle: 2011, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 04626.html


Trotzdem habe ich noch leichte Zweifel an der "Story", deshalb: Pics or it didn’t happen! :)
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Zuletzt geändert von Emse am Sonntag 14. Februar 2016, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
Emse
 

Re: Fliegende Brandstifter?

Beitragvon swagman » Sonntag 14. Februar 2016, 18:44

Zum Glück könnte man Buschfeuer in Australien auch bekämpfen!
Vielleicht mit Elefanten?
http://www.spektrum.de/news/elefanten-nach-australien/1140833
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Re: Fliegende Brandstifter?

Beitragvon Merkur » Montag 15. Februar 2016, 11:40

Eigentlich sollte man meinen, dass Australien wahrlich genug Fehlschläge mit der absichtlichen oder unbeabsichtigten Ansiedlung gebietsfremder Organismen gesammelt hat. :(
Aber der Artikel zeigt, dass es auch in diesem Land notorisch Unbelehrbare gibt, sogar unter den Wissenschaftlern! :roll:

Zwar wird festgestellt: „Doch Feuer sind nicht die einzige ökologische Sorge Australiens: Der Kontinent wird auch von invasiven Arten überrannt.“ Aber dann folgt Unsinn, den ein Wissenschaftsmagazin nicht abdrucken sollte:
„Die eingeschleppten Spezies füllen teilweise Nischen, die durch ein Massenaussterben vor 50 000 Jahren während des Pleistozäns entstanden sind. Parallel zur Ankunft der ersten Menschen in Australien kollabierte die örtliche Megafauna, die aus riesigen Beuteltieren (manche ähnlich groß wie Nilpferde), Reptilien und Vögeln bestand. Die genauen Gründe für ihren Untergang liegen noch im Verborgenen; die Lücken im Nahrungsnetz wurden anschließend jedenfalls durch Schweine, Ziegen, Rinder, Pferde, Esel, Dromedare, Büffel und Rehwild besetzt.“

Das Aussterben der “Megafauna“ kennen wir ja auch aus Eurasien und Nordamerika (Mammut, Wollnashorn,…). Doch anders als hier bei uns liegt in Australien ein sehr beträchtlicher Abstand von 40-50.000 Jahren zwischen diesem Aussterben und der „Besetzung der Lücken im Nahrungsnetz“ durch die genannten Arten. Die „Aborigines“ brachten bei der Besiedlung des australischen Kontinents vor 40-60.000 Jahren keine Großtiere mit. Das geht erst auf das Konto der britischen Neuankömmlinge vor gerade mal ca. 250 Jahren! Das „anschließend“ in dem zitierten Absatz ist also total irreführend!

Ich will nicht im Einzelnen auf alle fragwürdigen Bemerkungen in dem Spektrum-Artikel eingehen. Aber man denke daran, dass jede Einschleppung „neuer“ Glieder in ein Ökosystem gravierende Folgen haben kann! Die von Europäern eingebrachten Rinder z. B. wurden mittelbar zur Ursache der berüchtigten Fliegenplage in Australien: Der Rinderdung liegt lange auf dem Boden, so dass sich Fliegenmaden darin entwickeln können. Zur Abhilfe hat man europäische Dung- und Mistkäfer eingeführt, die den Dung vergraben, usw. (Details habe ich nicht mehr parat). - Für Elefantendung müsste man wohl Termiten ansiedeln, die sich in Afrika und SE-Asien darüber hermachen. Doch wer kann sagen, was den Termiten sonst noch schmecken würde?

Feuer ist in Australien ein natürlicher Ökofaktor, der mit Sicherheit bereits eine wichtige Rolle spielte, lange bevor die Aborigines den Kontinent besiedelten: Wie sonst will man erklären, dass es dort eine ganze Reihe von Pflanzenarten gibt, die zur Keimung der Samen auf Feuer bzw. Rauch angewiesen sind? Eine derartige Anpassung entsteht nicht innerhalb von ein paar Jahrhunderten oder Jahrtausenden.

Ich habe mich 2006 ziemlich intensiv mit der Problematik des „fire managements“ befasst. Mir erscheint es als gangbarer Weg, unkontrollierte Großbrände zu vermeiden. In meinem zitierten Beitrag (im Antstore-Forum; damals gab es Probleme mit dem AF) habe ich ja darüber berichtet: https://www.antstore.net/forum/waldbran ... t4566.html

Ich bin leider immer wieder mal enttäuscht von allzu plakativen und spekulativen Beiträgen im “Spektrum“! :(

MfG,
Merkur
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