Bilder/Videos des Tages

Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Montag 26. Dezember 2016, 17:54

Ich würd' ja gerne aushelfen, aber ...

3.-März-06.jpg
... leider ist das Schnee von gestern!
So war es bei uns in Reinheim am 3. März 2006.
Dabei wäre es so gut, zum Ausgleich für die festliche Fettlebe vor dem Haus ordentlich Schnee schieben zu müssen. :roll:
Na, vielleicht kommt's noch.... ;)


Trotzdem: Weiterhin schöne Feierage wünscht
Merkur
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Mittwoch 28. Dezember 2016, 17:32

Die Invasion der Schwäne...

Seit ein paar Jahren beobachte ich es: In den Wintermonaten stehen zahllose Schwäne in Rapsfeldern und rupfen, rupfen, rupfen an den
jungen, im Herbst ausgesäten Pflanzen. Zu sehen ist das bei uns in Südhessen entlang der Bahnstrecke Darmstadt-Aschaffenburg, besonders
zwischen Dieburg und Babenhausen, wo die B26 an solchen Feldern vorbeiführt. Aber auch im Hess. Ried trifft man auf solche Felder mit
den auffälligen weißen Vögeln. In der lokalen Presse hatte ich bisher noch nichts darüber gelesen.
Heute brachte ich die letzte Gruppe von Weihnachtsbesuchern zur Bahn bei Dieburg, hatte die Kamera eigens eingepackt, und dann eine
Stelle aufgesucht, von wo aus ich die „Invasion“ knipsen konnte. (Alle Bilder mit Teleobjektiv)

1-Schwaäne-201.jpg
Rapsfeld mit Schwänen
Im Hintergrund ist die B26. Tiere mit bräunlichen Federn sind Jungvögel von diesem Jahr.

2-Schwäne-197.jpg
Etwas näher herangezoomt.
Vorne ist ein abgetrocknetes Spargelfeld.

3-Schwäne-198.jpg
Sie haben sich an mich gewöhnt.


4-Schwäne-200.jpg
Schwan und Nilgänse.
Das ist mir heute erst aufgefallen: Die Nilgans ist tüchtig dabei!

Es gibt einige Kiesgruben in der Umgebung, und auch an allen größeren Wasserflächen wie dem NSG Reinheimer Teich sowie an Badeseen
sieht man im Sommer brütende Paare. Fragt man Google nach „SCHWÄNE im Raps“, wird man reichlich bedient:
http://www.sz-online.de/nachrichten/sch ... 64572.html (April 2009)
https://www.hna.de/lokales/witzenhausen ... 47591.html (März 2012)
http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/ ... -417866225 (Februar 2016)
Angeblich wächst der Raps weiter, weil die Schwäne nur angefaulte Blätter nehmen. Andernorts allerdings liest man von
beträchtlichen Schäden, wenn im Frühjahr die austreibenden Blütenstände abgefressen werden.…
So kommt eine "Invasion" nach der anderen. :( - Ob es sich um eine besonders schmackhafte Rapssorte handelt?


MfG,
Merkur
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Reber » Donnerstag 29. Dezember 2016, 19:25

Immerhin
entschädigt der praktisch schneefreie Winter mit traumhaftem Sonnenschein und freien Wanderrouten weit über 2000 m.ü.M. im regionalen Naherholungsgebiet.

Die „Sieben Hengste“, im Schatten liegend von der Emmentaler-Seite...
Sibe Hängschte Emmentalerseite.JPG


...und hier in der Sonne, vom Berner Oberland her gesehen:
Sichel Justital.jpg


Genau auf der dazwischenliegenden „Sichel“ begrüsste ein Steinbock die Wandergruppe:
Alpensteinbock Sichel Sieben Hengste.JPG


Auch für Ameisenfreunde ist - trotz der Winterruhe - etwas dabei, etwa in der Hoochmoorlandschaft bei der Lombachalp:
Hochmoor.JPG
Waldameisenhaufen1.JPG
Waldameisenhaufen2.JPG
Waldameisenhaufen Mensch.JPG
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Samstag 31. Dezember 2016, 10:58

