Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Donnerstag 28. Mai 2020, 11:26

Ameisenbekämpfung nach "Galileo digital" :(

Am Sonntag Abend, 24.5.20, erhielt ich eine dringliche E-Mail („eilige Presse-Anfrage“) von der DASW, mit der weiter geleiteten Anfrage einer Journalistin von Galileo digital, was von „Backpulver gegen Ameisen“ zu halten sei. Wegen der Dringlichkeit, und weil ich gerade Zeit hatte, habe ich direkt geantwortet. Meine Antwort füge ich unten ein; hier zunächst das, was das Journal gestern (27.05.) daraus gemacht hat:
https://www.galileo.tv/life/haushalts-m ... n-ameisen/

Haushalts-Mythen im Check: Hilft Backpulver gegen Ameisen?
Du hast Ameisen in deiner Wohnung entdeckt? Ein Hausrezept besagt: Streue Backpulver - und die Tiere platzen. Doch stimmt das wirklich - oder gibt es auch sanftere Methoden, die kleinen Krabbler wieder loszuwerden?
(Bild von Ameisen)

Das Wichtigste zum Thema Backpulver gegen Ameisen

Kleine V.I.P.s: Ameisen sind für unser Ökosystem enorm wichtig, sie lockern den Erdboden besser als ein Regenwurm, verbreiten Pflanzen-Samen, fressen Schädlinge - und sind selbst Beute für Insekten. In Deutschland gibt es über 100 Ameisenarten.
Das große Krabbeln: Ameisen lieben Süßes und Deftiges. Auf der Suche nach Nahrung krabbeln die Tiere auch in deine Wohnung.
Hier geht's lang: Ist eine Futterquelle gefunden, zum Beispiel ein angebissener Apfel oder eine offene Zuckerdose, markieren Ameisen mittels Pheromonen den besten Weg vom Bau zur Beute.
Haushalts-Weisheit: Streust du Backpulver auf die Ameisenstraße, fressen die Tiere es und sterben. Doch stimmt das wirklich?

Backpulver hilft nicht! Ist aber trotzdem tödlich
Ameisen schmeckt Backpulver in der Regel nicht. Weder pur noch mit Zucker vermischt, so die Deutsche Ameisenschutzwarte. Die Tiere versuchen, diesen Köder zu meiden.
Falls Ameisen das Pulver doch zu sich nehmen, platzen sie nicht. Das entstandene Kohlendioxid kann laut Experten "vorn und hinten entweichen".
Wenn nicht als Nahrung, wie kommt Backpulver sonst in den Körper? Die Ameisen nehmen es über ihre Atmungsorgane, die Tracheen, auf.
Tödlich ist Backpulver trotzdem – weil es den ph-Wert im Körper der Tiere verändert, die Funktion von lebenswichtigen Enzymen beeinträchtigt und die Tiere vergiftet. Das fanden US-Forscher heraus.
Die Ameisen wurden in diesem Versuch einer mit Backpulver bestreuten Fläche ausgesetzt - ohne Fluchtmöglichkeiten. In deiner Wohnung finden die Tiere normalerweise einen Ausweg.
Fazit: Der Haushalts-Tipp ist nicht alltagstauglich.

So wirst du Ameisen los!
Teebaumöl, Zimt, Lavendel, Zitronenschalen oder Essig-Essenz auf der Ameisenstraße verwirrt die Tiere. Sie finden nicht mehr den Weg zur Futterquelle und suchen sich – hoffentlich – eine neue, außerhalb deiner Wohnung.
Babypuder, Gipspulver oder Kreide kannst du als Barrieren streuen. Ameisen meiden Flächen, die mit Staub bedeckt sind, er kann ihre Tracheen verstopfen. Am besten an den Wohnungseingängen streuen, damit die Tiere erst gar nicht rein kommen.
Köderdosen findest du im Baumarkt. Die Ameisen schleppen das Gift ins Nest, hier wird es auch an die Königin verfüttert. Mit dieser Methode tötest du allerdings die für unsere Umwelt so wichtigen Tiere.
Tipps vom Profi: Bei hartnäckigem Befall findest du Hilfe bei der Deutschen Ameisenschutzwarte


So also wird das der Öffentlichkeit präsentiert!
Das Thema ärgert mich ja immer wieder, und so konnte ich schnell recht ausführlich antworten:

Sehr geehrte XXXXX,

Kurz: Backpulver gegen Ameisen hilft nicht. Es ist ein Mythos, der nicht mehr auszurotten ist.
Ameisen fressen kein Backpulver, weder trocken noch in Zuckerwasser gelöst.
Sie würden auch nicht davon platzen, denn sie haben wie die meisten Tiere eine Öffnung vorn und hinten, durch die entstehendes Kohlendioxid entweichen könnte.

Ausführlich:
Es gibt eine "wissenschaftliche" Veröffentlichung, in der gezeigt wurde, dass Ameisen  in einem Behälter mit einem Bodenbelag aus Backpulver rascher gestorben sind als ohne dieses Mittel. Bei dem Experiment hatten die Tiere nichts zu fressen bzw. keine Alternative zu den angebotenen Mischungen:
https://journals.flvc.org/flaent/article/view/75312 : Mortality of Ant (Hymenoptera: Formicidae) Pest Species Exposed to Sodium Hydrogen Carbonate. Mark A. Brinkman, Wayne A. Gardner, 2004, Florida Entomologist Vol. 87, No. 3.

