Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Reber » Dienstag 12. August 2014, 14:12

Von meiner Seite gibts dafür erstmal ein Lob :fettgrins:

Es ist klar, im Internet kursieren diverse, sagen wir mal (bis zur Verstümmelung) "verkürzte" Bekämpfungsmethoden gegen Ameisen, die ihren Ursprung teilweise irgendwo in der Fachwelt haben. Einige mögen dazu beitragen, dass die Ameisen kurzfristig ihre Strassen verlegen ("Pulver auf die Strasse streuen" u.s.w) andere (der Blumentopf mit Holzwolle im Haushalt) werden nicht mal kurzfristig etwas bringen.

Um so erstaunlicher, dass sich solch wirkungsloser Unsinn so lange im Netz halten kann. Aber offenbar liegt den Leuten (oder den Seitenbetreibern?) nicht viel daran, ihre negativen Erfahrungen mit den "wirksamen Hausmitteln gegen Ameisen" zu veröffentlichen. Vermutlich weil sie nach dem gescheiterten Versuch mit den "Hausmitteln, die die Ameisen nur vertreiben sollen" dann doch regelmässig zur chemischen Keule greifen (wohl wieder mit nur mittelfristigem Erfolg, wenn überhaubt).

Dagegen helfen halt nur weitere Berichte von Leuten die was von Ameisen verstehen, sie Bestimmen können und wissen welche Methoden nachhaltig wirken (also ggf. den Baumeister empfehlen). Auch wenn ich verstehen kann, dass einem irgendwann egal ist, dass Leute mit Backpulver und Blumentöpfen in ihrn Wohnung hantieren...
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 12. August 2014, 14:58

Ich glaub, dass es einfach am generellen Vorgehen der Laien, wie man sie ja in dem Sinne bezeichnen muss, ist.
Sie informieren sich zwar (vielleicht) im Internet über "Bekämpfungsmethoden", finden dann eine "Lösung", diese funktioniert natürlich nicht oder nur kurzfristig und dann greifen sie doch zur Chemie. Eine Rückmeldung zum Seitenbetreiber erfolgt wohl kaum, so kann dieser gar nicht feststellen, ob seine Methode wirksam war.
Man sollte eben mal diese Seitenbetreiber darauf aufmerksam machen, dass das nur Unsinn ist, was sie verbreiten. Selbst ausprobiert werden sie es nicht haben, sonst wüssten sie es.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Dienstag 12. August 2014, 19:48

„Man sollte eben mal diese Seitenbetreiber darauf aufmerksam machen, dass das nur Unsinn ist, was sie verbreiten. Selbst ausprobiert werden sie es nicht haben, sonst wüssten sie es.“

Hallo Trailandstreet,

Wer ist „Man“? Wer soll die Hunderte, vielleicht Tausende von Webseiten mit Unsinn über Ameisen überprüfen, wer die Seitenbetreiber „informieren“, wer kontrollieren, ob sie Korrekturen vorgenommen haben? Wer hat die Zeit dafür? Was erreicht „man“ damit? :(

Für mich ist es eher Zufall, dass ich mal auf so eine Seite stoße. Dann ist sie womöglich 2-3-5 Jahre alt, die Betreiber nicht mehr erreichbar oder desinteressiert, oder sie bestehen auf ihrer „Meinung“. :crazy: Und Dutzende von anderen Seiten haben den Schwachsinn bereits kopiert. – Das ist hoffnungslos!

So kann man (= ich) nur immer mal wieder den Finger in die Wunde bohren, und hoffen, dass vernunftbegabte Leser künftig derartigen Unsinn selbst kritisch hinterfragen. An Vernunft appellieren kann man allerdings nur, wo solche vorhanden ist. :roll:

Ein Problem ist heute eben, dass man im Internet und über die so genannten sozialen Netzwerke erschreckend leicht dummes Zeug verbreiten und eben zahllose Leichtgläubige erreichen kann. Veröffentlichung in einer etablierten Fachzeitschrift, wo möglich mit Begutachtung durch ein paar Fachkundige (Referees), war schon eine ganz gute Bremse für die Epidemie-artige Ausbreitung von Falschangaben. Obwohl selbst da keine 100-prozentige Absicherung vorlag. – Was mich in dem oben angekreideten Fall besonders bewegt, ist die Tatsache, dass eine offizielle Institution den Mist verbreitet, und dass eine Person (der Autor) sich zutraut, ohne jegliche Kenntnis über Ameisen, einen Artikel für besagte Institution zu schreiben! (Kürzlich habe ich allerdings erfahren, dass gerade dies die Qualifikation für erfolgreiche Journalisten sein soll!)

