Zur Spurtreue von Lasius niger

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Zur Spurtreue von Lasius niger

Beitragvon Merkur » Donnerstag 8. Dezember 2016, 15:53

Lasius niger folgen Pheromonspuren genauer als man bisher annahm, dennoch mit viel Variation. Dies ist unabhängig von der „Aufgabe“ (task) der Ameisen, wobei sich „scoutende“ (naive Kundschafterinnen) Tiere nicht anders verhalten als rekrutierte (die „wissen“, dass es Futter gibt, aber nicht, wo) und solche, die zu einer bekannten Futterquelle hin- und zurück laufen.

Tomer Czaczkes, Martin Castorena, Roger Schürch & Jürgen Heinze (2016): Pheromone trail following in the ant Lasius niger: High accuracy and variability but no effect of task state.-
Physiological Entomology 28 OCT 2016 | DOI: 10.1111/phen.12174

Abstract:
The use of pheromone trails in ant colony organization is an important model for understanding collective decision-making and complex adaptive systems. The ant Lasius niger L. (Hymenoptera: Fomicidae) is one of the main model organisms used for such studies. Key to understanding pheromone trail use by ants is knowing how well trails are followed. The results of a previous study suggest that L. niger trail following is poor, with between 60% and 70% accuracy at a T bifurcation. It is hypothesized that the true trail following accuracy is higher, and that the low accuracy reported previously is the result of a methodological error. Specifically, it is hypothesized that ‘task state’ (i.e. what the ants ‘thought they were doing’) affected pheromone following accuracy. In the present study, the task state of the ants is set experimentally to one of three states: scouting (completely naive), recruited (having information that food has been found, but not where it is) and shuttling (having a strong memory of the location of a food source). Trail following accuracy is tested for each group. Trail following is found to be more accurate than previously reported: 83%, 82% and 74% correct decisions for scouts, recruits and shuttlers, respectively. However, the difference between the three groups is not significant. Importantly, very high inter-trial variation is reported both in the present study and in experiments from other research groups. This variation is unexplainable by trail strengths or colony-level differences, and is highlighted as an important factor when experimentally measuring trail following.

MfG,
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Re: Zur Spurtreue von Lasius niger

Beitragvon LynnLectis » Freitag 9. Dezember 2016, 20:33

Merkur hat geschrieben:Lasius niger folgen Pheromonspuren genauer als man bisher annahm, dennoch mit viel Variation. Dies ist unabhängig von der „Aufgabe“ (task) der Ameisen, wobei sich „scoutende“ (naive Kundschafterinnen) Tiere nicht anders verhalten als rekrutierte (die „wissen“, dass es Futter gibt, aber nicht, wo) und solche, die zu einer bekannten Futterquelle hin- und zurück laufen.


Und ich dachte, ich hätte keinen Blick dafür, als ich keinen Unterschied sehen konnte im Verhalten von Ameisen mit "Futterquellenwissen" zu Auskundschafter-Ameisen, beide suchten das Terrain ähnlich "systematisch" ab, so mein Laieneindruck.
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LG Lynn
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Re: Zur Spurtreue von Lasius niger

Beitragvon Trailandstreet » Samstag 10. Dezember 2016, 17:31

Ich denke, da liegst Du mit Deinem Laieneindruck gar nicht so falsch. So etwas lässt sich in Summe nur mit entsprechender Technik ermitteln. Da muss man dann schon eine Kamera drüber hängen und die mittlere Spurabweichung per Software ermittlen lassen. Der rein visuelle Eindruck kann da sein, wie er will der trügt meistens.
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Re: Zur Spurtreue von Lasius niger

Beitragvon Merkur » Samstag 10. Dezember 2016, 20:27

Im Experiment hat man die Tiere in oder auf einem T-förmig gegabelten Weg laufen lassen. Eine Seite war mit einer Spur versehen, aber nicht 100 % wählten diese "richtige" Seite. So kommt es zu der Angabe, dass die Genauigkeit des Spurfolgens nur 60 oder 70 % (in der neuen Untersuchung eher um 80 %) erreicht. Solche T-Stücke (Brücken oder Rohre) lassen sich leicht gegen neue, "saubere" bzw. nur nach einer Richtung bespurte auswechseln, denn man muss ja ausschließen, dass jede neu dort laufende Ameise selbst eine Spur hinterlassen kann. Geduldsarbeit! ;)

MfG,
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