Manica rubida - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae

Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 27. April 2014, 17:05

Hier möchte ich diesen Haltungsbericht über Manica rubida fortsetzen - wenn es den sein soll.

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ist meiner Manica-Kolonie im März leider die Gyne weggestorben. Über die Ursachen für ihren Tod kann ich nur rätseln. Fakt ist, dass es bereits während der Winterruhe im Kühlschrank zu einem Pygmäensterben aus ungeklärten Gründen gekommen ist und dass die Winetrruhe in der Folge bereits Ende Januar beendet wurde.

Das weisellose Völklein macht auch ohen Königin weiter, mittlerweile besteht es aus über 20 Ameisen und etwa einem Dutzend Puppen.

130323Manica.JPG
Kolonie versorgt Brut auch ohne Königin weiter

Die Tiere wirken putzmunter, versorgen ihre Brut und sich gegenseitig. Seit es keine Larven mehr gibt, werden Insekten kaum mehr angenommen. Dafür graben sie leidenschaftlich gerne ihre Arena um.

Ich will nun versuchen, der weisellosen Kolonie eine Königin zuzusetzen. Sollte der Adoptionsversuch scheitern, werde ich die Gyne neu gründen lassen.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 23. Mai 2014, 20:04

Murphys Low funktioniert bei mir bezüglich Ameisen immer wieder erstaundlich genau. Im vergangenen Jahr wolle es mir einfach nicht gelingen, eine Manica-Gyne zu finden. Ich habe es bis im August versucht - ohne Erfolg! Spchlussendlich habe ich eine bestellt.
Letzte Woche ist mir aufgefallen, dass WOA wieder Manica rubida anbietet. Ich hatte inzwischen bestellt... Heute bin ich dann spontan nach "Sodbach" gefahren, ich wollte noch etwas Sand holen und auch den Fotoapparat hatte ich dabei: In der Gegend gibt es Gelbbauchunken zu fotografieren - die würden vielleicht ein Motiv fürs Bild des Tages abgeben?!
Kaum vom Auto weg, begegent mir auf dem Kiesplatz schon die erste Ameise – eine Manica rubida Königin. Das gibts doch nicht! Die ist natürlich sofort im Einmachglas gelandet. Kurze Zeit später, sind mir noch weitere über den Weg gelaufen, es musste also ein Schwarmflug stattgefunden haben. Obwohl ich noch ein Päckchen vom Händler erwarte, habe ich eine weitere Gyne mitgenommen. Eine will ich normal gründen lassen, mit der zweiten Königin will ich einen Adoptionsversuch wagen.

Anbei noch einige Fotos vom Fundort der Tiere bei der Sensebrücke: Dort gibt es mehrere Nester von Manica rubida, zum Teil in sehr kleinem Abstand zueinander und zu Nestern von anderen Arten. Erstaunlich - aber eben typisch - ist die Nähe und Dichte der Serviformica-Nester (vemutlich aus der cinerea Gruppe und nicht wie anfänglich von mir vermutet Formica cf. fusca) in dem Gebiet. Gründende Königinnen haben es hier auf jeden Fall nicht leicht. Zum Teil liegen die Nester nicht einmal 70 cm auseinander. Die Formica haben sich gegenüber den viel grösseren Manica auffallend aggressiv verhalten! Auch Myrmica sp. sind sehr häufig anzutreffen. Im vergangenen Sommer konnte ich breite und lange Strassen beobachten. Heuer war davon nichts zu beobachten (wohl noch zu früh). Das Gelände hat einen sandigen, manchmal lehmigen Untergrund und ist von Bächlein und Tümpeln durchzogen. Immer wieder erheben sich Kiesbänke im Gelände. In der Mitte fliesst die Sense (angeblich der naturbelassenste Fluss im Alpenraum) in ihrem steinigen Bett. Ach ja, Gelbbachunken sind mir natürlich keine begegnet...
Sense.JPG
Die Sense
Tümpel.JPG
Tümpel
Sandboden.JPG
Der Sandboden
Nesteingang.JPG
Typischer Manica-Nesteingang
Manica bei Nestausgang.JPG
Manica verlassen das Nest
Manica in der Mangel.JPG
Manica in der Mangel
Manica vs Formica.JPG
Hier hat Manica mobilisiert
Unkeoderwas.JPG
Ob daraus eine Unke wird?
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Zuletzt geändert von Reber am Freitag 27. Juni 2014, 14:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Formica cf. fusca durch "Art aus der cinerea-Gruppe" ersetzt. Danke an Boro!
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 25. Mai 2014, 12:58

