Der goldene Herbst und das Vulkanland

Der goldene Herbst und das Vulkanland

Beitragvon Boro » Samstag 2. November 2019, 16:05

Genau vor einer Woche gab es einen Familienausflug im Vulkanland er Steiermark.
Die Vulkane sind längst erloschen und heute nur mehr als Erhebungen in der Landschaft erkennbar. Vor etwa 5 Mill. Jahren (Pliozän) gab es hier rege Vulkantätigkeit im Rahmen einer sog. "Dehnungstektonik". Teile der Erdkruste rückten etwas auseinander, sodass entlang von Spalten Magma an die Oberfläche gelangen konnte. Es kam zu Vulkanausbrüchen, Explosionen, Verbreitung vulkanischer Asche.
Eine Festung ist für die vulkanischen Relikte ein markantes Beispiel, sie steht auf einem Vulkanschlot, der sich bis zu 180 m über das heutige Talniveau erhebt. Es ist die Riegersburg in der Oststeiermark mit gewaltigen Vorwerken, 6 Toranlagen, 12 Basteien und einer 3 km langen Wehrmauer, die 15 ha Fläche umschließt. Ursprünglich während der Einfälle von Hunnen und Awaren als befestigte Fluchtburg angelegt, wurde sie später ab dem 15. Jhdt. während der Ungarnkriege und der wiederholten Einfälle der Türken zur "stärksten Festung der Christenheit" ausgebaut und nie erobert.
Die Natur kommt auch nicht zu kurz, wie folgende Fotos zeigen werden. Auf der Burg gibt es eine Greifvogelwarte, es gibt 10 ha Rebflächen einschließlich gewisser Insekten, von denen wir noch einige beobachten konnten (Vespula sp., Polistes sp., ein paar Schmetterlingsarten, von denen kein Foto gelang .......und Ameisen: Die hier stellenweise gehäuft auftretenden Prenolepis nitens und Formica gagates ( viewtopic.php?f=48&t=170&p=13951&hilit=Formica+gagates&sid=873e6ae6184c155b242350f300b5fea2#p13951) ein paar Lasius spp. und eine Camponotus ligniperda. Der Großteil der Ameisenarten befindet sich trotz fast spätsommerlicher Temperaturen (23°C) weitgehend im winterlichen Ruhemodus.
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Dateianhänge
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etwa von halber Anstiegshöhe Blick auf die Südseite des Burgberges
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vermutlich ein Seeadler der Greifvogelwarte kreist über der Burg, wie immer verfolgt von lästigen Krähen
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Blick von halber Höhe Richtung Westen in das steirische Hügelland
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Die Wege auf die Burg sind recht "naturbelassen", teilweise sieht man die eingesenkten Radspuren früherer Ochsengespanne. Das Material ist nicht besonders hart, man nennt es Basalttuff
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ein eher anstrengender Anstieg bei der Temperatur, endlich der freie Blick auf die Oberburg
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eines der Burgtore mit dem Boro, dem ältesten Sohn, dem Safari-Teilnehmer-Enkel aus anderen Beiträgen und der treuen Sarah, immerhin schon 13 Jahre alt
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ja, was soll man da sagen: der Blick nach Südosten in die unermessliche Weite der Ungarischen Tiefebene
Boro
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