Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Donnerstag 18. Juni 2015, 16:55

Ich gebe zu, ein wenig erschrocken bin ich heute schon, als ich kontrollieren wollte ob die Erdhummel, die im Frühjahr Interesse am eigens aufgestellten Hummelkasten gezeigt hatte, nun eingezogen war. Vorsichtig hob ich den Holzdeckel und schaute ins Nestinnere - erkennen konnte ich nur einen schwarzen Fleck auf dem Nistmaterial, da summte es plötzlich am Holz. Oh! Unbemerkt hatte eine Hornissenkönigin ein tennisballgrosses Nest an der Unterseite des Holzdeckels angelegt - und Mama war zu Hause!

Der erste Schreck ob dem unerwarteten Fund wich sogleich der Begeisterung: Die grösste Faltenwespe Mitteleuropas hat Einzug in meinen Hummelkasten gehalten.
Hummelkasten.JPG
Hornissennest im Hummelkasten.JPG
Blick ins Hornissennest.JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Merkur » Donnerstag 18. Juni 2015, 19:48

Falls sich jemand daran erinnert: In 2011 hatte ich einen längeren Hornissenbericht im Ameisenforum. Ist sogar noch samt Bildern einzusehen:
http://www.ameisenforum.de/andere-insek ... 44333.html

MfG,
Merkur
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 18. Juni 2015, 21:12

Mir ging es ähnlich, ich hab nämlich Hummeln im Vogelkasten. Da ist auch schon eine Hornisse rumgeschwirrt. Ich weiß nicht, ob sie das Nest ausgekundschaftet hat.
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Merkur » Freitag 19. Juni 2015, 15:16

Hier füge ich noch mal zwei Bilder ein von „meinem“ Hornissennest im Vogelnistkasten, kurz vor der Apfelernte Ende September 2011.

Vespa-1.jpg
Der Nistkasten wurde zu klein...
Vespa-2.jpg
Die Bewohner
Den von den Hornissen arg ramponierten Nistkasten musste ich im Herbst, nach dem Absterben des Volkes, entfernen und zerlegen.
Das Innen-Nest habe ich zunächst in einem nach vorn offenen Holzkistchen an meiner Wildbienen-Favela deponiert um zu sehen, ob sich etwas in den leeren Zellen einnistet.
In 2012 tat sich nichts dergleichen.
Nun habe ich eine gewisse Schwäche dafür, langfristige Beobachtungen zu machen. Wie lange dauert es, bis so ein Wespennest zerfällt, wenn es dem Wetter ausgesetzt ist?
Das Nest wurde mit nach oben offenen Waben unter einen Eibenbusch gelegt, wo es zwar gegen schwachen Regen von oben geschützt war, aber schräg fallender Regen und Schnee konnten es immer wieder erreichen.
Heute, 3 ½ Jahre nach Aufgabe des Nestes, sieht das so aus:

Vespa-Nest_5266.jpg
Das Nest 3 1/2 Jahre später, im Freien
Der Wespenspeichel enthält Chitin, das wohl für die „Wetterfestigkeit“ des papierartigen Nestmaterials verantwortlich ist.

MfG,
Merkur
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Bob » Freitag 19. Juni 2015, 17:00

Wow,

wir hätten den BER von Hornissen bauen lassen sollen. Deren "Flughäfen" sind nach nem halben Jahr fertig und scheinen was zu taugen. :D
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Freitag 19. Juni 2015, 18:58

So, dann will ich her mal berichten, wie es mit den Überraschungsgästen weiter gegangen ist bzw. gehen soll:

Um mir die Beobachtung etwas zu vereinfachen und die Hornissen später weniger zu stören, habe ich mich dazu entschlossen, den inneren Holzdeckel durch eine Plexiglasscheibe zu ersetzen. Solange das Volk noch von geringer Stärke ist, kann ich den Fortschritt beim Nestbau so beobachten und dokumentieren ohne dass ich jedesmal das ganze Nest aus dem Kasten heben muss.

Dazu musste ich einen Moment erwischen, in dem die gute Gründerkönigin gerade ausserhalb des Nestes auf Nahrungssuche war, mit einem Messer das Stielchen vom Holz abtrennen und ersteres mit Heissleim wieder an die passgenaue Plexiglasscheibe kleben. Nach zwei Minuten war der Spuk vorüber.

