Ameisenshops: Kritik und Diskussion

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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Samstag 22. Oktober 2016, 09:23

Der Thread heißt „Ameisenshops: Kritik und Diskussion“.

In diesem Zusammenhang habe ich vorgeschlagen:
„Wir können hier ja mal eine kleine Sammlung von falsch deklarierten Ameisenarten anlegen.“
Da gewisse User mit schöner Regelmäßigkeit vom Thema ablenken (z. B. die unsinnige Forderung nach Einschluss der in wissenschaftlichen Arbeiten „falsch“ deklarierten Ameisenarten; Hinweis auf falsch bestimmte Fische im Handel usw.), werde ich zu der von mir angeregten Liste nichts mehr weiter beitragen. Den Schaden haben die Kunden, die ahnungslos bleiben dürfen.

À propos „Schaden“: Wenn man von mir verlangen würde, eine falsche Lieferung zurückzusenden, müsste ich die „Ware“ (Ameisen) neu verpacken, adressieren, ins Auto steigen und das Päckchen zur 3 km entfernten Poststelle bringen, und das Porto bezahlen. So etwas fällt bei mir durchaus unter den Begriff „Schaden“.
Den Händler würde ich auffordern, seine „Ware“ dort abzuholen, wo er sie hingeschickt hat.

Viel Freude weiterhin am Diskutieren in diesem Thread wünscht
Merkur
(Der Doppelpost ist beabsichtigt, da für beide Parallelthreads zutreffend.Vgl. viewtopic.php?f=18&t=1475&p=12766#p12766 )
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Maddio » Samstag 22. Oktober 2016, 10:47

Merkur hat geschrieben:Den Schaden haben die Kunden, die ahnungslos bleiben dürfen.


Ja, denn es sind die Kunden, die Ihnen in Wirklichkeit am Herzen liegen. Fällt mir schwer das zu glauben, ich sehe sie eher nicht als Förderer des Ameisenhandels.

Merkur hat geschrieben:(z. B. die unsinnige Forderung nach Einschluss der in wissenschaftlichen Arbeiten „falsch“ deklarierten Ameisenarten;


Ich habe gar nichts gefordert, wie bereits gesagt wollte ich lediglich durch diesen Vergleich aufzeigen, dass es eben nicht so einfach mit der Bestimmung ist, wie es hier propagiert wird.

Merkur hat geschrieben:À propos „Schaden“: Wenn man von mir verlangen würde, eine falsche Lieferung zurückzusenden, müsste ich die „Ware“ (Ameisen) neu verpacken, adressieren, ins Auto steigen und das Päckchen zur 3 km entfernten Poststelle bringen, und das Porto bezahlen. So etwas fällt bei mir durchaus unter den Begriff „Schaden“.
Den Händler würde ich auffordern, seine „Ware“ dort abzuholen, wo er sie hingeschickt hat.


Sie scheinen total realitätsfern zu leben. Das Kunden in Zeiten des Internethandels Waren zum Händler zurücksenden, z. B. weil man von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch macht oder online gekaufte Kleidung zu groß/klein ausfällt, ist eine ganz normale Prozedur.

Merkur hat geschrieben:(Der Doppelpost ist beabsichtigt, da für beide Parallelthreads zutreffend.


Wir wissen alle, dass sie in diesem Forum Narrenfreiheit haben und vom Team gedeckt werden. Beiträge anderer User werden verschoben, gelöscht und zerteilt. Sie dürfen gleich in mehreren Themen dasselbe posten und die Moderatoren nicken das ab.
Ich finde es bedauernswert, dass Sie unfähig erscheinen eine normale Diskussion zu führen, und nach bekanntem Muster in eine sture Abwehrhaltung verfallen.