Adoptionsversuch bei kleiner weisellosen Manica rubida Kolonie

Die Gyne, die ich für die Adoption vorgesehen und deshalb in ein Reagenzglas gesteckt habe, hat bereits am Samstag mit der Eiablage begonnen: Von jetzt an hier Gyne B(brut) genannt. Die andere Gyne, welche für die Gründung vorgesehen war und deshalb in einem kleinen Gipsnest untergebracht wurde, hat noch keine Brut und wird deshalb zum Versuch eingeteilt, von jetzt an Gyne/Kolonie A(doption). Die Bestellung bei WOA liess sich übrigens glücklicherweise problemlos stornieren.

Der Adoptionsversuch startete heute Sonntag um 10.00 Uhr. Zuvor musste meine ca. 25 Ameisen „starke“ Manica-Kolonie die Nacht im Kühlschrank bei 5 Grad verbringen. Die Kolonie ist seit genau 70 Tagen weisellos. Es gibt keine Brut mehr, die letzten Puppen sind alle geschlüpft.

Ich habe also das Gipsnest aus denm Kühlschrank genommen und die Gyne (aus der warmen Stube) in die kleine, im Nest integrierte, Arena gesetzt. Sie liess sich zum Glück nicht zweimal bitten und kroch unverzüglich ins Nestinnere. Daraufhin habe ich den Eingang mit Watte verstopft.

In früheren Jahren, konnte ich Adoptionserfahrungen bei Myrmica cf. rubra sammeln (bei normalen Temperaturen). Bei der „kleinen Schwester“ von Manica rubida ging das jeweils so ab: Hatte eine neue Gyne die ersten Arbeiterinnen der Kolonie gesehen, versuchte sie sofort zu flüchten. Umgekehrt versuchten die Arbeiterinnen sogleich die Königin zu „fixieren“, also fest zu halten (meist am Stielchen oder an den Beinen) ohne aber den Stachel einzusetzen. Die Königinnen wurden relativ lange von vielen Arbeiterinnen festgehalten. Nach ein bis zwei Tagen waren die Gynen dann entweder akzeptiert – oder Tod, was leider auch vorkam.

Deshalb war ich überrascht, dass meine kleine Manica-Kolonie kaum Notitz vom neuen (hohen) Gast nahm, der sich langsam durch die Gänge in die hinterste Kammer bewegte. Die Königin wurde kurz betrillert, dann wichen die Ameisen wenig zurück (ähnlich wie man es bei Ameisen, die im Frühling die ersten Balttläuse bemerken, beobachten kann). Allerdings folgte dann keine Reaktion, weder ergriffen sie die Flucht noch gingen sie zum Angriff über. Sie machten einfach weiter, als ob nichts wäre. Die Königin blieb bei Kontakt mit Ameisen einfach ruhig stehen.

Kurz vor 11.00 Uhr, griff dann leider eine „aufgetaute“ Arbeiterin die Königin an. Das üble: Sie beugte ihren Hinterleib vor, als wollte sie zustechen. Ich griff ein und trennte die beiden. Die Königin schien unverletzt. Durch das öffnen des Nestes entstand jetzt aber erst recht Tumult. Ich entschied mich dafür, die Kolonie erneut in den Kühlschrank zu setzen. Samt Königin. Kontrollblicke zeigten, dass nun immer wieder Arbeiterinnen versuchten die Gyne zu packen. Diese „wehrte“ sich jedoch recht erfolgreich, in dem sie immer wieder Arbeiterinnen am „Hals“ oder am „Stielchen“ packte und in die Luft hielt. Die meisten Arbeiterinen verhielten sich dem Treiben gegenüber gleichgültig und blieben passiv.

