Neu: Myrmecological News Blog

Interessante und neue Themen aus "Wissenschaft und Medien"

Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Merkur » Freitag 25. Mai 2018, 16:52

Die Herausgeber der Myrmecological News haben einen Blog eingerichtet:
https://blog.myrmecologicalnews.org/2018/05/

Zu Beginn gibt es eine Umfrage: Braucht man die Taxonomie für die Ameisenforschung?
Die Antworten sind hier zu lesen:
https://blog.myrmecologicalnews.org/201 ... -taxonomy/

Auch Interviews mit bekannten Ameisenforschern werden präsentiert, hier eines mit Walter Tschinkel, dem bedeutendsten Fire Ant-Forscher:
https://blog.myrmecologicalnews.org/201 ... s-invicta/

Es ist viel zu lesen, aber man hat sozusagen den Finger am Puls der wissenschaftlichen Myrmekologie! Auch ist es eine Möglichkeit, etwas über die Menschen zu erfahren, die heute unser Wissen über Ameisen mehren.

MfG,
Merkur
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Re: Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Merkur » Montag 4. Juni 2018, 17:07

Im Myrmecological News Blog kommen immer neue Interviews, mit jungen Myrmekolog(inn)en, und mit älteren. Manchmal ist es ziemlich viel zu lesen, aber es macht auch Spaß, zumal wenn man die Wege kennen lernt, auf denen die Interviewten zu den Ameisen kamen, wie sie an ihre Forschungsthemen herangehen, oder wenn man auf Erinnerungen an gemeinsame Bekannte stößt.

So ist hier ein Interview mit Jacques H.C. Delabie, jetzt 61 Jahre alt, also schon einer aus der „Generation nach mir“. Persönlich habe ich ihn nie erlebt, aber in seinem Bericht kommt er auf das Buch von Bert Hölldobler and Ed Wilson “The ants” (1990) zu sprechen, die „Ameisenbibel“. Beide Autoren kenne ich persönlich, Bert Hölldobler war Doktorand in Würzburg, wo wir ein paar Jahre nebeneinander gearbeitet haben. Er war sehr inspirierend! Ed Wilson traf ich mehrere Male in den USA und einmal auf einer IUSSI – Tagung in Belgien.

Delabie beschreibt (mit Bild), wie er 1996 in Brasilien den bekannten Ameisentaxonomen Bill Brown (W. L. Brown jr.) erlebt hat, wenige Monate vor dessen Ableben. http://www.antwiki.org/wiki/Brown,_Will ... (1922-1997)

Ich selbst begegnete Bill Brown 20 Jahre früher, im August 1976 auf dem Internat. Kongress der IUSSI in Washington, D. C. Er führte mich und ein paar Kollegen auf einen Sammeltrip ins Tal des Potomac River. Den begehrten Sklavenhalter Protomognathus americanus fanden wir zwar nicht, genossen dann aber in einem Schlicht-Restaurant („Crabs Pot“) riesige Flusskrabben mit sehr wenig Fleischgehalt. Man musste sie mit einem Holzhämmerchen auf dem Tisch zertrümmern. Mit Bier aus Dosen, mit denen Bill seinen Kofferraum gefüllt hatte, spülten wir das Ganze runter. :D

So werden immer wieder alte Erinnerungen wach. Über Heini Kutter aus der Schweiz, 1896-1990, habe ich wiederholt in den Foren berichtet. Ihm verdanke ich sehr viele Anregungen in meinen Anfangsjahren mit Ameisen. Er hat sich immer gefreut, wenn man ihm im hohen Alter Neues aus der Forschung berichtet hat. „Die Myrmekologie lebt, das ist schön“ schrieb er dann zurück.

Wer kann, sollte sich gelegentlich die Zeit nehmen und in dem Blog blättern. Er bringt Euch die Vertreter der Ameisenforschung näher, ältere und ganz junge. Anregungen findet man immer!

MfG,
Merkur
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Re: Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Teleutotje » Sonntag 24. Juni 2018, 22:46

June 22, 2018, a story about "Antennation and information" in foraging Lasius ants... in a blog run by Myrmecologists and... a photograph of two workers of Oecophylla...

https://blog.myrmecologicalnews.org/
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Re: Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Merkur » Mittwoch 4. Juli 2018, 11:19

Interview mit E. O. Wilson im Myrmecological News Blog

https://blog.myrmecologicalnews.org/201 ... -o-wilson/

Sehr lesenswert!