Aus dem abstract:
Enzymatic dysfunction caused by unfavorable increases in internal pH is the most likely explanation for worker mortality following exposure to NaHCO3.
Als "am wahrscheinlichsten" wird hier angenommen, dass das Backpulver den pH im Körper ungünstig verändert.
Doch müssen (unter Praxisbedingungen!) die Ameisen das Zeug erst mal auflecken!

Ich werde immer wieder danach gefragt. Deshalb wurde in das Ameisenwiki das Folgende eingetragen:

https://ameisenwiki.de/index.php/Bek%C3 ... on_Ameisen
Irrtümer
Viele Methoden wie beispielsweise "Ameisen mit Backpulver bekämpfen" bleiben trotz zweifelhafter Wirkungsweise im Volkswissen erhalten. Hier wollen wir zuerst einmal auflisten, was NICHT hilft oder nicht sauber zu reproduzieren ist.
• Bäckerhefe - Schadet den Ameisen nicht
• Backpulver - Ist für Ameisen tödlich giftig, wie zwei Forscher der University of Georgia in Griffin wissenschaftlich belegten. Hierbei gibt es keine grausamen Explosionen, wie oft vermutet, sondern die Ameise stirbt, weil das Natron (nichts anderes ist Backpulver) den pH-Wert im Körper verändert.
Notwendige Diskussion direkt hier: In dieser Übersicht im AWiki geht es um Praxis-relevante Anwendungen der diversen Mittel. In der zitierten Arbeit wurden die Ameisen gezwungen, sich permanent auf Flächen aufzuhalten, die mit Backpulver bestreut waren. Ameisen meiden generell staubige Flächen, laufen daher u. a. auch nicht über Gipsstaub oder einen Kreidestrich, und ebenso wenig über Backpulver. In einer Befallssituation hat ein Ameisenvolk wohl immer die Möglichkeit, die mit Backpulver bestreuten Flächen zu umgehen, und sei es entlang einer Wand oberhalb der Backpulver-Fläche. Backpulver ist tödlich giftig für Ameisen, richtig: Unter den in der Veröffentlichung angegebenen Bedingungen. Bitte die Publikation genau lesen, ggf. übersetzen, und dann genau die angegebenen Bedingungen herstellen. Dann ist der Erfolg gewiss!

Viele Grüße,
Prof. Dr. Alfred Buschinger


Aus der zitierten wiss. Arbeit mit der Spekulation über eine Änderung des pH in den Ameisen wird Gewissheit.
Und unter „So wirst Du Ameisen los!“ kommt der ganze Unsinn über die anderen „Hausmittel“ sowie die Reklame für Köderdosen, samt der unsinnigen Bemerkung „Mit dieser Methode tötest du allerdings die für unsere Umwelt so wichtigen Tiere.

Höchst dankbar bin ich nur, dass man meinen Namen nicht genannt hat. Ärgerlich könnte es werden, wenn nun wieder zahlreiche Anfragen an die DASW gerichtet werden: Wir müssen die Betroffenen leider fast immer enttäuschen, denn auch wir kennen keine Möglichkeit, die Hausameisen auf einfache Weise „endgültig“ los zu werden.

Ob ich auf eine derartige Anfrage nochmals bereitwillig antworten werde? :roll:

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Mittwoch 3. Juni 2020, 16:40

Hausameisen: Übersicht und Bekämpfungs-Hinweise

Hier im AP wurde bereits 2018 ein Artikel verlinkt „Hausameisen: Oft nur ein Indiz für Baumängel“, von 2015:
Unter dem angegebenen Link ist es etwas schwierig, den Beitrag einzusehen: https://www.pestcontrolnews.com/deutschland/pcn-59/
Man kann nur das gesamte Heft herunterladen, und muss dann zu Seite 8 (Hausameisen) herunter scrollen.
Es sind die gängigen Arten und einige seltener auftretende genannt sowie die m. o. w. auffälligen Schäden, die auftreten können. Auch die Bekämpfung wird angesprochen.
Zur Vereinfachung habe ich die drei Seiten mal eingescannt und hier eingefügt.

Hausameisen-1.jpg
Hausameisen, S. 8
Hausameisen-2.jpg
Hausameisen, S. 9
Hausameisen-3.jpg
Hausameisen, S. 10

Gegenüber dem Stand 2015 hat sich nicht viel geändert. Mehrere Hundert Anfragen und Beratungen bei mir bzw. im Forum der DASW kamen hinzu. Häufiger wurde die Erfahrung, dass bei Befall mit Lasius brunneus oft das Silikon in Fugen z. B. zwischen Bodenbelag und Wand brüchig wurde, ein beliebter Zugang für Ameisennester etwa in der Isolierschicht im Boden. Abhilfe: Reichlich ein Insektizid in die Fugen einsprühen und dann sofort mit Silikon neu verschließen.

