über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Freitag 9. September 2016, 16:16

Hier ein Pressespiegel der letzten Tage zur aktuellen Xylella-Situation in Deutschland und in der Schweiz:

Droht Thüringen eine Pflanzen-Pest? Feuerbakterium nachgewiesen / http://www.thueringen24.de/thueringen/a ... iesen.html

Feuerbakterium in Sachsen entdeckt: Pufferzone auch in Teilen Thüringens / http://www.jenatv.de/mediathek/35613/Fe ... ngens.html

Pflanzenkiller Xylella: Die Auswirkungen des Bakteriums reichen bis nach Basel/ http://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt ... -130545633

Insgesamt gesehen (noch) kein wirtschaftlicher (bzw. biologischer) GAU (wie in Apulien), aber noch immer sind keine Gegenmittel gefunden. :redface:
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Sonntag 9. Oktober 2016, 15:01

Warum man auf Mallorca in Zukunft Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachten kann
(und wie man sich dabei verhalten sollte):


Auf Ibiza waren sie schon, auch an Stränden bei Girona, Tarragona und Alicante. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Schildkrötenweibchen auch auf Mallorca Eier ablegen. "Das hat mit dem Klimawandel und der Erwärmung des Meeres und des Sandes am Strand zu tun", erklärt Guillem Félix vom Palma Aqua­rium. [..]

"Wer eine Schildkröte am Strand beobachtet oder auch nur auf die typische Kriechspur stößt, soll sofort die Notrufnummer 112 anrufen", sagt Guillem Félix. Die Unechte Karettschildkröte (span. tortuga boba, lat. Caretta caretta) kann bis zu 120 Zentimeter lang und 110 Kilo schwer werden. Möglicherweise handelt es sich bei dem Strandbesucher aber auch um eine echte Karettschildkröte (span. tortuga carey, lat. Eretmochelys imbricata), die sich von der unechten durch einen dickeren Kopf mit mächtigeren Kiefern unterscheidet, etwas kleiner ist und sich bisher nur selten ins Mittelmeer verirrte.


Caretta caretta.jpg
Unechte Karettschildkröte / Bildquelle Wikipedia

Die Eiablage erfolgt meist abends oder nachts. Strandgänger sollten einen Abstand von mindestens 30 Metern einhalten, die Tiere aber im Auge behalten und sich nicht zu weit entfernen, bis die Meeresbiologen eintreffen. "Und die Tiere bitte auf keinen Fall mit Blitzlicht fotografieren", sagt Guillem Félix. Die Ablage dauert mehrere Stunden, die Schildkröte vergräbt dabei mit den Vorderflossen bis zu 150 oder auch mehr Eier im Sand, und das im Abstand von zwölf bis 23 Tagen gleich mehrfach. Nur die wenigsten geschlüpften Schildkröten überleben.

Dass die Schildkröten an den Stränden der Balearen Eier ablegen, ist über die Jahrhunderte immer wieder vorgekommen. "Aber das waren Einzelfälle, Ausnahmen, die die Regel bestätigten", so Guillem Félix. Die Regel, das war bislang: Die Schildkröten kriechen bis Ende Oktober immer dort an Land, wo sie geboren wurden: im östlichen Mittelmeer an Stränden der Küsten Griechenlands (etwa Zakynthos und Kefalonia), Zyperns (Lara Bay) und der Süd-Türkei (nahe dem Ort Anamur). Oder aber auch an der Atlantikküste der Kapverden oder Floridas.

An vielen dieser Strände aber ist die Eiablage seit einiger Zeit rückläufig. Mehr noch: Dort schlüpfen oftmals zu viele Weibchen und zu wenig Männchen - wahrscheinlich, weil der Sand zu warm ist. "Wie das Tier erkennt, dass es kühlere Ecken aufsuchen muss, damit mehr Männchen geboren werden und die Art erhalten bleibt, wissen wir noch nicht", sagt der Experte vom Palma Aquarium. Fakt aber ist, dass die Karettschildkröten vermehrt in andere Gebiete schwimmen, um ihre Eier abzulegen. Dafür nehmen sie auch lange Reisen in Kauf - etwa von der Karibik bis ins Mittelmeer.

