Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Teleutotje » Freitag 28. Februar 2020, 16:31

Barden, P.; Engel, M. S. 2019. Fossil Social Insects. Switzerland: Springer Nature, 1-21.

https://bardenlab.org/s/Barden_Engel_2020.pdf
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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Teleutotje » Mittwoch 4. März 2020, 14:20

Camacho, G. P.; Franco, W.; Feitosa, R. M. 2020. Additions to the taxonomy of Gnamptogenys Roger (Hymenoptera: Formicidae: Ectatomminae) with an updated key to the New World species. Zootaxa 4747 (3):450-476.

http://antcat.org/documents/7708/camach ... ogenys.pdf
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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Emse » Dienstag 10. März 2020, 21:37

Ich werde leider nicht so richtig schlau aus diesem (englischsprachigen) Paper über unterschiedliche Kopfformen bei den "turtle ants", habe Schwierigkeiten mit dem Textverständnis. Kann mir jemand kurz den Inhalt erklären?

Zum Paper: Trait evolution is reversible, repeatable, and decoupled in the soldier caste of turtle ants
("Die Entwicklung von Merkmalen ist reversibel, wiederholbar und in der Soldatenkaste der Schildkrötenameisen entkoppelt.") :?:

F1.large.jpg
Bildquelle: https://www.pnas.org/content/early/2020/03/03/1913750117
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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Merkur » Mittwoch 11. März 2020, 17:55

Zur Frage von Emse:
betr. diese Publikation.
Trait evolution is reversible, repeatable, and decoupled in the soldier caste of turtle ants. Scott Powell, Shauna L. Price, and Daniel J. C. Kronauer
PNAS first published March 9, 2020 https://doi.org/10.1073/pnas.1913750117
(Die Evolution von Merkmalen in der Soldatenkaste von „Schildkröt-Ameisen“ ist umkehrbar, kann sich wiederholen und ist nicht gekoppelt.)

Die Soldaten der artenreichen Gattung Cephalotes haben speziell geformte Köpfe, mit denen Nesteingänge verschlossen werden (so wie bei unseren Colobopsis truncatus). Die Autoren unterscheiden vier Typen von Soldaten, wobei sich auch das Verhalten beim Nestverschluss unterscheidet.
Die vier Typen sind in der Abb. 1 dargestellt:
F1.large-kl.jpg
Fig 1 aus der Originalarbeit
Reihe A: Typische Nesteingänge und die Köpfe der vier Typen.
Reihe B: Schema des Verhaltens: Quadratische Köpfe zu mehreren im großen Eingang/ kuppelförmig zu mehreren mit Mandibeln zum Rand hin in kleineren Eingängen/ einzeln, scheibenförmiger Kopf, der innen an den Rand der Öffnung gedrückt wird/ einzeln, schalenförmiger Kopf, dessen Rand von außen dem Nesteingang aufliegt und so angezogen wird, dass er die Öffnung wie ein Deckel verschließt.
Reihe C: Schema zeigt die minimal mögliche Größe der Öffnung und das dazu passende Verhalten der vier „Morphotypen“.

Diese diversen Anpassungen und Verteidigungsstrategien wurden in verschiedenen Verwandtschaftsgruppen innerhalb der Gattung Cephalotes wiederholt entwickelt, können bei einzelnen Arten(-gruppen) wieder reduziert worden sein, und die Kopfgröße ist nicht mit der speziellen Form und dem Verhalten gekoppelt. Daten aus rund 100 Arten wurden verarbeitet.
F2.large2.jpg
Fig. 2 aus der Originalarbeit
Grundlage für diese Deutungen ist ein molekulargenetischer Stammbaum der Gattung (alle Arten, für die Daten über Soldaten vorliegen). Wenn z. B. links an der Basis einer Gruppe Typ 1/rot vorkommt und davon abgeleitete Arten keine Soldaten mehr haben, wurde die Kaste reduziert; solche Arten sind dann durch graue Symbole repräsentiert. Farben ansonsten wie in Fig. 1. Die Balken ganz rechts zeigen farblich den Morphotyp und ihre Länge verweist auf den Kopfdurchmesser. Der Stammbaum ist aus der verlinkten Arbeit von Price et al. übernommen.
Genauere Informationen sind im Appendix enthalten, den man herunterladen kann.

Anmerkung: Vergleichbar, wenn auch bei weitem nicht so intensiv untersucht, wäre etwa das Auftreten der verschiedenen Sozialparasiten-Typen innerhalb der (jetzigen!) Gattung Temnothorax, in die ja die früheren Parasitengattungen Myrmoxenus, Chalepoxenus und Protomognathus integriert wurden. In allen wurde Sklavenhaltung entwickelt, in unterschiedlicher Form, bei M. und Ch. wurde sie auch wieder reduziert, und die frühere Gattung Temnothorax enthielt neben einer großen Zahl selbständiger Arten auch ein paar sklavenhaltende sowie eine arbeiterinlose Inquiline. - Das Bild bei Cephalotes sähe anders aus, wenn man die früher unterschiedenen „Gruppen“ als Gattungen herausnehmen würde.
Vereinfacht ausgedrückt: In einer größeren Verwandtschaftsgruppe können Anpassungen an ökologische Bedingungen in Gestalt und Verhalten auch mehrfach „erfunden“ werden, in unterschiedlicher Ausprägung, und sie können wieder verloren gehen.

MfG,
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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Merkur » Freitag 13. März 2020, 10:39

Ameisen desinfizieren Futter im Kropf mit ihrer eigenen Ameisensäure

Bei Camponotus floridanus haben Forscher u.a. der Uni Bayreuth Bayreuth festgestellt, dass sie eigene Ameisensäure trinken um damit Krankheitserreger in der in den Kropf aufgenommenen Nahrung zu desinfizieren. Da sie häufig Kropfinhalt regurgitieren und an Nestgenossinnen verteilen, trägt das dazu bei, die Ausbreitung von Krankheiten in der Kolonie zu verhindern.
Es wurde beobachtet, dass die Ameisen sich nach der Futteraufnahme einkrümmen und Säure von ihrer Giftdrüsenöffnung auflecken. Verhindert man das durch Verkleben der Giftdrüsenöffnung (des Acidoporus), ist der Kropfinhalt weniger sauer. Man hat an die Ameisen auch Nahrung verfüttert, die mit einem Bakterium versetzt war, das tödliche Infektionen verursacht. Ameisen, die ihre Säure nicht trinken konnten, überlebten in geringerer Zahl. Wenn die Giftdrüsen sowohl bei fütternden wie bei gefütterten Ameisen blockiert waren, starben auch mehr der gefütterten Tiere, wenn sie Futter mit Bakterien von den fütternden Ameisen erhalten hatten.

L. Sundström von der Uni Helsinki, die 2015 über Selbstmedikation von Ameisen bei Pilzbefall berichtet hatte, hält das jetzt beschriebene Verhalten für deutlich vorteilhaft für die Ameisen. Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob die Ameisen aktiv ihre Ameisensäure trinken, oder ob dies zufällig erfolge, wenn sie sich selbst putzen.

Zum Artikel: https://www.newscientist.com/article/22 ... t-enemies/

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Teleutotje » Mittwoch 25. März 2020, 20:41

Non-native and Invasive Nylanderia Crazy Ants (Hymenoptera: Formicidae) of the World: Integrating Genomics to Enhance Taxonomic Preparedness.
Jason L Williams, Andrea Lucky.

https://academic.oup.com/aesa/advance-a ... #199801806
or
https://academic.oup.com/aesa/advance-a ... saz039.pdf
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