In jedem Frühjahr trifft man in den Ameisen-Foren immer wieder auf Anfragen und Hilferufe wegen Ameisenbefalls. Doch ist Informationsfluss zwischen den Ameisenforen ein leider seltenes Ereignis.
Stattdessen bemüht man sich, die Ameisen nach oft unbrauchbaren Bildern zu „bestimmen“, und aus Erinnerungsfetzen und Fantasie Bekämpfungsvorschläge zu machen.
Vielleicht können sich Teams und User der anderen Foren den o.g. Artikel notieren und sich daraus für ihre Beratungen und Empfehlungen inspirieren lassen?
Achtung: Die in dem Artikel enthaltenen Bilder sind bereits im Original schlecht wiedergegeben. Doch unter den Artnamen lassen sich die Originale bzw. gute Abbildungen richtig bestimmter Ameisen z. B. im Ameisenwiki und Antwiki auffinden, sowie in den Büchern von Seifert (2007, 2018). Bilder von den Seiten der Ameisen-Anbieter oder aus Forenbeiträgen zeigen nicht immer die angegebenen Arten.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Freitag 12. Juni 2020, 09:28

Die Braune Wegameise kann auch Rotrückige Hausameise genannt werden…

Im AF gibt es einen neuen Thread „Ameisen im Haus“.
Ein User zitiert die Seite eines Schädlingsbekämpfers, auf der die „Braune Wegameise“ Lasius brunneus als „Rotrückige Hausameise, Lasius brunneus ….“ bezeichnet wird.
Auf seiner Webseite führt er an: "gepr. Schädlingsbekämpfer, ISO zert. Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung".
Immerhin zeigt die Seite „eindrucksvolle“ Bilder vom Befall durch L. brunneus.
Ein User im AF: „meistens ist es nicht so schlimm“.
Ich erspare mir einen Kommentar.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Mittwoch 17. Juni 2020, 16:32

Lasius fuliginosus im Haus

Hier gibt es einen instruktiven Thread im Forum der DASW: Über Jahrzehnte hat sich ein "riesiges" Volk von L. fuliginosus in einem betagten Fachwerkhaus breit gemacht.
Beseitigung? Evtl. Umsiedlung? - Bisher ist man in der Planungsphase. Dass das Haus denkmalgeschützt ist, macht die Sache nicht leichter.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Freitag 24. Juli 2020, 09:45

Fake News:

Was ist noch schlimmer als Ameisen im Haus?
- Die permanente Fütterung mit falschen Behauptungen in den Medien!

Heute in t-online: https://www.t-online.de/heim-garten/gar ... tipps.html

Achtung
Backpulver, Natron, Babypuder oder Kaffeesatz sind zwar bekannte Hausmittel, um Ameisen in der Wohnung zu bekämpfen. Allerdings dehnen sich diese Substanzen im Magen der Insekten aus, wodurch sie qualvoll verenden. Setzen Sie daher lieber auf tierfreundlichere Methoden. Schließlich sind Ameisen ein günstiges und natürliches Mittel zur Bekämpfung von Blattläusen.

Tipp
Verwenden Sie keine Köderboxen zur Ameisenbekämpfung. Diese enthalten häufig Duftstoffe, die die Insekten zusätzlich anlocken. Eine Verschlimmerung des Befalls ist durch diese Maßnahme daher durchaus möglich. Dasselbe gilt auch für Köderboxen für andere Schädlinge.

Fliegende Ameisen aus Haus und Garten vertreiben
24.07.2020, 08:29 Uhr | rk, jb, t-online.de

- Fliegende Ameisen haben ihre Flügel nur während der Paarungszeit.
- Fliegende Ameisen sind lästig – schädlich sind sie aber nicht. Möchten Sie die Insekten aus Ihrem Haus oder Garten vertreiben, gibt es einfache Tricks mit denen Sie auf den Einsatz von Giftstoffen verzichten können.

Wenn es im Frühling oder Frühsommer draußen besonders warm und trocken ist, fliegen plötzlich zahlreiche große Ameisen in der Luft. Nicht selten verirren sich die Insekten dann auch in die Wohnung oder landen beim Essen auf dem Gartentisch. Was sind das für Insekten und wie werden Sie sie los?

Was kann man gegen fliegende Ameisen tun?

Achtung
- Fliegende Ameisen sind nicht gefährlicher als ihre Artgenossen ohne Flügel. Sie sind demnach auch nicht schädlicher.
- Bekämpfen Sie fliegende Ameisen nicht mit Gift. Denn mit den richtigen Maßnahmen sind die Insekten ganz von selbst wieder verschwunden. Viel sinnvoller ist es, die Tiere von Haus und Garten fernzuhalten. Offene Fenster oder Türen sind ein idealer Zugang für die fliegenden Ameisen. Finden die Insekten dann Nahrung, senden sie Duftstoffe an das Nest und locken so ihre Artgenossen an. Am besten halten Sie Türen und Fenster in der Paarungszeit geschlossen. Dies gilt insbesondere bei Dunkelheit, wenn das Licht angeschaltet ist.
- Bei Fenstern bieten sich zudem Fliegengitter an. Diese können Sie entweder in Ihre Fensterrahmen einkleben oder gleich als Komplettmodell im Rahmen einbauen. Praktische Beispiele haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Allerdings können Ameisen auch über kleine Öffnungen im Mauerwerk oder in Fensterversiegelungen in Ihr Haus gelangen. Haben Sie derartige Beschädigungen entdeckt, sollten Sie sie reparieren. So verhindern Sie auch, dass andere Schädlinge bei Ihnen eindringen können.
- Achten Sie besonders darauf, Speisen und Getränke nicht offen herumstehen zu lassen. Sie dienen sonst als leichte Futterquellen sowohl für Ameisen als auch für andere Schädlinge im Haushalt. Neben Lebensmitteln können allerdings auch Blattläuse auf Zimmerpflanzen Ameisen ins Haus oder die Wohnung locken. Denn sie ernähren sich vom Honigtau, dass die Läuse absondern. Wenn Sie Ihre Pflanzen von Blattläusen befreien, können Sie folglich auch die Ansammlung von Ameisen vermeiden.

