Manica rubida - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae

Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 9. Oktober 2016, 15:02

Zum ersten Mal seit Haltungsbeginn kann ich bei meinen Manica Anzeichen auf die bevorstehende Winterruhe feststellen.

Es gibt keine Eier mehr und die Gyne ist nicht mehr physogastrisch (siehe unten und zum Vergleich). Die Aussenaktivität ist geringer, aber nach wie vor recht hoch. Puppen sind noch einige vorhanden, Larven hat es viele.

Ich habe das Futterangebot deutlich reduziert. Die Temperaturen aber unverändert gelassen (ca. 20 C° am Tag / 18 C° in der Nacht). In der kommenden Woche werde ich die Ameisen samt einer Arena in die Styroporbox auf den Balkon stellen, damit sich die Tiere entgültig ins Nest zurückziehen...
Manica rubida Gyne.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Mittwoch 19. Oktober 2016, 12:03

Na bravo: Ausbruch!

Momentan fouragieren auf meinem Balkon Arbeiterinnen von Manica rubida in einer richtigen Ameisenstrasse entlang des Geländers. :redface:

Wie es dazu kommen konnte? Um die Tiere zu veranlassen, sich ins Nest zurück zu ziehen, wollte ich sie – wie im Vorjahr - den natürlichen Oktobertemperaturen auf dem Balkon aussetzen. Dazu koppelte ich als erstes die zweite Glasarena von der ersten ab. Das Ende des Verbindungsschlauches versah ich mit einem Reagenzglas samt Wassertank. Da die Arbeiterinnen nun nicht mehr ins Nest zurückkehren konnten, sammelten sie sich im Schlauch mit dem RG. Diesen konnte ich in mehreren Schritten entleeren, indem ich die darin befindlichen Ameisen einfach in die noch verbliebene, mit dem Nest verbundene Arena schüttelte.

Die Entvölkerung der zweiten Arena verlief problemlos und ich konnte in der Folge die erste Arena zusammen mit dem Nest in einer Styroporbox auf dem Balkon platzieren.

Leider verschob sich das direkt am Nest angeschlossene Reagenzglas, welches als Wassertank dient, unbemerkt so, dass sich die Ameisen zwischen Glas und Schlauch durchzwängen konnten. So sind sie vor meinen Blicken verborgen in die Kiste gelangt – und, als die Temperaturen stiegen, auf den Balkon.

Als ich mein Missgeschick vor zwei Tagen bemerkte, hatten sie bereits den ganzen Balkonboden unter Kontrolle und entlang den Rändern echte Strassen gebildet.

Glücklicherweise konnten sie nicht in die zweite Styroporbox mit den anderen Ameisen eindringen und von den frei in den Blumenkisten lebenden Lasius niger liess sich zum Glück (noch) keine blicken.

Ich liess die Verbindung also in der Hoffnung offen, dass die näher rückende Kaltfront das Problem erledigen würde und die Ameisen sich freiwillig ins Nest zurückziehen. Leider vergebens, bisher sank das Quecksilber auch nachts nicht unter 10°C und heute bemerkte ich, dass sich Manica-Arbeiterinnen in meinem Kirschbaumtopf ein Zweignest graben. Mittlerweile habe ich die Ausbruchsstelle am Nest abgesichert. Gyne und Brut befinden sich noch im YTONG-Nest. Allerdings habe ich jetzt hunderte von Ameisen auf dem Balkon und zwischen Styroporkiste und Kirschbaumtopf eine Strasse...

