Rotwangen-Schmuckschildkröte

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Rotwangen-Schmuckschildkröte

Beitragvon NIPIAN » Montag 25. Mai 2015, 20:28

Hoi,

neulich, beim Angelausflug - die Rednitz, eigentlich ein recht überschaubares Gewässer, jedenfalls was die Fangquote anbelangt - ist uns ein etwas merkwürdig anmutender Fisch an den Haken gegangen. Als Köder haben wir ein Stück Döbelfleisch angeboten, dessen ehemaliger Eigentümer tot, aber frisch, unseren Wasserweg gekreuzt hat.
Aber seht selbst:
Rotwangen-Schmuckschildkröte 01.jpg

Rotwangen-Schmuckschildkröte 02.jpg


Als Hobbykenner von Neobiota ist mir recht zügig klar gewesen, was sich da den Köder zu angeln versucht hat: eine Rotwangen-Schmuckschildkröte. Diese Tierchen sind eigentlich in Nordamerika heimisch, sind jedoch über den Handel nach Europa, und über Konsumenten, die das Wegwerfen, gekonnt die dazu aufgestellten Eimer ignorierend, bei Nicht-gefallen gewohnt sind, in deutsche Naturräume gelangt. Die Winterfestigkeit haben die Tiere durch stabile Populationen in einigen Teilen Deutschlands unter Beweis gestellt. Dieses Tier, ein Weibchen, ist bereits geschlechtsreif gewesen und vergleichsweise gut genährt. Nur eine handvoll Kilometer von unserem Häuschen ist eine Auffangstation für Schildkröten, dort kann das Tier nun seine Zeit verbringen. Da meine werte Dame, ihres Zeichens Tierärztin, auch feststellen konnte, das das Tier keine wesentlichen Verletzungen durch den Haken davongetragen hat, steht für das Tier nur noch der Parasiten- und Krankheitscheck aus - also ab in Quarantäne.

Rotwangen-Schmuckschildkröten können im Übrigen aufgrund der Faunenverfälschung nicht mehr zum Handel importiert werden. Jedoch können problemlos Jungtiere aus innerdeutschen Zuchten beschafft werden. Macht nen wesentlichen Unterschied, denn die in Deutschland gezüchteten Tiere gelangen selbstverständlich nicht in die Natur.
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Re: Rotwangen-Schmuckschildkröte

Beitragvon Steffen Kraus » Montag 25. Mai 2015, 21:06

Hallo Nipian,
danke genau so ist es!
Zusätzlich möchte ich nicht wissen wie hoch die Menge an Schnappschildkröten Chelydra serpentina und Geierschildkröten Macrochelys temminckii, in unseren Gewässern ist.
Von denen geht eine recht große Gefahr aus, für Umwelt und Menschen.
Von diesen wurden in den Jahren 1970- 1995 sehr viele importiert.
Ich selbst habe beide Arten jahrelang gehalten und sie in ihrem natürlichen Vorkommen beobachten können.
Sie sollten heute eine recht ansehnliche Größe besitzen.(Parkgewässern, Badeseen),wenn sie ausgesetzt wurden, wie die Rotwangen.
Zwei wichtige Punkte sind dabei zu beachten, da diese Arten mehr unter Wasser als auf Sonnenplätzen zu finden sind, ist es sehr schwer sie zu entdecken.
Vor allen Dingen sind beide Arten auch an Frost gewöhnt und können bei einer Temperatur von drei bis acht Grad im Schlamm überwintern.
Um sich ein Bild zu machen was das für Brocken werden, kann man ja googeln.
Ich habe davor schon vor Jahren gewarnt, nur so nebenbei,
hoffe Ihr habt in Zukunft jetzt kein mulmiges Gefühl im Badesee!
Gruß Steffen
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