Für viel Aufsehen sorgte etwa vergangenes Jahr ein Exemplar, das Anfang Juni am Strand von Santa Eulària auf Ibiza mehrmals an Land kroch und dort direkt an der Strandpromenade anfing zu buddeln. Das etwa 40 bis 50 Jahre alte Tier - das an dieser Stelle nicht geboren sein kann, weil es dort früher gar keinen Sandstrand gab - kehrte jedoch immer wieder ins Meer zurück, ohne die Eier abgelegt zu haben. Der Sand war womöglich zu hart. Obwohl der Strand um das Tier schnell abgeriegelt und das entsprechende Einsatzprotokoll in Gang gesetzt wurde, tauchte danach ein Bild auf, auf dem ein Strandbesucher der Schildkröte zwei Plüschtiere auf den Schild setzte. So etwas soll sich nicht noch einmal wiederholen. Schon Monate vor dem Besuch auf Ibiza waren Schildkröten am spanischen Festland an Land gegangen. Die Forscher haben bislang sechs Ablagestellen an Stränden bei Alicante, Girona, Almería und Tarragona identifiziert.

Die Unechte Karettschildkröte war wegen ihrer Eier, ihres Fleisches und ihres Fettes bis zum Exzess gejagt worden und ist akut vom Aussterben bedroht. Sie steht unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens. Heute geht die größte Gefahr von Schleppnetzen aus, in denen sich die Tiere verfangen. Und von Plastiktüten, die die Schildkröten irrtümlich für Nahrung halten. [..]


Quelle: Mallorca-Zeitung / Autor: Ingo Thor / http://www.mallorcazeitung.es/tiere/201 ... 46375.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Merkur » Mittwoch 19. Oktober 2016, 14:17

Und wieder eine neue….

Zickzack-919.jpg
So fängt es an...
Die Zickzack-Ulmenblattwespe Aproceros leucopoda wurde 2003 erstmals in Europa, in Polen, nachgewiesen. Sie war aus Japan und China bekannt, breitet sich aber nun in Ost- und Mitteleuropa aus. Nach dem „Ulmensterben“ durch eine vom Ulmensplintkäfer verbreitete Pilzerkrankung ist dies
nun eine weitere Bedrohung der diversen Ulmenarten. Selbst Ulmen-Neuzüchtungen,die gegen das Ulmensterben resistent sind, werden befallen.

Ein Faltblatt mit Informationen und eindrucksvollen Bildern ist hier herunter zu laden:
http://www.jki.bund.de/fileadmin/dam_up ... wespe_.pdf
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Aproceros_leucopoda
"Aproceros leucopoda wird von Forstschutzexperten als eine invasive Art angesehen, die die europäischen Ulmenpopulationen schädigt".

MfG,
Merkur
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Freitag 2. Dezember 2016, 20:48

Es geht weiter, mit dem Feuerbakterium, das nach Italien auch schon auf Korsika, in Süd-Frankreich, vereinzelt in der Schweiz und in Deutschland festgestellt wurde. Jetzt ist Xylella fastidiosa auch in Spanien angekommen:

Das sogenannte Feuerbakterium hat Mallorca erreicht. Allerdings handelt es sich dabei bislang um eine relativ harmlose Unterart des Schädlings, der etwa in Italien schon Zehntausende Olivenbäume zerstört hat und gegen den bislang kein Mittel bekannt ist.

Wie erst jetzt bekannt wurde, stellten Biologen des balearischen Umweltministeriums im Oktober bei einer Routineuntersuchung in einer Gärtnerei in Porto Cristo den Befall an drei Kirschbäumen fest. Fachleute kennen den Krankheitserreger, der eine Vielzahl von Pflanzen befallen kann, unter dem lateinischen Namen Xylella fastidiosa. Es ist das erste Mal, dass das Bakterium in Spanien nachgewiesen wird.

Die auf Mallorca festgestellte Unterart sei ein Erreger, der bislang ausschließlich Kirschbäume oder Oleander-Pflanzen befalle, so das Umweltministerium auf einer am Donnerstag (10.11.) einberufenen Pressekonferenz. Es handele sich also nicht um die in Italien umgangssprachlich „Olivenbaum-Ebola" genannte Plage,

Vertreter von mallorquinischen und spanischen Bauernverbänden zeigten sich dennoch höchst alarmiert. Die Bäume waren bereits 2012 von einer Gärtnerei in Tarragona (Katalonien) auf die Insel gekommen. [..]

