Rätsel-Thread

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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 23. April 2021, 20:13

Hallo Ihr,
Carebara, links würde ich behaupten und rechts Dinomyrmex gigas, in der Mitte bin ich mir nicht sicher!
Gruß, Steffen
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,,es ist nicht wichtig, was andere denken wenn man kommt, es ist wichtig was sie denken, wenn man geht!
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Samstag 24. April 2021, 11:03

Zwei Bilder, die mir von einem Freund zugeleitet wurden: Aufgenommen in der 2. Märzhälfte 2021, in einer elektrischen Anlage in Deutschland. (Gepostet mit Genehmigung)

Raetsel-010.jpg
Übersicht
Raetsel-009.jpg
Detail
Was könnte hier vorliegen?
Ich gebe zu, dass auch meine Fantasie nicht ausgereicht hat, diese Bilder zu interpretieren! - Die schwarzen Verschlusskappen sitzen in der senkrechten Wand; die merkwürdigen Gebilde mit den Ameisen liegen am Betonboden, ebenso wie die beiden Köderdosen.

MfG,
Merkur
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Montag 26. April 2021, 07:35

Braun mit weißen Zuwachsrändern: sind es vielleicht die Fruchtkörper des Echten Hausschwammes?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Trailandstreet » Montag 26. April 2021, 10:13

Wenn ich nicht irre, müsste das Dendrolasius fuliginosus sein.
Könnte diese Kunstwerke etwas die Pilzgebilde sein, die die Ameisen normalerweise in ihren Gängen anlegen?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 28. April 2021, 16:44

Auflösung des Rätsels um die merkwürdigen "Pilze" von Lasius fuliginosus.

Jetzt muss ich endlich die abenteuerliche Geschichte zu den Rätselbildern posten!
Angefangen hat es am 1. April 2021, als mir Herr Dr. Heller die Bilder zusandte, ausdrücklich nicht als „Aprilscherz“!
Die pilzähnlichen Gebilde befinden sich in einer elektrischen Anlage nahe einer Straßenbrücke. Via Autobahnmeisterei und zuständigem Autobahnbauamt gelangte die Meldung über
Umwelt- und Naturschutzbehörden zu Dr. Heller. Das „Nest“ sollte umgesiedelt werden, da die Tiere Kurzschlüsse auslösen könnten. Die Köderdosen hatten scheinbar nichts gebracht.

Ich (Merkur) war skeptisch und schrieb Herrn Heller:
Danke für diese spannende Geschichte! Ich muss aber sagen, dass ich trotz Ihres Dementis doch eher an einen (April-)scherz glaube, evtl. von dritter Seite?
Der Pilz erinnert zu sehr an die Fruchtkörper gewisser Baumpilze!
Mein "Rezept": Man hat einen Ort, an dem eine L. fuliginosus-Straße entlang einer Wand verläuft. Man schneide ein paar trockene Baumpilze ab, tränke sie in Zuckerwasser und lege sie nahe der Lasius-Straße aus. Köderdosen als Deko dazu. Jetzt im beginnenden Frühjahr (22.3.21) werden sich die Ameisen darauf stürzen. ;)
Auch der Plan einer Umsiedlung der L. fuliginosus kommt mir zu abenteuerlich vor, und wenig aussichtsreich! Ggf. sollte man auf der Unterseite der Pilzschichten Poren finden.


Dr. Heller:
... ein Aprilscherz s. str. ist es sicher nicht. Die Anfrage landete bei mir am 29. März, und zwar über das Naturschutzreferat …. usw. …. Geht man davon aus, dass dies alles seine Zeit dauerte, dürfte der Ausgangspunkt einige Tage weiter zurückliegen. Ich glaube nicht, dass am Anfang der Kette ein Witzbold bei der Autobahnmeisterei ... stand, der sich überlegt hat, wie er vielleicht die Naturschutzbehörden veräppeln könne, und fremde Personen könnten sicher nicht den Stromkasten öffnen, um ein solches Fake zu arrangieren. Zudem wären dafür auch einige Erfahrungen und Grundkenntnisse im Umgang mit Ameisen erforderlich.
Die Umsiedlung kommt mir auch wenig aussichtsreich vor. Man hat mir sogar den Namen des Umsiedlers genannt.…