Pfff…., Luft abgelassen. Ändern kann ich leider auch nichts. :(

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 12. August 2014, 20:34

Das stimmt. Ich hab es auch schon mal auf unserer betrieblichen Homepage erwähnt. Wir können zwar Die nötigen Informationen liefern, lesen müssen es die Leute schon selbst. Die Frage ist auch immer, lesen dir Leute überhaupt die Infos, die für sie relevant sind?
Ein schier endloses Thema.
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Entweder-Oder: Camponotus fallax im Haus

Beitragvon Merkur » Montag 2. März 2015, 15:51

Man kann sich mit Hausameisen arrangieren, oder versuchen sie los zu werden. Beides zusammen ist wohl nicht ganz einfach. :roll:
Die DASW bemüht sich bekanntlich seit Jahren, von Hausameisen Geplagten zu helfen, mit der Bestimmung der Tiere, mit Tipps zu möglichen Ursachen eines Befalls, und mit Hinweisen auf Bekämpfungsmöglichkeiten. http://ameisenschutzwarte.de/forum/view ... 23&start=0

Nun ging es wieder einmal um Ameisen, die Anfang März plötzlich in geringer Zahl (5-10 pro Tag) in einem Einfamilienhaus auftraten. Die zugesandten Tiere waren Camponotus fallax zuzuordnen, gebeten wurde um Hilfe bei der Beseitigung der „Plage“.
Nach der Bestimmung schreibt man etwas über die Lebensweise der Tiere, bemüht sich um passende Links mit Hinweisen auf eine möglichst einfache und günstige Bekämpfung, und merkt an, dass die Tiere zum Nahrungserwerb auf Bäume oder Sträucher angewiesen sind, wo sie Honigtau-erzeugende Blattläuse besuchen. Falls Kontakt zwischen Haus und Bäumen besteht, kann man den Ameisen durch Rückschnitt die Nahrungszufuhr abstellen. Dass es sich um eine kaum schädliche Art handelt, wird natürlich auch angegeben.

Die dankbare Rückäußerung der Betroffenen gibt dann Aufschluss, dass das Haus "schön von Wildem Wein umrankt" ist, in dem die Tiere wohl ihre Nahrung finden. Aber: „Rückschnitt kommt nicht in Frage“. Dennoch will man versuchen, anhand der im DASW-Forum gegebenen Empfehlungen die Ameisen zu beseitigen. Ja, was denn nun? :?:

Immerhin wurde eine Spende an die DASW zugesagt. ;)

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon NIPIAN » Dienstag 3. März 2015, 17:46

Hoi,

zum Kommentar der Bewertung von Trailandstreet an Merkur im Beitrag von Merkur zum 02.03.2015, 16:51 Uhr:
ehrlich gesagt, ich finde fünf Camponotus am Tag meist weniger lästig als eine Fliege, aber was tut man nicht alles für den lieben Wein.

Da Camponotus fallax auch in Totholz nistet wäre ich mit einer derartigen Aussage vorsichtig. Kann auch sein, dass das Einfamilienhaus mit auf Holz basierenden, tragenden Elementen besteht. Das geht an dieser Stelle nicht hervor. Wie dem auch sei, die meisten tragenden Elemente deutscher Dachstühle von Einfamilienhäuser bestehen aus dem Naturstoff Holz.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 3. März 2015, 19:33

Da hast du natürlich völlig Recht und wenn das Haus bereits stark mit Wein bewachsen ist, ist es sicher auch "älteren" Baujahres. Je nach Region vielleicht sogar noch Fachwerk oder gar Blockbauweise.
Die Frage ist dann nur, "verlaufen" sid sich nur oder nisten die schon im Haus.
Das sollt natürlich auch abgeklärt werden, bevor eine statische Beeinträchtigung eintritt.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Mittwoch 29. April 2015, 14:19

Zu meinem früheren Beitrag vom 12. Aug. 2014 viewtopic.php?f=31&t=217#p4062

Soeben ist der dort angekündigte Artikel erschienen: PestControl news 59
S. 8-10: Hausameisen: Oft nur ein Indiz für Baumängel!
http://pestcontrolnews.com/deutsch-pcn-59/