Kaum war die Plexiglasscheibe angebracht und die Aussenhülle verschlossen, kam "Mutti" auch schon wieder zurück. Den "Erkundungsflug", den sie um den Kasten unternahm bevor sie hinein krabbelte, lässt mich vermuten, dass sie mich schon eine Weile aus sicherer Entfernung beobachtet hat. Oder war es doch nur Zufall und gutes Timing? Rolf Witt berichtet in seinem Buch "Wespen", dass Vespa crabro "Personen am individuellen Geruch und an der Stimme unterscheiden" können. Ich hoffe mal, sie nimmt mir die neue Einrichtung nicht übel. ;)

Leider muss ich dem Tier noch weitere Unannehmlichkeiten bereiten. Das Nest war für ein kleines Hummel-Volk gedacht und steht nun mitten in meiner Schildkrötenanlage, 3 Meter vom Hauseingang meiner Eltern entfernt - Flugrichtung Gartensitzplatz. Dort kann das Nest leider nicht bis zum Herbst bleiben.

Ich fasse also eine Umsiedlung ins Auge. Die soll aber erst stattfinden, wenn die Königin erste Arbeiterinnen hat. Da unsere Hornissen ausserden praktisch Tag und Nacht fliegen, muss ich einen kalten, sehr regnereischen Tag erwischen. Hat jemand sonstige Tipps für mich?
Hornissennest mit Heissleim an Plexiglasscheibe geklebt.JPG
Das Nest klebt jetzt an einer Zwischenscheibe aus Plexiglas.
Hornissenkönigin kehrt zurück.JPG
Die Königin kehrt zurück.
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Sonntag 21. Juni 2015, 13:49

Gestern konnte ich eine interessante Boabachtung am Flugloch machen. Kurz nachdem die Königin in den Kasten schlüpfte, kam eine zweite Hornisse angeflogen. Etwas weniger zielstrebig als ihre Vorgängerin, verschwand sie dennoch schnell im Eingang.

Was hatte das zu bedeuten? Gab es bereits eine erste Arbeiterin? Dafür schien sie aber viel zu gross! Gründen Hornissen etwa in Pleometrose? Davon hatte ich noch nie gehört! War es die selbe Hornisse? Die hätte ich doch abfliegen sehen!

Ich beschloss nachzuschauen und öffnete den grünen Holzbeton-Deckel. Im Innern sah ich eine Hornissenkönigin auf dem Streu am Boden der Kiste herumlaufen. Sekunden später flog eine zweite Königin von der Wabe her direkt auf die am Boden sitzende zu. Diese flog beim Versuch wegzufliegen gegen die Plexiglasscheibe an der Decke. Die zweite Königin tat das selbe, beide Tiere schienen verunsichert, gingen sich aus dem Weg und versuchten durch das Plexiglas zu kommen.
Ich schloss den Deckel wieder und wenig später verliess eine Hornisse zielstrebig den Ausgang. Die zweite, so vergewisserte ich mich, sass wieder im Nest auf den Waben.

Eine kurze Internet-Recherche brachte die für mich völlig neue Erkenntnis, dass es bei den Hornissen (und einigen anderen Vespenarten) eine ausgeprägte intraspezifische Konkurrenz gibt. Es gehört offenbar schon fast zur Regel, dass Hornissen in der Gründungsphase durch ihre Artgenossinnen gestört werden, die versuchen die ursprüngliche Besitzerin zu töten und das Nest zu übernehmen! Ich musste Zeuge einer "Auskuntschaftung" geworden sein, die ich wohl durch das anheben des Deckels und plötzlichen Lichteinfall gründlich vermasselte.

Findet eine Wespen- oder Hornissenkönigin ein fremdes Nest, so inspiziert es zunächst vorsichtig dessen unmittelbare Umgebung. Dem Beobachter fallen fremde Königinnen in dieser Anfangsphase durch ihr unsicheres und ängstliches Verhalten auf. Erscheint die rechtmäßige Besitzerin, so fliegt das fremde Tier gewöhnlich ab, um nach einiger Zeit wieder am Neststandort zu erscheinen. Dieser Vorgang kann sich mehrere Male wiederholen, wobei die fremde Königin zunehmend aggressiver und mutiger agiert. Schließlich postiert sie sich am Flugloch, auf der Nesthülle oder dringt sogar in das Nestinnere ein. In diesem Stadium kommt es zum Kampf zwischen der Eigentümerin des Nestes und der Okkupantin. Besitzt das Volk bereits einige Arbeiterinnen, so unterstützen diese ihre Mutter bei der Verteidigung des Nestes. Zwar bricht die fremde Königin in manchen Fällen die Konfrontation ab und flieht, häufig wird jedoch eines der kämpfenden Tiere zu Tode gestochen.