Fliegende Ameisen im Haus bekämpfen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass die Ameisen einen Weg ins Haus finden und ein Nest bauen. Dies ist daran zu erkennen, dass sich kleine Ameisenstraßen zwischen Nest und Futterquelle durch das Haus bilden. Wenn Sie das Nest ausfindig gemacht haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung:
1. Beseitigen Sie die potenziellen Futterquellen.
2. Verstopfen Sie die Zugänge zum Nest.
3. Beträufeln Sie die Ameisenstraßen mit Essig oder Zitronensaft oder stellen Sie mehrere Schälchen mit den Flüssigkeiten auf. So verlieren die Insekten durch den intensiven Duft die Orientierung und finden die Futterquelle nicht mehr. Die gleiche Wirkung haben auch Zimt und Kräuter wie Lavendel, Salbei oder Thymian.

- In folgenden Fällen sollten Sie besser einen Profi zu Rate ziehen:
• Der Ameisenbau ist bereits sehr groß.
• Die Population ist sehr groß.
• Es handelt sich um eine gefährliche Ameisenart, die beispielsweise Ihre Holzmöbel beschädigt.
- Der Schädlingsbekämpfer kann die Art genau bestimmen und dann gezielt dagegen vorgehen.
Fliegende Ameisen im Garten vertreiben
- Beim Frühstück auf der Terrasse oder im Garten können fliegende Ameisen besonders lästig sein. Um die Insekten abzuwehren, können Sie beispielsweise Duftlampen mit Lavendelöl aufstellen. Die Insekten reagieren empfindlich auf einige Gerüche und bleiben den Duftquellen fern. Lavendelsträucher erfüllen denselben Zweck. Bei Dämmerung oder im Dunkeln verzichten Sie in der Paarungszeit am besten auf direktes Licht. Stellen Sie stattdessen Duftkerzen auf.

Wann kommen die fliegenden Ameisen?
- Fliegende Ameisen sind keine eigene Art. Vielmehr handelt es sich um geschlechtsreife Männchen und Weibchen – Jungköniginnen – auf ihrem Hochzeitsflug. Normale Arbeiterinnen bekommen hingegen keine Flügel. Sie können sich auch nicht vermehren.
- Ab Mai und bis in den Hochsommer hinein bilden dann sowohl die Männchen als auch die Jungköniginnen Flügel aus und begeben sich auf Hochzeitsflug, um einen geeigneten Partner zu finden. Aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Kolonien kann sich dieses Ereignis bis auf drei Tage ausweiten. Wichtig für den Hochzeitstanz sind die Voraussetzungen: Es sollte sowohl warm und trocken als auch windstill sein.

Wie lange dauert der Hochzeitstanz der fliegenden Ameisen?
- Die fliegenden Insekten paaren sich nur wenige Stunden. In dieser Zeit sammeln die Jungköniginnen das Sperma mehrerer Männchen und konservieren es in einem kleinen Sack. Im Laufe ihrer Herrschaft über den Ameisenstaat können die Königinnen dann damit bestimmte Eier befruchten und somit neue männliche Ameisen und potenzielle Jungköniginnen erzeugen.

Welche Ameisen können fliegen?
- Die Schwarze Wegameise, auch Lasius niger genannt, und die Gelbe Wegameise sind die häufigsten Arten in unseren Breitengraden, die sich auf diese Weise paaren. Aber auch andere Ameisenarten werden in der Paarungszeit vorübergehend zu fliegenden Ameisen.

- - - Ich habe weniger wichtige Angaben sowie Bilder weggelassen - - - (Merkur)

Weiter geht es mit diesem Link: Ohne Chemie / Zwölf Tipps gegen Ameisen im Haus https://www.t-online.de/heim-garten/gar ... -haus.html

- - - Gegen die geballte Macht der Desinformation über Ameisen ist man hilf- und machtlos! :( - - -
MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Sonntag 16. August 2020, 19:55

So wird das nichts!
Manchmal muss man Dampf ablassen, um nicht spontan den ganzen Sch... hinzuschmeißen. :(
Da postet jemand im Forum der DASW sowie in mehreren anderen Foren eine Bestimmungsanfrage, mit 1-2 miesen Bildchen von schwarz erscheinenden Ameisen, die aus der Wand kommen.
Kein Ort, keine weiteren Informationen über die Umstände, die Rückschlüsse auf die Art zulassen könnten.
Antworten gab's dennoch in anderen Foren, eine Bestimmung, und auch eine Empfehlung, die Ritzen halt abzukleben.
Von mir gab's das Angebot, sich an den Ameisenbestimmer des zuständigen Landesverbandes der DASW zu wenden und ggf. Ameisen einzusenden.
Links auf entsprechende Seiten des DASW-Forums. Usw.; ich habe vergeblich versucht, den Fragesteller in die richtige Richtung zu "schubsen". :roll:
Wenn's interessiert, könnt Ihr es hier nachlesen.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Dienstag 24. November 2020, 16:05

Ameisen im Haus: Die Bestimmung ist oft schwierig!

Nicht unbedingt weil die Tiere schwierig zu bestimmen wären, sondern aufgrund anderer Umstände. :roll:
Hier ging es um einen Verdacht auf Lasius brunneus. Nach den ersten Bildern war nur klar, dass es nicht diese Art sein konnte.