Um eine weitere Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern, sollen nun sämtliche mögliche Trägerpflanzen in einem Umkreis von 100 Metern zerstört werden. Zudem würden in einem Radius von zehn Kilometern rund um Porto Cristo Proben bei anfälligen Pflanzen entnommen. Auf Grundlage der Ergebnisse müsse man weitere Schritte erwägen. /tg/ck


Quelle: Mallorca-Zeitung / http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 47169.html

Wie "relativ harmlos" der gefundene Erreger wirklich ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ich halte euch über die weiteren Entwickungen hier auf der Insel gerne auf dem Laufenden.

Weitere Pressemeldungen zum Thema:
Olivensterben erreicht Spanien / http://www.spektrum.de/news/olivensterb ... en/1430497
Feuerbakterium springt auf Spanien über / http://www.nzz.ch/panorama/pflanzenkill ... -ld.130686
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Montag 12. Dezember 2016, 10:23

Zur Ergänzung, ein paar Hintergründe zur momentanen Situation auf Mallorca:

Das Feuerbakterium ist da / http://www.mallorcazeitung.es/report/20 ... 47709.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Merkur » Donnerstag 15. Dezember 2016, 17:03

Nosferatu in Wien -
- Zoropsis spinimana (Dufour, 1820) in drei Wiener Gemeindebezirken nachgewiesen (Arachnida: Araneae: Zoropsidae).- Beiträge zur Entomofaunistik 17: 158-163, 2016.
Die Verfasser K. P. Zulka, A. Tadler, C. Hörweg & N. Milasowsky, berichten über Funde dieser zugewanderten Spinnenart in Wien. Sie ist ursprünglich in Nordafrika, den Mittelmeerländern und der Türkei bis nach Südrussland verbreitet, wurde aber 1997 erstmals in Österreich nachgewiesen. Inzwischen besiedelt sie in rascher Folge westeuropäische Großstädte, zum Schrecken der Hausbewohner, zumal sie „riesig“ erscheint: Die Weibchen erreichen 2 cm Körperlänge, was zusammen mit den langen Beinen schon einen solchen Eindruck erwecken kann. Sie kann durch die menschliche Haut beißen, wobei die Giftwirkung allerdings als relativ gering eingeschätzt wird.
Der deutsche Name soll auf die Rückenzeichnung der Tiere hinweisen, die an die Kinogestalt Nosferatu erinnert.
Auch in der Schweiz ist sie in Basel und mehreren anderen Städten aufgetaucht. In Deutschland lebt sie in mehreren Städten entlang des Rheins, in Stuttgart hat sie ein Neubaugebiet regelrecht erobert. „Es ist wahrscheinlich, dass die etablierten Hausspinnen dabei verdrängt werden“.
Anders als die immer wieder mit Bananen eingeschleppten tropischen Spinnen kann sich die Nosferatu-Spinne also dauerhaft im Wohnbereich dauerhaft ansiedeln. Ihre Ausbreitung in Natur-Lebensräume wird erwartet.

Zoropsis_Spinimana.jpg
Die Nosferatu-Spinne
Aus: https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... uselang=fr
(Bild gedreht und ausgeschnitten, um die Maske auf dem Prosoma deutlicher zu machen)

MfG,
Merkur
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Dienstag 27. Dezember 2016, 11:18

Ein interessanter Bericht der Mallorca-Zeitung zu den Neophyten auf der Insel:
Für die einheimische Flora gefährlich: eingeführte Arten, die sich auf der Insel zu invasiven Gewächsen entwickeln

Schon der Einleitung ist zu entnehmen, dass man das Problem so wohl kaum in den Griff bekommen wird:
Importierte Pflanzen können für die Inselvegetation und ihr sensibles Ökosystem zur Gefahr werden. Der Verkauf und die Zucht „invasiver" Pflanzen ist deswegen verboten. Im Garten dürfen sie – so das balearische Umweltamt für Biodiversität – wachsen. Doch die Besitzer müssen Sorge tragen, dass sie sich nicht über den Gartenzaun davonmachen und auswildern.