Zum Silvesterfeuerwerk:

Sorgenvoll-028Katz.jpg
Ein sorgenvoller Blick unter dem Sofa hervor...
Bitte nehmt Rücksicht auf uns Tiere! Für uns hat dieser Tag keine Bedeutung, außer dass es aus unerfindlichen Gründen
mitten in der Nacht unerwartet laut knallt und grelle Lichtblitze uns in Panik versetzen und in die Flucht treiben! :roll:

Einen Guten Beschluss wünscht
Merkur
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Sonntag 1. Januar 2017, 18:30

Dickköpfige Urwaldbewohner

Acanthomyrmex-sp..jpg
Acanthomyrmex ferox
Diese Tiere könnten sicher einen Wunschtraum von Ameisenfreunden erfüllen! – Die Ameisen leben in kleinen Kolonien
(1 Königin, ca. 20-30 Arbeiterinnen, 1-3 Soldaten), in toten Ästchen am Waldboden, und sie machen als Bewohner tropischer
Regenwälder bestimmt keine Winterruhe. Einziges Problem könnte sein, dass sie auf die Ausbeutung von Feigensamen spezialisert
sind. Aufgabe der Soldaten ist es, diese hartschaligen Samen (die Körner im Bild) zu knacken, was auch die Königin kann (sie schaut
unten in der Mitte ins Bild). Ihre Mandibeln sind dafür speziell gestaltet. Die Soldaten haben sechs Ovariolen wie die Königin; bei
den Soldaten liefern sie trophische Eier. Es sind die feigsten Soldaten, die ich je gesehen habe: Öffnet man das Nest, verkriechen
sie sich in die hintersten Winkel! Für die Nahrungszubereitung der Kolonien sind sie offenbar viel nützlicher als für deren Verteidigung.
Die Natur macht es vor: Schwerter zu Pflugscharen, Soldaten zu Mühlsteinen! :)
s.a.: http://www.antwiki.org/wiki/Acanthomyrmex_ferox
MfG,
Merkur

Edit: Teleutotje hat in den „Diskussionen zu den Bildern…" eine Arbeit aus 2003 beigetragen, in der diese Soldaten mit Sumo-Ringern verglichen werden. :D - In experimentell entweiselten Völkern kämpfen sie um das Vorrecht, unbefruchtete Eier legen zu können, aus denen Männchen aufgezogen werden: https://bio.kuleuven.be/ento/pdfs/gobin ... myrmex.pdf
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Mittwoch 4. Januar 2017, 10:53

Neugierig

Erdmännchen-944.jpg
Erdmännchen
Ob sie nach dem Neuen Jahr Ausschau halten? Wohl eher nicht! :)
(Namibia, Etosha Pan)
Korrektur: Laut Smaug viewtopic.php?f=50&t=79&p=13408#p13408 handelt es sich um
Kaokoveld-Borstenhörnchen (Xerus princeps). Danke!
MfG,
Merkur
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Zuletzt geändert von Merkur am Mittwoch 4. Januar 2017, 12:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Smaug » Mittwoch 4. Januar 2017, 11:05

Ein frohes neues Jahr euch allen.

Bei den abgebildeten Tieren handelt es sich nicht um Erdmännchen sondern um Kaokoveld-Borstenhörnchen (Xerus princeps). Nichts für ungut!
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Donnerstag 5. Januar 2017, 15:51

Winterharte Exoten

Über die Frosttoleranz von Ameisen ist ja recht viel in den Foren zu finden. Für die einheimischen Arten im Freien bereitet mir die
derzeitige Kältewelle keine Sorgen. Noch vor wenigen Jahren gab es immer wieder über Tage hinweg Fröste von minus 20°C und darunter;
die Ameisenfauna hat es überstanden.