Doch die endgültige Aufklärung hat einiges an Zeit benötigt: Vom Start am 28. Okt. bis 24. Nov. 20.
Siehe diesen Thread!
Es waren ein paar zufällig eingeschleppte Colobopsis truncata, und damit völlig harmlose Tierchen. ;)

Die Lehre aus dem Ganzen: Umgehend ein paar Exemplare einsenden, mit möglichst vielen Informationen zu den Fundumständen.
Das kann jeden Pestizideinsatz und hohe Rechnungen vom Kammerjäger ersparen (was in diesem Beispiel zum Glück keine Rolle spielte).

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Mittwoch 9. Dezember 2020, 11:47

Hilfe!
Ist da noch etwas zu retten???

Lasius-niger.jpg
Das soll Lasius niger sein!
Zufällig stieß ich heute auf die Quelle dieser aufschlussreichen Darstellung zu „Ameisenarten in Deutschland“.
Tipp: Im Gegensatz zu vielen anderen Ameisenarten, die sich von Insekten oder auch von menschlichen Speisen ernähren, sind die Blattschneiderameisen die Vegetarier unter den
Ameisen. Daher ist es auch besonders wichtig wenn ein Nest dieser Ameisenart im Garten gefunden wird, die umliegenden Pflanzen vor Blattfraß zu schützen.

Etwas weiter geklickt kam das „Gartenlexikon Ameisenarten“ zutage mit dem Titel "Ameisenarten in Deutschland: 10 Ameisen erkennen"
Inhalt
Blattschneiderameisen
Blutrote Raubameisen
Feuerameisen
Gelbe Wiesenameisen
Pharaoameisen
Rote Waldameisen
Schwarze Rossameisen
Schwarzkopfameisen
Wohlriechende Hausameisen
Häufig gestellte Fragen

Einige Beispiele aus diesen "Ameisenarten in Deutschland" (Texte teilw. gekürzt):
Blattschneiderameisen
Zu den Blattschneiderameisen gehören verschiedene Arten, welche hauptsächlich aus den Gattungen Atta und Acromyrmex entstammen. Zwar umfasst das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Ameisen die amerikanischen Tropen und Subtropen, aber durch den alltäglichen Import sind sie auch in Deutschland heimisch geworden. …
Feuerameisen
Feuerameisen tragen die botanische Bezeichnung Solenopsis und stammen ursprünglich aus Südamerika. Bedingt durch die Einfuhr von Waren gehören sie zu den Ameisenarten, welche mittlerweile auch in Deutschland heimisch sind. Feuerameisen leben normalerweise auf offenen Feldern oder unter Steinen. Oft siedeln sie sich in direkter Nähe von anderen Ameisenarten an, um deren Brut und die angelegten Nahrungsvorräte zu stehlen….
Gelbe Wiesenameisen
Die Gelbe Wiesenameise heißt in der Botanik Lasius flavus und ist in Mitteleuropa häufig vertreten. Im Gegensatz zu anderen Ameisenarten nimmt sie auch feuchte Standorte für den Bau der Nester in Kauf. Wie der Name schon sagt, umfasst das Verbreitungsgebiet Wiesen, die Ameisenvölker siedeln sich aber auch in Gartenböden und bei Waldrändern an. Sie schwärmen in den Sommermonaten aus und halten im Anschluss eine Winterruhe….
Pharaoameisen
Die Pharaoameisen heißen in der Botanik Monomorium pharaonis und sind recht klein, jedoch gehören sie zu den gefährlichsten Ameisenarten, welche in Deutschland heimisch sind. Da die Insekten ganzjährig aktiv sind, nisten sie sich oft in den kalten Wintermonaten ins Mauerwerk von gleichbleibend temperierten Gebäuden ein….
Schwarzkopfameisen
Die Schwarzkopfameisen heißen Tapinoma melanocephalum und lassen sich gut anhand des schwarzen Kopfes bestimmen. In der Natur ernähren sie sich überwiegend von den süßlichen Ausscheidungen der Schmetterlingsraupen. Sie gehören ebenfalls zu den Ameisenarten, welche gerne in menschliche Lebensräume eindringen, um dort nach Nahrung zu suchen.
Wohlriechende Hausameisen
Die wohlriechende Hausameise trägt die botanische Bezeichnung Tapinoma sessile und siedelt sich gerne in den hiesigen Gärten in der Nähe von menschlichen Wohnstätten an. Der ungewöhnliche Name leitet sich vom Geruch nach Kokosnuss ab, den diese Art verströmt, wenn sie zerdrückt wird.
Usw.

Man wünscht sich wirklich eine Institution, die wie ein Herakles den Augiasstall des Internets von Desinformation säubern würde, zum Schutz der Bevölkerung vor systematischer Verdummung!
Derartig massive Falschangaben müssten strafbar werden, am besten indem den Verfassern für lange Zeit das Schreiberecht im Internet entzogen würde. :mad:
Der Herakles der griechischen Sage hatte bekanntlich den Stall des Augias zu reinigen, in dem RINDVIECHER (!) über viele Jahre ihren Mist hinterlassen hatten! Er hatte Erfolg mit dem Durchleiten zweier Flüsschen.
Für das Internet würde allerdings wohl nicht einmal der Amazonas ausreichen. :roll:

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Samstag 6. Februar 2021, 11:40

Bekämpfung von Ameisen im Haus (Update Feb. 2021)

Es geht wieder los! Nachdem über die letzten drei Monate im Forum der DASW kaum Anfragen kamen, und auch ähnlich wenige direkt an Mitglieder der Ameisenschutzwarte gerichtet wurden, scheinen nun,
seit Anfang Februar, einige „Hausameisen“- Arten bereits wieder aktiv zu werden. Inzwischen landen die Anfragen vor allem in diesem Unterforum.