Merkur
Das ist ja eine tolle Geschichte! - Nestwärme: Mir ist nichts über evtl. Temperaturmessungen bekannt! Ich denke, Seifert (2018) hätte das auf jeden Fall erwähnt. Bei einer solchen Masse von Tieren könnte man auch an eine gewisse Erwärmung durch den Stoffwechsel denken, zumal wenn etwa Larven dort aufgezogen würden.
Seifert (2018) erwähnt auch (als unpublished) eine Nestkonstruktion in baumlosem Habitat, ohne erreichbares Holz, enthielt keinen Karton mit Ascomyceten. Stattdessen waren sehr dünne Kammerwände aus zusammengeklebten Bodenpartikeln vorhanden.
Ich denke, dass „Ihr“ Volk sekundär in den Raum gezogen ist.
Noch ein Gedanke: Könnte es einfach ein Winternest sein? Wann entstanden die Bilder?
Und waren Larven in den „Pilzen“?


Ich habe noch empfohlen, die Geschichte in der „Ameisenschutz aktuell“ zu veröffentlichen, und bat um die Genehmigung, darüber hier im AP berichten zu dürfen, unter Angabe der Herkunft der Informationen.

Dr. Heller:
„...die Bilder sind sicher in der zweiten Märzhälfte entstanden. Ich erhielt die Anfrage am 29. März. Ich schätze mal, dass es bis zu einer Woche gedauert haben könnte bis die Nachricht über die verschiedenen Stationen bei mir angelangt ist. Zur Frage nach dem Winternest: für die riesige Kolonie wären die beiden Bauwerke viel zu klein gewesen, es sei denn dass die Arbeiterinnen in der Winterruhe sich wie eine Schwarmtraube darauf angesammelt hätten. Oder die Kolonie verfügte doch noch außerhalb über ein Hauptnest….
sollten doch zehntausende fuliginosus-Arbeiterinnen in der Lage sein, das auch in kurzer Zeit zu bewältigen. Ich halte es daher für möglich, dass Baubeginn der "Pilze" erst im letzten Frühjahr/Sommer war. Larven sind mir in den Leichenbergen der Arbeiterinnen aufgefallen.
--
Dann kam am 21.April die vorläufige Aufklärung. Herr Heller konnte sich die Sache selbst ansehen:

Dr. Heller:
Es handelt sich nicht um Fruchtkörper eines Pilzes, sondern um von den Ameisen errichtete Nestbauten, die innen die typische Kammerstruktur aufweisen…
Der Raum mit den Nestgebilden befindet sich in einem kleinen Gebäude... Der unterirdische Raum wird vom ebenerdigen Hauptraum aus erreicht über einen Schacht mit Eisensprossen und einen kurzen Kriechgang. Der eigentliche Raum ist komplett betoniert oder verputzt. Auf dem einen der Bilder … sind Stopfen, die Bohrlöcher in der Mauer völlig dicht versiegeln. Später sollen wohl Kabel durchgezogen werden. Vor der Mauer liegt etwas Geröll, das anscheinend bei den früheren Bohrarbeiten liegen geblieben war.
Der Weg nach außen für die Ameisen führt wohl über höher an der Mauer gelegene Kabeldurchbrüche.
Es gibt in dem Raum nichts, wo eine primäre Nestgründung hätte stattfinden können, keine Höhlungen oder Holz. Trotzdem enthält das Nestmaterial Holz. Ich habe eine kleine Probe mit einer Gasbrennerflamme angezündet, und es roch sofort nach verbranntem Holz. Die Ameisen mussten demnach Holzteilchen aus dem Freiland in den Raum transportieren, um dort die Nester zu bauen. In die Basis der Nestgebilde waren auch einige der o.g. Geröllteile integriert. Überraschenderweise ließen sich beide Bauten problemlos vom Boden abheben. Sie waren nicht mit dem Betonboden verbunden.
Ansonsten bot sich für den Ameisenfreund ein sehr trauriges Bild. Es liefen zwar noch viele Ameisen umher, auch in und auf den Nestgebilden. Aber der Boden war bedeckt mit Unmassen toter und moribunder Ameisen (oft richtig angehäuft), zweifellos ein Folge der beiden Köderdosen (s. o.g. Foto). Der Köder enthält das hochwirksame Fipronil (0,05 %). Die Köder waren von ... ausgelegt worden, nicht von den später hinzugegezogenen Mitarbeitern ... Letztere dachten, dass das eine exotische Art sein könnte und informierten den Naturschutzbeauftragten des Autobahnamtes. Den Köderdosen wurde keine Bedeutung beigemessen, da ja zu diesem Zeitpunkt scheinbar noch alles in Ordnung war.
Dem ungeheuren Totenfall nach muss die Kolonie weit über 1 Million Individuen enthalten haben. Dies steht in merkwürdigem Kontrast zu den doch relativ kleinen Nestgebilden, die komplett verschwunden wären, wenn man die toten Ameisen über ihnen angehäuft hätte.
An der Außenseite war die Hauswand, wo sich die Nester befanden, auf der ganzen Breite aufgegraben. Die Mauer besteht aus Naturstein. Ameisen liefen an der Außenwand nicht umher. … Das "bizarre" Aussehen der Nestbauten ist wohl nur dem Umstand geschuldet, dass sie völlig frei im Raum errichtet wurden und nicht in irgendwelche Hohlräume eingepasst werden mussten.
Der Kellerraum war sehr kühl und weist sicher während des gesamten Jahres keine großen Temperaturschwankungen auf. Ein "gemütliches" Mikroklima ist das wohl nicht. Aber L. fuliginosus wurde schon öfter in ähnlich kühler Umwelt angetroffen, lt. Stitz in einer Gruft und in einem Kindersarg, der bereits 20 Jahre in der Erde gelegen hatte. Brutaufzucht dürfte unter solchen Bedingungen doch nur möglich sein, wenn die Masse der Arbeiterinnen im Nest für eine höhere Temperatur sorgt.