12.30 Uhr: Die Situation ist unverändert.

13.30 Uhr: Die Ameisen sind trotz der Kälte ungewöhnlich aktiv. In den Nestkammern wuseln sie durcheinander. Der Kälte entsprechend nur langsamer. Die Gyne wird nicht mehr bedrängt (zumindest nicht dann, wenn ich kontrolliere). Ich lasse das Nest vorerst weiter im Kühlschrank.

Edit: 18.30 Uhr: Die Ameisen verhalten sich seit Stunden "winterruheartig" ruhig, vorerst lasse ich sie im Kühlschrank.

Edit 2: 22.00 Uhr: Die Gyne ist jetzt umringt von Arbeiterinnen, zwei hocken sogar friedlich auf ihr drauf, es sieht ein wenig aus wie bei Atta. Ich nehme das Nest jetzt aus dem Kühlschrank und beobachte die Situation. Ich hoffe der Koloniegeruch hat sich inzwischen angeglichen und das Tier wird angenommen.

Edit 3: 22.30 Uhr: Zu früh gefreut - eine "aufgetaute" Ameise zeigt erneut aggressives Verhalten. Das Volk muss die Nacht im Kühlschrank verbringen.

Hier gehts zur Diskussion.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 26. Mai 2014, 06:34

07:00 Uhr: Das Nest ist seit einer 3/4-Stunde aus dem Kühlschtank, die Königin war von Arbeiterinnen bedeckt, als ich es heraus geholt habe. Jetzt wird sie umsorgt und begleitet. Bisher zeigen die Tiere keine aggressivität und ich denke/hoffe die Adoption ist gelungen. Ich lasse das Nest jetzt jedenfalls bei Zimmertemperatur stehen und hoffe, dass ich euch nach der Arbeit positiven Bericht geben kann.

Bitte entschuldigt die schlechten Fotos, wegen der getrübten Scheibe und dem matten Licht taugen sie nur zu "Symbolbildern".
Gyne wehrt sich.JPG
Gestern musste sich die Gyne immer wieder gegen Arbeiterinnen wehren, die sie bedrängten.
Gyne umsorgt.JPG
Heute wird sie nur noch betrillert und umsorgt - hoffentlich bleibt das so!


Edit: 18:00 Uhr: Die Gyne lebt, Adobtion gelungen. Danke fürs Daumendrücken!
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Mittwoch 28. Mai 2014, 16:38

Kolinie A:
Endlich konnte ich sehen, wie die neue Gyne von einer Ameise gefüttert wird. Da ich dies vorher nie beobachten konnte, war ich schon etwas beunruhigt. Besonders weil die Königinn ab und zu eine Ameise zwischen den Mandibeln herumtrug. Genau so hatte sie sich verhalten, wenn sie "bedrängt" wurde. Hatte sich der Koloniengeruch doch noch nicht 100% angeglichen? Mittlerweile scheint es der Fall zu sein. Jetzt muss die Königin nur noch mit der Eiablage beginnen.

Gyne B:
Hier ist mir ein Missgeschik passiert. Ich wollte die Gyne samt Brut aus dem RG in ein Gipsnest umsiedeln (dort würde ich sie beim Füttern weniger stören). Bei der Gyne hat die unsanfte Methode geklappt, die Brut landete allerdings statt in der Gipskammer auf der Scheibe. Ich habe sie vorsichtig in die Mini-Arena gewischt. Die Gyne lässt sie dort leider bisher achtlos liegen. Sie scheint mit ihrem neuen Heim alles andere als zufrieden und sucht nach einem Ausgang. Hier hoffe ich, dass sie sich mit der neuen Lage bald abfindet und die Brut wieder einsammelt.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 30. Mai 2014, 13:49

Kolonie A:
Freude herrscht: Es gibt ein Eipaket! Eine Arbeiterein trägt es meist herum.