Und weiter:
Tun sie das, nehmen sie einheimischen Pflanzen Licht und Platz und entziehen den Böden für die Inselflora wichtige Nährstoffe. Manche bilden mit Verwandten auch Hybride. Von den 2.000 auf den Balearen vorkommenden Spezies gelten rund 40 als invasiv. Hier die wichtigsten. [..]


Quelle: http://www.mallorcazeitung.es/leben/201 ... 47826.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Freitag 30. Dezember 2016, 15:22

Notiz: Seit ca. drei Wochen werden auf Mallorca fünf entlaufene Mangusten gesucht:
https://twitter.com/BioPiulos/status/807173951147413504

(Wenigstens müssen die kleinen Racker hier auf der Insel weder verhungern, noch erfrieren... ;) )

Nun haben die Behörden zum "Gegenschlag" ausgeholt:
Zum Bericht: http://www.mallorcazeitung.es/tiere/201 ... 48140.html
Fotostrecke: http://www.mallorcazeitung.es/multimedi ... affen.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 30. Dezember 2016, 17:09

Hallo,
für mich als absoluten Reptilienliebhaber, eine ganz schlimme Nachricht....................................
Gegen diese Räuber, hat kein wechselwarmes bei Euch heimischen Tiere eine Chance.
Dies wird sich, sollten sie sich vermehren, mehr negativ auf die Fauna auswirken, als bei den schon bei uns eingewanderten Waschbären und Marderhunden!
Gruß, Steffen
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Freitag 30. Dezember 2016, 21:09

Aus Wikipedia über Mangusten:
Die Mangusten (Herpestidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora). Sie umfassen 33 Arten, die in Afrika, dem südlichen Asien und Südeuropa verbreitet sind. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Mungos und die Erdmännchen.

Frage: Kann jemand hier im Forum anhand dieser Fotostrecke die darin abgebildeten zwei (verschiedenen?) Mangusten genauer bestimmen? Ich habe leider "kein Auge" dafür!

Den deutsch- u. spanischsprachigen Inselblättern ist dazu momentan nichts zu entnehmen. In Betracht käme für mich der Ichneumon, der in Südspanien (Festland!) u. Portugal bereits "heimisch" ist.

P.S. Danke an Steffen für seinen vorangegangenen Kommentar! Aus Wikipedia dazu, sollte es sich um Ichneumons handeln: "Sie gehen tagsüber auf Nahrungssuche und fressen Insekten, Nagetiere, Vögel und Reptilien. Wie Mungos können sie Giftschlangen durch blitzschnelles Zupacken überwältigen. Außerdem verzehren sie gerne Eier, die sie mit den Hinterbeinen aufnehmen und gegen einen Felsen schleudern, um die Schale zu knacken."
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Steffen Kraus » Samstag 31. Dezember 2016, 03:26

Hallo Emse,
da hier in der Fotostrecke richtige Exoten gezeigt werden, würde ich nicht unbedingt auf unseren Europäer Ichneumon tippen.
Eher auf die Zwergmanguste oder die Fuchsmanguste. Beide sind im Exotenhandel verbreitet und werden auch in vielen Zoos gehalten.
Die gestreifte ist eine Zebramanguste.
Gruß, Steffen

@Merkur: Nicht in der Fotostrecke, dort ist nur eine Manguste, da Emse nach zwei verschiedenen gefragt hatte, habe ich in seinem Eingangspost auf Manguste geklickt, dies ist eine Zebramanguste, rechts oben als Standartbild.
Nochmal Gruß,
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Zuletzt geändert von Steffen Kraus am Samstag 31. Dezember 2016, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Merkur » Samstag 31. Dezember 2016, 10:38

In der Fotostrecke sehe ich v. l. n. r.: Wickelbär, Kapuzineraffe, Känguru, und nur ganz rechts eine Manguste/ Erdmännchen.
Von allen vier gibt es jeweils etliche Arten. Die auf den Bildern kann ich allerdings auch nicht exakt zuordnen.
@ Steffen Kraus: Welches "gestreifte" Exemplar ist gemeint?