Merkur:
Nun bin ich ziemlich überzeugt, dass es sich um ein Überwinterungsnest der Ameisen handelt. Wie Dr. Heller schon sagt, müssen die Ameisen Holzpartikel dorthin gebracht haben. Da es seit Herbst 2020 bis März 2021 keinen Honigtau gegeben haben kann, sollten die Bauwerke bereits im letzten Jahr angelegt worden sein. Wie bei Lasius üblich, haben die Tiere mit Larven überwintert. Die eigentliche Brutaufzucht erfolgt sicher im Sommernest, etwa in einem hohlen Baumstamm. Bemerkenswert finde ich auch, dass bei den Köderdosen noch lebende Ameisen vorhanden waren (neben den erwähnten Unmassen toter Tiere). Ich möchte annehmen, dass die Giftköder nach einiger Zeit aufgebraucht waren, so dass nicht alle Ameisen abgetötet werden konnten.
Es ist jedenfalls wieder mal eine spannende Geschichte, die zeigt, dass wir auch über die so gut untersuchten einheimischen Ameisenarten noch längst nicht alles wissen, dass sie uns doch immer wieder überraschen können! ;)

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Sonntag 16. Mai 2021, 16:23

Was ist denn da passiert?

Raetsel-21-05-15_811.jpg
???
Am Freitag schaue ich in meinen Kompostsilo: Da liegt ein20 cm großer Fladen, gelb und krümelig wie Griesbrei.
Dabei haben wir bestimmt keinen Griesbrei entsorgt; ich mag den ohnehin nicht. :roll:
Ansonsten kommen Gartenabfälle und Essensreste auf den Kompost, allerdings keine Knochen, Fisch oder Fleisch.

Was könnte das sein?

MfG,
Merkur
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Sonntag 16. Mai 2021, 23:42

Ich vermute als Lösung des Rätsels:
Merkur hat im Kompost Hexenbutter (Fuligo septica) gefunden, auch als Gelbe Lohblüte bezeichnet.
Das sehr seltsame Wesen besteht aus unzähligen amöboid beweglichen, schnell teilungsfähigen Zellen und "fließt" förmlich zu seiner Nahrung.
(In Mexiko "caca de luna" genannt, soll es dort angeblich wie Rührei zubereitet werden?)
Solche "Schleimpilze" sind weder Pilze noch Tiere, haben aber Eigenschaften von beiden, sehr interessant!
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Montag 17. Mai 2021, 08:39

Lösung des Rätsels:

MBM hat es herausgefunden: Ein Schleimpilz (Myxomyceten), Gelbe Lohblüte.
Es sind merkwürdige Organismen, auch als Myxogastria („Schleimbäuche“) bezeichnet. Eine ausführliche Darstellung findet sich hier.
Das Rätselbild ist vom 14. Mai 2021; über Nacht war das Plasmodium über eine angewelkte Blüte der Bergflockenblume aus einem Blumenstrauß gewachsen.