Den vermeintlichen Nutzenießer Ihrer "Enthüllungen" wollen Sie als Konsequenz mit Ihrem Rückzug Ihre Hilfe entziehen. Mal ehrlich, dieses Show ziehen Sie jedesmal ab. Aber daran halten tun Sie sich so oder so nicht, wie man schon oft beobachten konnte, und schreiben auch gerne mal in der dritten Person darüber ob man Sie vermisst. Mal sehen wie lange diese Feststellung diesmal stehen bleibt, es entspricht ja nur der Wahrheit, so traurig es auch ist.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Steffen Kraus » Samstag 22. Oktober 2016, 11:02

Hallo,
an Merkur gerichtet, nein, warum aufhören sinnvolles beizutragen, gerade wenn man Ahnung hat! Jeder kann dazu beitragen, wenn er einen Fehler entdeckt,
bei der Aufklärung zu helfen. Sicher kommt es darauf an, wie man das verpackt, ob schriftlich oder telefonisch.
Vieleicht liegt hier der Fehler, weshalb es manchmal Stress in einer Diskussion gibt, dies hilft der Sache aber nicht, wenn man sich zurück zieht.
Nehmen wir den Fall mit Diffe. Hat doch alles prima funktioniert. Im anderen Fall, liegt der Fehler nicht nur beim Händler. Warum?
Sicher hat er etwas falsches geliefert, aber ich denke, daß der junge Mann, so wie es sich liest, scheint er ein Anfänger zu sein, etwas überfordert ist.
Dies ist nicht schlimm,aber sieht man mal seine Fragestellungen im Forum so an und er hat ja Kontakt zu seinem Händler, würde meines Erachtens hier ein Telefongespräch mit diesem, die meisten Fragen klären.
Aber nein, dies ist ein Umstand, der mich als Händler doch nachdenklich macht, wird in Internetforen, eine Frage nach der anderen gestellt, bis man durcheinander kommt(Reizüberflutung) und unsicher wird.
Dies erkennt man daran, wenn eine falsche Ameise geliefert wird, die auch noch beschriftet ist als Camponotus ligniperdus obwohl Camponotus nicobarensis bestellt ist,
in sein Formicarium einsetzt. So groß ist das Röhrchen nicht, als das die Beschriftung übersehen werden kann. Hier hätte der schon besagte Anruf sicher sofort geholfen!
So gesehen, wurde hier ein Fehler vom Händler begangen, aber ein zweiter Fehler folgte sofort vom Kunden.
Auch dies ist nicht schlimm, denn es wurde ja anscheinend eine Lösung gefunden.
Es betrifft also alle, die mit so einem Fall zu tun haben und es ist gut, wenn Mitglieder von Foren bei der Lösung in/an einem Problem helfen.
Ich behaupte, es ist richtig, wenn Ihr uns Händlern bei der Entdeckung von Fehlern zur Seite steht, nur sind hier Fakten und keine Meinungen gefragt.
Denn ein Gewerbebetrieb ist genauso ernst zu nehmen, wie eine wissenschaftliche Arbeit, es geht nicht um ein privates Geklüngel, bei dem Meinungen ausgetauscht werden.
Siehe den Unterschied zwischen Politik und Stammtischgespräch!
Natürlich überschneiden sich diese beiden in einem Forum, dies ist das Problem, da Schnittmengen vorhanden sind, darüber sollte man mal nachdenken!
Für mich eigentlich ganz einfach, also macht alle weiter, nur so lebt ein Forum.
Gruß Steffen
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Freitag 4. November 2016, 16:57

Die Liste der Shops kann unter der Rubrik "Antstore" wohl bald um einen Namen ergänzt werden: alpha-ants. Allerdings scheint es, dass nicht Privatkunden sondern der Einzelhändler im Fokus des Projektes stehen. Ob Ameisen bald zum Sortiment von Zoohandlungen gehören?

Edit: Tante Google hat mir gerade erklärt, dass das Angebot schon lange existiert. Verzeihung!
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 6. November 2016, 13:10

Das kann ja lustig werden, wenn plötzlich jede Menge ad hoc-Käufer mit ihren Neuanschaffungen überfordert sind ;)
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Sonntag 13. November 2016, 18:16

Die Betreiber von AntsHome haben offenbar ein weiteres deutschsprachiges Ameisenforum eröffnet: http://forumica.org/
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 30. November 2016, 07:50

Reber hat geschrieben:Kann man von einem Händler, der einem Kunden gegen Geld Waren verkauft erwarten, dass er diese korrekt bezeichnet?