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Samstag 16. Mai 2015, 19:56

Pharaoameisen? Oder doch etwas ganz Anderes?
http://ameisenschutzwarte.de/forum/view ... =22&t=2033
Es sind mal wieder Bethylidae!
Es ist immer gut zu wissen, dass es so etwas gibt, und dass man dann ganz leicht helfen kann. :)

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Samstag 18. Juli 2015, 09:41

Ein schwieriger Fall von Ameisenbefall und Bestimmung

Zu mir kam eine Anfrage. In einem alten, einzeln stehenden, zweistöckigen Haus ist ein Ameisenbefall im Dach, zwischen der Schiefereindeckung und einer innen angebrachten Dampfsperre; die Hohlräume sind mit Glaswolle zur Isolierung ausgefüllt. Bäume stehen nahe beim Haus mit Kontakt zu Wand und Dach; Kletterpflanzen ranken hoch bis zur Dachrinne. Die Folie (Dampfsperre raumseitig unter der Isolierung und den Dachsparren) wurde brüchig und sollte erneuert werden. Eine Trockenbau-Firma öffnete die Folie: Ameisen und Kokons und Müll rieselten heraus. Schnell wieder zugekleistert und den Gang zu einem Kammerjäger empfohlen.
Es war ein Unternehmen, in dem meine kürzlich erschienene Veröffentlichung "Hausameisen: Oft nur ein Indiz für Baumängel!" immerhin bekannt war. (viewtopic.php?f=31&t=217&start=20#p7152 )
Hitzebehandlung oder Begasung standen zur Wahl, doch wurde zutreffend darauf hingewiesen, dass ein erneuter Befall ziemlich wahrscheinlich sei (!). Außerdem wohnen Fledermäuse in dem Dach, die nach dem Willen der Eigentümerin von der Behandlung nicht geschädigt oder vertrieben werden sollten.

Mein erster Verdacht war Lasius brunneus, denn für diese wäre es eine ideale Nistgelegenheit. Zum Glück habe ich ein paar Tiere angefordert, und auch erhalten.

Bestimmung-L.-n.5356.jpg
Lasius niger mit "Genist" aus der Dachisolierung
Der „Müll“ mit zwei Puppenkokons, Glasfasern, Futterresten usw. ist noch mit transparenter Klebefolie festgehalten.
Die drei Arbeiterinnen habe ich freigelegt.

Und dann kam die Überraschung: Es war Lasius niger!
Der erste Eindruck unter dem Präpariermikroskop deutete auf L. fuliginosus: Die drei Tiere sahen total schwarz aus und glänzten. Die Köpfe waren zerdrückt, was bei dieser Art der Einsendung normal ist und auch nicht stört, hier aber eine Beurteilung der Kopfform nicht mehr zuließ. Aber die Ameisen waren stark beborstet. Messung der längsten Haare auf dem Thorax und Vergleich mit dem Durchmesser des Fühlerschaftes an dessen Ende sprachen für L. niger. Schließlich habe ich ein paar L. fuliginosus aus meiner Alkoholsammlung genommen und Punkt für Punkt verglichen: Es blieb bei Lasius niger.

Aber was machen die in einer Dachisolierung, in einem Dach zwei Etagen über dem Boden?
Von Geflügelten war nie die Rede, auch wurden keine Ameisen innerhalb des Hauses beobachtet. Nach der Störung durch das Öffnen der Dampfsperre machten sich ebenfalls keine Ameisen mehr bemerkbar. – Man sieht, dass mit dem Hauseigentümer einige Korrespondenz erfolgen musste!
Es bleibt als Erklärung, dass ein Volk von L. niger zeitweilig in dem warmen, feuchten Isoliermaterial Puppen und wohl auch Larven gelagert hatte, vermutlich in der zu kühlen Zeit im Mai / Juni, vor der Hitzewelle. – Immerhin hatte ich so etwas bereits einmal beobachtet, als im Garten in einem Hornissenkasten (von Hornissen nicht angenommen,innen etwas feucht), ca. 3,5 m hoch im Baum, jede Menge Puppen von Lasius niger gelagert waren, betreut von Hunderten von Arbeiterinnen.