Auch pflanzliche Exoten, die man eher in wärmeren Regionen vermutet, erweisen sich hierzulande oft als erstaunlich frosttolerant.
Kakteen verbindet man gewöhnlich mit heißen Wüsten und wärmeren Ländern. Aber einige Arten wurden aus Amerika bei uns eingeführt,
die problemlos harte Winter überdauern. Dazu gehört Opuntia humifusa (wobei es sich um eine Gruppe aus mehreren Arten handeln kann).

Opuntia-0206.jpg
Raureif auf Opuntia humifusa
Sie steht bei mir an der südlichen Garagenwand seit ca. 25 Jahren, und sie hat an dieser Stelle bereits gemessene minus 17°C überlebt!
Alljährlich blüht sie und fruchtet, und ein paar Sämlinge sind auch schon herangewachsen. In Darmstadt sind Vorkommen dieser Kakteenart an
Bahndämmen und Straßenböschungen seit vielen Jahren bekannt. In Nordamerika reicht das Verbreitungsgebiet vom Süden der USA bis nach
Kanada! Meine Pflanze kam auf einem Umweg hierher: In den 1970er Jahren entdeckte ich sie bei der Suche nach Ameisen (auf die schmerzliche
Tour: Ich kniete plötzlich darin!) auf einem Berg in der Schweiz, auf dem Mont d’Orge im Wallis! – Mit 787 m ist es der „niedrigste Berg des
Kantons“, mit xerothermer Vegetation. Damals war da noch kein NSG, und so habe ich das Pflänzchen mitgenommen und im Blumenkasten
kultiviert. Richtig gewachsen und ins Blühen gekommen ist es allerdings erst im Garten.
MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Sonntag 8. Januar 2017, 17:11

Ants Canada und die Milben

My-Ants-Are-Being-Eaten-Alive-by-Mites-960x500.jpg
Meine Ameisen werden bei lebendigem Leib von Milben gefressen ..
http://www.antscanada.com/new-video-hel ... cked-ants/

Sadly, we’re off to a rough start with the Golden Empire (Yellow Crazy Ants/Anoplolepis gracilipes) who are being eaten alive by mites. We don’t know what to do! This is a severe mite crisis and in this week’s video we explore what steps we took to deal with an ant mite infestation. Do you have any suggestions on treatment?
(Leider haben wir einen rauen Start mit den Yellow Crazy Ants / Anoplolepis gracilipes, die von Milben lebendig gefressen werden. Wir wissen nicht, was tun! Es ist eine ernste Milben-Krise, und in diesem Video der Woche erklären wir, was wir gegen die Milbeninvasion getan haben. Habt Ihr irgendwelche Vorschläge für eine Behandlung?)

Gestern, 7. Jan. 2017, erschien von Ants National *) eine ausführliche Anleitung zur Milbenbekämpfung hier. Da wird auch der Einsatz von Zitronen gegen Milben erläutert. *) AntsNatinal ist der Username im Forum.
MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Sonntag 15. Januar 2017, 14:56

Ameisen bei Starkregen

Es hat wirklich geschüttet wie aus Kübeln! In der antiken Ruinenstätte von Selinunt im Westen Siziliens, 26. Oktober 2011, hat es uns erwischt.

1-Messor-Habitat-630.jpg
Messor-Habitat in Sizilien
Doch was machen die Messor, die dort leben?

2-Messor-Badespaß-665.jpg
Badespaß!?
Arbeiterinnen klettern auf eine Mauer, wo ein Ameisen-Swimmingpool entstanden ist! Sie strampeln ziemlich, aber jede,
die neu an den Rand kommt, wird mit ins Badevergnügen gezogen; jedenfalls scheint es so.

3-Messr-Kopula-638.jpg
Auch die Geschlechtstiere haben Spaß!
Auch :mm: und :kk: kamen aus den Nestern um zum Hochzeitsflug zu starten! Ich hatte den Regenschirm
noch in der Hand, womit ich ein kopulierendes Pärchen aus der Luft fangen konnte.