Ich finde, das muss man sogar!

Es ist doch keine Hexerei, einer (nicht sicher) bestimmten Art ein cf. anzufügen, oder nur den Gattungsnamen zu nennen - wie es einige Ameisenhändler ja auch tun.

Fehler können passieren, klar. Muss man sie deswegen rechtfertigen? Darf man sie deshalb nicht mehr kritisieren? Ich finde man soll sie benennen und dann abstellen - und nicht damit "abbügeln" und bagatellisieren, dass auch andere (vielleicht sogar schlimmere) Fehler machen.


Ich muss ehrlich sagen, dass mir der Ameisenhandel weiterhin suspekt bleibt, weil es sich nicht kontrollieren lässt, wie die Ameisen der Natur entnommen werden, ob das auf korrekte und schonende Weise geschieht, wobei ich mir persönlich schon auch die Frage stelle, warum man überhaupt davon ausgehen darf, einfach Wildtiere entnehmen und verkaufen zu dürfen. Allein schon den Besitzstand zweifle ich an, ethisch und teilweise auch rechtlich. Ich würde ja auch keine Rehe im Wald einfangen und verkaufen. Dann kommt das schon vielfach benannte Exotenproblem hinzu, die damit verbundenen Risiken. Letztlich ist und bleibt es eine Ausbeutung der Natur, die ich nicht gutheißen kann. Den wenigsten Ameisenhändlern gehören die Wälder, Wiesen und Weiden, wo sie die Ameisen sammeln und wahrscheinlich vielfach auch ausgraben (denn Zeit ist Geld, niemand kann das nachprüfen). Warum diese Entnahme auf einmal zu einem ethisch vertretbaren Besitzstand führen soll, leuchtet mir nicht ein. Sogar die Sportfischer im Verein meines Vaters setzten regelmäßig zuerst einheimisch gezüchtete Fische aus im Kontext des geforderten Naturausgleichs, um ihr Sportfischen zu rechtfertigen. Damit haben sie wenigstens dafür gesorgt, dass der Fischbestand erhalten bleibt. Auch der Wildtierabschuss wird behördlich reguliert, damit der Bestand nicht gefährdet wird, sondern irgendwo wenigstens ein gesunder Tierbestand als Ziel vor Augen bleibt. Und es braucht klare Jagdlizenzen. Wenn schon Ameisenhändler der Natur Ameisen entnehmen, müssten sie ebenso verpflichtet werden, für den Erhalt der Natur zu sorgen, die Ausbeutung müsste auf eine Weise behördlich reguliert werden, wie es bei der Jagd geschieht. Aber im Moment ist es doch einfach ein Wegnehmen, ohne ein Zurückgeben. Jeder Habenichts kann sich diesen Besitz der Natur unter den Nagel reißen und versuchen, damit Geld zu verdienen, obwohl ihm diese Ameisen nicht gehören, nicht einmal das Land, wo er sie gewonnen hat.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Mittwoch 30. November 2016, 12:32

Der Ameisenhandel unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von anderen Händeln. Ich kann ja verstehen, dass es einem suspekt ist, wenn Naturprodukte - erst noch lebende - zu Waren werden. Da dreht sich dann auf der einen Seite schnell alles um den Profit: Dass das der Ware selber und auch dem Käufer, manchmal sogar dem Händler, schlecht bekommen kann, ist kein Alleinstellungsmerkmal des Ameisenhandels. Man könnte sich fragen, was wird in dieser Welt nicht zu Eigentum und Ware und für Geld verscherbelt?! Und man muss (im Unterschied zu anderen Waren) sagen, keiner ist gezwungen, Ameisen zu kaufen!

Bei einem grossen Teil der Ameisen im Handel, dreht es sich um Gynen oder Jungvölker häufiger Arten. Hier dürfte die Entnahme aus der Natur kaum ein Problem darstellen. Die Gynen fallen dort zu tausenden Vögeln und anderen Fressfeinden, nicht zuletzt anderen Ameisen, zum Opfer. Auf Wanderwegen und Strassen werden schwärmende Ameisenköniginnen manchmal masssenhaft von Menschen zertrampelt, nicht selten wird eine „Fliege“ am Gartentisch achtlos totgeschlagen... Für die meisten Menschen gehören Ameisen immer noch zur Kategorie Ungeziefer, wer stört sich also am Einsammeln?