MfG,
Merkur
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Samstag 31. Dezember 2016, 14:57

Danke für eure Erklärungen! :-) Leider war es mir bisher nicht möglich, genau herauszufinden, welche Mangusten-Art sich zukünftig über Teile der Insel-Fauna hermachen könnte. In der Presse wird zwar aktuell gelegentlich auch von "Meloncillos" berichtet [damit wäre präzise der Ichneumon (Herpestes ichneumon) gemeint!], aber im dazugehörigen Bericht wird dann der dort abgebildete Wickelbär im gleichen Atemzug fälschlich als "Manguste" bezeichnet: http://ultimahora.es/sucesos/ultimas/20 ... jassa.html Derzeitige Situation: Unklar! :D

(Ein Grund mehr, sich zusätzlich zu den Trivialnamen auch den lateinischen und damit präziseren Bezeichnungen zu bedienen, nicht nur in Ameisenforen..)

Was aber mittlerweile sicher ist: Die fünf "Mangusten" sind bereits im Oktober auf einer Finca bei Palma entlaufen, die Besitzerin hat sogar selbst die Polizei gerufen, um sich beim Einfangen der Tiere helfen zu lassen. Leider ohne Erfolg, die Tiere wurden bis heute nicht wieder aufgefunden. Nun wurden die verbliebenen Exemplare ihres "Privat-Zoos" (die, für die sie keine Haltungserlaubnis hatte) von den Behörden beschlagnahmt.

Wünsche allen Lesern dieses Forums einen Guten Rutsch in´s neue Jahr!
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Sonntag 8. Januar 2017, 16:30

Es gibt ein paar neue Informationen:

Aufenthaltsort unbekannt: Mallorca fahndet nach fünf Mangusten / http://www.mallorcazeitung.es/tiere/201 ... 48270.html

Textauszüge aus dem Artikel:
[..] Werden sie nicht gefangen oder überfahren, dann sind die Mangusten wohl gekommen, um zu bleiben.Das wäre tatsächlich eine Katastrophe, vor allem für Mallorcas endemische Tierarten: zum Beispiel für den Balearischen Sturmtaucher, Europas gefährdetsten Seevogel, der in Bodenhöhlen an der Küste brütet. Oder für regio­nale Unterarten von Singvögeln wie Grasmücken, Goldhähnchen und Blaumeisen. Oder für die Geburtshelferkröter Ferreret, die zurückgezogen in den Tramuntana-Schluchten lebt und immer wieder kurz vor dem Aussterben steht. Und für die Balearen-Eidechse, die die von den Römern eingeschleppten Raubtiere (Ratten und Katzen) nur deshalb überlebt hat, weil die Eindringlinge damals nicht nach Cabrera und Dragonera vorgedrungen sind. Alle diese nur auf den Balearen heimischen Tiere haben genau die richtige Größe, um einer Manguste den Bauch zu füllen.
Joan Mayol ist deswegen ziemlich verzweifelt. Der Leiter der balearischen Artenschutzbehörde steht kurz vor der Pensionierung und hat in den vergangenen 30 Jahren mit ansehen müssen, wie immer mehr Wildtiere als Haustiere nach Mallorca gebracht wurden. Je höher der Wohlstand und je internationaler die Bevölkerung, desto ausgefallener die Haustiere. „Exoten sind in Mode", sagt er resigniert. Viele büchsen aus, weil die Besitzer zu nachlässig oder unerfahren sind. Manche Tierliebhaber sterben oder ziehen weg oder lassen die Tiere absichtlich frei – immer mit denselben Folgen: „Dann haben wir die Viecher am Hals."

