Springspinne "stillt" ihren Nachwuchs

Springspinne "stillt" ihren Nachwuchs

Beitragvon Emse » Donnerstag 6. Dezember 2018, 14:31

"Mütterliche Fürsorge" bei Springspinnen [Toxeus magnus] beobachtet:

Spinnen können so etwas wie Milch produzieren - und diese Flüssigkeit hat sogar deutlich mehr Proteine als Kuhmilch.

Diese überraschende Entdeckung haben chinesische Forscher gemacht. Sie hatten beobachtet, dass die Springspinne Toxeus magnus und ihr Nachwuchs ihr Nest nicht verließen, um sich Nahrung zu besorgen. Die Jungtiere wuchsen aber trotzdem, und das auch noch ziemlich schnell.

Als ein Forscher sah, dass eine Babyspinne sich an den Bauch der Mutter klammerte, kam ihm die richtige Idee: Unter dem Mikroskop stellte er fest, dass die Mutterspinne eine cremige, weiße Flüssigkeit absondern kann - die der Milch von Säugetieren sehr ähnlich ist.

Das Forscherteam fand heraus, dass der Spinnennachwuchs ohne die ergiebige Flüssigkeit nicht überlebt. Und selbst wenn die Jungtiere schon mit der Jagd beginnen, bekommen sie noch einige Tage "Spinnenmilch". Fressen sie nur Insekten, sinkt die Wahrscheinlichkeit zu überleben. Bei der Springspinne gibt es also eine ähnliche Brutpflege wie bei Säugetieren. / https://www.deutschlandfunknova.de/nach ... uper-milch


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Re: Springspinne "stillt" ihren Nachwuchs

Beitragvon Merkur » Donnerstag 6. Dezember 2018, 17:23

Bei Sek. 55-57 sieht die Spinne ja sehr wie eine Polyrhachis aus. Vielleicht auch noch eine Ameisenmimikry?

Die „Milch“ kommt anscheinend aus dem Bereich der Epigyne = weibl. Genitalorgan der Spinnen. Das wäre dann eher ein „Bauchfüttern“.
Auch trophische Eier bei Ameisen kommen aus dem Genitaltrakt, den Ovarien.
Es liegt wohl nahe, dass die Ovarien proteinreiches Material sowohl für Eier als auch für solche Nährsekrete liefern.

Ausführlicherer Bericht hier:
"Quan vermutet, dass die "Milch" aus verflüssigten Eiern der Spinne besteht, die unbefruchtet aus dem Geburtskanal ausgeschieden werden. Von einigen anderen
Arten von Wirbellosen und Amphibien ist bereits bekannt, dass sie unbefruchtete Eier legen, um ihre Nachkommen zu füttern".


Und im Uterus vom Alpensalamander fressen Larven ihre Geschwisterchen auf, so dass letztlich nur noch zwei Jungtiere geboren werden. Die atmen dann auch schon
durch Lungen, brauchen also kein Gewässer mehr.

Lange bekannt sind sog. „soziale Spinnen“, die ihre Jungtiere mit ausgewürgtem Mageninhalt füttern.
Andere lassen sich gleich ganz von ihren Jungen fressen: „Matriphagie“ (Was ein schönes Wort! ;) )
Allbekannt ist die Fütterung von Brut bei Ameisen mit Kropfinhalt sowie den Produkten von „Futtersaftdrüsen“ im Kopf-Thoraxbereich; ähnlich bei Honigbienen.

MfG,
Merkur
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Re: Springspinne "stillt" ihren Nachwuchs

Beitragvon Emse » Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:53

Merkur hat geschrieben:Bei Sek. 55-57 sieht die Spinne ja sehr wie eine Polyrhachis aus. Vielleicht auch noch eine Ameisenmimikry?


Tatsächlich, die Spinne sieht einer Ameise doch sehr ähnlich, das vordere Beinpaar (insbesondere bei Bewegung) könnte man glatt als "Antennen" durchgehen lassen, so dass sie optisch zum 6-Beiner wird:

image_6673-Toxeus-magnus.jpg
Toxeus magnus, adult female. Image credit: Chen et al, doi: 10.1126/science.aat3692.

Anscheinend sind die Jungen sogar zwingend auf die Zucker-Fett-Protein-Gaben der Mutter angewiesen. In einem Versuch wurde der Mutterspinne die Möglichkeit genommen, ihre "Milch" abzusondern. Die Jungtiere starben innerhalb von wenigen Tagen.
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