Pheidole teneriffana (cf.) Haltungsbericht

Unterfamilie: Myrmicinae

Pheidole teneriffana (cf.) Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Sonntag 7. Dezember 2014, 13:16

Pheidole pallidula Haltungsbericht

Einige Informationen zur Art.

Hallo Leute ich habe mich nun entschlossen über diese doch sehr bekannte Art einen Haltungsbericht zu schreiben.

Als ich diesen Sommer auf Kreta war, fand ich diese stark polygyne Kolonie unter einem Blumentopf. Sie bestand zu dieser Zeit aus ca. 100 Arbeiterinnen, 2 Soldaten und 6!! Gynen. Wieder in Deutschland angekommen wurden sie sofort in ein 30x30 cm großen Becken gesetzt. In den folgenden Tagen starb leider eine Gyne was wahrscheinlich durch den ganzen Stress kam. Sie bekamen dann einige Tage nach der Ankunft einen 6 cm hohen Bodengrund der auch als Nest dienen sollte. Sie zogen sofort aus dem RG aus, seitdem habe ich keinen Nesteinblick mehr. Dies stört mich aber auch nicht, denn in der Arena ist immer was los, vor allem bei Fütterungen. Das Becken wird im Sommer durch eine 14 Watt Heizmatte beheizt, die zurzeit aber ausgeschaltet ist.
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Sie leben nun schon seit ca. 5 Monaten bei mir und ich muss sagen diese Ameisen machen mir viel Freude. Bei jeder Fütterung kommen unzählige Ameisen zum Vorschein, doch Soldaten sieht man eher selten. Sie haben schon das gesamte Becken umgegraben und 3 Ausgaänge angelgt. Einer ist bei der Pflanze die anderen beiden sind an der Scheibe. Befeuchten tue ich das ganze mit einer Sprühflasche einmal die Woche. Auch da strömen die kleinen aus dem Nest um alles wieder zu abzusuchen.

Zum fressen kriegen sie bei mir hauptsächlich Mehlwürmer die immer sehr gut angenommen werden. Zwei Tage nach der Fütterung kann man dann immer die leeren Hüllen raussammeln. Honig- und Zuckerwasser wird eher wenig angenommen, dafür sind Nüsse die sie alle 2 Wochen kriegen sehr begehrt.

Zum Ausbruchsschutz kann ich nur sagen das es bisher keine Probleme gab. Aktuell habe ich nur einen Deckel drauf und rund herum Parafinöl über das sie bisher nicht rüber kamen. Aber ich denke bei zunhemender Volksstärke muss ich mehr machen.

Hier mal ein Video:


Nun habe ich aber auch gleich eine Frage. Die Pflanze die seit Anfang an im Becken ist sieht seit den letzten Wochen garnicht gut aus. Es kommen keine neuen Blätter und die alten werden schwarz und verschimmeln noch an der Pflanze. Diese muss ich dann immer entfernen. Weiß jmd. was mit ihr los ist? Liegt es an den Pheidole die unter Pflanze ihr Nest haben?
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Disskussionsthread
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Re: Pheidole pallidula Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Dienstag 9. Dezember 2014, 20:32

Hi Leute,

wie bereits im Disskussionsthread angesprochen habe ich nun die Pflanze in einem kleinen Topf der mit ganz normaler Humuserde befüllt ist.
Das ganze ging mehr oder weniger gut, da es wirklich sehr leicht war die Pflanze auszubuddeln. Dabei kamen aber gefühlte 1000 Ameisen hervor die den Löffel und später meine Pinzette attakierten.
Das entstandene Loch verschloß ich leicht. Weiter vorne grub ich dann wieder eine Kuhle um dort die Pflanze zu platzieren. Dies hat dann aber super geklappt da dort nicht eine Ameise anzutreffen war.