Weiter zum ganzen Text von Thomas Rickinger auf hornissenschutz.de
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Sonntag 5. Juli 2015, 23:39

Die obige Vermutung hat sich bestätigt: Offenbar kam es zu Übernahmeversuchen (oder gar einer Übernahme?) des Nestes durch eine fremde Hornissenkönigin. Eine tote kleine Arbeiterin und eine tote Königin im Hummelkasten lassen keinen anderen Schluss zu. Meine Eltern konnten zudem beobachten, wie mehrere Arbeiterinnen am Samstag den Nesteingang zum Kasten bockierten und eine anfliegende Königin abwehrten. So wie es ausschaut, sollten das kleine Volk jetzt stark genug sein, um einzelne Königinnen (die in der Hitze ihre Nester an ungeeigneten Orten verlassen mussten? Unter gewissen Dächern wurde es über 50°C heiss) abzuwehren. Es besteht jetzt aus mindestens 5 adulten Arbeiterinnen und der "Weisel".

Leider hat der Heissleim das Nest nicht gehalten, es ist auf den Kastenboden gefallen. Vorerst wird es weiter gebraucht, aber ich vermute, dass bei Bedarf ein neues direkt an der Plexiglasscheibe errichtet wird.

An eine Umsiedlung ist bei dem "tollen" Wetter leider noch nicht zu denken...
Tote Königin und Arbeiterin im Nest.JPG
Hornissen Arbeiterinen im Nest.JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Montag 6. Juli 2015, 21:37

Die Tiere bauen tatsächlich mit Eifer an einem neuen Nest. Diesmal aber nicht an der Decke (Plexiglasscheibe), sonder an der frontalen Seitenwand. Mit etwas Glück, ermöglicht mir das später sogar Einblicke ins Nestinnere, sobald das Nest gross genug ist...
Hornissen bauen neues Nest.JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Montag 27. Juli 2015, 12:28

Ein kurzer Kontrollblick über Mittag zeigt, dass die Entwicklung durchzogen verläuft: Zwar sind die Waben an der Seitenwand inzwischen auf ca. 3 cm Durchmesser ausgebaut worden. Allerdings gibt es auch ein Stielchen mit Wabenansatz am Plexigals - die Tiere sind sich offenbar nicht ganz einig, wo das neue Nest hin soll. Das (alte) Nest am Boden schaut verwaist aus und die Königin ist nirgends zu sehen, dafür liegt eine weitere Arbeiterin tot am Kastenboden.

Immerhin: Drei Arbeiterinnen haben sich auf der Wabe an der Seitenwand niedergelassen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Königin im alten Nest oder auf Nahrungssuche befindet.

Ich berichte bald weiter, dann auch mit Bildern!
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Mittwoch 5. August 2015, 22:59

Die Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet. Letzte Woche waren nur noch zwei Arbeiterinnen im Kasten. Eine an der Wabe und eine schien den Nesteingang zu bewachen.
Diese Woche lag nur noch eine tot Arbeiterin im Kasten und zwei Larven lagen unter dem neuen Nest. Der Bericht endet also leider hier.
Hornisse bewacht Eingang.JPG
Hornisse an neuem Nest.JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Boro » Donnerstag 6. August 2015, 10:01

Schade, trotzdem ein sehr interessanter Bericht. Diese respekteinflößenden Insekten faszinieren mich. Zum Glück ist heuer ein Wespen(Hornissen)-Jahr! Gestern hatte ich mit dem hiesigen Naturwiss. Verein eine Exkursion zu meinen geliebten Amazonen geleitet und dabei konnten wir in einem hohlen Obstbaum ein schönes Hornissennest bewundern. Obwohl lauter Entomologen, waren nicht alle Teilnehmer so begeistert wie ich.....
L.G.
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Donnerstag 6. August 2015, 12:15

Ja, schade! Die Gründung scheint bei Hornissen viel weniger unproblematisch zu verlaufen, als ich früher angenommen hatte. Dazu scheint die intraspezifische Konkurrenz ja einiges beizutragen. Meine Störungen könnten auch ihren Teil geleistet haben, das Volk zu schwächen. Ausserdem lauern einfach viele Gefahren auf Hornissen. Mir fällt natürlich als erstes der Mensch ein: Hornissen sind bei uns in der Schweiz weder geschütz noch sonderlich beliebt. Die Tiere können ja wirklich schmerzhaft stechen, auch wenn sie es kaum tun. Sie fliegen sogar in der Nacht (auch gerne mal durchs offene Fenster) und fressen u.a. (Honig-)Bienen. Das passt zu der gemischten Gefühlen, sogar unter Entomologen, die du beschreibst ;)