Kolonie B:
Die Königin ist oft im kleinen Nest und in der Arena unterwegs, ich konnte nicht entdecken, dass sie die verlorenen Eier eingesammelt hätte. Das ist auf weissem Untergrund aber auch nicht ganz einfach zu erkennen, wenn man nicht zu lange stören will. Immerhin hat sie schon drei kleine Fruchtfliegen gefressen.

Edit: Eben konnte ich die Königin mit einem Eipaket zwischen den Mandibeln beobachten. Ob das die "alten" sind, oder ob sie neue gelegt hat, kann ich nicht sagen.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 6. Juni 2014, 19:53

Kolonie A:
Inzwischen gibt es mindestens zwei gosse Eipakete. Die Kolonie nimmt kaum tierische Nahrung an. Die angebotenen Fruchtfliegen werden zwar eingetragen, dann aber, ausser von den Springschwänzen (und der Königin?), nicht angerührt. Sie landen nach wenigen Tagen auf dem Müll bzw. im Honig.

Die Kolonie reagiert, seit sie wieder eine Königin hat, sehr nervös auf Erschütterungen und das Abnehmen der roten Folie. Auf Fotobeweise müsst ihr wegen dem Zustand der Scheibe, vorerst verzichten. Die Tiere lieben es nicht nur ihre Arena umzugraben, sondern auch die Scheiben zu verd(r)ecken, die Feuchtigkeit tut das Übrige. Ich gelobe Besserung!
KononieAmitBrut.JPG
Nur mit viel Fantasie lassen sich im unteren Bildbereich Eipakete erahnen.


Kolonie B:
Das Eipaket ist auch bei der gründenden Königin gewachsen, aber - wegen der fehlenden Unterstützung - viel weniger als bei Kolonie A. Obwohl auch hier gleich viel Nahrung zur Verfügun steht. Die Gyne trägt die kleinen Fliegen alle ein, legt sie oft neben das Eipaket. Was nicht gefressen wird, finde ich wenige Tage später wieder in der Arena.
Manica-Gründerinmit Brut.JPG
Gyne B mit Brut und Nahrung
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 13. Juni 2014, 13:58

Viel gibt es nicht zu berichten, immerhin gibt es etwas mehr zu sehen.
Die warmen Temperaturen scheinen den Ameisen vorerst nicht zu schaden und so warten wir gemeinsam auf die ersten Larven:
Brut Kolonie 1_2.JPG
Brutpflege in Kolonie A

Brut Kolonie 1_1.JPG
Die Arbeiterinnen kümmern sich um die Brut der "Adoptivgyne"

Gyne B_1.JPG
"Kolonie" B: Hier kümmert sich die Mutter selber. Einziger Unterschied: Es sind wenier Eier vorhanden.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 21. Juni 2014, 13:15

Kolonie A
Nach 26. Tagen gibt es bereits erste Larven! Die Temperatur beträgt in der Regel 25 C° am Tag und ca. 20 C° in der Nacht. Zwischenzeitlich war es aber einige Grad wärmer. Ich füttere jetzt wieder täglich kleine Mengen Proteine.

Erste Larven.JPG
Trotz verschmutzter Scheibe, erkennt man erste Larven...


Bei Kolonie B kann ich noch keine Larven erkennen. Ob es an der Temperatur liegt? Das Nest befindet sich in einem anderen Raum und es wird Tagsüber in der Regel „nur“ 23 C° warm.
Während die Gyne bei Kolonie A das Nest nie verlässt (warum auch, das tun ja ihre Arbeiterinnen) ist Gyne B sehr oft und lange in der Mini-Arena unterwegs. Besonders in der Nacht kann ich fast sicher sein, ihr draussen zu begegnen. Entweder sucht sie nach Nahrung oder ich erwische sie dabei, wie sie versucht, den Kunststoff zwischen Glas und Gips zu bearbeiten.
Gyne B wird übrigens im Herbst in ein anderes Quartier umziehen, da sie einen neuen Halter bekommt.

Gyne will raus.JPG
"Wo gehts denn hier raus?"