Seit 3. Feb. wurden zweimal Pharaoameisen (Monomorium pharaonis) gemeldet. Diese tropische Schadameise ist an sich ganzjährig aktiv, wird dennoch im Winter seltener auffällig. - Vielleicht konzentrieren sich die Tiere in den wärmeren Bereichen der befallenen Häuser (z. B. Heizungskeller) und laufen weniger oft in die kühleren Wohnbereiche?

Die einheimische Diebische Zwergameise (Solenopsis fugax) ist mit Pharaoameisen leicht zu verwechseln. Meldungen über S. fugax im Haus nehmen seit einiger Zeit zu, und auch jetzt wird wieder über einen ausgedehnten Befall berichtet.

Über die vielen Jahre hinweg, die ich bereits solche Beratungen mache, fällt auf, dass immer mehr auch bisher „seltene“, z. T. gefährdete einheimische Arten in Häusern entdeckt werden:
Dolichoderus quadripunctatus (Vierpunktameise) (zuletzt hier), die ich selbst seit ein paar Jahren am Haus habe (noch im Haus!).
Colobopsis truncata (Stöpselkopfameise) (zuletzt hier).
Man wird den Verdacht nicht los, dass evtl. die Klimaerwärmung diese als wärmeliebend bekannten Arten allgemein häufiger werden lässt!

Allen, die in den diversen Ameisenforen sich mit Bestimmung und Hilfe bei Ameisenbefall befassen, möchte ich empfehlen, diese Threads zu lesen! - Es ist leider nicht mit einem schlichten Hinweis auf Bekämpfungsmittel getan. Man muss nach den Umständen fragen, oft wiederholt, um die (hoffentlich) zielführenden Empfehlungen geben zu können. In den diversen Threads im DASW-Forum findet Ihr zahlreiche Anregungen dazu; fast jeder Fall hat seine individuellen Besonderheiten, auf die man eingehen muss.

Als generell wichtig erachte ich den Hinweis, dass mit kommerziellen Bekämpfungsmitteln keine „endgültige“ Lösung erreichbar ist! Praktisch immer muss man die Nistgelegenheit(en) der Ameisen unbewohnbar oder unzugänglich machen (lassen), so dass sie nicht von neu zuwandernden Völkchen oder koloniegründenden Königinnen umgehend wieder besiedelt werden! Gleiches gilt natürlich für die zahllosen Empfehlungen von „Hausmitteln“, die alle keine dauerhafte Lösung bringen können. :roll:

Edit: Zu ergänzen wäre noch, dass rechtzeitige Bestimmung und Beratung überflüssige Ausgaben für die zahllosen "Ameisenmittel" ersparen kann. Bei Pharaoameisen ist Selbsthilfe ohnehin vergeblich: Da führt kein Weg an einem Bekämpfungsunternehmen vorbei, da zumeist Nachbarwohnungen betroffen sind, deren Bewohner oft nicht zugeben, dass sie Befall haben.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Donnerstag 18. Februar 2021, 11:09

Solenopsis fugax im Haus: Ein (hoffentlich!) erfolgreiches Vorgehen.

Im Forum der DASW geht es immer wieder um Belästigung bzw. Schäden durch diverse Ameisenarten im Haus. Auf ein „Musterbeispiel“ möchte ich hier aufmerksam machen:

Ameisenbefall im Haus! Bitte um Hilfe bei der Bestimmung.

Ein „Musterbeispiel“ in verschiedener Hinsicht:

1. - Bereits der Startpost ist ausführlich und enthält wichtige Informationen, u.a. aussagekräftige Bilder! - So sollten Anfragen aussehen; meist muss man in mehreren Schritten die Einzelheiten erfragen, i.d.R. sogar sich Tiere zusenden lassen, um eine sichere Bestimmung vornehmen zu können.

2. - Nach Bestimmung und allgemeinen Hinweisen kamen vom Betroffene weitere sinnvolle Fragen, die ich entsprechend ausführlich beantworten konnte.

3. - Post von heute, 18. Feb. 21: Der Betroffene hat einen ausführlichen Bericht über die vorgeschlagenen und vorgenommenen Maßnahmen geliefert. Dafür ein großes Dankeschön,
denn daraus können andere Betroffene lernen, und auch die Berater der DASW! Gerade bei eher selten als Hausameisen auftretenden Ameisenarten gibt es wenig Erfahrungen.

4. - Zu beachten sind auch die Erfahrungen mit dem Einsatz kommerzieller Bekämpfungsmittel. Und schließlich wird eindrucksvoll belegt, wie aufwändig eine „Abdichtung“ der Zugangswege für die Ameisen sein kann.
Das wurde ungewöhnlich sorgfältig gemacht! - So besteht Aussicht, dass das Problem dauerhaft gelöst ist.

5. - Es wird deutlich, dass jede Befallssituation ihre Besonderheiten hat, so dass allgemeine Empfehlungen ohne genauere Kenntnis der Umstände kaum hilfreich sein können.