Ich selber hatte jedenfalls noch nie ein schlechtes Gewissen, wenn ich eine Ameise im Röhrchen verstaut habe, um sie mir anzueignen!

Und man darf davon ausgehen, dass manchem Ameisenhalter erst durch das Formicarium zu Hause, die Augen für die Natur und deren Schutz aufgegangen sind. Da mag es ähnlich sein, wie bei den Sportfischern...
Natürlich gibt es unrühmliches, wie der Verkauf von invasiven Arten, die im schlimmsten Fall heimische Ameisen verdrängen/ausrotten könnten. Nur, das gibt/gab es bei den Fischern auch. Erst langsam, kommen beim Aussetzen wieder vermehrt einheimische Arten zum Zuge...
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 30. November 2016, 19:24

Reber hat geschrieben:Der Ameisenhandel unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von anderen Händeln. Ich kann ja verstehen, dass es einem suspekt ist, wenn Naturprodukte - erst noch lebende - zu Waren werden. Da dreht sich dann auf der einen Seite schnell alles um den Profit: Dass das der Ware selber und auch dem Käufer, manchmal sogar dem Händler, schlecht bekommen kann, ist kein Alleinstellungsmerkmal des Ameisenhandels. Man könnte sich fragen, was wird in dieser Welt nicht zu Eigentum und Ware und für Geld verscherbelt?! Und man muss (im Unterschied zu anderen Waren) sagen, keiner ist gezwungen, Ameisen zu kaufen!


Genau, das mache ich auch nicht mehr. Einmal und nie wieder! Wenn ich mir Dokus zum Tierhandel anschaue, hab ich immer mehr das Gefühl, dass die Natur irgendwann mal leergeraubt wird. Es entwickeln sich richtiggehend mafiöse Strukturen im Tierhandel. Da ist der Ameisenhandel nicht ausgenommen, vor allem wenn es um gewinnträchtige Exoten geht. Und wenn man hört, wie skrupellos und radikal die Natur ausgenommen wird, hege ich sehr starke Zweifel, ob die Entnahme der Ameisen wirklich durch schlichtes Sammeln geschieht. Vielmehr ist wahrscheinlich, dass ganze Nester ausgegraben und geplündert werden, denn das spart Zeit und Zeit ist Geld:

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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Mittwoch 30. November 2016, 20:29

Von welchen Arten sprichst du, Lynn? Was du beschreibst, träffe doch höchstens auf einige seltene, lokal begrenzt vorkommende Arten zu, die stark nachgefragt würden. Bei den meisten Arten gilt aber: Gynen beim Schwarmflug zu sammel ist eine viel effizientere Methode, als eine Kolonie auszugraben! Das Risiko die Königin nicht zu finden ist riesig, ganz zu schweigen vom Aufwand.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 30. November 2016, 20:52

Ich beziehe mich nicht auf einzelne Arten, sondern auf den Umstand, dass die Arten unterschiedlich sind und nicht alle so einfach bei den Schwarmflügen eingesammelt werden können. Wenn nun eine Art nur erschwert auf diese Weise eingesammelt werden kann, gleichzeitig jedoch einen hohen Marktwert besitzt, da selten, wird der primäre Ameisenhändler mit größter Wahrscheinlichkeit ein oder mehrere entsprechende Nester umgraben, bis er die begehrte(n) Gyne(n) als Verkaufsprodukt(e) gewinnt. So müssen also unter Umständen mehrere Völker eingehen, um eine einzige wertvolle Gyne für den Händler hervorzubringen. Und das ist doch nun eindeutig eine Ausbeutung der Natur, auch wenn die Natur einen gewissen Ausschuss produziert, um die Wahrscheinlichkeit der Völkergründung zu erhöhen. Ich glaube jedoch nicht, dass dabei die menschliche Gier evolutionär codiert wurde im Naturprogramm, sonst sähe es heute besser aus mit der Umwelt. Der Mensch ist und bleibt der größte Schädling für die Erde.