Der kräftige Regen dürfte die Geschlechtstiere zum Schwärmen stimuliert haben! Der Schwarmflug erfolgt bei Ameisen sehr oft vor oder
nach Regen, und er ist ein Ereignis, an dem auch die Arbeiterinnen im und am Nest intensiv „teilnehmen“. Jedenfalls laufen dann
zahlreiche Arbeiterinnen in höchster Aufregung umher, erweitern Nesteingänge, und scheinen die Geschlechtstiere am Abflug hindern
zu wollen. (s.a. viewtopic.php?f=50&t=79&start=140#p4741 - Auch auf dieser Wanderung hat uns ein heftiger Gewitterguss überrascht! )

Dieser Zusammenhang könnte es erklären, dass Messor-Arten auch im Formikarium gelegentlich auf Befeuchtung ihres Nestes sehr
aufgeregt reagieren. Ob bei solchen Beobachtungen Geschlechtstiere im Nest sind? Oder ob die Reaktion auch ohne deren Anwesenheit
erfolgt? – Es wäre einige Versuche wert!

MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Montag 16. Januar 2017, 16:15

Dschungelprüfung….
…könnten wir auch in Europa!

Wallis-2005.jpg
Waldameisennest im Wallis
Zum Beispiel hier im Schweizer Wallis: In kurzen Hosen für 10 Minuten Platz nehmen auf
einem schlichten Hocker, den ein Waldameisenvolk für sich beansprucht. :D
Macht man natürlich nicht, denn Waldameisen sind geschützt, und die Schweiz ist ja auch kein Dschungel. :roll:

MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Reber » Montag 16. Januar 2017, 19:35

Momentan gleicht praktisch die ganze Schweiz einer schönen weissen Wüste. Da bilden die hauseigenen Minidschungel einen guten Kontrast: :)

Terrarium.JPG
Goldbaumsteiger.JPG
Blauer Färberfrosch.JPG
Pfeilgiftfrösche.JPG
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Samstag 21. Januar 2017, 17:45

Kinder mit der Natur vertraut machen...

Ba-an-Am-Nest-956.jpg
... hier am Ameisennest
Das Nest war von Formica pratensis bewohnt, wie an dem Nestmaterial ganz oben zu erkennen ist.
Es stand in einem NSG Nähe Gemünden/Main, das weder beweidet noch gemäht wurde.
Das Bild ist von 1976. Die junge Dame hat sich später größeren Tieren und Menschen zugewandt. ;)
MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Sonntag 22. Januar 2017, 12:22

Zur derzeitigen "Eiszeit" passend: Eisvogel

Eisvogel-958.jpg
Eisvogel
Man kommt ihm selten so nahe! Damals,1976, gab es noch wenige Idealisten, die sich um kranke oder verletzte Tiere kümmerten,
und man kannte auch kaum Adressen, an die man sich mit so einem Problem wenden konnte (kein Internet!). So landeten "Problemfälle"
nicht selten im Zoologischen Institut, und in Darmstadt eben oft bei mir!
Das flugunfähige Tier hatte jemand im Botanischen Garten, direkt am Institut, aufgefunden und mir gebracht. Es schien unverletzt, war
aber anscheinend ausgehungert. Mein Aquarium war nach dem "Besuch" ziemlich leer, denn außer Guppys hatte ich kein passendes Futter
zur Verfügung. Er nahm die zappelnden Fischchen von der Pinzette. Leider starb der Eisvogel dann doch rasch. Immerhin fand er noch
Verwendung in der Institutssammlung. :(

MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Montag 23. Januar 2017, 18:23

Bald wieder: Sonnung der Waldameisen!

Manchmal fängt es an wärmeren Tagen berteits im Januar an. Hier habe ich ein paar sehr alte Dias aus dem Nürnberger Reichswald kopiert.
Unsere Versuchstiere aus der Verwandtschaft von Leptothorax acervorum haben wir ja meistens im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr
eingesammelt, wenn sie schon oder noch in Winterruhe waren, wenn alle Individuen eines Völkchens im Nest waren. Dabei stieß man immer
mal auf sich sonnende Waldameisen, hier im März 1964. Die sind dann fast alle auf dem Nest, einschließlich Königinnen!