Auch Mayols Artenschutz-Truppe, das Konsortium zum Erhalt der Balearischen Fauna (COFIB), kann davon ein Lied singen: Mehr als 20 fremde Tierarten haben sich mittlerweile auf Mallorca breitgemacht, dazu gehören Asiatische Hornissen, Halsbandsittiche, Hufeisennattern, Amerikanische Sumpfkrebse, Karpfen, Prozessionsspinnerraupen, Waschbären, Nasen­bären und jetzt auch Mangusten. [..]
[..] Derzeit durchforstet die Truppe vor allem das Umland von Sant Jordi, denn die Mangusten haben oberste Priorität. Je mehr Zeit verstreicht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, die Tiere zu finden. 18 Käfigfallen mit „Lebendfleischködern", so Ramos, sprich Mäusen, haben die Tierfahnder aufgestellt – bis jetzt ohne Erfolg. „Wir haben keine Ahnung, wo sie sein könnten", sagt Ramos. Er weiß auch nicht, ob sie noch in der Gruppe unterwegs sind oder ob sie sich getrennt haben. Hinweise von Anwohnern der Gegend lassen Ramos hoffen, dass zwei überfahren wurden. „Die können sich wenigstens nicht mehr fortpflanzen", sagt er. [..]
[..] Schuld an allem hat im Fall der Mangusten eine vermutlich deutsche Inselresidentin, die nach Joan Mayols Informationen die Tiere im Internet gekauft hat. Leider wurde sie vom Verkäufer zur Haltung der Tiere schlecht beraten. „Die sind sofort über den Zaun geklettert und verschwunden", erzählt er. Belangt oder bestraft werden kann die ehemalige Besitzerin nicht, denn noch ist das Halten von Wildtieren in Europa nicht verboten. Mayol hofft aber auf eine baldige Gesetzesänderung. [..]


An dieser Stelle einen Dank von mir an die Mallorca-Zeitung für die regelmäßige Berichterstattung zu solchen Themen!

Für Interessierte: Liste der invasiven Tierarten auf Mallorca
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Sonntag 22. Januar 2017, 19:04

Pressespiegel:

über weitere Funde des Feuerbakteriums auf Mallorca und ein Exportverbot: http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48608.html

über wandernde Flamingos, die man auf der Insel zum Brüten animieren möchte: http://www.mallorcazeitung.es/tiere/201 ... 48566.html

und über eingeschleppte Hufeisen- und Treppennattern, die auf einigen Baleareninseln langsam zur Plage und dabei ungewöhnlich groß werden: http://www.mallorcazeitung.es/tiere/201 ... 48528.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Dienstag 24. Januar 2017, 10:37

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Feuerbakterium: Mallorca muss Tausende Bäume fällen /
Das Ausmaß der Plage scheint weit schlimmer als zunächst befürchtet

Das von der EU vorgeschriebene Sicherheitsprotokoll zum Verhindern einer weiteren Ausbreitung der Plage verpflichtet die Inselbehörden zu einem rigorosen Vorgehen: Jeder infizierte Baum und alle Bäume im Umkreis von 100 Metern müssen ausgerissen und vernichtet werden. Im Radius von fünf Kilometern müssen die Behörden außerdem weitere Proben nehmen, um nach weiteren erkrankten Bäumen zu suchen. Werden sie dabei fündig, geht das Roden weiter. Bislang hat das Umweltministerium elf Fälle offiziell bestätigt. Experten gehen aber von einer weit größeren Anzahl erkrankter Bäume aus. [..]
Quelle: http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48643.html

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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Dienstag 24. Januar 2017, 16:17

Update:

Feuerbakterium: 71 nachgewiesene Fälle auf Mallorca
Auf allen Balearen-Inseln wurden insgesamt 92 Pflanzen positiv auf den aggressiven Erreger getestet

http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48653.html

Neben vom Erreger befallenen Oleander-Sträuchen und Myrten-Kreuzblumen wurden auch an Xylella fastidiosa erkrankte Mandelbäume und Olivenbäume festgestellt.


Das könnte einen biologischen und wirtschaftlichen GAU für die Insel(n) bedeuten. Mich verwundert in diesem Zusammenhang, dass sich das hiesige Landwirtschaftsministerium über den Ernst der Lage nicht klar zu sein scheint:
"Sorgen, dass das Bakterium auf breiter Front Olivenbäume befalle und letztlich zerstöre, seien derzeit unbegründet."


Um gar nichts tun zu müssen, wird nun folgende Strategie angestrebt:
Das Landwirtschaftsministerium will nun möglichst schnell erreichen, dass die EU-Vorschrift, alle Pflanzen im Umkreis von 100 Metern um eine befallene Pflanze zu vernichten auf Mallorca nicht zum Tragen kommen muss. Dafür hat man zunächst die gesamte Insel zur Pufferzone erklärt und steht derzeit in Absprache mit dem spanischen Landwirtschaftsministerium in Kontakt mit der EU. Sollte die EU dieses sogenannte "Eindämmungsprotokoll" ablehnen, müssten wohl Tausende Pflanzen und Bäume auf den Inseln vernichtet werden.