In Ameisen-Naturfilmen wurde gezeigt, wie Ameisenvölker bei eintretender Gefahr für das Nest die Königin tragend umziehen, sodass z. B. ein primärer Ameisenhändler genau diese Umstände herbeiführen kann, um dann die abgeschleppte Königin an der Oberfläche zu erwischen.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Mittwoch 30. November 2016, 21:05

Diese generalisierte Kritik schiesst am Ziel vorbei! Selbst wenn einzelne Völker für Liebhaber ausgegraben werden: Die Halterszene und die Gewinne wären auf die Dauer viel zu klein um Arten im Bestand zu gefährden! Da sind selbst die Nahrungsmittel, die ein Durchschnittseuropäer täglich verzehrt besser geeignet um Ausbeutung und Umweltzerstörung zu illustrieren.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Mittwoch 30. November 2016, 21:11

Ich denke, dass die Gewinnmargen viel größer sind bei seltenen attraktiven Exoten. Oder es wird bald so sein bei dem vorhandenen Boom - ähnlich wie bei den Reptilien.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Donnerstag 1. Dezember 2016, 08:36

Ich melde Zweifel an! Wirklich seltene Ameisenarten waren und sind bisher nicht in den Handel gekommen. Etwa eine lokal vorkommende (endemische) Baumsteigerfrosch-Art mit auffälliger Warnfärbung ist leichte Beute für Sammler, und lässt sich teuer verkaufen, bis es keinen Nachschub mehr gibt, weil sie ausgerottet ist.
Eine Martialis heureka ("Marsameise") dagegen wird man nie im Handel bekommen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Heimatgebiet in Brasilien gar nicht soo selten sein dürfte.
Wirklich selten sind z. B. manche Sozialparasiten, sogar in Europa, da allein aufgrund ihrer Lebensweise die Häufigkeit der Wirtsart schon ca. zehnmal größer sein muss.
Doch sind sie eher kryptisch und für Nichtfachleute im Freiland kaum zu erkennen. Ich habe noch keine Myrmoxenus- oder Chalepoxenus-Art im Handel gesehen (neuerdings laufen die ja auch noch gut getarnt unter dem Gattungsnamen Temnothorax, lol!), und die Haltung dürfte auch die meisten Ameisenfreunde überfordern.
"Selten" heißt bei den käuflichen Ameisen zumeist, dass sie selten angeboten werden und von weit her sind. Erstmals importierte Arten werden so als "selten" angepriesen und entsprechend teuer gehandelt. Dann folgt bald doch ein Preisverfall, vgl. Paraponera. Wobei solche Arten dann dennoch nicht in ihrem Bestand gefährdet werden.

MfG,
Merkur
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon blackbird1 » Donnerstag 1. Dezember 2016, 10:39

Das Problem ist hier wohl eher das sie Lokal auf relativ kleinen Flächen weniger werden können (aussterben glaub ich nicht wirklich)
Aber Global wird das 0 Problem sein
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Donnerstag 1. Dezember 2016, 21:48

Merkur hat geschrieben:"Selten" heißt bei den käuflichen Ameisen zumeist, dass sie selten angeboten werden und von weit her sind. Erstmals importierte Arten werden so als "selten" angepriesen und entsprechend teuer gehandelt. Dann folgt bald doch ein Preisverfall, vgl. Paraponera. Wobei solche Arten dann dennoch nicht in ihrem Bestand gefährdet werden.