Immerhin, auch bei uns ist es ein Wespen/Hornissenjahr und die Tiere begeistern (manche) ja auch ausserhalb des Nestes.
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Montag 14. November 2016, 12:44

Kleiner Nachtrag: Ich kann nicht behaupten, dass mein Hummelkasten unbeliebt ist. Ausser bei Hummeln :D
Im Frühjahr blieb der Kasten verwaist, nun ist er wieder bewohnt! Ein Kontrollblick vor dem Winter verriet dies rasch, denn der Neuzuzüger ist leider nicht sehr reinlich, wie man in den unteren Ecken gut erkennen kann. Dafür ist er fotoscheu und schnell.
Maus im Hummelkasten.JPG


Es handel sich sicher um eine Spitzmaus, die Art konnte ich aber nicht bestimmen. Trotz seiner schlechten Angewohnheiten darf das Tier über den Winter bleiben. Im Frühjahr werde ich die Maus aber vor die Türe setzen und den Kasten verstellen. Vielleicht bringt das Erfolg, einige Hummelarten nisten bekanntlich gerne in verlassenen Mäusenestern...
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Freitag 21. April 2017, 15:19

Alles- ausser Hummeln...?!

Im Vorfrühling hatte ich die Spitzmaus vor (bzw. unter) die Tür gesetzt (dort hatte sie sich nämlich einen Gang gegraben) und den Kasten um rund 100 m verschoben. Am neuen Standort sind inzwischen Nachmieter eingezogen. Leider wieder keine Hummeln! Sondern erneut eine Mäuseart, die ich aber nicht sicher bestimmen kann, vermutlich (Zwerg-) Waldmäuse (Apodemus). Da es sich um ein Pärchen handelt - und die Hummeln sowieso mit der Nistplatzsuche durch sind - dürfen sie bis zum nächsten Frühjahr bleiben...

IMG_9301 (2).JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Merkur » Freitag 21. April 2017, 16:34

:) :D ;) Das ist halt Natur!

Die Zwergmaus dürfte es nicht sein; die ist struppiger, und sie legt kugelige Grasnester im Gesträuch an.
Ich tippe auf Waldmaus (Apodemus silvestris); die Gelbhalsmaus (A. flavicollis) käme auch noch in Frage. Beide haben ihre Nester allerdings im Boden oder in/unter morschem Holz.
Es kann sein, dass sie in dem Hummelkasten nur den Winter über gewohnt haben. Aber nett sind sie allemal!

MfG,
Merkur
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Reber » Freitag 21. April 2017, 18:51

Hallo Merkur,
ja, ich denke du hast recht, es dürfte eine Waldmaus sein. Bzw. zwei! Die Tiere haben sich im Kasten eingerichtet, er ist voller Eicheln etc. Aber den Winter können sie unmöglich im Hummelkasten verbracht haben. Der stand nämlich an einenm andern Ort und war besetzt von einer Spitzmaus. Hier ein (schlechtes) Bild vom Vormieter ;)

IMG_3363 (3).JPG
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Re: Hornissen (Vespa crabro) im Hummelkasten

Beitragvon Merkur » Samstag 22. April 2017, 10:18

Vor vielen Jahren hatten wir ein unerklärliches Geräusch aus dem Zwischenraum unter dem Boden des Speichers und der abgehängten Holzdecke des Wohnzimmers.
Immer wieder kam ein Klappern von oben, als rollte da jemand Schusser (Murmeln) kreuz und quer durchs Zimmer. :?:
Durch eine Öffnung oben im Boden konnte ich Haselnüsse entdecken. Aus Sorge, dass sich da Hausmäuse eingenistet hätten, stellte ich eine Schlagfalle
auf. Darin fing sich der Übeltäter: Leider war es eine Waldmaus! :(
Über eine Eibe, die bis zur Dachrinne hochgewachsen war, muss sie nach oben gelangt sein. Von einem nebenan stehenden Haselnussstrauch hat sie sich wohl ihr "Spielzeug" geholt. Ich nehme an, dass ihr die Nüsse beim Aufnagen immer mal entglitten und dann klackernd über die Bretter gekollert sind.
Die Eibe habe ich gestutzt, und seitdem ist Ruhe. :roll:

MfG,
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