Jetzt sind Dachdecker und evtl. Baufachleute gefragt: Vielleicht ist das Dach undicht? Vielleicht kann man die Dampfsperre beseitigen oder durch ein atmungsaktives Material ersetzen, so dass die Feuchtigkeit in dem Isoliermaterial verschwindet? - Aber dazu kann ich nun nichts mehr sagen.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Trailandstreet » Samstag 18. Juli 2015, 22:00

Das müsste man sich tatsächlich vor Ort ansehen. Es gibt verschiedene Dachaufbauten. Wenn eine Dampfsperre, dann auch eine Hinterlüftung, sonst gibt's irgendwo Kondenswasser.
Schwierig wird es oft, wenn Laien irgendwo etwas zusätzlich mit einbauen, ohne zu wissen was bereits drunter ist und welche Funktion es hat.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon coolestier » Dienstag 25. August 2015, 10:10

Tja das wird immer so ein Thema bleiben. Letztendlich sind die "Gegner" ja in der Mehrheit ;)
Man sollte mehr Bewusstsein für Umsiedlungen usw. schaffen.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Reber » Samstag 16. Januar 2016, 12:14

Ameisen mit Ultraschallwellen vertreiben?

Was bei Tieren mit einem guten Gehörsinn nachweislich zumindest kurzzeitig funktionieren kann (Marderabwehr...), soll auch Ameisen vertreiben. Im Handel gibt es unterschiedliche Modelle und Anbieter für Haus und Garten (und deutliche Preisunterschiede)...

Die meisten Anlagen sollen auch noch gleich gegen andere Insekten, Spinnentiere und kleine Nager ("Schädlinge") wirken. Für Mensch und "Haustiere" (!) aber kein Problem sein, da die Geräte für den Menschen nicht hörbare Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 400 bis 1.000 Hz aussenden und ihre Wirkung für bis zu 100 - 700 (!) Quadratmeter entfalten sollen.

Sind also solche (von rücksichtslosen Nachbarn oder Autoliebhabern eingesetzte) Geräte verantwortlich für die vielen gescheiterten Haltungsversuche? :ironie:

Ich weiss, dass Ameisen Bodenvibrationen und Stridulation wahrnehmen können. Dennoch habe ich so meine Zweifel, dass die Methode wirklich nachhaltig funktioniert.

Hat jemand Erfahrungen oder eine wissenschaftliche Erklärung auf Lager?
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Samstag 16. Januar 2016, 16:01

Derartige Geräte sind ja bereits seit etlichen Jahren auf dem Markt.

Ich habe bisher keinen Erfolgsbericht von einer Quelle gesehen, zu der ich Vertrauen hätte. (Die von Herstellern und Händlern ins Netz gestellten Berichte können getürkt sein).

Es wird immer von „Vertreiben“ geschrieben. So könnten die Tiere gleich nach Abschalten der Geräte zurückkehren?

Ist es sinnvoll, Insekten inkl. Bienen (Bestäuber) aus dem Garten fern zu halten?

Wer Fledermäuse am oder im Haus hat, dürfte an so einem Gerät wenig Freude haben.

Ich habe nicht alle Angebote angesehen: Gibt es irgendwo eine Warnung vor dem Gebrauch, wenn Heimtiere wie Meerschweinchen, Goldhamster, Rennmäuse etc. im Haus sind?

Zwischen „Wahrnehmung“ durch die Tiere, „Vertreiben“, und „Schädigen“ bzw. Töten bestehen doch erhebliche Unterschiede.
Ich habe diverse Ameisen in Kühlbrutschränken gehalten, über Jahre, ohne negative Auswirkungen feststellen zu können. Die Brutschränke erzeugten neben den üblichen Kühlschrank-Vibrationen auch noch solche durch den Ventilator, der die Luft vom Heizregister in den Nutzraum trieb. Kühlung und Heizung immer schön abwechselnd, um die Temperatur einigermaßen konstant zu halten.

Der günstigste Hörbereich für Menschen liegt zwischen 2000 und 5000 Hertz (Hörschwellen 16-21 Hz bzw. 16000-19000 Hz). 400 - 1000 Hz sind für uns noch gut hörbar. Als „Ultraschall“ bezeichnet man Frequenzen von 21000 Hz aufwärts.

„Versuch macht kluch“: Vielleicht kann mal jemand so ein Gerät aus Nachbarschaft oder Bekanntschaft ausleihen und evtl. mit überzähligen Ameisen testen, ob sie darauf reagieren?

Es gibt viel mehr Fragen als Antworten! :roll:

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Emse » Samstag 16. Januar 2016, 18:57

Die Piepsdinger sind gegen unerwünschten Ameisenbefall absolut nutzlos!