Wenn das mal gut geht!
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 28. Oktober 2016, 12:32

Noch immer sind hunderte von Manica-Arbeiterinnen frei auf dem Balkon. Ich konnte bei geeigneten Temperaturen zwar immer wieder zahlreiche fouragierende Arbeiterinnen mit dem Exhaustor einsaugen und in die Arena zurückbringen, nun hat das herrliche Wetter (14°, aber deutlich wärmer im Sonnenschein) allerdings Lasius niger aufgeweckt. Und die vom Nest abgeschnittenen Manica Arbeiterinnen haben längst das Geländer und die Blumentöpfe darauf entdeckt und ihre Strasse darauf ausgeweitet. Noch konnte ich zwar keine Kämpfe beobachten, aber das Verhalten der Lasius-Arbeiterinnen zeigt, dass sie die Eindringlinge bemerkt haben. Ausserdem liegen auf einigen Blumentöpfen tote Manica...
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 4. November 2016, 12:47

Bisher kam es glücklicherweises zu keinen grösseren Auseinadersetztungen zwischen Lasius niger und Manica rubida. Das liegt sicherlich vorallem am Verhalten von Lasius: Von den Ameisen ist kaum etwas zu sehen, sie scheinen instinktiv zu wissen, dass jetzt nicht die Zeit für Revierverteidigung, sondern für Winterruhe ist.
Das wird sich im nächsten Frühjahr sicherlich ändern, bis dahin hoffe ich aber, den allergrössten Teil der ausgebüxten Manica-Arbeiterinnen wieder eingefangen zu haben.
Bei diesen ist nämlich von Winterruhe nichts zu merken:
Manica Strasse.JPG
Manica Pflanzenkiste.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 19. Dezember 2016, 12:55

Schon vor dem ersten Schnee, der gestern fiel, war in der Winterkiste (und auf dem Balkon) Ruhe eingekehrt. Die Ameisen verharren beinahe regungslos im Nest. Geschuldet ist dieses Verhalten der konstant tiefen Nachttemperatur der letzten Wochen, die stets leicht unter Null gesunken ist. Auch tagsüber kletterte das im Schatten plazierte Quecksilber im letzten Monat nie bis zum zweistelligen Bereich hoch. Damit ist die Kälteperiode (gefühlt) bereits jetzt länger, als die im ganzen vergangenen Winter. Der gemessene Minimalwert in der Kiste betrug -2.2 °C (Rekord!), draussen konnte ich zum Vergleich -4 °C als Tiefsttemperatur ermitteln.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 7. Januar 2017, 15:17

In der Winterkiste herrschen Dauertieftemperaturen - ausserhalb soweiso: - 3.7°C konnte ich gestern in der Box messen, -9.6°C auf dem Balkon. Die Nestscheibe ist eisbeschlagen, die Ameisen verharren regungslos...
Nest gefroren.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 30. Januar 2017, 15:39

Bald geht der kälteste Januar seit 30 Jahren in der Region zu Ende. Also sicher der kälteste seit ich Manica rubida halte. Kurze Kältewellen bzw. Temperaturtaucher gab es zwar auch in den vergangenen Jahren. Heuer hatten die Ameisen aber erstmals konstante Minustemperaturen über Wochen auszuhalten, auch tagsüber konnte sich die Winterkiste wegen der reflektierenden Rettungsdecke nämlich lange nicht aufwärmen. Die tiefste gemessene Temperatur in der Kiste betrug - 4.9 °C. Im gleichen Zeitraum mass ich ausserhalb der Kiste - 9.6 °C.
Die Ameisen leben noch...
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Dienstag 31. Januar 2017, 19:38

Die Winterruhe der heimischen Arten bietet dem Halter den Vorteil, dass er die Anlagen im ameisenfreiem Zustand reinigen und neu einrichten kann. Die Gelegenheit wollte ich noch nützen, bevor die Temperatueren wieder steigen. So habe ich heute das noch ans Nest angeschlosse Glas abgetrennt und ins Warme gabracht.

Zu meiner Überraschung fand ich beim Reinigen ca. 10 lebende Arbeiterinnen, die sich offensichtlich in der Einrichtung versteckt hatten. Der Arenaboden war aber vollständig ausgetrocknet! Konnte die hohe Luftfeuchtigkeit, die in der Styroporbox herrscht, ausreichen um ihnen das Überleben zu sichern?
Jedenfalls lässt sich im März nun ein kleines Expeiment bezüglich Kolonieduft anstellen. Werden sich die räumich getrennt überwinternden Ameisen ohne weiteres wieder erkennen? Den selben Versuch werde ich übrigens mit meinen Camponotus lateralis machen können, auch hier hat eine Teil der Arbeiterinnen in einem "Zweignest" von der Kolonie getrennt überwintert.

