Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 17. September 2017, 19:12

Ein Heupferd habe ich heuer kurz nach Merkur bei uns im Garten entdeckt.
Es hatte nur Pech und wR deshalb in unserer Regentonne ertrunken.
Dafür diente es danach noch den Ameisen als Futter.
Wir haben bei und auch ein paar m2 blumenwiese und noch ein kleines Fleckchen, auf dem wir noch eine spezielle Blühpflanzenmischung für Wildbienen und Hummeln angesät haben.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Anolis » Sonntag 17. September 2017, 21:59

Bei uns am Stadtrand von Griesheim (Südhessen) gibt es recht viele Heupferde.
Mir sind bestimmt schon an die zehn begegnet, dieses Jahr.

Was hier aber ganz dramatisch ist, ist der Rückgang von größeren bestäubenden Insekten. So bilden viele Pflanzen, wie etwa Zucchinis und Melonen kaum noch Früchte aus, wenn ich sie nicht manuell bestäube. Bei Gurken konnte ich auf parthenocarpe Sorten zurückgreifen, was aber nicht bei allen Pflanzen möglich ist.
Außerdem wäre das ja sozusagen auch nur eine Art „Symptombeseitigung", das eigentliche Problem ist ja der massive Rückgang vieler Insekten.
Und es wird hier von Jahr zu Jahr merklich schlechter...

Grüße
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Heupferd aus dem Salzburger Land (Österreich)
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Boro » Montag 18. September 2017, 19:04

Bezüglich der Invasion von Schaben (gleicher Thread, vorige Seite) kann ich heute einen Jagderfolg melden: 2 der äußerst flinken Tierchen dienen nun als Fotoobjekte. Um welche Art es sich handelt, kann ich nicht sagen, weil ich kein Bestimmungsbuch zu diesen Insekten besitze.
Es könnte die von Merkur angesprochene Planuncus tingitans sein, aber auch die Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) sieht sehr ähnlich aus; nach der Färbung kann man die Deutsche Schabe wohl ausschließen. Die Tiere sind flugfähig, so weit man das an Hand der Flügel beurteilen kann. Da sie exakt mit sinkenden Temperaturen im beginnenden Herbst auftauchen, vermute ich dass sie auf der Suche nach einem wärmeren Winterquartier sind. Ich habe 2 Fotos hochgeladen!
L.G.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Merkur » Mittwoch 20. September 2017, 10:49

Hallo Boro,

Deine Schabe dürfte Ectobius vittiventris sein, die Bernstein-Waldschabe.
Die meisten Bilder zeigen eher schlankere Formen, doch dieses passt ganz gut:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Cate ... ntris2.jpg
Hier gibt es ein Bild des Weibchens: http://www.schaedlingskunde.de/Steckbri ... schabe.htm

Passend sind die durchsichtigen Ränder der Flügel und des Halsschildes, die starke Bedornung der Beine, und die einfarbige Fläche des Halsschildes. Die Flügel erreichen das Hinterende, während sie bei Planuncus tingitanus verkürzt sind. Auch die etwas „verkümmert“ erscheinenden Cerci sind recht ähnlich.
Ectobius vittiventris war ursprünglich im südlichen Europa verbreitet, ist aber seit etwa 1990 auch nördlich der Alpen anzutreffen.

MfG,
Merkur
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Boro » Donnerstag 28. September 2017, 13:52

Gehört vielleicht nicht ganz hierher, aber da Insekten vielen Vogelarten als Nahrung dienen, schreibe ich es einmal nieder: Im Zusammenhang mit dem erwiesenen starken Rückgang bei vielen Insektenarten, sind die Vögel jendenfalls "mit im Boot."
Am 20.9 konnte ich folgende Meldung lesen: http://www.kleinezeitung.at/kaernten/kl ... walben-aus
Wir haben einen enorm niederschlagsreichen September hinter uns: mehr als 200 mm, das ist mehr als die doppelte normale Menge; zur gleichen Zeit fanden die Überschwemmungen von Livorno über Istrien bis Zadar statt.
Nun gab es inzwischen aber schon Tage, an denen der Zug der Vögel in den Süden hätte stattfinden können. Sie sind aber immer noch da und fliegen überall in großen Schwärmen umher. Eben habe ich festgestellt, dass sie das Schwärmen von Solenopsis fugax als Nahrung ausnützen. Trotzdem sollten sie schon im Süden sein, warum fliegen sie nicht weiter? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
L.G.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Freitag 6. Oktober 2017, 10:09

Und ein weiterer Hinweis, dass Neonikotinoide fürs Insektensterben mitverantwortlich sind:
Drei Viertel des produzierten Honigs enthalten Insektengift

Die Proben stammen aus dem Jahr 2012 und aus verschiedenen Ländern:
Das Team aus Neuenburg untersuchte 198 Honige aus der ganzen Welt. Dabei fahndeten sie nach den fünf meistgenutzten Neonikotinoiden, darunter die drei für Bienen als speziell gefährlich erachteten Substanzen Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sowie auch die um ein 1000-Faches weniger toxischen Kandidaten Acetamiprid und Thiacloprid. «Es erstaunt mich nicht, dass man Rückstände von Neonikotinoiden gefunden hat», sagt Olivier Félix vom Bundesamt für Landwirtschaft. Um das Risiko für Bienen bestimmen zu können, sei jedoch neben der gefundenen Menge auch immer die jeweilige Toxizität wichtig.


Grenzwertig ausserdem:
Für den Menschen sei der Verzehr des kontaminierten Honigs keine Gefahr. Denn die festgestellten Konzentrationen der einzelnen Stoffe seien unter den Grenzwerten für den menschlichen Verzehr geblieben.

Auf Anfrage betont Syngenta, dass Thiamethoxam, bevor es auf den Markt kam, in mehr als 1600 Studien getestet worden sei und dabei auch auf die Sicherheit gegenüber Menschen, wild lebenden Tieren und Umwelt. Die bei der aktuellen Untersuchung detektierte Menge an Stoffen sei 50-mal geringer, als dass sie einen möglichen Effekt bei Bienen haben könnte, heisst es bei Syngenta.
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Boro » Sonntag 8. Oktober 2017, 08:51

Ich weiß nicht, ob die folgende Meldung bereits zum allgemeinen Wissensstand gehört, für mich ist sie in dieser Dimension neu: Glyphosatnachweise im Bienenhonig, inzwischen weit verbreitet! "Macht ja nichts, ist ja für den Menschen nicht gefährlich" oder so ähnlich lauten die Kommentare vieler verantwortlicher politischer Entscheidungsträger auf Basis der vom Weltkonzern in Auftrag gegebenen und bezahlten Expertisen. Soweit bekannt, wird auch "Tante Merkel´s" Noch-Regierung oder Neu-Regierung für eine Verlängerung der Anwendung stimmen; derzeit sollen nur Österreich und Frankreich gegen eine weitere Zulassung sein.
Den entsprechenden Artikel habe ich heute in einer Tageszeitung gefunden.
L.G.
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