F.-pol.-Sonn.2-61.jpg
Formica polyctena
F.pol.-Sonn.2.-62.jpg
Formica polyctena
Manchmal wirkt die an den Flanken des Hügels langsam abwärts gleitende Masse wie Lava!

MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Dienstag 24. Januar 2017, 20:02

Wo findet man Leptothorax?

Es gibt keine ganz allgemeine Regel, aber die einheimischen Leptothorax-Arten sind vor allem Bewohner von Totholz. Selten kommen auch Nester in Steinspalten oder in Moos vor. Eine Situation möchte ich hier vorstellen: Einen Flechten-Föhrenwald in der Umgebung von Nürnberg. Am Boden wachsen vor allem diverse Flechtenarten, sowie stellenweise Heidelbeeren. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen, im März 1965, kurz nach der Schneeschmelze, waren sie noch winterlich kahl. Zapfen, Nadeln und zahlreiche tote Zweige und Ästchen von den Kiefern bedecken weithin den sandigen Boden von Binnendünen.

1-L.-ac.-Habitat-60.jpg
Habitat von Leptothorax acervorum & Co
Das Habitat erstreckte sich damals über einige Quadratkilometer. Ästchen und Borkenstücke passender Größe nahm man auf,
öffnete sie vorsichtig und konnte dann komplette, noch in tiefer Winterruhe befindliche Völkchen mittels Exhaustor entnehmen.

2-L.-ac.-Winter-966.jpg
Ein bewohntes Ästchen am Waldboden
So liegt ein Ästchen mit einem L. acervorum-Völkchen im Gelände.

3-L.ac.-Winter-965.jpg
Der Inhalt des Ästchens
Öffnet man es etwas weiter, wird das darin liegende Volk sichtbar. Alles ist unbeweglich steif, die Larven sind gelblich und stark geschrumpft.

Manchmal haben wir bei Frost gesammelt. Ich erinnere mich an eine Exkursion, bei der wir bei minus 12°C die hart gefrorenen Ästchen
mit dem Gummistiefel vom Boden lösen mussten! Natürlich gelingt das Öffnen dann auch nicht mit Handschuhen, und der Algenbelag auf
den Hölzchen bildet eine schwarz-grüne Schicht auf den klammen Händen. Die konnte man sich in Schneeresten wieder abrubbeln. Dann
wurden die Hände auch schön warm. :roll: Aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft!

Ich schreibe hier in der Vergangenheitsform: Solche Flechten-Föhrenwälder sind in Deutschland selten geworden! – Es kam die Zeit
des Sauren Regens, und die Überdüngung mit Stickoxiden aus der Luft. Die Folge war über die Jahre ein zunehmender Graswuchs.
Außerdem hatte die Forstverwaltung in den 1960er Jahren die Streurechte der Landwirte abgelöst um die Bodenbildung zu fördern.
Nun wurde nicht mehr alle 10 bis 15 Jahre die gesamte Nadelstreu samt Ästchen, Flechten und Heidelbeerkraut (und Ameisen)
abgerecht und als Stalleinstreu (statt Stroh) genutzt. Die Ameisenfauna konnte sich auf den freigelegten Flächen regenerieren.
Aber nun hat die Bodenvegetation reagiert, hat den Boden zunehmend abgedeckt und die Ameisen sind weithin sehr selten geworden,
auf Dauer! Zuletzt wurde in den 1990er Jahren begonnen, den Waldboden zwischen den Bäumen zu pflügen und Eichen einzusäen. Der
einst so lichte, trocken-heiße Kiefernwald hat sich zu einem recht schattigen Mischwald entwickelt: Kaum noch Chancen für
Leptothorax & Co, und damit auch das weitgehende Aus für ihren Sklavenhalter Harpagoxenus sublaevis!
MfG,
Merkur
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Mittwoch 25. Januar 2017, 17:55

Leptothorax goesswaldi: Ein „heimtückischer“ Sozialparasit

Bei der Durchsicht alter Fotos und Dias fand ich einige interessante, bisher unveröffentlichte Bilder aus dem Leben dieser
außergewöhnlichen Ameise, bei der „Koloniegründung“ im Nest ihrer Wirtsart Leptothorax acervorum.