Gyne B mit Brut.JPG
Blick in die Brutkammer
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 27. Juni 2014, 15:01

Die Larven bei Kolonie A wachsen rasant, während es bei Gyne B nur langsam vorwärts geht. Daran kann man gut sehen, was es ausmacht, wenn die "Schwestern" im Haushalt helfen und Mutti nicht alles alleine machen muss...
Larven A.JPG
Die Larven bei Kolonie A wachsen schnell.
Brut bei Gyne B.JPG
Zum Vergleich: Brut in Kolonie B.
Gyne B.JPG
Die ersten Larven sind kaum zu erkennen.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 4. Juli 2014, 14:02

Bei Kolonie A sind verhältnismässig viele Eier und Larven in allen Stadien vorhanden. Bald sollten sich die ersten Lavern verpuppen.
4.7.14 Kolonie A.JPG
Kolonie A

Bei "Kolonie" B geht alles etwas langsamer - dennoch wachsen auch hier die kleinen Larven stetig.
Die Aktivität der Gyne ist hoch, sie ist sehr oft "draussen" anzutreffen, wo sie unermüdlich nach Nahrung sucht.
4.7.14 Gyne B.JPG
"Kolonie" B
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 11. Juli 2014, 13:41

Am Montag konnte ich in Kolonie A die ersten Puppen entdecken. Mittlerweile sind es etwa ein Dutzend. Dazu kommen noch etwa 60. Larven von ganz unterschiedlicher Grösse und mehrere Eipakete.
Die ganze Woche über war bei uns schlechtes Wetter, die Temperatur betrug Tagsüber zwischen 20°C und 22°C. Als Futter gibts momentan Zuckerwasser, das ich jeden zweiten Tag erneuere. Dazu serviere ich alle zwei bis drei Tage ein Heimchen oder eine Steppengrille (mittelgross) oder ca. 10 Fruchtfliegen.
Brut Kolonie A.JPG
Bei Kolonie A gibt es Brut in allen Stadien.


Kolonie B ist mit deutlich weniger Futter zufrieden. Am Zucker- oder Honigwasser kann ich die Gyne nie beobachten. Dafür werden Fruchtfliegen und Mini-Heimchen sofort eingetragen und verfüttert. Es gibt jetzt ca. 25. Larven, die sich mittlerweile in der Grösse deutlich unterscheiden.
Gyne B mit Larven2.JPG
Gyne B mit ihren Larven.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 21. Juli 2014, 21:34

So, nun gibt es auch bei "Kolonie" B die ersten kleinen Puppen. Zudem hat die Gyne neue Eier gelegt und es gibt nun Brut in allen Stadien. Hier im Bild ist Mutti grad aus dem Haus, besser aus dem Häuschen - ich habe die Glasscheibe der Mini-Arena etwas unsanft aufgesetzt, etwas dass die Gyne überhaupt nicht verträgt. Nach Erschütterungen sucht sie sofort alle Kammern und sogar die Arena ab. Aber die Gute ist nicht nur mutig, sondern auch ordentlich: Während andere Königinnen von Manica rubida die Überreste von toten Futtertieren zum abdichten des Nestes brauchen, bringt Gyne B sie schön raus in die Arena und versteckt sie sauber hinter dem Honigwasserschälchen. Fast reut es mich, das gute Tier weiterzugeben ;) Aber sie kommt in gute Hände!
Brut Kolonie B.JPG
Brut in allen Stadien bei Gyne B


Bei Kolonie A häufen sich die Puppen, die ersten färben sich langsam gelb. Sie sind deutlich grösser, als die von Kolonie B. Die Haltungsparameter sind übrigens unverändert, ausser dass es wieder etwas wärmer ist.
Larven Kolonie A.JPG
Larven Kolonie A
Puppen Koilobie A.JPG
Puppenhaufen bei Kolonie A
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 28. Juli 2014, 18:59

Es ist so weit, 60. Tage nachdem ich die ersten Eier entdeckt habe, ist bei Kolonie A die erste Arbeiterin geschlüpft, sie hat sich kurz bewegt, macht aber sonst einen eher "müden" Eindruck. Weitere Puppen sind bereits ausgefärbt und müssten ebenfalls bald schlüpfen. Mit 5-6 mm sind sie für Manica rubida recht klein.
Frisch geschlüpft.JPG
Erste Puppen der neuen Königin in Kolonie A schlüpfen.