Am 16. Mai sah es dann so aus:

Raetsel-Loes.-21-05-13_848.jpg
"Mondkacke"?
Heute, nach Starkregen, habe ich noch nicht wieder danach geschaut. Die Species muss schon länger in meinem Kompost leben.
Hier hatte ich im Juli 2016 bereits einmal darüber berichtet.

Es gibt übrigens sogar ein Forum für Schleimpilz-Züchter: https://www.schleimpilz-liz.de/index.php . Und man kann Schleimpilz-Kukturen kaufen. ;)
S.a. hier (März 2020).

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Montag 24. Mai 2021, 15:24

Halt jemand eine Idee wozu diese Pfosten dienen?
Tipp: Es hat mit Sozialen Insekten zu tun...

Pfosten.JPG
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Dienstag 25. Mai 2021, 08:25

Eine plausible Idee habe ich nicht.
Ein Pfahl, darauf asymmetrisch ein Brett befestigt; unter dem längeren Teil des Bretts ein nach unten gewölbtes weiteres Brett, was soll‘s?
Markierung von Hummelnest im Boden?
Bin gespannt!

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon di4pr » Dienstag 25. Mai 2021, 10:12

Sollen die Tafeln angeflogen werden. Zur Fütterung o.ä.?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Dienstag 25. Mai 2021, 10:26

soll sich am unteren Halbrund schwärmende Honigbienen niederlassen?
Gut abnehmbar wäre der Schwarm ja dann.
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Dienstag 25. Mai 2021, 17:22

Hallo Reber,
"Hummeln ist schon sehr nahe dran. Aber es sind keine Markierungen. Eher "Fallen"..." - schreibst Du in der Bewertung:
Schwärmende Temnothorax affinis könnten zwischen den Brettern zu gründen versuchen, aber dazu ist es noch zu früh. - Weiterhin "?"

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Dienstag 25. Mai 2021, 21:19

MBM, du hast voll ins Schwarze getroffen! Die Einrichtungen dienen als "Schwarmfänger" für Honigbienen. Die Pfosten, an deren Ende ein Brett mit einem Stück Rinde/Schwarte an der Unterseite angebracht sind, sind wenige Meter vor dem Stand in direkter Flugrichtung der Bienenbeuten aufgestellt.
Und sie funktionieren recht zuverlässig - ich konnte drei von vier Schwärme so "einfangen". Der Grund ist folgender: Wenn Bienen schwärmen - also die alte Königin mit ihrem Gefolge das Nest verlässt, um ihrer Tochter den Platz frei zu machen - haben die Bienen noch keinen geeigneten neuen Platz ausgespäht. Ein grosser Teil des Volkes verlässt also gleichzeitig den Bienenstock und sammelt sich in der Nähe des alten Stammplatzes als Schwarmtraube. Gerne benützen die Bienen dazu die Unterseite von breiten Äste. Dort können sie (z.B. vor allfälligem Regen geschützt) ausharren, bis die Spurbienen in der weiteren Umgebung eine geeignete neuen Nistgelegenheitgefunden haben.

Bienenschwarm.jpg
Bienen Schwarmfänger.jpg
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon di4pr » Mittwoch 26. Mai 2021, 08:00

Hallo Reber,
das ist sehr interessant. Tolles Rätsel, vielen Dank! Ich vermute, dass das nur zuverlässig funktioniert, wenn es keine anderen möglichen Sammelplätze (also breite Äste) im näheren Umkreis des Bienenstocks gibt?
LG
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 26. Mai 2021, 09:58

Ja, so eine „Schwarmfalle“ kannte ich auch noch nicht, und bin erstaunt, dass es so gut funktioniert!
Selbst habe ich Bienenschwärme etwa drei- bis viermal erlebt.