MfG,
Merkur
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Mittwoch 3. März 2021, 11:43

Pharaoameise: Leichtfertige „Beratung“ im AAM-Discord :roll:

Aus dem Bestimmungs-Kanal, heute, 3.März 2021
Pharao-AAM1.jpg
2. März 2021
Bild zeigt wahrscheinlich eine Monomorium sp.: Epinotum gerundet!

Pharao-AAM2.jpg
3. März
Köderverfahren wird empfohlen, ohne Schädlingsbekämpfer. Ist absolut sinnlos. Befall dürfte sich auf gesamtes Gebäude erstrecken. Ein Beitrag des Betroffenen besagt, dass es sich um ein Studentenwohnheim handelt:
also es sind sehr wenige und ich kann nicht bestimmen wo sie herkommen,
bei uns ist es eigentlich sehr sauber und alles ist immer gut verpackt weshalb ich mich überhaupt wunder das die da sind die können genau so gut vom nachbarn kommen (Studentenwohnheim)
Das Bild zeigt eindeutig die dreigliedrige Fühlerkeule: Ausschluss von Solenopsis fugax. Es bleibt nur Monomorium pharaonis! - Ein User hält diese Art. :roll: Hoffentlich nicht in einem Mehrfamilien- oder Reihenhaus!

Pharao-AAM3.jpg
3. März
Letzte Zeile: Nein! Es gibt keine Leptothorax- oder Temnothorax-Art ohne Dornen, Zähnchen oder zumindest Höcker auf dem Epinotum!

Ich empfehle allen, die mit Pharaoameisen zu tun haben, diesen Thread zu lesen!
Pharaoameise sowie die einheimische Lasius brunneus sind keine harmlosen Lästlinge. Sie können immense Schäden und hohe Kosten verursachen!
Hinweis: Mit der Suchfunktion sind im Forum der DASW zahlreiche weitere Beratungen zum vermuteten oder tatsächlichen Befall mit Hausameisen zu finden.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon greenCaulerpa » Mittwoch 3. März 2021, 21:28

Nein! Es gibt keine Leptothorax- oder Temnothorax-Art ohne Dornen, Zähnchen oder zumindest Höcker auf dem Epinotum!


Zunächst einmal vielen Dank für den Hinweis, der Kommentar hatte jedoch einen speziellen Bezug, denn in der Vergangenheit gab es auch einige Halter, die panisch die Community nach ihrem Rat gefragt hatte, da sie teils tatsächlich Leptothorax/Temnothorax mit Monomorium pharaonis verwechselt hatten. Da sich aber die wenigsten User tatsächlich gut in der Bestimmung von Ameisen auskennen, wurde die Frage, ob es sich um pharaonis handele, teils mit einem „könnte sein“ oder „glaube schon“ beantwortet. Ich schließe mich dem an, da meine taxonomischen Kentnisse auch bestenfalls rudimentär sind.
Sollte es das Studium zulassen, werde ich mich in Zukunft wohl auch selbst mehr mit dem Thema auseinandersetzen (müssen).

Ich gebe aber zu, dass pharaonis und einige Leptothorax-Arten sich aus einiger Entfernung auf Fotos wirklich zum verwechseln ähnlich sehen.
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greenCaulerpa
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Montag 22. März 2021, 20:34

Lasius niger in Holzhaus: erfolgreiche Beseitigung

Im Forum der DASW habe ich einen sehr ausführlichen Beitrag zum Thema gepostet.
Wer anderen Betroffenen helfen möchte, sollte sich das zu Gemüte führen! Es kann mühsam sein, aber wenn die Betroffenen richtig mitwirken, ist tatsächlich eine dauerhafte Abhilfe zu erreichen!

Lasius niger waren bei einem bis zum Boden reichenden Fenster ins Wohnzimmer gekommen und hatten dort u.a. Sand hinterlassen.
Außen war ein Blech zum Schutz vor Spritzwasser vor der Holzverkleidung angebracht. Dahinter hatte sich ein Ameisenvolk angesiedelt: Da hatte man wohl ein guter Nistplatz geschaffen!
Eine durchgefaultes Brett und eine Lücke unter dem Fenster eröffneten den Zugang ins Haus.

3-Wass.IMG_3928.jpeg
Hinter dem Blech unter dem Fenster war das Nest.
5_IMG_3954.jpeg
Durchgefaultes Brett
7_IMG_3955.jpeg
Das Nest von Lasius niger
Das Beispiel bestätigt, dass Ameisenbefall nicht selten durch bauliche Mängel bzw. Schäden erleichtert wird.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Dienstag 6. April 2021, 09:41

Hühner gegen „Hausameisen“?

Im Forum der Dt. Ameisenschutzwarte.
Es geht „nur“ um Lasius niger. Aber vielleicht hat jemand einen guten Tipp?

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Sonntag 11. April 2021, 08:55

Ameise im Ohr:

Frau in Vietnam klagt über Schmerzen im Ohr, Arzt entdeckt Ekliges im Ohr.
https://www.t-online.de/tv/news/panoram ... m-ohr.html
Ameise im Ohr.jpg
Ameise im Ohr
„Giftige Ameise“, hat den Gehörgang schwer beschädigt, es werde Wochen dauern, bis dieser sich wieder voll erholt hat. - Nach dem Video hat der Arzt anscheinend versucht, die Ameise mittels Pinzette heraus zu pfriemeln.
Eine einfachere Methode wäre gewesen, nachdem die Ursache ohnehin schon mittels Otoskop gefunden war, die Ameise mit Wasser heraus zu treiben!
Mir hat man vor Jahren mal einen kleinen Hundertfüßer gebracht, den ein Arzt aus dem Ohr eines Säuglings gefischt hatte. Der Kleine war auf einer Decke in den Rasen gelegt worden. Hat natürlich mörderisch geschrien. Ich konnte Entwarnung geben hinsichtlich „Giftigkeit“.