Mir ist seit Jahren ein Haus auf "meiner" Insel bekannt, das insbesondere in den trockenen Sommermonaten regelmäßig von der Argentinischen Ameise [Linepithema humile] "besucht" wird. In der Not nach jedem Strohhalm greifend, wurden sämtliche Eingänge und Fenster des Hauses von den Besitzern des Hauses mit den Piepsern gespickt.

Der Effekt ist gleich NULL, es "fiept" jetzt zwar an allen Ecken und Enden des Hauses, aber die Linepithema spazieren munter an den Geräten vorbei. :P

(Das einzige, was gegen die Ameisen wirklich hilft, ist der Einsatz verschiedener Gifte, je mehr davon, umso "besser"... :( )

P.S. Trotzdem lassen die Hausbesitzer die Dinger munter weiterlaufen, in der Hoffnung, damit wenigstens Ratten und Mäuse zu vertreiben. (Was möglich sein kann, denn mit denen gibt es tatsächlich keinerlei Probleme.)
.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Trailandstreet » Sonntag 17. Januar 2016, 14:25

Na wenigstens sehen die Tulpen noch hübsch aus und leuchten wenigstens in der Dunkelheit, dann kann man wenigstens nachts noch vor's Haus gehen, ohne über irgend was vertriebenes drüber zu fallen. :ironie:
Es ist schon erstaunlich, was man alles unter der richtigen Aufmachung an den Kunden bringen kann! Dass diese aber das Zeug ohne jegliche Hinterfragung der Wirkung auf andere Tiere oder auch der Reichweite kaufen und anwenden spricht aber nicht gerade für sie.
Manchmal fragt man sich schon, ob die Leute überhaupt noch logisch denken können. Ich rede jetzt nicht von denen am Land, sondern eher von denen in der Stadt. Da werden Lebensmittel ins Klo runter gespült oder offen liegen gelassen oder irgendwo unachtsam weggeworfen, wenn sich dort aber "Ungeziefer" ansammelt, wird dies mit der chemischen oder elektrischen Keule verjagt oder lethal vergrämt.
Würde man ganz einfach diese Unsitte unterlassen, hätte man das Problem nie gehabt. Aber wie schon mal ein Denker unserer Zeit zu sagen pflegte: "Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die andern nachher."
Und überhaupt, was soll dieses ganze "Verjagen des Ungeziefers"? Hauptsache nicht bei mir, wo anders ist es mir wurst? Man ist ja sooo tierlieb und möchte keines töten, aber wegjagen darf man es schon, auch wenn es dafür 24h pro Tag unter Stress steht, wenn es von einem "tierlieben" Nachbarn zum nächsten füchtet? Ameisen nehme ich hier mal aus, denen macht das nämlich nüschts! Bei Säugern, auch Kleinsäugern sieht das ja anders aus.
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Dienstag 1. März 2016, 20:25

Thermische Bekämpfung von Ameisen (Lasius brunneus) im Haus?

Mal wieder etwas aus der Praxis. Vielleicht hilft es Euch, bei ähnlichen Problemen auf eine geeignete Informationsquelle hinzuweisen.
Mich erreichte gestern eine e-mal von einem Mitglied der DASW (Deutsche Ameisenschutzwarte), wo es um eine anscheinend nicht wunschgemäß verlaufene Bekämpfung von Lasius brunneus in einem befallenen Haus ging. Ich habe den Text und meine Antwort natürlich anonymisiert.

Die Anfrage:
….. Nach wie vor erreichen mich zahlreiche Anfragen bzw. Bitten um Hilfe bei Problemen mit Ameisen im häuslichen Bereich.
Meist handelt es sich dabei um Lasius brunneus.
Vor einigen Tagen übersandte mir xxx das Schreiben einer xxx Anwältin, die sich offensichtlich mit einer Schadensersatzklage in Zusammenhang mit einem Eigentumswechsel einer Immobilie auseinanderzusetzen hat. Die Fragen, die die Dame gestellt hat, waren allgemeiner Natur und wenig interessant. Kurz; das Haus war von L. brunneus befallen und der neue Besitzer hat wohl Schadensersatzansprüche gegen den Vorbesitzer geltend gemacht. Dabei macht er 60.000 € für eine thermische Bekämpfung (Erhitzung auf 60°) der armen Tiere geltend.
Meine Nachforschungen nach einer derart aufwändigen Methode, deren Sinn mir sich auch nicht erschließt, brachten keinen Erfolg. Ich fand im Internet lediglich Hinweise auf ein Merkblatt des Arbeitskreises thermische Holzschädlingsbekämpfung, in dem aber lediglich „Holzwürmer“ als Zielobjekte angegeben werden. Daher erlaube ich mir die Frage, ob Ihnen diese Methode bekannt ist.
Mit den besten Wünschen….xxx