Der Ausbruch hat bei der Volksgrösse deutliche Spuren hinterlassen, im Nest gibt es wieder viel Platz:
Manica Nest Winterruhe.JPG
Winterruhe Manica.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 18. Februar 2017, 12:57

Heute sind die ersten Manica-Arbeiterinnen aus der Gruppe die im vergangenen Jahr ausgebrochen ist und sich in der Folge in Blumentöpfen auf dem Balkon eingegraben hat, an der Oberfläche erschienen.

Manica Blumenkiste.JPG


Ich konnte 15 Tiere einsammeln und in Formicarium zu denen geben, die in der Arena überwinterten. Die Tiere erkannten sich sofort. Obwohl sie den Winter getrennt voneinander verbracht hatten, ist keine Feindschaft zwischen ihnen erkennbar. Ich werde weiter so verfahren und hoffe, dass ich noch viele Manica einsammeln kann, bevor Lasius niger wieder aktiv wird.

Die eigentliche Kolonie befindet sich nach wie vor in der Winterkiste, geschützt vom Sonnenschein bei etwa 7°C.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Dienstag 28. Februar 2017, 17:55

Die Manica rubida sind zurück aus der Winterruhe. Die Gyne lebt und viele Larven sind vorhanden, was aber - jetzt wo wieder Ameisen in der Arena furagieren - sofort ins Auge sticht: Es hat deutlich weniger Arbeiterinnen bzw. viel Platz im Nest! Die Winterverluste sind dem oben beschrieben Ausbruch verschuldet, zu anderen Verlusten, etwa durch Kälte oder Trockenheit ist es glücklicherweise nicht gekommen. Dennoch schätze ich, dass die Kolonie auf etwa 250 Tiere geschrumpft ist.

Manica Nest 2017.JPG

Auf dem Balkon kann ich bei gutem Wetter immer wieder vereinzelt Manica Arbeiterinnen einsammeln. Sie können problemlos zur Kolonie zurückgegeben werden. Obwohl sie über 4 Monate keinen Konakt hattten, erkennen beide Gruppen auf Anhieb, dass sie zur gleichen Kolonie gehören.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Dienstag 14. März 2017, 22:53

Was ist der beste Ausbruchsschutz bei Manica rubida? Feuchter Arena-Boden! Sobald die Tier graben können, klettern sie nicht mehr die Scheibe hoch. Den Boden befeuchten sie übrigens von ganz alleine, ganz egal, wie hoch man die Tränke lagert - gibt es die Möglichkeit wird Erde aufgeschüttet, bis das Ding ausläuft. Jedenfalls bei jeder offenen Wasserquelle.
Tränke zum Auslaufen gebracht.JPG

Auf dem Balkon kann ich dank dem guten Wetter übrigens immer wieder Tiere einsammeln und zurück bringen. Langsam aber sicher, scheint sich der Kolonieduft etwas abzuändern. Die Neuankömmlinge werden jedenfalls mittlerweile nicht einfach ignoriert, sondern umringt und fixiert - meist werden sie an den Stielchengliedern festgehalten. Nach einiger Zeit werden sie aber einfach losgelassen und scheinen wieder dazu zu gehören...
Umringt und festgehalten.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 18. März 2017, 15:30

Die Gyne hat die Legetätigkeit wieder voll aufgenommen, es gibt mehrere Eipakete, ausserdem haben sich erste Larven verpuppt: Knapp 18 Tage nach dem Auswintern ist wieder Brut in allen Stadien vorhanden.
Manica Gyne 2017.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 7. Mai 2017, 15:24

Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass sich viel weniger Arbeiterinnen im Nest aufhalten. Viele sind mit Graben in der Arena beschäftigt, wenn der Sand feucht genug ist, bauen sie mir gerne gesamte Scheiben zu und überwinden so den Ausbruchsschutz (aber natürlich nicht den Deckel). Es gibt zudem weniger Brut als im Vorjahr, die neuen Arbeiterinnen sind etwas kleiner und der Hinterleib der Gyne ist nicht physogastrisch, sondern völlig normal.
Es könnte an den Verlusten liegen, die das Volk vor dem Winter erlitten hat. Irgendetwas scheint der Kolonie jedenfalls zu signalisieren, dass es langsamer vorangehen muss, als letztes Jahr.
Am mangelnden Futter liegt es jedenfalls nicht.
Manica Arena 2017.JPG
Manica Larven 2017.JPG
Manica Puppen 2017.JPG
Manica Gyne 2017.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 22. Mai 2017, 11:53

Die Arbeiterinnen die momentan schlüpfen, sind wieder kleiner, als die vor dem Ausbruch, sie sind etwa 6 mm lang. Offenbar scheint es nach den Verlusten kleinere Ameisen zu brauchen. Gut möglich, dass bei den gleichen Ressourcen so mehr Ameisen heraus kommen und die Entwicklung schneller verläuft. Wie schaffen das die Manica in der Natur bloss?!
Ich halte die Kolonie jetzt im vierten Jahr bei guter Versorgung und bisher ist noch nie eine Manica Arbeiterin geschlüpft, die von der Grösse und der Breite her an die Tiere heran kommt, die ich aus freier Wildbahn kenne.
Grössenunterschied Manica Arbeiterinnen.JPG
Grössenunterschied (Die grössere Ameise ist ca. 8 mm lang)
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Donnerstag 8. Juni 2017, 18:05

Heute ohne viel Worte:
Tränken aus.JPG
Es gibt einfach keine Tränke, die Manica nicht früher oder später zum Auslaufen bringt...
(vorher)

Die Gyne ist inzwischen wieder ordentlich physogastrisch, es gibt jede Menge Eier:
Manica Gyne physogastrisch.JPG
Inzwischen ist die Gyne doch deutlich physogastrisch, noch vor wenigen Wochen war nichts zu bemerken
(vorher)
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 1. Juli 2017, 15:08

Der Kolonie geht es soweit gut. Es ist viel Brut vorhanden und endlich sind darunter auch wieder grössere Puppen. Die Tiere werden nach dem Schlüpfen zwar nach wie vor kleiner sein, als ihre Major-Schwestern in freier Natur, aber es geht aufwärts.

Die Sache mit der Wasserlinsentränke habe ich ebenfalls in den Griff bekommen. Seit ich das entsprechende Becken überhaupt nicht mehr befeuchte, haben die Ameisen keine Gelegenheit mehr die Erde so aufzuschichten, dass die Tränke ausläuft. Die Ameisen lieben es, sich auf den Linsen aufzuhalten und zu trinken. Ein weiterer Nebenefekt der höchstwahrscheinlich durch die Tränke verurschat wurde: Im Nest bilden sich Algen. Diese dürften mit den Wasserlinsen aus dem Aquarium über die Beinchen der Ameisen ins stets feucht gehaltene Nest gelangt sein. Offenbar bekommen die durch die rote Folie genug Licht, um sich auszubreiten. Mich stören sie nicht.
Manica Wasserlinsentränke.JPG
Die Wasserlinsentränke ist bei den Ameisen äusserst beliebt.
Algen im Nest.JPG
Offenbar sorgt sie aber dafür, dass Algen ins Nest gelangen.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Merkur » Samstag 1. Juli 2017, 16:47

Hallo Reber,

ich hoffe, ich darf hier reinschreiben. Ansonsten bitte verschieben!
Sporen von Algen sind so allgegenwärtig wie die von Schimmelpilzen. In unseren 3-Kammer-Formikarien für Leptothorax, Temnothorax etc. hatten wir immer Algen auf dem Gipsboden, wenn die Formikarien einige Monate (bis mehrere Jahre!) in Benutzung waren, in der 3., feuchten Kammer mit Wassernapf, aber auch in der Nestkammer, wenn die Art feuchtere Nester haben sollte.
Hier ein Beispiel mit Myrmecina graminicola:

MgBrut0157web.jpg
Myrmecina graminicola
Das eigentliche Nest bestand hier aus dem üblichen Kunststoffrahmen, der aber anders als sonst üblich unten offen war, so dass diese Ameisen auf dem feucht gehaltenen Gips wohnten.
Abgedeckt war das Ganze mit einem Objektträger, auf den eine rote Folie gelegt war. Die Formikarien wurden in einem Brutschrank mit einer schwachen Innenbeleuchtung gehalten. Trotzdem wuchsen reichlich Algen in den Nestern. Das aber schadet den Ameisen absolut nicht!

MfG,
Merkur
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 2. Juli 2017, 13:01

Danke Merkur. Ich hab mir schon gedacht, dass es den Ameisen nicht schadet, vielleicht später mal der Nesteinsicht. Aber die Nester sind ja nicht für die Ewigkeit gemacht. Betreffend meiner Vermutung: Mir ist einfach der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Einsetzen der Wasserlinsentränke und dem Auftreten der Algen aufgefallen, die können aber auch anderswoher kommen - das Nest ist jetzt zwei Jahre alt. In meinen "eingefahrenen" Terrarien wachsen in dem Zeitraum sogar Moose etc. Meist kommen die unabsichtlich mit Einrichtungsgegenständen in die Anlagen. Ich mag das, die Anlagen wirken um so natürlicher.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 20. August 2017, 15:50

Die Kolonie setzt auf Wachstum - allerdings nur auf zahlenmässigen: Es schlüpfen viele neue Arbeiterinnen, die aber alle deutlich kleiner sind als ihre älteren Schwestern.

Ich gehe davon aus, dass die Kolonie so die Verluste durch den Ausbruch vom letzten Herbst rasch kompensieren "will", ihre Ressourcen lieber in mehr kleinere Arbeiterinnen investiert, als in weniger grössere. An Futter-Mangel oder geänderten Haltungsbedingungen kann es auf jeden Fall nicht liegen. Irgendwie scheinen die Arbeiterinnen instinktiv zu merken, dass sie weniger geworden sind und entsprechend schnell Arbeiterinnen ausgleichen müssen.

Ergebnis: Es gibt mehr Brut den je und das zweijährige Nest ist jetzt wieder gut mit Arbeiterinnen gefüllt. Nächstes Jahr muss ein neues her, das wird auch der Nesteinsicht gut tun, die stark gelitten hat...

Manica August 2017.JPG


Edit zu Merkurs Bewertungskommentar: "Auf dem Bild sind keine Vorpuppen mehr zu sehen. Evtl. Vorbereitung auf die Winterruhe?"
Ja, gerade mal eine einzige Vorpuppe konnte ich im ganzen Nest noch entdecken. Eier sah ich keine mehr. Kleine und mittelgrosse Larven gibt es noch sehr viele.
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Zuletzt geändert von Reber am Sonntag 20. August 2017, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 24. September 2017, 20:10

Die Kolonie stellt sich sichtbar auf den Winter ein. Zwar ist die Gyne nach wie vor physogastrisch, es sind aber keine Eier mehr vorhanden, dafür viele kleine und mittlere Larven und noch etwa 50 verbliebene Puppen. Am auffälligsten ist jedoch, dass die Arbeiterinnen die Aussendienstaktivität sichtbar reduziert haben. Es verbleiben deutlich mehr Tiere im Nest obwohl die Bedingungen (Licht, Wärme) unveränder sind.

Ich beginne jetzt die zweite Arena zu leeren, in dem ich die "Reagenzglasmethode" anwende. Dazu nehme ich die Schlauchverbindung einseitig ab, verschliesse die erst Arena und hänge am Schlauchausgang ein Reagenzglas an. Dieses füllt sich bald mit Arbeiterinnen, welche ich von Zeit zu Zeit in die erste, noch mit dem Nest verbundene Arena schütte.
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