Ja, okay, mit "selten" dachte ich tatsächlich primär an "selten erhältlich", womit der Preis in die Höhe getrieben wird, wenn das Exemplar attraktiv ist für den Käufer, also vor allem Exoten, die wiederum Risiken mit sich bringen. Aber ich frage mich schon auch, ob es wie bei den Reptilien und Vogelarten im von mir verlinkten Film einen intern vernetzten, versteckten Verkauf von Exoten gibt, die nicht in den offiziellen Shops angeboten werden, abgesehen von den Ameisen aus Australien, die von vornherein illegal wären als Exportgut aus Australien, da dort ein rigides Exportverbot herrscht. Eigentlich wahrscheinlich, wenn es bei anderen Exoten auch so gehandhabt wird.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 2. Dezember 2016, 00:31

Hallo Lynn,
ob es jetzt richtig oder falsch ist, mit Lebewesen wie Pflanzen/Tieren zu handeln, muß jeder für sich entscheiden. Da hat jeder das Recht darauf,
seine Meinung zu haben und entsprechend zu handeln.
Da Deine Frage zum Handel mit Tieren in einer verdeckten Szene oder legal öffentlich gestellt ist, möchte ich Dir gerne ein paar Worte meines Wissens geben.
Kommen wir gleich zu den Australiern. Ein generelles Exportverbot für Pflanzen/Tiere gibt es nicht!
Geht man den Weg, über die zuständigen australischen Behörden, kostet es zwar sehr viel Arbeit/Schreibaufwand und Geld, letzteres treibt den Preis für australische Tiere sehr in die Höhe. Deshalb sind australische Ameisen sehr teuer, wenn man sie in einem öffentlichen Gewerbe verkauft, da legal eingekauft.
Dies trifft auch auf Reptilien/Pflanzen zu.
Bei den Pflanzen sind sogar 60 verschiedene Samenarten, des Sphinifexgrases zu bekommen, nur komisch, dies ist in Deutschland sehr wenig bekannt. Nun sei es drumm...
Bei den Reptilien, sind auch über öffentlichen Einrichtungen in Australien, unter der Beihilfe der dort ansässigen Behörden, Tiere zu bekommen.
Die Warane Australiens, von den kleinen bis hin zu dem Riesenwaran Perentie, stehen hier als Beispiel.
Der andere Weg, wie Tiere, wohlgemerkt legal in den Handel(Gewerbebetrieb) kommen, besteht darin, daß man an vom Zoll eingezogene Tiere kommt.
Diese Tiere sind/bleiben, Eigentum des Staates und können vom Züchter/Händler gepflegt werden. Nachkommen dieser Tiere, können dann mit Papieren der Oberen/Unteren Naturschutzbehörde verkauft werden.
Dies gilt bei Wirbeltieren!
Bei Ameisen aus Australien gilt dies nicht, da sie weder dem Washingtoner Artenschutzabkommen(Cites) oder als Exoten, der Bundesartenschutzverordnung unterstehen.
Hier ist der Export aus Australien ohne Genehmigung verboten, während die Einfuhr in die EU erlaubt ist. Daher ist der Besitz von geschmuggelten australischen Ameisen in der EU nicht verboten oder steht unter Strafe!
Werden diese dann dem Händler angeboten, hat man schon den zweiten Weg um an diese Tiere zu kommen.
So ist der Handel!
Nun zum versteckten Handel, der keine Steuern zahlt und alles im verborgenen macht.
Ja klar gibt es den, ob Greifvögel/Papageien/Kolibris, ob Korallen/Fische/Pflanzen, ob Reptilien/Amphibien und, und, und - alles ist zu bekommen,
wer nicht in der Materie ist, glaubt nicht, was es alles in Gehegen und anderen Behältern innerhalb von Wohneigentum gibt.
Ich würde behaupten, es gibt nur wenige Tiere, die nicht in Zoos oder privaten Sammlungen gelangen, so z. B.
die neuseeländische Brückenechse, Galapagos Landleguane und Meerechsen, Lederschildkröten und noch ein paar andere Arten...
Aber sonst bekommt man alles, daher stelle ich hier öffentlich eine ganz einfache Frage, bis vor ein paar Jahren, gab es sehr wenige, bis gar keine Komodowarane in der Haltung, der Frankfurter Zoo hatte ganz früher mal einen, ging auch nur über Beziehungen von Grizmek.
Und heute, gibt es überall in den Zoos Komodos, woher kommen die alle denn? Werden die so leicht gezüchtet? Sind das schon soviele in Indonesien geworden, daß man ein wenig ausdünnen muß?
Da ist noch soviel über das man sich aufregen könnte......... naja so ists halt.
Soviel zu Deiner Frage, ich hoffe ich konnte ein wenig erklären, wie das so abgeht.
Da ist das mit den Ameisen, wie Merkur schon geschrieben hat.
Ich denke, trotzdem, es ist kein Fehler, den Menschen die Natur in Form von Haustieren näher zu bringen, denn, nur was der Mensch kennt, schützt er!
Gruß, Steffen
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Freitag 2. Dezember 2016, 12:25