Sie haben sich jetzt um ein vielfaches beruhigt und auch das Loch wo die Pflanze war, haben sie jetzt auf ihre Größe verkleinert, aber seht selbst.
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die Pflanze
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der ehemalige Standort der Pflanze


Ich hoffe nun das sich die Pflanze erholt und bald schon so wuchert wie bei Trailandstreet :wink: .
Disskussionsthread

LG Antkönig :)
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Re: Pheidole pallidula Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Samstag 24. Januar 2015, 22:28

Hallo Leute,

heute mal wieder ein Update von meiner Pheidole Kolonie. Leider gibt es wenig postives zu berichten. Da die Pflanze leider eingegangen ist, musste ich diese entfernen. Leider verblieben die Wurzeln in der Erde, die einige Tage danach anfingen stark zu schimmeln. Da genau dort das Hauptnest lag, musste ich zu einem radikalen Schritt greifen. Ich grub die gesamte Kolonie vorsichtig aus.
So konnte ich 3-4 Gynen, ca.100 Arbeiterinnen und 5 Soldaten retten. Einige Tage nach dem Eingriff starben dann nochmal ein halbes Dutzend Arbeiterinnen an den Folgen des Stresses.

Nun denn, jetzt leben sie in einem Reagenzglas in einer kleinen 20x10 Arena. Ich hoffe sie fangen sich wieder. Mittlerweile wurden wieder Eier gelegt und auch 60 Larven sind vorhanden. Wenn euch noch Tipps einfallen die der Kolonie helfen könnten, teilt sie mir bitte mit. ;)
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Ich habe da auch noch eine Frage, und zwar nehmen sie in letzter Zeit kaum Proteine an. Gibt es vielleicht irgendwelche Futtertiere die sie besonders gerne annehmen? Falls ihr auch noch Fragen oder Anmerkungen habt, schreibt sie doch bitte in den Disskussionsthread.

Ansonsten habe ich ihnen jetzt auch Erdnüsse angeboten, an denen immer mindestens 2 Arbeiterinnen am Futtern sind. Sie nehmen jedoch immer noch keine Kohlenhydrate auf.

LG Antkönig :)
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Re: Pheidole pallidula Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Sonntag 15. März 2015, 17:25

Hey Leute,
heute mal wieder ein Update zu meiner Pheidole Kolonie.

Da ich mir nochmal diverse Haltungsberichte durchgelesen habe, bin ich vor ca. 3 Wochen zum Entschluss gekommen den Damen ein Ytongnest anzubieten.
Sie gefielen mir einfach nicht im Reagenzglas. Es schien mir als wäre es ihnen zu feucht und auch das beheizen des RG gestaltete sich schwierig.

Gesagt getan habe ich ihnen ein kleines aber feines Ytongnest mit zwei Kammern gebastelt und mit einer Plexiglasscheibe versehen. Da ich nur noch eine
rote hatte, musste ich diese verwenden. Dadurch sieht man auf Fotos leider nicht sehr viel. Die Scheibe habe ich zum Test mal nur mit zwei dicken Gummibändern
befestigt, um zu sehen ob das auch klappt. Ich muss bis jetzt sagen läuft alles wunderbar.

Die Kolonie zog sofort in das Ytongnest um und seit dem läuft es super. Es wurden hunderte Eier gelegt die sich bereits verpuppt haben und auch Proteine
und Kohlenhydrate nehmen sie jetzt gierig an. Die Heizmatte habe ich direkt am Ytongnest befestigt, was ihnen ebenfalls scheinbar sehr gut gefällt.

Alles in allem habe ich nun eine Sorge weniger und ich denke wenn ich hier das nächste mal berichte werden es einige mehr sein...

LG Antkönig :)
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Re: Pheidole pallidula Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Samstag 4. April 2015, 18:27

Hallo Leute,

hier mal wieder ein kleines Update zu der Kolonie.
Nun, wie bereits letztes Mal schon angesprochen geht es der Kolonie seit dem Ausgraben um ein vielfaches besser. Sie bekommen nun auch seit letzter Woche wieder große Mengen an Insekten was sich nun auch in ihrer Brutmasse wiederspiegelt. Sie bekommen jetzt täglich einen Mehlkäfer und was sonst noch an Spinnen und Fliegen im Haus herumschwirrt. Auch an Kohlenhydrate gehen sie jetzt gerne ran. Vorallem Ahornsirup scheint ihnen sehr gut zu schmecken.
Die Heizmatte habe ich nun unter ihrem Nest positioniert. So haben sie nun kühlere und wärme Plätze im Nest was ihnen scheinbar auch gefällt.
Ich schätze die Kolonie nun auf etwa 250+ Arbeiterinnen, 20 Soldaten, 6 Gynen und etwa 100 Eier,Larven und Puppen. Für Nachschub ist also gesorgt.
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Die 6 Gynen