1-L.goessw.-L.-ac.-964.jpg
L. goesswaldi-Königin am Werk
Das zweite Tier von links ist eine im Vorjahr begattete Jungkönigin der Parasitenart. Mit ihren Mandibeln beißt sie einer (etwas größeren
und dunkleren) Königin von L. acervorum nacheinander beide Antennen ab. Die so amputierte Königin kann kein Futter mehr erbetteln und
verhungert im Laufe einiger Tage.
Direkt unterhalb der L. acervorum-Königin liegt eine weitere Wirtskönigin, noch eingekrümmt und bewegungslos in Winterstarre. Ganz rechts,
unter den Arbeiterinnen, sind einige noch winterlich geschrumpfte Larven von L. acervorum zu erkennen. Die Szene dokumentiert, dass die Parasitenkönigin nach der Paarung im Sommer sich in ein Wirtsnest einschleicht und dort den Herbst und Winter unbeachtet und untätig verbringt.
Erst im Frühjahr (April) beginnt sie damit, die Wirtsköniginnen eine nach der anderen zu amputieren, bis sie selbst die alleinige Königin des
Völkchens ist. Von den Wirtsarbeiterinnen gut mit Futter versorgt legt sie bald Eier, aus denen die Wirtsarbeiterinnen viele Männchen und Gynen
der Parasitenart aufziehen. Da aus der überwinterten Brut der Wirtsart auch noch Arbeiterinnen entstehen, kann sich der Parasit über 2-3 Jahre im
Wirtsvolk fortpflanzen, bis die letzten Wirtsarbeiterinnen gestorben sind.

2-L.goe.-L.ac.2-64.jpg
Ausschnitt aus Bild 1

3-L.-ac.amputiert.jpg
REM-Aufnahme der Antennenstümpfe. Aus: Buschinger & Klump 1988
Der Kopf einer amputierten L. acervorum-Königin im Rasterelektronenmikroskop. Die Antennen werden immer an der gleichen Stelle im Schaft durchtrennt. Die Parasitenkönigin dreht dabei den Kopf seitlich leicht hin und her, so dass sie wohl mittels ihrer Mandibelzähne den Fühlerschaft allmählich „sägend“ durchtrennen kann.

4-img967b-L.goe.jpg
Wirtsvolk mit amputierten Königinnen. Foto: W. Ehrhardt
Etwa die Hälfte eines L. acervorum-Völkchens im Objektträgernest. Die beiden Pfeile weisen auf zwei bereits amputierte Wirtsköniginnen hin.

Bringt man im Experiment zwei Parasitenköniginnen in ein Nest, bekämpfen sich diese gegenseitig durch Abtrennen von Antennen
und Beinen. Das sichert die Monogynie der L. goesswaldi: Stets darf nur eine im Wirtsnest verbleiben. (Im Gegensatz dazu
sind die Völker von L. acervorum meistens polygyn, enthalten zwei oder mehr funktionelle Königinnen).

5-img968c-L.-goe.jpg
Kämpfende Königinnen von L. goesswaldi. Foto: W. Ehrhardt
L. goesswaldi-Königin (a) beim Angriff auf eine bereits antennenlose Konkurrentin (b).

6-img968b-L.goe.jpg
Kämpfende Königinnen von L. goesswaldi.Foto: W. Ehrhardt
Auch Beine trennen sich die konkurrierenden L. goesswaldi-Königinnen ab.

Die Bilder entstanden während einer Diplomarbeit (B. Klump, 1988), in der dieses Verhalten entdeckt und erstmals untersucht worden war.
Buschinger, A., Klump, B. (1988): Novel strategy of host-colony exploitation in a permanently parasitic ant, Doronomyrmex goesswaldi. - Naturwissenschaften 75, 577-578.