Bei Kolonie B sind die mittlerweile 12 Puppen noch kleiner, ich schätze 4-5 mm:
Gybe B bemerkt dass die Folie weg ist.JPG
Die Königin sperrt die Mandipeln weit auf, sie hat bemerkt, dass die Folie weg ist...
Gyne B mit Puppen.JPG
...sie beruhigt sich aber bald wieder.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Sonntag 10. August 2014, 18:38

Gestern sind bei der Gründergyne B die ersten vier Ameisen geschlüpft. Kurz nach dem schlüpfen sahen die Tiere "benommen" aus. Heute konnte ich bereits sieben kleine Pygmäen beobachten, sie messen ca. 5mm. Noch trauen sie sich nicht, die Nestkammer zu verlassen.
Erste Ameisen B.JPG
Die ersten Pygmäen, gestern kurz nach dem Schlüpfen.
Manica Pygmäen.JPG
Heute sind es schon sieben


Kolonie A hat leider grosse Freude daran, die Scheiben zu verdrecken. Die Nesteinsicht ist entsprechend schlechter geworden, vor der Winterruhe ist aber an die Reinigung der Scheibe nicht zu denken. Die Kolonie ist ca. 30 Ameisen stark und es gibt noch viele Puppen und grosse Larven.
In der Arena sind die Arbeiterinnen reichlich aktiv, besonders wenn es Futter gibt.
Dreckige Scheiben.JPG
Fleissig sind sie ja...
Brut.JPG
Die Brut füllt mitlerweile zwei Kammern
Manica tragen Heimchen ein.JPG
Beim Eintragen von Futter ist Teamarbeit angesagt
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Dienstag 12. August 2014, 16:20

Kurzes Update zur Kolonie B: Eine der Pygmäen ist mir leider im Honigwasser (Bierdeckel) ertrunken. Dummer Haltungsfehler: Ich habe nicht mehr daran gedacht, weil es bei den Ameisen von Kolonie A nicht vorkommt. Das Gefäss wird nun mit feinem Kies aufgefüllt, um dem Ertrinken vorzubeugen.

Glücklichwerweise ist der Verlust verkraftbar und es sind weitere Ameisen geschlüpft. Mittlerweile krabbeln 12 Stück durch die Gänge und Kammern. Die jungen Manica-Arbeiterinnen mögen noch "grün hinter den Ohren", bzw. "gelb am Mesosoma" sein. Schreckhaft sind sie nicht! Die erste Begegnung mit einer 1.5 cm grossen Steppengrille, beim vielleicht ersten Rundgang in der Arena verläuft, als wäre eine altgediente Aussendienstmitarbeiterin am Start: Sofortiges zupacken, zerren in Richtung Nesteingang, Verstärkung holen, gemeinsames Eintragen der Beute... Bei Pygmäen von Camponotus ligniperdus konnte ich in der gleichen Situation mehrfach ein erschrecktes Zurückweichen und anschliessendes Trommeln mit der Gaster beobachten...
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 23. August 2014, 15:46

Bei Kolonie A wächst die Brut im doppelten Sinne: Mittlerweile sind 3 der 6 Nestkammern vollständig mit Brut belegt. Puppen und Eier werden in der gleichen Kammer gelagert, während die Larven, nach Grösse geordnet, in getrennten Kammern gepflegt werden.
Proteine werden dementsprechend sofort angenommen und verwertet. Ich füttere jeden 2. Tag ein bis zwei mittlere bis grosse Heimchen, Honigwasser ist ständig vorhanden.