Meine Antwort:
…. Ja, auch mich erreichen immer wieder Anfragen, obwohl das seit der Schließung unseres Beratungsforums auf ein erträgliches Maß zurückgegangen ist.
Zu Ihrer Frage: Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem das „thermische Verfahren“ gegen Hausameisen angewandt worden wäre. Somit kann ich auch nichts über evtl. Erfolgsaussichten dieser Methode beitragen. Diskutiert wurde sie wiederholt, auch in unserem Forum. Die „Suche“ liefert zwei Threads. In beiden wurde jedoch die thermische Methode dann aus verschiedenen Gründen nicht angewandt:

http://ameisenschutzwarte.de/forum/view ... 3%A4mpfung und
http://ameisenschutzwarte.de/forum/view ... 3%A4mpfung

Meine persönliche Einschätzung ist, dass je nach baulichen Gegebenheiten das thermische Verfahren kaum Erfolg bringen dürfte, zumal auch damit, ebenso wie mit Insektiziden, Ködern etc., der Primärschaden (Feuchtigkeit, morsches Holz, ungeeignetes Isoliermaterial) nicht behoben wird und die Ameisen jederzeit wieder zuwandern können.
Der Geschädigte (in dem Ihnen vorgetragenen Fall) sollte besser gegen seine Bekämpfungsfirma vorgehen, wegen unsachgemäßer und deshalb wirkungsloser Bekämpfung.
Auch dazu verweise ich auf unser Forum: http://ameisenschutzwarte.de/forum/view ... =23&t=1781 („Heimische Ameisen im verbauten Holz und anderen Baustoffen“)
Hierin:
http://www.holzfragen.de/seiten/ameisen.html
„Ameisen zerstören Holz nicht als Erste
Ameisen sind keine Holzzerstörer im engeren Sinne, weil sie Holz als Nahrung nicht verwerten können. Sie nutzen Holz überwiegend nur als Nistmöglichkeit (Nistsubstrat), wenn es bereits zuvor durch holzzerstörende Pilze und nachfolgenden Insekten zerstört wurde.
Sie sind Holzbewohner, die nach Vorschädigung im Gefüge schon maroder Holzbauteile als Behausung ausräumen und für sich nutzen. Dabei sind die unterschiedlichen Härtestrukturen im Holz für ihr Nistkammersystem nutzbar. Die Frühholzteile lassen sich leicht ausräumen, die Spätholzteile können als Kammerwände erhalten bleiben.“
(siehe auch Bilder, z.B. Dämmplatte am Haus!)

Es gibt also längst auch für Bekämpfungsunternehmen zugängliche Informationen über Lasius brunneus, und darüber, was gegen diese Ameise zu unternehmen ist. Dem Geschädigten kann man nur empfehlen, das Haus auf einschlägige Bauschäden untersuchen und diese beheben zu lassen. Zur Rechtslage kann ich nichts beitragen.
Alles Gute, und viele Grüße,
xxx
MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Freitag 22. April 2016, 17:20

Ökosystem aus dem Gleichgewicht?

https://www.ameisenforum.de/topic54804.html

Zwar ist das eine Anfrage im Nachbarforum, doch was der Fragesteller über die (laut Schädlingsbekämpfer) „schwarze Wegameise“ schreibt, ist entweder maßlos übertrieben, oder es handelt sich möglicherweise um Lasius neglectus.
Leider gibt er nicht an, wo sich das Ganze abspielt. Es wäre jedenfalls sehr interessant, worum es sich bei seinen Ameisen handelt. Vielleicht kann ihn jemand auf diese Möglichkeit hinweisen, der im AF aktiv ist.

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Dreadclaudi » Samstag 23. April 2016, 10:35

Hallo Merkur,
ich bin die besagte Person aus dem Nachbarforum mit dem massiven Ameisenbefall.
Ort des Geschehens ist Karlsruhe. Bei besseren Wetter werde ich versuchen Bilder zu machen, hoffe man erkennt dann etwas. Kann dir auch ein paar Ameisen schicken, habe ja genug davon :roll:
Wäre froh, endlich Gewissheit zu haben, wenngleich die Erfolgsaussichten zur Beseitigung des Problems schwindend gering sind (laut der Beiträge die man im Internet so findet)
Viele Grüße, Claudi
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