Bis dahin war lediglich bekannt, dass L. goesswaldi stets in Nestern von L. acervorum anzutreffen ist. Von H. Kutter war die Art im Schweizer Wallis entdeckt und 1967 beschrieben worden. Nachdem ich 1984 eine größere Population bei Briançon entdeckt hatte, konnten wir es wagen, eine nähere Untersuchung zu starten. Beim Einsammeln der Versuchstiere im April 1987 fiel auf, dass die Nester mit L. goesswaldi oft mehrere Wirtsköniginnen
ohne Antennen enthielten. Dies ließ sich nicht durch zufällig beim Öffnen der Nester (mit Taschenmesser) erfolgte Beschädigung erklären. Die Laborexperimente bestätigten schließlich den Verdacht, dass die Parasitenköniginnen die Königinnen der Wirtsvölker mit dieser bisher einzigartigen
Methode beseitigen.

Für Rückfragen und Kommentare gibt es den Diskussionsthread.
MfG,
Merkur
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Freitag 27. Januar 2017, 17:38

Ein Abendsegler zu Gast

Unter den „Findelkindern“, die mir immer mal ins Labor gebracht wurden, war (ca. 1982) auch dieser Abendsegler.

img970-Abendsegler.jpg
Abendsegler
img972-Abends.+Schabe.jpg
Die Schabe schmeckt!
Er schien geschwächt, ohne dass eine Ursache erkennbar war. Ich hatte ihn mit zu Hause, wo er mit Mehlwürmern und Schaben ordentlich
gefüttert wurde. Auch etwas Wasser nahm er aus einer Pipette. Dann, als er in der Lage war, im Wohnzimmer ein paar Runden zu drehen, baute ich ein Kistchen mit Flugloch, hing es auf den Balkon und setzte das Tier am Abend hinein. Morgens war es weg…. Hoffentlich ging es ihm noch lange gut! :)

MfG,
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Trailandstreet » Samstag 28. Januar 2017, 10:42

Fundstück.jpg

Soviel zum Thema "im Winter auf Ameisensuche?"
Natürlich hab ich sie nicht gesucht, um Gegenteil, ich wäre beinahe draufgetreten. Als Ameisenhalter hat man aber wohl so einen ähnlichen Reflex wie eine Katze. Die sehen auch in jedem kleinen Koch nach, ob wer zuhause ist. In diesem Fall Dolichoderus quadripunctatus.
Ob es das ganze Nest oder nur ein zweignest ist, weiß ich nicht, ich werd auch nicht nachsehen. Der Rest des Astes, der bereits abgebrochen war, hatte aber keine Löcher.
Ich werd sie jetzt erst mal in die Kiste zu den anderen geben und dort weiter überwintern.
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Re: Bilder/Videos des Tages

Beitragvon Merkur » Donnerstag 2. Februar 2017, 18:10

KEIN Safari-Park!

Aber wunderschöne Natur bietet der Yellowstone-Nationalpark in den USA.

1-Yellowst.pools-81.jpg
Im Yellowstone-NP
Farbenprächtige Tümpel mit warmem bis heißem Wasser aus den zahlreichen Geysiren.

2-Bison-82.jpg
Vorfahrt? Was ist das?
Gelegentlich ein traffic jam, wenn ein selbstbewusster Bison-Bulle die Straße benutzt.
Aber da hält man ja gerne mal an um ein paar Fotos zu schießen!

3-Schwarzbär-84.jpg
Villeicht will er doch nur spielen?
Und etwas …hmmm… Begegnungen, wenn bei der Suche nach Ameisen ein neugieriger Schwarzbär in der Botanik steht!

Es war Ende Juli- Anfang August 1993, als ich mit einem Doktoranden diverse seltene Ameisenarten in den kanadischen und
amerikanischen Rocky Mountains gesammelt habe. ;)
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Suum cuique
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Merkur
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