Danke für Deinen differenzierten Beitrag, Steffen. Ich hab zwar meine Meinung, die stark in eine Richtung tendiert, angetrieben vom Wunsch nach einem optimierten Naturschutz, aber klar anerkenne ich die wissenschaftlichen Einwände von Merkur an und ebenso Deine Argumente. Es stimmt schon, dass wir wohl viele Tiere gar nicht erst kennen würden, wäre der Naturschutz so rigide, dass wirklich kein Export oder Import stattfände. Bei Zoos gäbe es z. B. auch sehr viele Einwände, aber meine Mutter wuchs neben dem Zoo auf. Dieses Näherbringen der Naturtiere regt tatsächlich auch dazu an, sich an ihnen zu erfreuen und sie als Kind lieben zu lernen. Gut, dass Zoos sich weiterentwickeln und den Tieren mehr Freiraum gegeben werden soll in den Gehegen. Und natürlich tragen Zoos auch dazu bei, schützenswerte, bedrohte Tiere zu erhalten in einer "Arche Noah". Ähnliches gilt für den Zirkus, nur sollte man vielleicht noch mehr reglementieren und gewisse Voraussetzungen garantieren für die Tierhaltung in Gefangenschaft.

Bei den importierten Ameisen-Exoten bleiben die von Merkur vielfach benannten Risiken für die Biodiversität. Wenigstens da sollte auch der Ameisenhandel und ebenso die Ameisenhaltung stärker reglementiert werden, finde ich. Das gilt auch für die sogenannten privaten Verkäufe, wo ja grundsätzlich der Schwarzmarkt mit illegal erworbenen Tieren am ehesten floriert. Es käme auch den korrekt angemeldeten Ameisenhändlern zugute, die tatsächlich alle Einwilligungen korrekt einholen.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Emse » Dienstag 13. Dezember 2016, 19:59

Im Nachbarforum gibt es einen Bericht über einen australischen Ameisenshop, der nun ganz offiziell (und legal!) australische Ameisen (weltweit) exportieren darf: http://forum.eusozial.de/index.php?thre ... 37165baa53

Zur Website des Shops: https://www.gamergate.com.au/
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Dienstag 13. Dezember 2016, 20:54

Wikipedia:
Ein Mausoleum ist ein monumentales Grabmal in Gebäudeform.
Der Ausdruck leitet sich ab von Maussol-eion, dem zu den antiken sieben Weltwundern gehörenden Grab von Maussolos in Halikarnassos, gewidmet dem Statthalter von Karien an der Westküste der heutigen Türkei zwischen 377 und 353 v. Chr.
Belegt ist das Wort Mausoleum im deutschsprachigen Schrifttum seit dem 16. Jahrhundert. Im Klassizismus wurde dieser Grabmalstypus der Antike reaktiviert, wenn auch in kleinerer Form. Es handelt sich um oft doppelgeschossig angelegte Kleinarchitekturen, bestehend aus einem Andachtsraum und einer darunter liegenden Gruft, wobei Gruft und Kapelle überirdisch in einem Raum vereint sein können. Funktional bilden diese neuzeitlichen Mausoleen eine Mischform von Gebäude und Denkmal und erfüllen innerhalb der Sepulkralkultur die Aspekte Totengedenken, Repräsentation als auch Appell an die Nachwelt.
Wie man einen Fütterungskäfig mit lebenden Insekten für Ameisen als "Mausoleum" bezeichnen kann, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht entwickeln die Ameisen eine Sepulkralkultur und bahren ihre dahingeschiedenen Brüder und Schwestern darin auf? :roll:
Sorry für OT.
MfG,
Merkur
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