MfG und schönen Sonntag,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Montag 19. April 2021, 11:16

Tetramorium sp. im Haus

Im Forum der DASW wird ausführlich das Auftreten einer der Rasenameisen-Arten beschrieben: https://www.ameisenschutzwarte.de/forum ... =22&t=2643
Zunächst wird Bekämpfung mittels Fraßköder betrieben und auch empfohlen.
Auch hier dürfte es notwendig sein, die Zugänge zu verschließen, was der Betroffene auch plant. - Mit Glück kommen die Tiere nur von außen und haben kein Nest innerhalb der Bausubstanz angelegt.

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon simar » Freitag 7. Mai 2021, 07:41

Guten Tag

Vor einigen Tagen haben wir diese Ameisen in der Wohnung entdeckt. Sie halten sich vor allem nur in einem Eckbereich auf und laufen an der Fussleiste entlang. Welche Art ist das und was hilft gegen diese?
Besten Dank für die Hilfe, Gruss, Markus
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Freitag 7. Mai 2021, 10:05

Hallo simar,

Es handelt sich um eine der beiden schwer zu bekämpfenden „Hausameisen“, Lasius emarginatus („Zweifarbige Wegameise“), oder wahrscheinlicher, Lasius brunneus („Braune Wegameise“).
Die eigentlich sehr guten Bilder lassen leider die zur Unterscheidung notwendigen Borsten an Fühlerschäften bzw. Hinterbeinen doch nicht erkennen. Doch macht das keinen wesentlichen Unterschied.
Ich empfehle Dir, außer in diesem Thread im Ameisenportal, auch mal im Forum der Dt. Ameisenschutzwarte über die beiden Arten nachzulesen.
Diese beiden Links liefern viele Beispiele:
https://www.ameisenschutzwarte.de/forum ... 48&start=0
https://www.ameisenschutzwarte.de/forum ... 22&start=0

Vielleicht findest Du unter den diversen „Fallbeispielen“ etwas, was auf die Situation bei Dir zutrifft.
Wie schwierig die Bekämpfung ist, kannst Du daran ermessen, dass ich selbst seit Jahren gegen L. brunneus in meinem Haus kämpfe. Nachdem wir 2018 einen Erfolg verzeichneten, sind die Ameisen
jetzt seit gestern wieder aufgetaucht…. :evil:
Die Situation bei uns: viewtopic.php?f=31&t=217&start=80#p15471

MfG,
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon simar » Freitag 7. Mai 2021, 16:59

Salü Merkur, danke für deine Antwort. Das hört sich nicht so gut an. Nach drei Jahren hast du wieder Ameisen in der Wohnung? In unserem Boden haben wir kein Holz. Der Aufbau ist: Betonplatte dann Porenbeton Granulat Trockenschüttung darauf Fermacell Gipsfaserplatte und zuoberst einen Vinyl Bodenbelag. Eigentlich nichts fressbares. Ich vermute dass die Ameise durch eine kleine Ritze in der Höhe der Betonplatte von Aussen eingedrungen sind. Konnte vor einer Woche eine Ameisenstrasse zu der Ritze finden. Habe alles sofort geschlossen. Kann es sein dass schon eine Königin dabei ist? ich überlege mir Maxforce Quantum Ameisengel zu besorgen. Hast du Erfahung damit?

Gruss, simar
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Re: Ameisen als Plage – Fakten und Bekämpfungshinweise

Beitragvon Merkur » Freitag 7. Mai 2021, 20:04

Hallo simar,

Leider habe ich keine persönliche Erfahrung mit den diversen Gelen. Habe heute erstmals eine Köderdose „Substral Celaflor Ameisenköder“ (mit Fipronil 0,5 g/ kg) eingesetzt. Habe den Inhalt mit einem Tropfen Honig attraktiver gemacht, da die Ameisen ja Reste von Honigtau auf dem Fliesenboden aufgeleckt haben. Umgehend gab es eine Rennstrecke vom Wohnzimmer in die Küche und da hinter den El-Herd. Im Moment freuen wir uns darüber, dass nun jede Menge Gift zum Nest getragen wird, wo immer das auch sein mag. - Ich werde hier weiter berichten!
Das schwerste dürfte sein, das Nest zu lokalisieren. Aber man darf nicht mehrere Strategien mischen, sonst erfährt man ja nicht, welche davon Erfolg bringt.
Vermutungen stelle ich auch in Deinem Fall nicht mehr an: Ich habe bei diesen Viechern schon zu oft daneben gelegen!!
Die genannten Teile des Bodenaufbaus enthalten nichts zum Fressen. Die Ameisen legen nur Hohlräume an, ob in Styropor oder morschem Holz oder bei Dir evtl. in der Gipsfaserplatte, oder xxx? Darin ziehen sie ihre Brut auf, und da lebt die Königin. Futter wird von außen geholt, entweder im Freien (Honigtau und kleine Insekten etc.), oder (anscheinend bevorzugt bei schlechtem Wetter) sie suchen innerhalb der Wohnung nach Süßem sowie evtl. toten Insekten.

MfG,
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