MfG,
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Re: Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Merkur » Donnerstag 20. Dezember 2018, 18:00

Ich will mal wieder an den "Myrmecological News Blog" erinnern.

Hier gibt es einen "unvollständigen Guide zu Ameisen-Blogs". Einige sind recht interessant, auch wegen der Bilder. Manche werden allerdings seit einiger Zeit nicht weiter geführt.

Diesen habe ich gerade gelesen. Es ist m. E. ganz erstaunlich, wie viel neuerdings über Ameisen geforscht wird, vor allem in der "Neuen Welt", und von einer wachsenden Zahl von Myrmekologinnen. ;)
Man erfährt Einiges über die Probleme, Ameisenforschung finanziert zu bekommen, aber es ist auch schön, die Begeisterung der jungen Myrmekolog/inn/en für ihre Tätigkeit zu spüren!

MfG,
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Re: Neu: Myrmecological News Blog

Beitragvon Merkur » Mittwoch 23. Januar 2019, 17:57

Das wär‘ doch was für Camponotus-Fans: Camponotus punctulatus

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Aus dem Blog
https://blog.myrmecologicalnews.org/201 ... folgarait/

Der Myrmecological News Blog bringt immer wieder interessante Einblicke in die Welt der Ameisenforscher, informativ und anregend, auch mal lustig, und meist sehr realistisch.
Hier geht es um Werdegang, Forschungs- und Lehrtätigkeit einer Professorin an der National University of Quilmes in Argentinien. Ihre Forschung ist teils angewandt, teils Grundlagen-orientiert.
Als Frau hatte sie „natürlich“ auch einige Probleme in ihrem Land, sich mit ihren überwiegend männlichen Kollegen zu arrangieren. Doch so manches erinnert auch an die Verhältnisse in uns mehr vertrauten Ländern. ;)

Im Interview war die Antwort auf die Frage nach dem größten Hindernis, das es für ihre Ameisenforschung zu überwinden galt: "Hauptsächlich an Forschungsmittel und Laborraum zu kommen."

...here in Argentina, you have to fight and almost kill people to get one square meter of lab space or funding (laughing). On one hand, there is just so little space, and on the other hand, it was difficult to remove “old dinosaurs” from their position (laughing). After a two-year postdoc in Argentina, I was going to go back to the US, since there were no openings for positions, and in this brief moment, the University of Quilmes, in which I am working now, had a very progressive dean. He made a deal with CONICET (National Research Institute here) and opened new positions to which I applied, and while I was the only one with money, my only one condition: lab space; and he built a lab for me. Since then, I was hated by all the rest of the university researchers (laughing). It was tough...
(… hier in Argentinien musst Du kämpfen und schon fast Leute umbringen um einen Quadratmeter Laborraum mehr zu bekommen, oder auch finanzielle Mittel (lacht). Einerseits gibt es wenig Platz, und andererseits war es schwierig, „alte Dinosaurier“ von ihren Stellen zu entfernen (lacht). Nach zwei Jahren als Postdoc in Argentinien ging ich zurück in die USA, da es keine neuen Stellenangebote gab. Doch in diesem Moment hatte die Universität von Quilmes, wo ich jetzt arbeite, einen sehr progressiven Dekan. Er machte einen Deal mit CONICET (hier das Nationale Forschungsinstitut) und richtete neue Stellen ein, auf die ich mich bewarb. Und da ich die einzige Bewerberin war, die Geld mitbrachte (aus einer internationalen Forschungsförderung – Ref.), war meine einzige Forderung die nach Laborraum. So baute er mir ein Labor. Von da ab war ich beim ganzen Rest der Uni-Forscher unbeliebt (lacht). Es war hart…

Nun, solche Erfahrungen macht man nicht nicht nur in Argentinien. ;)

Wie man auf dem Bild sieht, arbeitet P. Folgarait u. a. über eine Camponotus-Art, die im gemäßigten Südamerika weit verbreitet ist und in der Landwirtschaft durch ihre mächtigen, harten Erdhügelnester gewisse Probleme verursacht. Die kommt also gänzlich ohne Holz aus, auch wenn sie gelegentlich unter Steinen nisten kann. Ein Formikar passender Größe bereit zu stellen dürfte für C. punctulatus allerdings auch nicht ganz einfach sein. :roll:

MfG,
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