Kolonie B habe ich letzten Mittwoch - wie angekündigt - an einen befreundeten Halter in Bern weitergegeben. Der Haltungsbericht zu Kolonie B endet also hier. Vielleicht entschliesst sich aber der neue Halter, im AP nicht nur passiv mitzulesen :fettgrins:
Kolonie B.JPG
Die Gyne von Kolonie B geniesst es sichtlich, wieder zu einem Volk zu gehören.
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Freitag 12. September 2014, 10:10

Die bei mir verbliebene Kolonie entwickelt sich weiterhin gut. Wegen der miserablen Nesteinsicht ist es unmöglich genaue Zählungen vorzunehmen, ich schätze aber zwischen 70. und 90. Arbeiterinnen und 30. - 50. Puppen. Die restliche Brut kann ich nicht mal schätzen. Von einer bevorstehenden Winterruhe scheinen die Ameisen jedenfalls nichts zu spüren. Kein Wunder, bei Temperaturen zwischen 20°C und 25°C.

Ich füttere weiterhin jeden zweiten Tag zwei grössere Heimchen. Im gleichen Abstand befeuchte ich auch das Gipsnest.
Die Arbeiterinnen sind in der kleinen Glas-Arena sehr präsent - bis zu 20. Stück - das Futter wird in der Folge sofort entdeckt. Im Unterschied zu Beobachtungen in der Natur (wo meist Einzelarbeit angesagt ist), mobilisiert Manica rubida bei mir sofort Verstärkung aus dem Nest. Gut erkennbar an den kleinen Trupps, die kurz nach der Fütterung durch den Verbindungsschlauch laufen. Zerlegt wird die Beute übrigens nie - höchstens "unabsichtlich" beim Versuch sie mit aller Gewalt am Stück einzutragen.

Aufgefallen ist mir ausserdem, dass in der noch am Gipsnest eingebauten Miniarena immer 3-5 Ameisen "herumstehen". Sie scheinen den Nesteingang zu bewachen. Es ist mir jedenfalls nicht mehr möglich, die kleine Glasplatte zu heben ohne eine Massenmobilisierung auszulösen.

Übrigens, die Tiere werden langsam grösser. Neben den 5-6 mm langen Arbeiterinnen tauchen jetzt immer mehr 5,5 bis 6,5 mm lange Tiere auf ;)
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Samstag 20. September 2014, 15:10

Manica rubida liebt es zu graben und zu bauen, das kann man schon bei kleinen Völkern feststellen. Wenn geeignetes Material vorhanden ist, wird es sofort genutzt, um Spalten im Nest abzudecken und wenn es der Bodengrund zulässt, legen die kleinen auch in der Arena gerne Gänge an.

Jetzt wo es mehr Ameisen gibt, wird die Arena allerdings regelrecht umgepflügt. Die Ameisen haben sogar um den Verbindungsschlauch herum ein typischen Manica-Nesteingang mit einem Auswurfkrater angelegt.

Als Bodengrund verwende ich gröberes Kies, das ich mit Sand und Lehm vermenge. Den Boden lasse ich immer wierder ganz austrocknen (was das Graben verummöglicht) um ihn von Zeit zu Zeit wieder zu befeuchten.
Manica Nestausgang.JPG
Nestausgang.JPG
Fütterung der Raubtiere.JPG
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Re: Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Montag 6. Oktober 2014, 19:29

Ganz anders als bei allen anderen Ameisen die ich halte, sind bei den Manica rubida noch keine Anzeichen einer bevorstehenden Winterruhe vorhanden. Sie stehen jetzt seit einer Woche auf der Fensterbank (tagsüber 18-20 C°, nachts 15 -17 C°) und im Nest kann ich mehr Puppen als Larven erkennen (ca 50.), auch einige Eipakete sind noch vorhanden. Futterinsekten werden sofort eingetragen. Es wird also höchste Zeit: Die Tiere kommen noch im Verlauf dieser Woche in die Styroporkiste auf dem Balkon. Ich hoffe, dass ein guter Teil der Puppen noch schlüpfen kann, bevor der Winter einbricht. Aber wenn ich die Tiere jetzt nicht nach draussen bringe, werden sich immer neue Larven verpuppen...
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"Obgleich die Welt ja, so zu sagen,
Wohl manchmal etwas mangelhaft,
Wird sie doch in den nächsten Tagen
Vermutlich noch nicht abgeschafft."
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