Der Wahrheit am nächsten kommt wohl, dass man mittlerweile nichts mehr gegen die fortschreitende Verbreitung des Bakteriums tun kann! :(
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Donnerstag 26. Januar 2017, 11:58

Pressespiegel:

Feuerbakterium breitet sich auf Mallorca aus / http://mallorcamagazin.com/nachrichten/ ... a-aus.html
Auf Mallorca sind konkret mindestens 37 Mandelbäume, sieben herkömmliche und 14 wilde Olivenbäume, neun Kreuzblumen, drei Kirschbäume und ein Pflaumenbaum betroffen. Insgesamt waren 632 Pflanzen getestet worden.
"Wir werden mit der Plage leben müssen", so die Politiker angesichts der Tatsache, dass es bisher kein Gegenmittel gibt.

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Meinung / So schlimm wie in Italien sollte es auf Mallorca nicht kommen / http://www.mallorcazeitung.es/meinung/2 ... 48687.html [Eine Verkettung von Nullsätzen und völliger Ahnungslosigkeit!]
--------------------------
Guardia Civil beschlagnahmt 30 Bäume vom Festland / http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48714.html
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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Samstag 28. Januar 2017, 12:08

Notiz:

Mandelbauern befürchten deutlich größere Schäden durch Feuerbakterium /
Die Landwirte vermuten, dass der aggressive Erreger hinter dem Absterben von 12.000 Hektar der almendros auf der Insel steckt /
http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48761.html

Die Landwirte schildern, dass in den vergangenen Jahren vor allem in der Inselmitte etwa 12.000 Hektar Mandelbäume abgestorben sind. Die Regierung habe immer wieder erklärt, dass die Schuld daran ein Pilz trage, gegen den man nichts tun könne. Die Symptome, die an den Mandelbäumen gefunden wurden, sollen laut der Bauern große Ähnlichkeit mit denen des Feuerbakteriums haben. Auch an den Mandelbäumen vertrocknen die Blätter zunächst, bevor der ganze Baum abstirbt. Nun wird vermutet, dass es zwischen der XYlella fastidiosa und dem Pilz einen Zusammenhang gibt. Bekannt ist, dass das Feuerbakterium schwache und kranke Bäume schneller befällt als gesunde.

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Re: über Vogelspinnen auf Mallorca [und andere Neobiota]

Beitragvon Emse » Freitag 3. Februar 2017, 17:18

Von Tag zu Tag wird über neue Funde des Feuerbakteriums berichtet. Und Mallorcas Oliven- u. Mandelbauern warten (vergeblich!) auf Handlungsanweisungen der Regierung, um etwas gegen Xylella zu unternehmen.

Noch gehen die Gerüchte, dass das Bakterium lediglich alte, kranke und ungepflegte Bäume befällt. Doch auch diese Illusion wird schon bald zerplatzen; genau wie die Hoffnung der Weinbauern, dass ihre Rebstöcke von der Plage verschont bleiben werden. (Im Moment gilt die Weinrebe offiziell als befallsfrei. Doch hat man bisher gerade mal an fünf(!) Reben getestet.)

Xylella ist mittlerweile nahezu auf der gesamten Insel angekommen. "Tun" kann man nichts mehr. Diese Pflanzenkrankheit wird das Erscheinungsbild der Insel(n) in den nächsten Jahren deutlich verändern und ebenso massive Auswirkungen auf den Landwirtschaftssektor (Wein, Mandeln u. Oliven) sowie auf den Tourismus haben - die beiden Haupteinnahmequellen der Balearen.

Schwieriger Kampf gegen Feuerbakterium / http://mallorcamagazin.com/nachrichten/ ... erium.html

Interview: "Man kann den Erreger nicht auslöschen" / http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48848.html

-----------------------------
edit: Gerade eben erschien noch folgende Meldung, die das von mir geschriebene ergänzt: Feuerbakterium auf Mallorca: Guardia Civil verschärft Kontrollen / http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2 ... 48908.html

Und kurz zu Apulien/Italien: Dort wandert das Bakterium jährlich um 30 - 40 km in Richtung Norden, trotz aller dort ergriffenen (teils recht rigorosen) Eindämmungs-Maßnahmen...
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