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Anlass für dieses Update. Ich habe in den letzten Tagen mit einigen Ameisenhaltern gesprochen. Viele wahren verwundert über diese polygyne Pheidole Kolonie, da P. pallidula eher schwach polygyn ist und ab einer gewissen Volksstärke nur noch eine Gyne tolerieren würde. Zudem passt die Größe meiner Arbeiterinnen nicht ganz mit denen einer P. pallidula Arbeiterin übereinander. So kam die Vermutung auf, dass es sich vieleicht um eine Pheidole megacephala Kolonie handelt. Ich habe sofort Bilder verglichen und würde sagen das meine Gynen mehr den megacephala ähnlich sehen als den pallidula.
Nun möchte ich auch hier nochmal nachfragen ob es üblich ist, dass es bei Pheidole pallidula Kolonien öfters mehrere Gynen in einem Nest gibt oder eher nicht. Am meisten würde ich mich natürlich freuen wenn jemand wüsste wo ich Ameisen professionell bestimmen lassen kann. :)

Falls es es sich wirklich um P. megacephala handeln sollte, bin ich mir bewusst das diese Ameisen stark invasiv sind und ich nun noch mehr auf den Ausbruchsschutz achten werde.

Zur Diskussion

Man wird sehen,
LG Antkönig :)

P.S Das Update für die Lasius niger kommt erst in ein paar Tagen da ich jetzt noch etwas abwarten will.
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Re: Pheidole pallidula Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Dienstag 2. Juni 2015, 16:10

Hey Leute, heute kommt mal wieder ein kleines Update.

Wie es vieleicht einige mitbekommen haben, war ich mir seit Beginn der Haltung relativ unsicher ob es sich denn bei dieser Art wirklich um Pheidole pallidula handelt.
Gestern wurde sie dann von Titus (Danke an dieser Stelle nochmal :)) als Pheidole teneriffana bestimmt. Dies ist eine invasive Art die bereits sehr weit verbreitet ist.
Mehr Information zur dieser Art findet ihr hier.

Ich werde selbstverständlich jetzt noch mehr auf den Ausbruchsschutz achten als wie bisher. Nun aber zur Kolonie. Seit dem letzten Update sind es nun wieder einige mehr
geworden, ich schätze sie jetzt auf etwa 350 Arbeiterinnen. Brut ist natürlich in allen Stadien vorhanden, somit ist für Nachwuchs gesorgt. An den Haltungsbedingungen hat
sich nichts verändert. Sie bekommen fast täglich Proteine und auch Körner stehen ihnen jederzeit zur Verfügung.

Falls ihr noch Fragen habt oder Anregungen loswerdenn wollt nur her damit!

LG Antkönig :)
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Re: Pheidole teneriffana (cf.) Haltungsbericht

Beitragvon Antkönig » Montag 20. Juli 2015, 13:03

Hey Leute, es ist mal wieder Zeit für ein Update.

Die Kolonie entwickelt sich weiterhin prächtig. Brut in allen Stadien und Proteine werden einfach ohne Ende angenommen. Vor ca. drei
Wochen sind sie dann in einen kleinen Plastikwürfel gezogen. Dieser ist mit einer einfach Sand-Lehmmischung gefüllt und wird
von mir regelmäßig bewässert. Dies scheint ihnen sehr zu gefallen denn sie haben bereits alles umgegraben und auch die Brut kann man gut
sehen, da sie sie zum Glück direkt an der Scheibe lagern.
IMG_2542.JPG

Nun aber auch zum eigentlichen Grund für dieses Update. Es gibt Geschlechtstiere, nicht viele aber doch bestimmt 10 Männchen und geflügelte
Gynen. Nun bin ich am überlegen, denn da dise Art scheinbar stark polygyn ist könnte es ja sein das die Begattung direkt im Nest stattfindet.
Ich werde nun ersteinmal abwarten müssen ob es zu einem Schwarmflug kommt oder ob die Geschlechtstiere getötet werden oder ob eben doch
die neuen Gynen die Flügel abwerfen und akzeptiert werden.
IMG_1298.JPG
Ein Männchen

Ich denke in einigen Wochen wird dieser kleine Würfel bald zu eng werden, dann werde ich ihnen eine Farm anbieten in die sie dann einziehen dürfen. :)
IMG_1584.JPG
IMG_2251.JPG
Ein Lasius Männchen wird zerlegt

LG Antkönig :)
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