Gut in Erinnerung ist mir ein Fall aus den 1970er Jahren, als ich mit einer Gruppe von Studenten bei Darmstadt eine Anfängerexkursion führte.
Ein Student kam aufgeregt: „Da sind ganz viele Bienen!!“ - In der unter der Last herunter gebogenen Spitze eines kleinen Bäumchens hing in Brusthöhe ein Bienenschwarm. Für mich natürlich eine willkommene Gelegenheit, über die Honigbienen zu dozieren. In Erinnerung an Gelesenes führte ich vor, dass die Bienen beim Schwärmen nicht aggressiv sind: Ich nahm den Schwarm vorsichtig mit beiden Händen, hob ihn ein wenig an, und tatsächlich passierte absolut nichts! Es ist ein unglaubliches Gefühl, so einen Klumpen warmer (!), wimmelnder Insekten in den Händen zu halten! ;)
Doch es geht auch anders:
Zu einem gemeinsamen Ameisensammeln im österreichischen Obergurgl, Ötztal, traf ich mich im August 2001 mit Birgit Schlick-Steiner und Florian Steiner, damals noch Studenten und angehende Myrmekologen, heute Professoren an der Uni Innsbruck. Gemeinsam streiften wir in die Umgebung des Tagungsortes auf der Suche nach Ameisen.
Bald entdeckten wir mehrere Nester von Leptothorax acervorum mit der arbeiterinlosen Sozialparasitenart Leptothorax pacis (damals noch Gattung Doronomyrmex).
Und in einer Nische an einem Felsblock einen Bienenschwarm!
Ich erzählte gleich,was ich über die Friedfertigkeit solcher Bienen wusste. Ungläubiges Staunen. Also musste ich es beweisen und nahm eine Handvoll Bienen aus dem Klumpen: Ruckzuck hatte ich zwei Stiche zwischen den Fingern! :roll:
Soviel zur fehlenden Stechlust bei schwärmenden Bienen. Anscheinend waren die Bienen dort doch aggressiver als bei uns. Zum Glück bin ich nicht sehr empfindlich auf Insektenstiche... :D

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Mittwoch 26. Mai 2021, 11:38

di4pr hat geschrieben:Hallo Reber,
das ist sehr interessant. Tolles Rätsel, vielen Dank! Ich vermute, dass das nur zuverlässig funktioniert, wenn es keine anderen möglichen Sammelplätze (also breite Äste) im näheren Umkreis des Bienenstocks gibt?
LG
di4pr


Ja, so funktioniert bestimmt besser. Trotzdem, die Bienen hätten die Wahl. Rechts und links vom Bienenstand stehen bei mir je eine Esche und eine Eiche, etwa 20 m nach den "Schwarmfängern" beginnt der Wald. Besonders die Eiche wird auch gerne genützt.

Schwarm an Eiche.jpeg
Schwarm unter einer Astkreuzung an der Eiche.


Aber die Schwarmfänger werden häufiger gewählt als der Baum. Ich vermute, weil sie in direkter Flugrichtung liegen. Aber das ist schon Spekulation.

Dieses Bild zeigt einen zweiten Schwarm, der an die unter dem Schwarmfänger platzierte Styroporkiste geflogen ist, in welcher sich ein weiterer, am Vortag eingefangener Schwarm befindet.

Schwarm an Kiste.jpeg
Zweiter Schwarm aussen an Styroporbeute mit eingefangenem Schwarm darin.


Merkur hat geschrieben:In Erinnerung an Gelesenes führte ich vor, dass die Bienen beim Schwärmen nicht aggressiv sind: Ich nahm den Schwarm vorsichtig mit beiden Händen, hob ihn ein wenig an, und tatsächlich passierte absolut nichts! Es ist ein unglaubliches Gefühl, so einen Klumpen warmer (!), wimmelnder Insekten in den Händen zu halten!


Das stimmt schon - in der Regel. ;) Ich benutze zwar aus Gewohnheit lieber den Bienenbesen, aber ein Imkerkollege sammelt die Schwärme regelrecht von Hand ein! Wie mit dem auf der Styrobox geschehen.

MBM hat geschrieben:...eigene Erfindung?

Nein, den Tipp hatte ich im Imkerkurs 2015 erhalten. Allerdings wollen viele Imker gar keine Schwärme, weil das Schwärmen die "Wirtschaftsvölker" zahlenmässig schwächt und auch unsicher ist, was die neue Königin bringt. Sie vermehren die Völker lieber gezielt durch Teilung und Königinnenzucht.
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Mittwoch 2. Juni 2021, 16:11

IMG_8183 Ameisenportal.JPG
das kleine Insekt rechts oben ist unbeteiligt!
IMG_8175 Ameisenportal.JPG

Welche Geschichte steckt hinter meinen gestrigen Fotos von einem Kräuterblatt?

Beste Grüße
MBM
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Mittwoch 2. Juni 2021, 18:57

Versucht hier ein Marienkäfer eine Wolllaus trotz ihrer "Schutzschicht" zu fressen?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Donnerstag 3. Juni 2021, 07:59

nein, es waren keine Bewegungen zu beobachten.
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